open-end-music-professional  

Zurück   open-end-music-professional > Herstellerforen > SONUS NATURA
Startseite Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Alle Foren als gelesen markieren

SONUS NATURA Dieses Forum gehört den Produkten von SONUS NATURA

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 14.03.2011, 18:12
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.575
Standard Sonus Natura Monitor

Eigentlich wollte ich etwas später im Jahr über unser neues Projekt, ein Studiomonitor, berichten, aber eine sehr sachliche Erklärung von Uli Brüggemann in einen anderen Thread, hat mich dazu bewogen schon jetzt ein paar Zeilen darüber zu schreiben.

Erstmal aber Ulis sehr ehrliche Darstellung über FIR / IIR Filter etc., die ich voll teile:

Zitat:
...

- wo Licht, da auch Schatten: natürlich bringen FIR-Filter einschliesslich Phasenkorrektur Latenzen mit sich. Das ist für reine Musikwiedergabe egal.
Im Echzeitbereich (Studio, Video, live) nicht. Dort muss man sich auf minimalphasige Filter beschränken (allenfalls gemischtphasige Kompromisse mit akzeptablen kleinen Latenzzeiten) und Phasendrehereien akzeptieren.
Dies ist ein wichtiger Aspekt, den man bei der Entwicklung von Studiomonitoren aus meiner Sicht nicht ausser acht lassen sollte und unbedingt in den Pflichtenkatalog aufnehmen muss.

Minimalphasige System sind seit je her bei Sonus Natura Teil des Pflichtenkatalogs gewesen, denn unsere Erfahrung hat gezeigt, dass das Phasenverhalten von Lautsprechern durchaus eine wichtige klangliche Rolle spielt. Wie das messtechnisch ausschaut möchte ich anhand aktueller Messungen von dem geplanten Studiomonitor zeigen.

In folgender Grafik ist der Frequenzgang und die Phase des Sonus Natura Monitor Lautsprechers in zwei unterschiedlichen Abstimmungen dargestellt.



Wie immer sind das Messungen in meine Hörraum, weshalb sie etwas unruhig ausschauen, was aber normal ist. Mir geht es im Moment um die Phase, die sich selbst unter diesen Bedigungen gut messen lässt.

Gut zu erkennen ist, dass beide Varianten einen ähnlichen Schalldruck aufweisen, aber die Phase stärker differiert. Der Grund dafür liegt in der Auslegung der Weiche. Beide werden elektrisch bei 2000 Hz getrennt, wobei die obere Grafik mit minimalphasigen Filtern arbeitet ( in diesen Fall mit 6dB Filtern ), und die unter nicht ( in diesen Fall mit 12dB Butterworth ).

Den Ungeübten werden diese Grafiken in ersten Augenblick wenig sagen, und daher möchte ich etwas darauf eingehen und zwar mit folgender pragmatischen Betrachtung:
Entwicklungsziel von Sonus Natura ist es einen "natürlichen" Klang zu erreichen. Das hört sich im ersten Ansatz sehr trivial an, aber bei näherer Betrachtung wird man schnell feststellen, dass dies etwas mehr ist, als ein ausgeglichenerer Frequenzgang, was oft als einziger Parameter dafür angesehen wird. Es ist verständlich und einleuchtend, dass das gesamte Frequenzspektrum von einen Lautsprecher gleich laut wiedergegeben werden sollte. Man stelle sich z.B. vor, wie ein Klavier klingen würde, wenn beim Anschlag eines Tones die mitschwingenden höheren Oktaven relativ zum Original zu laut wiedergegeben werden würden. Jeder, auch nicht Musiker, würde feststellen, dass das Klavier etwas anders klingt. Zu diesem Verhalten gesellt sich aber ein zweites Phänomen. Wenn ein bestimmter Ton von einem Klavier angespielt wird, dann regt dieser obere Oktaven mit an zu schwingen. Die Summe aller angeregten Töne ergibt das für das Klavier typische Klangbild. Die Obertöne werden in einer bestimmten Zuordnung zueindander angeregt, anders gesagt in einer bestimmten Phasenlage. Nur wenn ein Lautsprecher nicht nur die richtige Lautstärke von den Ton und dessen Obertöne wiedergibt, sondern auch deren Phasenlage, wird man das typische Klangbild von einem Klavier wiedererkennen.

Leider ist es so, dass Lautsprecher, prinzipbedingt, die Phasenlage der einzelnen Töne ändern. Fachleute dikutieren intensiv, und sind sich im allgemeinen nicht einig, wie stark diese Änderungen ausfallen dürfen, damit sie hörtechnisch erfassbar sind. Nicht desto trotz, das Beispiel mit dem Klavier zeigt, dass es wichtig ist, die Tonzuordnung zueinander bestmöglich wiederzugeben. Aus diesen Grund, schenkt Sonus Natura nicht nur den Schallpegel Beachtung, sondern auch der Phasenlage. Wie gesagt, Lautsprecher ändern schon von sich aus die Phasenlage der einzelnen Frequenzen. Diese Eigenschaft kann in Zaum gehalten werden, in dem man gezielt einzelnene Chassis aussucht, die diesbezüglich zusammen passen, und durch die Gestaltung der Weiche. Wenn es um die Gestaltung der Weiche geht, kommt man nicht um die sogenannten "flachen" Filter, oder auch 6dB Weichen genannt. Hintergrund für diese Weiche ist, dass sie die Summenphasenlage minimal beinflussen, theoretisch sogar garnicht. Ergebnis dieser Bemühungen ist ein sogenannter minimalphasiger Lautsprecher.
Bleiben wir mal bei dem Beispiel vom Klavier und betrachten wir beide Messungen. Nehmen wir mal an, dass ein Grundton von 200Hz gespeilt wird, dann werden, folgende Oktaven mitangeregt:
200Hz, 400Hz, 800Hz, 1600Hz, 3200Hz, 6400Hz ( ich glaube höhere Töne gibt es beim Klavier nicht )
Damit für diese Tonreihe der "richtige" Klang wiedergegeben werden soll, darf der Lautsprecher ( wie auch jede andere Komponente der Anlage ) die Phasenlage der einzelnen Signale nicht ändern. Überträgt man die Frequenzen auf die Diagramme, und liest die Phase großzügig aus, dann ergibt das folgende Werte ( 1. Phasenwert 6dB, 2. Phasenwert 12dB ):
200Hz 0 Grad , 0 Grad
800Hz 0 Grad , 0 Grad
1.6Khz 0 Grad , -45 Grad
3.2kHz 0 Grad , -180 Grad
6.2KHz -80 Grad , -225 Grad
Größzig heisst, Abweichungen von bis ca. 90 Grad sind aus meiner Sicht tolerierbar, oder wie Uli es gesagt hat akzeptierbar. Gut zu erkennen ist, dass die Abstimmung mit 12dB Buttreworth Weiche ( im übrigen eine oft genutzte Weiche ) schon nach zwei Oktaven anfängt das Klangbild stärker zu "verfälschen, während die 6dB Weiche über ein Spektrum von 4 Oktaven, das Originalklangbild "erhält".

Bei Sonus Natura sehen wir den Sprachbereich von ca. 200 - 6kHz als den wichtigsten an und deshalb konzetrieren wir uns darauf in den Bereich die Phase so konstant wie möglich zu halten. Aus den Messungen ist auch erkennbar, weshalb bei Sonus Natura keine "steile" Filter, wie 12dB / Oktave oder mehr nicht in Frage kommen.

Natürlich kommen zum Pflichtenkatalog weitere Punkte, die zu erfüllen sind, die in Großen und Ganzen im SSF 01 ( Surround Sound Forum ) Dokument beschrieben sind. Dieses Dokument ist in Zusammenarbeit mit dem VDT ( Verein Deutscher Tontechniker ), IRT ( Institut für Rundfunktechnik ) und SRT ( Schule für Rundfunktechnik ) entstanden und beschreibt die wesentlichen Kenndaten, die Studiomonitore, aber auch Hörräume, zu erfüllen haben.

Sobald ich etwas mehr Zeit finde, werde ich natürlich hier weiter berichten.

Wie gesagt, Anlaß jetzt schon einiges zu schreiben, ist Uli Brüggemanns Aussage gewesen, die wie ich schon sagte, voll teile
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/

Geändert von cay-uwe (14.03.2011 um 18:18 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 14.03.2011, 18:57
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Sonus Natura Studiomonitor

Zitat:
Bei Sonus Natura sehen wir den Sprachbereich von ca. 200 - 6kHz als den wichtigsten an und deshalb konzetrieren wir uns darauf in den Bereich die Phase so konstant wie möglich zu halten.
Hallo Cay-Uwe,

schön zu sehen, daß du expandiert hast und Angestellte beschäftigst!

Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 14.03.2011, 18:59
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Sonus Natura Studiomonitor

Zitat:
200Hz, 400Hz, 800Hz, 1600Hz, 3200Hz, 6400Hz ( ich glaube höhere Töne gibt es beim Klavier nicht )
Ich muß mal gucken, ich meine, ich habe gelesen, daß Klavier noch jede Menge Obertöne produziert, ich weiß aber nicht mehr, wie hoch die liegen, der Dr. Mills von Tannoy hat da vor Urzeiten mal einen Essay veröffentlicht, habs aber leider nicht greifbar.

Klavier ist nicht so mein Instrument.


Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 17.03.2011, 12:05
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.575
Standard

Ich habe mich über das Frequenzspektrum von einem Klavier etwas kundig gemacht und in diversen Veröffentlichungen hören alle Messungen bei ca. 5000Hz auf.

Mir ging es aber nicht darum über Klaviere zu dikutieren, sondern ich habe versucht so einfach wie möglich zu erläutern, wo eine der Problematiken des Lautsprecherbaus liegt.

Daher möchte ich mit der Beschreibung des Sonus Natura Monitor Lautsprecher fortfahren und weitere Entwicklungsziele erläutern.

Bei der Entwicklung stand an erster Stelle eine bestmögliche Übereinstimmung von klanglichen und messtechnischen Eigenschaften. Auf eine bin ich bereits eingegangen, den Phasenverlauf.

Um minimalphasiges Verhalten zu erreichen, sollten wie beschrieben nur flache Filter benutzt. Dadurch muss der Wahl der Chassis besonderen Augenmerk geschenkt werden. Unter anderen müssen sie z.B. einen sehr ausgeglichenen Frequenzgang aufweisen, da Unregelmässigkeiten im Frequenzgang des Chassis von flachen Filtern nicht so leicht "glattgebügelt" werden können. Die Auswahl des Tief- Mitteltöners war recht einfach, da er der gleiche ist, den wir in der Sonus Natura Unikat benutzen. Er besitzt ausserdem ein sehr starkes Magnetsystem, was der Wiedergabe vom wichtigen Mitteltonbereich, zu Gute kommt. Viele Testhörer der Unikat attestieren diesen Lautsprecher eine sehr gute Sprachverständlichkeit, und Stimmenwiedergabe, eine hörtechnische Eigenschaft, die ein Monitorlautsprecher haben muss.

Flache Filter beanspruchen Hochtöner elektrisch sehr stark. Aus diesen Grund muss der Hochtöner hohe Belastungen vertragen. Ausserdem muss der Lautsprecher, eine gutmütige und gleichmässige Abstrahlcharakteristik besitzen. Aus diesen Grund fiehl die Wahl des Hochtons auf ein Hornhochtöner. Durch das Horn gewinnt der Hochtöner an Empfindlichkeit und erreicht mit weniger Leistung hohe Schalldrücke. Ein weiterer Vorteil des Horns ist, dass die Membran tiefer im Gehäuse sitzt, wodurch die Schallentstehungsorte ( SEO ) des Tief- Mitteltöners und Hochtöners nahezu auf einer Ebene liegen. Unter diesen Vorraussetzungen arbeiten ausserdem alle Weiche am optimalsten.

Desweiteren wurde auch dem Gehäuse sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Es handelt sich dabei zwar um eine "quadratisch, praktisch gut" Box, die aber von ihren inneren Werten lebt. Um Gehäuseresonanzen in unkritische Bereiche zu bringen, wurde das Innere der Box durch stochastisch angebrachte Dämmelemente bestmöglichts bedämpft.

Zusammengefasst liegen die technischen Daten der Sonus Natura Monitor wie folgt:

Prinzip: 2 Wege Bassreflexsystem, aktiv, oder passiv
Trennfrequenz: 2000 Hz, 6dB, minimalphasig ausgelegt
Chassis: 22cm Tief- Mitteltöner, 25mm Kalotte mit Hornvorsatz
Einsatz: Nah- bis Mittelfeldmonitor, ab 0,8 Meter
Max. Pegel: ab 50Hz: > 105dB, ab 100Hz > 108dB
THD 100Hz - 8kHz und 96 dB SPL: < 0,5%
Masse: 26 x 52 x 35 cm ( B x H x T )

Wie beschrieben, gibt es den Sonus Natura Monitor als Passiv- oder Aktivvariante. Dabei besteht die Möglichkeit einer Umrüstung von passiv in aktiv, oder auch aktiv in passiv.

Anbei möchte ich noch ein paar Messungen, die ich in unseren Hörraum durchgeführt habe aufzeigen. Der unruhige Frequenzgang ist unter diesen Umständen normal. Dabei geht es mir in erster Linie darum zu zeigen, dass z.B. Phasenverhalten, oder Abstrahlcharakteristik den gewünschten Zielen entsprechen.

Demnächts ergänze ich diese auch mit den "Weißkittel-Messungen"

Folgende Messung zeigt das Verhalten der aktiven Version.



Rein messtechnisch gesehen, zeigt diese Messung, dass selbst unter Hörraumeinflüssen, die Minimalphasigkeit sehr gut gelungen ist. Dies ist auch an der Sprungantwort zu erkennen, die einduetig aufzeigt, dass Hoch- und Mittelton praktisch gleichzeitig reagieren.

Auch die Messung der passiven Variante lässt sich sehen.



Als letztes möchte ich noch Messungen unter Winkel zeigen, die sehr gut den nahtlosen Übergang von Mittel- zu Hochton veranschaulichen.



Dies soll es für den Moment mal sein. Demnächst werde ich noch Bilder reinstellen.

Bis bald
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 17.03.2011, 12:59
sören
 
Beiträge: n/a
Standard

Hi Cay-Uwe!

Wo liegt der Unterschied zur Unikat? Aus welchem Material soll er bestehen?
Ist der Monitor auch zeitrichtig? Wenn nein, warum nicht??
Wie tief runter geht der Monitor und wie hoch spielt er bzw. soll sich daran (Bass) gegenüber den derzeitigen Messungen noch etwas ändern?
Wie unterscheiden sich die von Dir zugrunde gelegten Anforderungen von der BBC-Norm und der ARD-Norm und warum?
Hast Du die Möglichkeit, das Gerät auch praktisch zu prüfen - d.h. nicht nur im Vergleich zu anderen Lautsprechern, sondern Aufnahmen zu machen bzw. diesen beizuwohnen und diese dann mit dem Original zu vergleichen??

Mal "passiv" betrachtet (kann man das??): wie empfindlich wäre der LS in einer passiven Version?
Bist Du nicht der Meinung, dass eine höchstmögliche Empfindlichkeit (s. entsprechenden Thread von Dir) gleichzeitig auch zu mehr Wiedergabetreue führen könnte?

Bei Monitoren geht es idR um Neutralität. Kann dies der Hochtöner (Du sprichst von "Horn") tatsächlich gewährleisten?

Ich hoffe, die Fragen werden als konstruktiv empfunden, so sind sie jedenfalls gemeint ...

Beste Grüße
Sören

PS: Das Thema Frequenzspektrum finde ich etwas "lustig" ... ich persönlich kann mir nur schwer vorstellen, dass es nach oben so etwas wie ein Ende gibt ... der höchste Ton des Klaviers, c5, sollte zb bei 4186 Hz liegen ... die Obertöne sind ein Vielfaches hiervon .... Vielleicht ist das hier ja auch mal eine Anregung, sich mit Instrumenten und Musik auch in der Theorie und der Praxis außerhalb von Hifi zu befassen ...
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 17.03.2011, 13:15
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Sören,

hier e bissel mehr zu Naturinstrumenten und Spektrum von Dr. Paul Mills:

http://www.hilberink.nl/tannoy/tsupertweeter.pdf
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 17.03.2011, 15:34
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.575
Standard

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Hi Cay-Uwe!

Wo liegt der Unterschied zur Unikat? Aus welchem Material soll er bestehen?
An der Bestückung, z.B. Hochtöner, an der Abstrahlcharakteristik, die Unikat ist ein Standlautsprecher, der Monitor eine "Kompaktbox". Beide bestehen aus MDF.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Ist der Monitor auch zeitrichtig? Wenn nein, warum nicht??
In Sinne dessen, dass die SEO übereinstimmen ja, und auch wenn es um die minimalphasige Auslegung geht. Wie aus der Sprungantwort zu sehen ist, ist der Hochtöner verpolt angeschlossen, womit für manche strenggenommen nicht "zeitrichtig" ist.

Was gerne in der Öffentlichkeit verschwiegen wird ist, dass bei "zeitrichtigen" Lautsprechern, zwar die Sprungantwort gut auschaut, aber andere Parameter dafür in Kauf genommen werden. Letztens war ja eine Diskussion darüber hier im Forum. So z.B. ergeben sich nicht immer optimale Summensignale. Darunter leidet z.B. die vertikale Abstrahlcharakteristik. Daraus habe ich z.B. mit der Unikat kein Hehl gemacht und auch dokumentiert. Für ein Monitorlautsprecher ist das aus meiner Sicht ein KO Kriterium. Deswegen bin ich hier andere Wege gegangen.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Wie tief runter geht der Monitor und wie hoch spielt er bzw. soll sich daran (Bass) gegenüber den derzeitigen Messungen noch etwas ändern?
Er geht bis ca. 40Hz ( -3dB ) runter. Du darfst Dich von den Messungen nicht täuschen lassen, denn an der Messstelle in meinen Raum ergibt sich bei ca. 40 - 50 Hz eine Schnelle, in der der Frequenzgang einbricht. Das passiert dort mit jeden Lautsprecher. Die obere Grenze liegt bei 20kHz.

Um das genau zu überprüfen werde ich den Lautsprecher im reflektionsarmen Raum ( RAR ) messen.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Wie unterscheiden sich die von Dir zugrunde gelegten Anforderungen von der BBC-Norm und der ARD-Norm und warum?
Ich halte mich an die SSF01 Richtlinie, da diese weitläufiger gehalten ist und aus meiner Sicht durch das mitwirken vom VDT alle wichtigen Eigenschaften beschreibt, die Tontechniker an Monitore stellen. Andere Forderungen wie von BBC, ARD, etc. könnten an einigen Stellen zu anstaltspezifisch sein, womit der Nutzungbereich eingegrenzter sein könnte.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Hast Du die Möglichkeit, das Gerät auch praktisch zu prüfen - d.h. nicht nur im Vergleich zu anderen Lautsprechern, sondern Aufnahmen zu machen bzw. diesen beizuwohnen und diese dann mit dem Original zu vergleichen??
In erster Linie zählen für mich die Spezifikationen, denn diese sind unter anderen von Tontechnikern definiert worden, um möglichst real arbeiten zu können. Danach halte ich mich.

Gerne würde ich so einer Produktion beiwohnen.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Mal "passiv" betrachtet (kann man das??): wie empfindlich wäre der LS in einer passiven Version?
Die Empfindlichkeit vom Sonus Natura Monitor beträgt 90dB / Watt / Meter.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Bist Du nicht der Meinung, dass eine höchstmögliche Empfindlichkeit (s. entsprechenden Thread von Dir) gleichzeitig auch zu mehr Wiedergabetreue führen könnte?
Natürlich kann das eine wichtige Rolle spielen, doch der Einsatz bestimmt die nötige Empfindlichkeit. Für einen Nah- bis Mittenmonitor sind die Parameter mehr als ausreichend.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Bei Monitoren geht es idR um Neutralität. Kann dies der Hochtöner (Du sprichst von "Horn") tatsächlich gewährleisten?
Das ist ein Vorurteil, der in der Vergangenheit dadurch hochkam, weil aus meiner Sicht die Weichen nicht korrekt angepasst waren, oder die Gesamtkonstruktion nicht ausreichend gut durchgeführt wurde.

Wenn Du die Messungen ausserhalb der Achse betrachtest, dann wirst Du erkennen, dass die Winkelmmesungen sehr gleichmässig und ruhig ausfallen. Das ist ein Indiz dafür, dass das Horn sehr neutral gestaltet ist.

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Ich hoffe, die Fragen werden als konstruktiv empfunden, so sind sie jedenfalls gemeint ...

Beste Grüße
Sören
Kein Problem, Du kennst mich und weisst, dass ich mich allen Fragen stelle

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
PS: Das Thema Frequenzspektrum finde ich etwas "lustig" ... ich persönlich kann mir nur schwer vorstellen, dass es nach oben so etwas wie ein Ende gibt ... der höchste Ton des Klaviers, c5, sollte zb bei 4186 Hz liegen ... die Obertöne sind ein Vielfaches hiervon .... Vielleicht ist das hier ja auch mal eine Anregung, sich mit Instrumenten und Musik auch in der Theorie und der Praxis außerhalb von Hifi zu befassen ...
Mein Beispiel diente nur dazu zu erklären wie wichtig die Phase von einen Lautsprecher ist. Das das Wiedergabespektrum so weitläufig wie möglich sein sollte ist mir auch klar. Das Problem dabei ist, was nützt mir das, wenn die Phase nicht stimmt.

Die Phase konstant zu halten, geht mit konventionellen Weichen- und Konstrucktionsmittel nicht, auch nicht für "zeitrichtige" Lautsprecher, oder gar Breitbänder, egal wie sie gestaltet sind. Deshalb konzentriere ich mich auf den wichtigen Stimmenbereich, indem auch die meisten Instrumente spielen. Für das Frequenzspektrum versuche ich die Phase so konstant wie möglich zu halten.
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 18.03.2011, 17:47
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4.750
Standard

Hallo Cay-Uwe,

ein sehr interessantes Projekt wie ich finde. Wie schaetzt Du die Bedeutung der Hochtönerpolung ein?
Ich neige dazu die Nachteile, wie z.B. die Fixierung des Messmikros auf einen Punkt, als weitaus gewichtiger zu empfinden als die Vorteile. Bei verpoltem Hochtöner habe ich fast in jeder Position vernueftige Ergebnisse.
Mir stellt sich die Frage ob, wenn man alle Vorurteile mal weglaesst, die verpolte Variante nicht vielleicht die Bessere ist.
Wie schaetzt Du das ein?

Gruss Marc

P.S. entsteht der Klangunterschied aus der Zeitrichtigkeit oder aus dem geaendertem Abstrahlverhalten?
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 19.03.2011, 09:29
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.575
Standard

Marc,

wie ich anfangs beschrieb, gibt es immer wieder Vorteile und Nachteile. Ich habe versucht diese z.T. auch messtechnisch darzustellen.

Jeder Lautsprecher wird an einen "fixen" Punkt, üblicherweise den Abstimmungspunkt, optimal arbeiten.

Der Vorteil des verpolten Hochtöners ist eine unkritischerere Abstrahlcharakteristik in der Vertikalen. Dieser Punkt war mir wichtig, weshalb ich auf "Zeitrichtigkeit" verzichtet habe.

Ich persönlich habe 2003 intensiv mit Probanden versucht herauszufinden, was den noch hörbar ist. Alle haben z.B. den Unterschied zwischen 12db und 6dB Weiche gehört und die 6dB Weiche als "besser" empfunden.
Der Unterschied 6dB und "zeitrichtig" wurde damals nur von einen als besser empfunden.
Diese Erfahrung hat mich dazu bewogenen meine Lautsprecher mindestens minimalphasig auszulegen.

Im übrigen, wäre eine "zeitrichtige" Auslegung mit dem gewählten Chassis möglich
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 19.03.2011, 13:33
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4.750
Standard

Hallo Cay-Uwe,

ich messe immer an drei Punkten, in Hoehe Hochtoener, zwischen den Chassis und auf Hoehe Tieftoener (bei zwei Wege).
Das gibtmir eine gewisse Sicherheit das ich nicht an einer Stelle einen "Glueckstreffer" lande. Das stoert mich an den "Zeitrichtigen" etwas.
Mit verpoltem Hochtoener habe ich an allen Stellen den gleichen Frequenzgang.
Bei den Testprobanden stellt sich ein interessantes Ergebniss raus, technisch interssierte meinen das die zeitrichtige Version besser klingt und unvoreingenommene Personen finden die verpolte besser.
Wie auch immer empfinde ich beides als zeitrichtig da beide Systeme dazu in der Lage sind ein Rechtecksignal nahezu unverfaelscht wiederzugeben.

Gruss Marc
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Verkauf Aktivlautsprecher Sonus Natura Monitor cay-uwe Bazar - Audiogeräte und Zubehör 1 25.05.2017 20:36
Biete 2x Sonus Natura Monitor schwarz Uwe60 Bazar - Audiogeräte und Zubehör 0 04.05.2017 21:18
Verkaufe: 3x Sonus Natura Monitor audi durum Bazar - Audiogeräte und Zubehör 2 20.01.2016 14:07
Verkauf: Sonus Natura Monitor Wonneproppen Bazar - Audiogeräte und Zubehör 8 23.01.2014 14:13
Aktivlautsprecher: Sonus Natura Monitor cay-uwe Bazar - Audiogeräte und Zubehör 7 21.04.2013 15:46



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:45 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.1 ©2002 - 2018 vbdesigns.de