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Alt 18.10.2015, 06:35
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
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Jürgen,

es freut mich, dass Du so viel Freunde an den ACCENT 3 hast.

Die Accent 3 ist die aktive Version der Dynaudio Compound 4. Sie besitzt zwei 24cm Tieftöner in einen geschlossenen Compound Gehäuse. Vorteil dieser Konstruktion ist, das man mit kleineren Volumen einen sehr tief reichenden und präzisen Bass erreicht. Dabei handelt es sich um eine angepasste Variante des Dynaudio 24W100, der unter Anderen eine sehr große Schwingspule von 10cm ( 4 Zoll ) benutzt. Das sorgt dafür, dass die Antriebskräfte sehr gleichmäßig auf die Membran verteilt werden. Im Mittelton kommt eine 76mm ( 3 Zoll ) Kalotte zum Einsatz, die den Bereich von ca. 500Hz - 5kHz abdeckt. Dabei handelt es sich um die Dynaudio D76AF, eine Kalotte die in den 80er - 90er Kultstatus erreicht hat. Im Hochton kommt eine 28mm ( 1.1 Zoll ) Kalotte die ab ca. 5 kHz eingesetzt wird. Es handelt sich um die D28AF, auch eine sehr bekannte Dynaudio Kalotte.

Wie bei der Passivversion, werden in der Accent 3, typisch für Dynaudio, 6dB, bzw. flache Filter benutzt. In den HighEnd Produkten, und dazu gehört die Compound-Serie, wurden zum Teil für eine bessere Phasenanpassung Allpässe benutzt. Das waren sehr aufwendige Passivfilter. Ob sie auch in der Aktivversion benutzt wurden kann ich nicht sagen, aber Deine Klangbeschreibung, dass sie sich wie aus einen Guss anhören, lässt das vermuten..

Die ungewöhnliche mit dem auf dem Kopf stehenden Chassis Anordnung rührt aus den benutzten Filtern. Dynaudio hat schon immer in den HiFi Lautsprechern flache ( 6dB Filter 1er Ordnung ) benutzt. Diese ergeben in Zusammenhang mit den akustischen Roll-Offs der Chassis Frequnezgänge 18dB Filter 3er Ordung. Diese Filter erzeugen in der vertikalen Abstrahlcharakteristik einen ausgewogeneren Frequenzgang in Richtung der Tiefpass gefilterten Chassis. Das scheint STEREOPHILE damals nicht gewusst haben und so kommen die gezeigten Frequenzgänge zustande.

Zitat:
The Active 3 makes for one lousy nearfield monitor, the response at one meter being pretty ragged (fig.1, left speaker; fig.2, right speaker; both measured on the midrange axis).
Read more at http://www.stereophile.com/


Wie man aus den Link den Du begefügt hast sieht, haben sie auf Höhe des Mitteltöners gemessen. Richtig wäre gewesen auf Höhe des Tieftöners zu messen. Da hätten sich die Einbrüche bei ca. 500Hz nicht ergeben. Die erwähnten Überhöhungen bei 200Hz sehe ich eher als Einflüsse vom Raum in dem gemessen wurde.

Ich habe einige Jahre lang die Dynaudio Compound 3, einen 3-Wege Kompaktlautsprecher besessen. Der war mit zwei 17er Tiefmitteltöner ( 17W75 ) auch im Compound Gehäuse aufgebaut. Diese wurden bis ca. 1kHz betrieben. Darüber hat eine 52mm ( 2 Zoll ) Kalotte, die D52AF übernommen. Diese besaß eine besondere Beschichtung der Membran, die nur für die Compound-Serie genommen worden ist. Diese Kalotte wurde von ca. 1 - 6 kHz eingesetzt. Als Hochtöner kam eine 21mm ( 0.8 Zoll ) Spezialversion der D21AF zum Einsatz.

Die Compound Serie wurde bei Dynaudio von der Confidence Serie abgelöst und die Confidence C5, war aus meiner Sicht eines der besten Dynaudio Lautsprecher. Da kam auch im Compoundgehäuse zwei 20cm ( 8 Zoll ) Tieftöner zum Einsatz, der Dynaudio 20W75 ESOTEC. Gepaart wurde das mit einer 52mm Kalotte für den Mittelton und einer 28mm Kalotte im Hochton. Bei beiden Treibern handelte es sich um die ESOTAR Kalotten, die auch Kultstatus erreicht haben. Diese Kombination habe ich mal für ein DIY Projekt benutzt. Das Paar Hochtöner kostete über EUR 600,00 und die Mitteltöner über EUR 1000,00.

Da die Compound-Serie schon etwas Älter ist, sollte man bei den Hochtöner- und Mitteltonkalotten das Ferrofluid überprüfen. Bei meiner Compound 3, war der Hochtöner nicht mehr ganz in Ordnung, da das Ferrofluid zähflüssig geworden war. Das hatte zur Folge, dass ab ca. 6kHz der Hochton bis über 6dB gedämpft wurde. Der Ausbau der Kalotten ist nicht einfach, da Dynaudio sie früher nicht nur verschraubt hat, sondern auch noch geklebt hat. Hat man sie einmal ausgebaut, war ein Öffnen der Kalotte und Säubern kein Problem.
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Happy listening, Cay-Uwe

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