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Verstärker und Vorverstärker Alles über Geräte, die elektronisch Signale verstärken

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  #1  
Alt 20.11.2016, 16:13
shakti shakti ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2010
Beiträge: 629
Standard Devialet gegen "alle"

Auf dem gestrigen workshop bei mir (ca 20 Besucher) hat sich als einer der HauptInteressensbereiche der Vergleich der Devialet Verstaerker gegen zB Jeff Rowland, Mark Levinson, NAT,herauskristallisiert. Deshalb mag ich diesem Vergleich ausserhalb des Veranstaltungsbereiches einen eigenen thread goennen.

In einem Raum stellte sich der

- Devialet 250 Pro
(UVP ca 15.000,-eur)

einem Satz Monobloecke von NAT den

NAT SE1 (Modell 2016) mit 211'er Roehren (UVP 8.000,-eur)

als Lautsprecher wurden

- Wilson Benesch Discovery (UVP 12.800,-eur)

oder

- RDAcoustic Evolution
(UVP 10.000,-eur)

(bei nur einem Stueck) verwendet.


Die WB Discovery hat ca 88db, so dass eine mittlere Abhoerlautstaerke gewaehlt wurde, damit die 2x20w der NAT nicht voellig unterdimensioniert waren.

Die weitere Kette waren:

- Gryphon Scorpio CD Player (als Laufwerk verwendet) (UVP 8.000,-eur)

- Aqua Formula DAC (UVP 12.500,-eur)

- Conrad Johnson ACT II Pre (UVP 15.000,-eur)


Der Devialet wurde direkt digital per AES/EBU versorgt, so dass die Devialet Kette deutlich "schlanker" und somit auch im Vergleich guenstiger war.

Die Hoereindrueck mit dem Devialet 250 pro waren fuer mich ersteinmal ziemlich ueberraschend, da dieser sehr "warm" klingend abgestimmt war. Wir hatte im Vorfeld verschiedene Roehrenverstaerker verglichen und im Vergleich zu den anderen Amps spielte der Devialet auf der deutlich angenehm und gefaelligen Art und Weise. Speziell mit der im Vergleich gehoerten NAT 211'er Roehre, die zu den sehr offen und frei aufspielenden Typen gehoert viel dies auf.

So hatten wir die erste Ueberraschung, die Roehre spielte im Vergleich ganz leicht heller analytischer, damit hatte ich zuvor nicht gerechnet!

Im weiteren Klangvergleich viel auf, dass der Devialet nicht so gut aufloeste und viele Toene im Oberwellenbereich verschluckte und nicht wiedergab. Die Stimmenwiedergabe war im Verhaeltnis nicht proportional (dh Stimmen wurden zu gross wiedergegeben) und die raeumliche Lokalisierung war nicht stabil, mit dem lauter und leiser werden der Stimmen / Instrumente verschoben sich die Positionen im Raum.

Die Basswiedergabe hingegen war, wohl dem mehr an Leistung geschuldet, deutlich strukturierter, aber dafuer nicht so integriert in den musikalischen Gesamtkontext.

Interessant auch die Raumwiedergabe, man hatte bei dem Devialet Verstaerker haeufig den Eindruck, die Musiker wuerden an einem "Raumlosen" Ort musizieren, zumindest war die Raumwahrnehmung stark von den gespielten Instrumenten abhaengig. Das "Betreten" des Raumes mit dem Beginn der Aufnahme, noch vor dem ersten Ton, fand nicht in dem Sinne wahnehmbar statt.

Devialet bietet fuer viele Lautsprechermodelle den Einmeßservice SAM an. Die Wilson Benesch Discovery ist bei SAM hinterlegt, so dass wir den Devialet 250 pro mit Zeit und Phasenkorrigierter Discovery antreten lassen konnten.

Zu unser aller Uberraschung viel der SAM Unterschied extrem minimal aus. Die Wilson Benesh schein bereits ab Werk ein solch guter Lautsprecher zu sein, dass SAM kaum korrigierend eingreifen musste, ich haette den Unterschied zumindest kaum "blind" auseinanderhalten koennen.

So blieb es bei dem Gesamteindruck, dass dem Gros der Hoerer die NAT 211'er Roehre besser gefallen hat.

Nicht verschweigen moechte ich aber auch, dass bei 2 von den privat class D hoerenden Besuchern die Eindruecke teils unterschiedlich waren, diese zogen den "glatten" und gefaelligen Auftritt des Devialets vor und konnten einen "schwaerzeren" Hintergrund hoeren.
Bei rund 20 Hoerern sind dies immerhin 10% der Anwesenden, was dem Devialet eine gute Berechtigung am Markt gibt, vor allem, wenn man den in Relation guenstigen Preis betrachtet!


Gruss

Juergen

ps
....und den Vergleich Devialet 400 gegen Levinson 434, Rowland 501 und NAT Transmitter gibts im naechsten Beitrag!
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  #2  
Alt 20.11.2016, 16:30
shovelxl shovelxl ist offline
Rechts ist Gas
 
Registriert seit: 29.10.2016
Beiträge: 430
Standard

Hey Jürgen
Ich habe Deinen Bericht schon erwartet.
Ich denke, Ihr hattet alle Euren Spaß.
Gerade Devialet ist für mich ein sehr teurer Pflanzenuntersetzer (am schönsten noch mit Strickdeckchen).
Ich habe den 400er mal an großer Focal gehört.
Typisch "digital spitz" oder auch "überanalytisch", wie imme man das nennen soll.
Ein Phänomen, welches ich an den meisten rein digital zugespielten Anlagen höre, wenn nicht mittels Software eingegriffen wurde.
Ein Garant für mich, die Anlage nach 1/2 Std. abzuschalten wegen Ohrenbluten.
Aber es gibt viele, die genau so hören möchten, daher sicher für diese Hörgewonheiten die erste Wahl.
Bei mir persönlich No Go.
Es kann natürlich auch an den Focal mit ihren Beryllium Hochtöner liegen, die ich ebensowenig mag, wie diese Diamant-Hochtöner.
Ich kann den Dingern nix abgewinnen.
Sicher war die LS-Wahl bei Dir eine bessere, so dass dies Überspitzte vielleicht nicht zum Tragen kam.
Aber...immer noch alles persönliches Empfinden.
Schön, dass 90% der Höhrer auch nicht ganz mit dem Devialet klar kommen, liege ich ja nicht SO falsch.
Nun bin ich auf den 2. Bericht gespannt!
__________________
...mehr Senf...
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  #3  
Alt 20.11.2016, 16:52
maasi maasi ist offline
 
Registriert seit: 28.12.2008
Beiträge: 513
Standard

Zitat:
Zitat von shovelxl Beitrag anzeigen
Hey Jürgen
Ich habe Deinen Bericht schon erwartet.
Ich denke, Ihr hattet alle Euren Spaß.
Gerade Devialet ist für mich ein sehr teurer Pflanzenuntersetzer (am schönsten noch mit Strickdeckchen).
Ich habe den 400er mal an großer Focal gehört.
Typisch "digital spitz" oder auch "überanalytisch", wie imme man das nennen soll.
Ein Phänomen, welches ich an den meisten rein digital zugespielten Anlagen höre, wenn nicht mittels Software eingegriffen wurde.
Ein Garant für mich, die Anlage nach 1/2 Std. abzuschalten wegen Ohrenbluten.
Aber es gibt viele, die genau so hören möchten, daher sicher für diese Hörgewonheiten die erste Wahl.
Bei mir persönlich No Go.
Es kann natürlich auch an den Focal mit ihren Beryllium Hochtöner liegen, die ich ebensowenig mag, wie diese Diamant-Hochtöner.
Ich kann den Dingern nix abgewinnen.
Sicher war die LS-Wahl bei Dir eine bessere, so dass dies Überspitzte vielleicht nicht zum Tragen kam.
Aber...immer noch alles persönliches Empfinden.
Schön, dass 90% der Höhrer auch nicht ganz mit dem Devialet klar kommen, liege ich ja nicht SO falsch.
Nun bin ich auf den 2. Bericht gespannt!
Hallo,

irgendetwas passt da nicht. Von "digital spitz" und "überanalytisch" hat shakti gar nichts geschrieben. Eher vom Gegenteil...

VG Uli
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  #4  
Alt 20.11.2016, 16:59
shovelxl shovelxl ist offline
Rechts ist Gas
 
Registriert seit: 29.10.2016
Beiträge: 430
Standard

SORRY Uli
Bei mir geht ab und an der ganze Text weg, den ich verzapft habe und ich muss neu schreiben.
Daher hatte ich eben was "verschluckt".
Es ging nämlich auch darum, dass ich mit Devialet eben diese andere Erfahrung gemacht habe, nicht so "warm/röhrig".
'tschuldigung, kommt so ganz falsch rüber.
Der Rest des Höreindruckes wurde aber ja von den meisten ähnlich wiedergegeben, wie ich es auch in Erinnerung habe.
Bei mir war es dazu noch dieses Überspitzte.
Ein Phänomen, welches ich immer häufiger höre.
Und je mehr Computer im Spiel ist und je highendiger die Hochtonmaterialien werden, um so schlimmer empfinde ich das.
Angenehmer wird es dann erst, wenn wieder kompliziert im Signal umgerechnet wird und "verbessert".
__________________
...mehr Senf...
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  #5  
Alt 20.11.2016, 17:03
jororupp jororupp ist offline
 
Registriert seit: 25.05.2014
Beiträge: 179
Standard Devialet

Hallo Jürgen,

Danke für Deinen Bericht.

Nachdem ich eben an anderer Stelle schon das "RhGG" angesprochen habe, möchte ich hier auf den Zusatzartikel: "Jede Jeck is anders!" verweisen.

M.a.W.: Solche Systeme wie Devialet muss man m.E. mögen. Ich mag sie nicht, ähnlich wie z. B. die vergleichbaren voll digitalen Systeme von Linn.

Die klingen für mich "steril" und wenig natürlich. Aber das ist meine ganz persönliche Wertung.

Ich wundere mich auch immer über eine gewisse "Technik-Gläubigkeit" der Anhänger von digitalen "Soundverbiegern".

Aber: "Jede Jeck is anders!".

Btw: ich habe bei mir mal den Accuphase-"Soundverbieger" DG-58 ausprobiert. Es ist ein tolles Gerät mit vielfältigen Möglichkeiten der Kompensation von Raum- und anderen Einflüssen.

Aber: wer misst, misst Mist...Ich möchte Musik hören und nicht tage- und wochenlang den "optimalen" Klang jagen....

In einem Live-Konzert nehme ich auch die Performance der Künstler und den Raum, wie er ist. Das ist mal besser, mal schlechter, und, Artikel 1 RhGG: Et es wie et es.




Jörg
__________________
Accuphase, Linn, Musical Fidelity, Auralic, B&W, Kimber
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  #6  
Alt 20.11.2016, 18:57
shakti shakti ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2010
Beiträge: 629
Standard

'moechte auch noch mal betonen, dass die Devialet Geraete sehr "audiophil" abgeschmeckt waren, dh im Vergleich zu den Roehren fast runder im Hochtonbereich, also definitiv tauglich zum Langzeithoeren.

Da klingen die meisten StudioVerstaerker oder DACs "nerviger"

Beide Devialet hatten da einen klaren Familenklang und sind mit diesem weit weg von den Vorurteilen mit denen man diesen Geraeten zumeist begegnet.

Die von mir kritisierten Eigenschaften koennten auch Geraeten mit anderer Technologie zugeordnet werden, ich habe diese nicht als Technologie spezifisch empfunden.

Dennoch gab es an diesem Tag einige andere und besser klingende Geraete. Dieser bessere Klang entsprang aber auch einem aufwendigeren Gesamtsetup, ein Devialet ist schon ein interessantes KomplettPaket.

Wer mit den klanglichen Einschraenkungen leben kann, prima!, dann ist eine optisch atraktive Kompaktanlage gefunden!

Gruss
Juergen
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  #7  
Alt 20.11.2016, 22:03
Röhrenheizer
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen
So blieb es bei dem Gesamteindruck, dass dem Gros der Hoerer die NAT 211'er Roehre besser gefallen hat.
...das kann ich mir sehr gut vorstellen

ich finde immer wieder, dass gut und zu Ende designte Röhrenendstufen nach wie vor klanglich das Zeug dazu haben, Geräten modern(st)er Technologie die Argumente zu nehmen
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  #8  
Alt 20.11.2016, 23:05
Efreak0314 Efreak0314 ist offline
 
Registriert seit: 07.01.2011
Beiträge: 59
Standard

Hallo,

ich lese sehr gern die Vergleiche von Jürgen mit, da die getesteten Gerätschaften sehr hochwertig sind. Aber was mir ein wenig fehlt, und bitte das als Anregung nehmen, ist die Erwähnung der Musikstücke bzw. Musikauswahl. Bzgl. diesem Test zw. Devialet und Röhren NAT könnte ich mir durchaus vorstellen, dass bei Musik mit etwas härterer Gangart die Devialet besser geeignet ist. Bei Stimmen widerrum wie bereits erwähnt die NAT den Vorzug hat...

Darf ich also fragen welche Musik oder Musikrichtung gehört wurde?
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  #9  
Alt 20.11.2016, 23:36
shakti shakti ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2010
Beiträge: 629
Standard

Als Musik im ersten Durchgang lief Lambchop, Simply Red, Gian Mari Testa, Joe Bonamassa, Quincy Jones, und vieles anderes...

Gruss
Juergen
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  #10  
Alt 21.11.2016, 08:02
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 3.777
Standard

Guten Morgen zusammen,

es kam die Frage nach dem Aufbau des Lautsprechers auf, er dürfte im wesentlichen dem Nachfolger entsprechen:



Gruss Marc
__________________
Am Ende einer langen HiFi Entdeckungsreise landet jeder entweder bei einem Breitbänder oder einem Hornsystem
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