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Alt 21.10.2008, 12:43
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
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Standard AW: Röhren KHV Brocksieper Earmax

Hi Franz,

Wobei wir dann immer noch deinen persönlichen Geschmack hätten, den ich schlecht mit einrechnen könnte, da eben das Stück persönlich individueller Wahrnehmung bzw Verarbeitung im Gehirn.

Ich hab Personen kennen gelernt, die sich mit Stax auseinander setzten und der Meinung waren, ne, das tue ich mir nicht an. Ich hatte noch nie ein Problem bei Stax damit, das ich mir etwas nicht antuen wollte. Vielmehr Differenzierung oder Unterscheidung an ganz anderen Stellen, da wo man einem solchen Teil eher gerecht werden würde.

Aber so ist das nunmal. Es sind manchmal bei Menschen kleine Dinge, die auf Dauer entscheidend sind, was ja so oft von unseren Gegnern nicht erkannt wird oder nicht für wahr gehalten wird.

So auch hier in der Welt des Kopfhörer. Grundsätzlich, das ist das verfängliche an der Sache, spielt ein guter KH immer ein hohes Maß an Ton in Ton Bindung, an Ansatzlosigkeit und Mühelosigkeit ein. Die Grenzbereiche werden dabei leider, eben wegen dem Grad des anfänglich schnellen, eine Person einbindens, nicht klar genug erkannt.

Nachdem dann diese anfängliche Verführung zum tonalen Alltag geworden ist, kommen dann Stück für Stück die Erkenntnisse. Hier ein Peak bei bestimmter CD, da ne kleine Analytik, oder bei den Sennis versucht man dann doch mehr unter das wärmende Mäntelchen zu kommen, weil das innere einem sagt, es gibt mehr Analyse.
Oder mit der Stax schwebt es dann doch ein wnig zu viel am Ende. Dort wo man gerne etwas Erde am Fuß hätte, einfach etwas mehr "dreckig" lieber hätte, tja, es wird aber nie "dreckiger".

Oder jemand hört das "schnurgerade" einer Stax, hat es auch im Kopf und hört bei seiner späteren dynamischen Kombi eben dann relativ viel Buckel und Täler, sprich Unebenheiten, sehnt sich zurück nach dem am Lineal gezogenen Klang.

Es gibt noch jede Menge mehr. Anfangen tut es leider oft damit, das der KH, außer bei richtigen Enthusiasten, aus einer Art zunächst sekundärer Angelegenheit heraus dennoch ein möglichst primäres Resultat zeigen soll. Wir sind verwöhnt, auch LS seitig verwöhnt, wollen mit dem KH einfach eine nette zweite Geschichte ins Leben rufen, vergessen aber, das Maßstäbe bestehen bei uns, die knallhart sind. Und die werden natürlich beim KH hören dann nicht ausgeschaltet.

Die Presse, also die Fachmagazine zeigen seit Jahr und Tag immer wieder den 400,- Euro Amp a la Creek OBH XX und dann lieber Kunde, kauf dir nen KH und Ruh is. Leider ist das nicht so. Nicht nur, weils qualitativ weiter geht, sondern, weils sehr oft nicht paßt. Und unser Ohr sagt uns ganz genau, was da nicht will miteinander.

Möchte dieses sehr umfangreiche Feld hier aber nicht ausdehnen, sonst wird es zuviel off topic.

Wichtig ist, falsch, verdammt wichtig ist, was ich wie kombiniere. Der Schall ensteht beim KH ein paar lächerliche Zentimeter vor dem Trommelfell, also ganz ganz nah, und jede Kleinigkeit tonal gesehen, wird dabei zu einer Bedeutsamkeit erster Güte. Das darf man nicht vergessen.

Vor allem, sowohl negativ als auch positiv!



Gruß,
Otwin
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