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Alt 21.03.2018, 11:31
fidelio fidelio ist offline
 
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Standard Test FINAL AUDIO D8000

Hallo zusammen,

heute teste ich für euch nun endlich den neuen D8000 von FINAL AUDIO. Die japanische Manufaktur präsentiert somit gleichzeitig auch ihren allerersten Full-Size Planar-Flächenstrahler.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Teststellung des D8000 durch die SINTRON GmbH bedanken. Der Kopfhörer wird nach erfolgter Rezension selbstverständlich und üblicherweise auch umgehend wieder an den deutschen Vertrieb retourniert.

Das von Kanemori Takai im Jahre 1974 gegründete Unternehmen FINAL produzierte in den ersten Jahrzehnten neben eigenen innovativen HIFI-Lösungen für enthusiastische Musikliebhaber über das Tochterunternehmen S’NEXT seit 2007 als Erstausrüster auch zahlreiche Komponenten für bekannte Audiomarken aus aller Welt.

Durch die somit erworbene, jahrelange Reputation auf dem Audiosektor wurden die Firmen FINAL und S’NEXT nach dem Tode des Gründers im Jahre 2014 schließlich zum Unternehmen FINAL AUDIO DESIGN zusammengeführt, welches sich im Speziellen auf die Entwicklung von Kopfhörern und IEM konzentrierte.

Zur Steigerung der Produktqualität sowie der Erweiterung der internen Entwicklungskapazitäten wurde die Firmenzentrale 2015 schließlich in die Präfektur Kanagawa nach Kawasaki verlegt. Unter dem ursprünglichen Namen FINAL sollen hier zukünftig bahnbrechende audiophile Konzepte verwirklicht werden.

Einen Prototypen des D8000 konnte ich bereits im vergangenen Jahr auf der HIGH-END in München einer kurzen Hörprobe unterziehen. Schon damals fielen meine klanglichen Eindrücke überaus positiv aus, so dass ich auf die spätere Serienversion natürlich sehr gespannt war.

Der offene D8000 soll aufgrund seiner bautechnischen Besonderheiten nunmehr alle Vorteile von dynamischen und magnetostatischen Modellen in einem einzigen Kopfhörer vereinen. Mit der Entwicklung eines neuen und patentierten Membranbremssystems wird nach Aussage des Herstellers künftig eine absolut konkurrenzlose und herausragende Klangqualität erzielt.

Nun, der folgende Klangtest wird letztendlich Aufschluss darüber geben, ob die Japaner dieses ehrgeizige Ziel FINAL auch erreichen konnten.

Verpackung & Ausstattung

Der FINAL AUDIO D8000 wird in einer schwarz strukturierten und optisch sehr ansprechenden Box ausgeliefert, deren selektive Öffnung vom Hersteller geradezu zelebriert wird. Jedenfalls erfordert die vollständige Freilegung des Ohrlautsprechers ein klein wenig Geduld, will man die innen liegenden zarten Kartongeflechte nicht ruinieren und in undefinierte Einzelteile zerlegen. Origami as it’s best.

Ausstattungsseitig beeindruckt das D8000 Package neben dem sorgfältig einkartonierten Kopfhörer mit einem speziell entwickelten und passenden Aluminiumständer, sowie 2 geflochtenen Anschlusskabeln aus hochreinem Kupfer in 1,50- und 3,00 m Länge. Das Erstgenannte ist mit einem 3,5 mm Klinkenstecker für den mobilen Einsatz versehen, Letzteres mit dem entsprechenden Pendant in der 6,3 mm Variante für den stationären Gebrauch ausgerüstet.

Selbstverständlich fehlt eine Bedienungsanleitung ebenso wenig wie die obligatorische Garantiekarte in mehreren Sprachen.

Verarbeitung & Tragekomfort

Der FINAL AUDIO D8000 ist absolut überragend verarbeitet und wird vollständig in der Firmenzentrale in Kawasaki hergestellt. Die japanischen Ingenieure entwickelten eigens für den D8000 neue Präzisionsapparaturen wie beispielsweise eine Membranformungsmaschine und einen entsprechenden Membranspannungsmesser.

Durch die eingängige Kontrolle aller in Japan produzierten Komponenten, von der Beschaffung der Rohmaterialien bis hin zur Montage des fertigen Produktes, erreicht FINAL AUDIO eine enorm hohe Fertigungstiefe und infolgedessen einen ausgezeichneten Qualitätsstandard.

Um gegebenenfalls Reparaturen und zukünftige Upgrades auf einfachste Art und Weise zu ermöglichen, wurde zudem jedes integrative Teil so konstruiert, dass es problemlos demontiert und der Kopfhörer so auch noch viele Jahre nach dem Kauf weiter genutzt werden kann.

Allerdings wirft der Verstellmechanismus des Kopfbandes ein wenig Schatten auf die ansonsten sehr gelungene Konstruktion. Für sehr kleine Kopfgrößen ist der D8000 leider nicht geeignet. Die metallischen Treibergehäuse stoßen mit ihren Außenseiten relativ früh an das umlaufende Kopfband und begrenzen demzufolge die Einstellmöglichkeiten. Dies ist umso verwunderlicher, als dass FINAL AUDIO mit diesem bewährten Mechanismus bereits einige Jahre Erfahrung sammeln konnte.

Der Tragekomfort ist trotz des für Magnetostaten typisch hohen Gewichtes von 523 g überraschend hoch, da der Kopfhörer mit sehr weichen und anschmiegsamen Ohrpolstern aus samtartigem Stoff aufwartet. Auch das mit Nappaleder bewehrte Kopfband trägt am langzeittauglichen Wohlgefühl zu einem nicht unerheblichen Anteil bei.

Da zudem auch der Anpressdruck mit recht großflächigen Ohrmuscheln moderat gewählt wurde und die entsprechenden Aussparungen außerordentlich gut mit den verschiedensten Ohrformen- und Größen harmonieren, steht ausgiebigen Hörabenden aus meiner Sicht absolut nichts im Wege.

Technik

Als Innovation bei orthodynamischen Flächenstrahlern kann das AFDS (Air Film Dumping System) von FINAL AUDIO gelten, welches beim D8000 erstmalig realisiert wurde. Dabei wird die Membranbewegung bei hohen Amplituden durch ein Luftpolster progressiv bedämpft und ein Anschlag an die begrenzenden Magnetstrukturen wirksam verhindert.

Um das AFDS Prinzip technisch überhaupt zu verwirklichen, ist eine extrem hohe Fertigungspräzision im Vergleich zu den typischen und bekannten Treibereinheiten erforderlich. Aus diesem Grunde wird das Gehäuse aus einer speziellen Aluminium-Magnesium-Legierung gefertigt und aufwendig bearbeitet. Durch das Aufbringen einer zusätzlichen, lederartigen Beschichtung auf die Gehäuseoberseiten werden Vibrationen vom japanischen Entwicklerteam dabei effektiv minimiert.

Ein weiterer klanglich relevanter Aspekt ist die Gestaltung des innovativen Treiberdesigns. Insbesondere bei der Reproduktion subtiler Details in der Musik kommt hierbei die besonders leichte Konstruktion der neuen kreisrunden Diaphragmen zum Tragen.

Denn auf die extrem leichte Folienmembran wird eine superdünne Aluminiumspule geätzt, so dass der für den Einsatz zwischen Spule und Blende dynamischer Modelle notwendige Kleber, welcher die Klangqualität durchaus beeinträchtigen kann, nicht mehr von Nöten ist. Im Vergleich zu dynamischen Kopfhörern mit identischem Membrandurchmesser ist die Treibermembran des D8000 daher über 30% leichter geraten.

Mit einer Impedanz von 60 Ohm bei einem relativ hohen Wirkungsgrad von 98 db eignet sich der FINAL AUDIO Flächenstrahler des Weiteren auch für den Betrieb an weniger leistungsstarken Spielpartnern. Wobei stationäre Komponenten den Mobilen IMO vorzuziehen sind. Der D8000 dankt dies in erster Linie mit einer deutlich gesteigerten Basskontrolle, wie sich später im Klangtest noch herausstellen wird.

Vorbereitung

Der FINAL AUDIO D8000 wird in Deutschland zu einem Verkaufspreis von 3.499,- Euro angeboten. In diesem Segment wird die Luft bekanntlich dünn. Und es wäre wohl vermessen, in diesen preislichen Regionen über gute oder schlechte Kopfhörer zu philosophieren. Ganz entscheidend sind deshalb auch eher die eigenen Hörpräferenzen. Und demzufolge rückt primär die tonale Abstimmung des jeweiligen Kandidaten in den Fokus des persönlichen Interesses.

Um euch die klangliche Einstufung zu erleichtern, vergleiche ich den D8000 sowohl mit dem AUDEZE LCD-MX4 (3.599,- €) als auch mit meinem HIFIMAN SUSVARA (6.999,- €)

Um auch zielführende Aussagen treffen zu können, werden die zuvor beschriebenen Kopfhörer ausschließlich an meinem AUDIOVALVE LUMINARE 2016 sowohl im Übertrager- als auch im OTL-Modus betrieben. Dieser Verstärker ist sowohl klang- als auch leistungstechnisch IMO über jeden Zweifel erhaben, nahezu alle erdenklichen Spielpartner auf diesem Planeten problemlos anzutreiben.

Als Datenquelle fungiert mein iMAC mit optimierter AUDIRVANA Software, der MERIDIAN DIRECT DAC wandelt die digitale Kost in analoge Musiksignale um und reicht diese über ein FADEL PROLINK Chinchkabel an die entsprechenden Eingänge des LUMINARE 2016 weiter. Das musikalische Testmaterial setzt sich wie üblich zusammen aus Hörbeispielen aus Klassik, Jazz, Rock und Pop, vorwiegend in HIGH-RES Auflösung.

Weitere Informationen zum FINAL AUDIO D8000 findet ihr übrigens auch unter: http://snext-final.com/de/products/detail/D8000

Klangtest

Den vollständigen Testbericht zum FINAL AUDIO D8000 findet ihr in meinem Blog unter: http://musicalhead.de/2018/03/20/tes...l-audio-d8000/

Viel Spass beim Lesen.

Lieben Gruß
Wolfgang
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Geändert von fidelio (21.03.2018 um 11:36 Uhr).
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