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Alt 27.11.2017, 11:20
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
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Zitat:
Warum sollte man (z.B.) einen kleinen und feinen Röhrenverstärker damit quälen, große Tieftonmembranen bewegen und bei tiefsten Frequenzen große Schalldrücke erzeugen zu müssen...?
Da man hier am philosophieren ist möchte ich kurz auf meine Meinung eingehen und die ist ganz anders als das Statement oben.

Ich gehe eher in die Richtung wenn schon, denn schon. Soll heißen, der Verstärker soll alles betreiben, also aus einem Guß.

Das lässt sich hervorragend machen, denn einen Verstärker ist es egal ob nun die Membran groß, leicht, schwer oder wie auch immer sie beschaffen ist. Der Verstärker sieht nur die angeschlossene Impedanz und die beinhaltet elektrisch gesehen, gerade im Bass, die Eigenschaften des Lautsprechers.

Wenn ich das mal mit meinen eigenen Entwicklungen erklären kann, dann ist es meinen "German Chinakracher" mit seinen maximalen 4 Watt Ausgangsleistung egal ob ich meine EXTREMI mit ihren 2x 12" im Bass und einer Gesamtmasse von ca. 109 Gramm anschliesse oder meine "Con Fuego" 8" Bass- Mitteltöner dessen bewegte Masse nur ca. 11 Gramm beträgt.

Davon konnte sich auch Achim bei einen kürzlichen Besuch bei mir überzeugen und er brachte eine Röhrenendstufe mit, die sogar noch weniger Leistung als mein "German Chinakracher" besitzt:

Zitat:
Zitat von Achim Beitrag anzeigen
Gesagt, getan - diesen Sommer hat es mal wieder geklappt, einen Abstecher zu Cay-Uwe zu unternehmen. Dieses mal mit zwei Mono-Röhrenendstufen im Gepäck, die jede sage und schreibe 1,5 Watt an 8 Ohm leisten. Es handelt sich um ausgangsübertragerlose OTL-Endstufen von Transcendent Sound, mit jeweils 4 300B-Leistungsröhren in Parallelschaltung. Die Ausgangsimpedanz wird bei dieser Schaltung durch Überalles-Gegenkopplung auf ca. 1 Ohm gebracht, wie gesagt, ohne Eisen im Signalweg.

Bevor wir meine Endstufen an die Extremi angeschlossen haben, lief erstmal der von Cay-Uwe modifizierte Chinaverstärker, dessen Geschichte er hier berichtet:

http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=11670

Da ich ausgesprochener Detailhörer bin, konnte mich der Verstärker nicht so vom Hocker reissen, auch hatte ich den Eindruck, dass ich die Extremi beim letzten Besuch doch deutlich feiner und lebendiger gehört hatte.

Also die Transcendent Sound-Endstufen angeschlossen, direkt an einen DAC mit Lautstärkeregelung.

So - jetzt klang das wieder wie erinnert: Druck, Detail, Feinheit, alles da.

Erstaunlich war, was mit einer Ausgangsleistung zwischen 0,7 und 1,5 Watt alles veranstaltet werden kann. Bassattacken a la Yello, Taiko und Holzpercussion zum Zusammenzucken bei Poem of Chinese Drums oder Ohrenpackung von Metallica oder Rammstein - alles über die Extremi präsentiert in einer Lautstärke und Sauberkeit, die in jeder Hinsicht live zu nennen ist. Meiner Schätzung nach würde das in einem Raum bis zu 35qm absolut funktionieren (Cay-Uwes Hörraum ist etwa halb so groß).

Daher kann ich nur bestätigen, dass die Extremi als High Efficiency-Konzept ganz hervorragend funktioniert. Und dabei gegenüber den an Röhren gerne genutzten Breitbändern in Sachen Auflösung und Neutralität weit voraus ist, ohne die Geschlossenheit des Klangs zu opfern.

Klare Empfehlung und wieder ein dickes Lob an Cay-Uwe!
Wenn man mit unteren Grenzfrequenzen von ca. 40 Hz leben kann funktioniert es auch mit kleinen Röhrenverstärkern hervorragend. Nicht zu vergessen, dass im Raum das alles ganz anders ausschaut. Bei mir z.B. geht die Extremi aber auch die "Con Fuego" durch die Aufstellung und Raumgegebenheiten bis unter 30Hz.

Wenn ich mit meiner Kombination, ob nun EXTREMI oder "Con Fuego", sehr laut höre, brauche ich maximal ca. 2 Watt Leitung. Üblicherweise höre ich aber mit gerade mal ca. 0,3 Watt, maximal 1 Watt.
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Happy listening, Cay-Uwe

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