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Verstärker und Vorverstärker Alles über Geräte, die elektronisch Signale verstärken

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  #11  
Alt 21.11.2016, 14:35
shakti shakti ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2010
Beiträge: 626
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In der zweiten Session "Devialet gegen alle" trat Devialet in der Doppelmono Konfiguration

- Devialet 400 (UVP 13.000,-eur)

an.

Als VergleichsAmps spielten die folgenden Geraete:

- Jeff Rowland 501 (UVP 10.000,-eur)

- Mark Levinson 434 (UVP 13.000,-eur)

- NAT Transmitter (UVP 17.000,-eur)


Auch in diesem Vergleich wurde der Devialet digital (AES/EBU) direkt angesteuert, die anderen Verstaerker spielten wie folgt:

- Lampizator DER7 DAC (UVP 7.500,-eur)

- Audio Note Kanada ANK Mentor Silver Signature (UVP 12.500,-eur)

Abhoerlautsprecher waren die YG ANAT II (nur die Satelliten, keine subs)

Begonnen haben wir mit den Jeff Rowland 501, einer Class D Mono Endstufe mit Lundahl Eingangsuebertragern, die durch eine gute Aufloesung und vor allem durch einen sehr dynamischen und kraftvollen Klang gefielen, die 2x500/8ohm, 2x10000w/4ohm setzten die Amps tatsaechlich in Geschwindigkeit um.

Die Rowland spielte auf der einen Seite etwas rauher, als die anderen Amps, schluckte im Vergleich zum besten Amp aber auch ein paar Details. Insgesamt hatte man den Eindruck, einem sehr neutralen Verstaerker zu lauschen.

Anschliessend wurde auf die Mark Levinson 434, einem klassischen A/B Mono Verstaerkerkonzept gewechselt. Spontan viel auf, dass die Levinson Monos im Vergleich ein wenig "weicher" und "waermer" abgestimmt waren, die zuvor wahrgenommenen leichten Haerten verschwanden. Insgesamt spielten die Levinson monos mit mehr Aufloesung in den Obertoenen und liessen Toene laenger ausklingen.
Die raeumliche Plaztierung der Instrumente wirkte auch etwas fester.
Insgesamt lagen beide Endstufen aber nahe beieinander, sodass das Auditorium sich ziemlich gleichmaessig, jeh nach persoenlichen Vorlieben, aufteilte.

Nun durften die Devialet 400 ran.

Diese spielten im Vergleich nochmals waermer und runder, was viele verwunderte, aber eigentlich nach dem Auftritt der 250pro sich angekuendigt hatte.

Die Devialet 400 hatte Schwierigkeiten den Raum stabil aufzubauen, der anwesende Tonmeister sprach von einer pulsierenden Raumfahne. Bei einer Fluegelaufnahme wurde dies sehr deutlich, bei jedem gespielten Ton ging der Raum mit dem Ton auf und zu. Mit den vorher gehoerten Endstufen oeffnete sich der Raum zum Beginn der Aufnahme und man konnte den Fluegel fast im Raum sehen, mit den Devialet gelang diese Illusion nicht.
Ich kann nicht sagen, ob es daran lag, aber viele Teilnahmer klagten, dass sie bei der gespielten Fluegel/Streicher Musik nach ein paar Sekunden mit den Gedanken weiterzogen und nicht mehr "in" der Musik waren.
Die Wiedergabe der Devialets konnte mich auf jeden Fall nicht erreichen, der Zugang zur "Seele" der Musik blieb, zumindest fuer mich, verschlossen.
Eine weitere Eigenschaft im Vergleich war, dass Stimmen und Instrumente in Abhaengigkeit von der Lautstaerke nicht stabil im Raum waren, dh lautere Stimmen wanderten nach vorne, was zB bei einer Choraufnahme , zumindest bei mir, zu Irritationen gefuehrt hat.
Bei dieser Choraufnahme "Der Koenig von Thule" waren bei den Devialet auch scharfe Sybillanten wahrnehmbar, die es so bei den anderen Endstufen nicht gab.

Als letzte Endstufe spielte die NAT Transmitter, 2 Roehrenmonos mit 2x110w SET aus einer grossen Sendetriode.

Nach dem ersten Stueck, wieder die besagte Choraufnahme, durfte ich etwas erleben, was ich noch auf keinem workshop erfahren durfte. Waehrend der Wiedergabe war es absolut still im Raum, viele Teilnehmer schlossen die Augen, und als der letzte Ton leise verklang blieb es erstmal still und jeder musste langsam wieder im Raum des workshops ankommen. Dann wurde spontan geklatscht!!!
Ueber alle persoenlichen Vorlieben und Debatten zu den gehoerten Verstaerkern hinweg, war man sich schnell einig, dass diese Wiedergabe "ganz grosses Kino" war und sich eine Debatte ueber diese Performance eigentlich eruebrigt.

Wir haben dann mit der Transmitter noch ein wenig Musik gehoert, bei der ich die Roehre auch leistungsmaessig mal an die Grenze gefahren habe (Yello , mal ganz laut...)


Als letzte Uebung gab es Devialet gegen Devialet, des es interessierte, wie sich das Pro update des 250 gegen die Standard 400 verhaelt. Dieses update wuerde fuer die 400'er satte 6.000,-eur kosten, entsprechend neugierig war man auf den Vergleich.

Das Fazit war simple, der 250pro klingt besser als die 400'er monos, aber 6000,- eur sind fuers update einfach auch sehr viel Geld, zumal man den level der NAT Transmitter auch mit dem 250pro definitiv nicht erreicht.

Wiederholen moechte ich auch an dieser Stelle, dass die Devialet Geraete fuer Ihren Preis eine sehr gute Performance geliefert haben, spielten diese doch sowohl als DAC/Vorverstaerker und Endstufe in einem.

Ein "fairer" Vergleich waere es gewesen, wenn die Gesamtkette auf einem Preislevel geblieben waere.

Doch sollte dies ja kein "objektiver" Vergleich sein, sondern einfach einen Eindruck zu unterschiedlichen Verstaerkerkonzepten ermoeglichen.

Gruss
Juergen
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  #12  
Alt 21.11.2016, 17:18
Efreak0314 Efreak0314 ist offline
 
Registriert seit: 07.01.2011
Beiträge: 59
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Hallo Jürgen,

vielen Dank für diesen Beitrag. Mit den aufgeführten Musikstücken lässt sich sehr gut nachvollziehen wie der Test ablief.

Der NAT Transmitter ist echt ein schönes Stück Röhrenverstärker. Wurde der Verstärker von einem Teilnehmer mitgebracht? Ich frage nur, da ich den Verstärker gern mal hören möchte...
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  #13  
Alt 21.11.2016, 21:44
Röhrenheizer
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen

Bei dieser Choraufnahme "Der Koenig von Thule"
Hast Du bitte mal die konkrete Tonträgerbezeichnung zur Hand um sie hier nennen zu können? ..ich würde sie mir mal besorgen um sie mal über meinen Verstärker zu hören.


Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen
Als letzte Endstufe spielte die NAT Transmitter, 2 Roehrenmonos mit 2x110w SET aus einer grossen Sendetriode.

Nach dem ersten Stueck, wieder die besagte Choraufnahme, durfte ich etwas erleben, was ich noch auf keinem workshop erfahren durfte. Waehrend der Wiedergabe war es absolut still im Raum, viele Teilnehmer schlossen die Augen, und als der letzte Ton leise verklang blieb es erstmal still und jeder musste langsam wieder im Raum des workshops ankommen. Dann wurde spontan geklatscht!!!
Ueber alle persoenlichen Vorlieben und Debatten zu den gehoerten Verstaerkern hinweg, war man sich schnell einig, dass diese Wiedergabe "ganz grosses Kino" war und sich eine Debatte ueber diese Performance eigentlich eruebrigt.
röhrentypisch und meiner Meinung nach von Halbleitern in jeder Hinsicht unerreicht

Ich bin selber im wieder erstaunt wie laut und voll im Sound bereits 2x 2-5mW !! aus Röhren klingen können ...auch wenn ich um schon sehr laut hören zu können selten über 2x 3Watt ansteuere



Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen
Wir haben dann mit der Transmitter noch ein wenig Musik gehoert, bei der ich die Roehre auch leistungsmaessig mal an die Grenze gefahren habe (Yello , mal ganz laut...)
wie klang denn das?

Welche "Yello" Songs sind denn damit gemeint?

Auf jeden Fall auch meinen Dank für die Schilderung der Hörvergleiche.
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  #14  
Alt 21.11.2016, 22:25
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 3.774
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Zitat:
Zitat von Röhrenheizer Beitrag anzeigen

...
röhrentypisch und meiner Meinung nach von Halbleitern in jeder Hinsicht unerreicht
Nö,
höre dir mal gute Class-A Sachen an wie z.B. Valvet, Pass oder Dartzeel

Gruss Marc
__________________
Am Ende einer langen HiFi Entdeckungsreise landet jeder entweder bei einem Breitbänder oder einem Hornsystem
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  #15  
Alt 22.11.2016, 08:05
oncle_tom oncle_tom ist offline
 
Registriert seit: 11.06.2009
Beiträge: 801
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? Dartzeel ?
Wirklich Class A?
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  #16  
Alt 22.11.2016, 08:34
tom539 tom539 ist offline
 
Registriert seit: 26.09.2013
Beiträge: 491
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Hallo zusammen,

ich war ebenfalls bei Workshop zugegen und hatte meinen Devialet 400 für den Test mitgebracht.

Meine (und weitere Eindrücke der Teilnehmer) kann m an hier nachlesen - viel Spaß mit der Lektüre...
__________________
Gruß, Tom
... enjoy your music
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  #17  
Alt 22.11.2016, 09:52
shakti shakti ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2010
Beiträge: 626
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Das Musikstueck "der koenig von thule" ist von friedrich silcher und dem carius chor gewesen!

class A Endstufen kenne ich durchaus in meiner Kette, standen uns aber zu diesem workshop nicht zur Verfuegung.

ich mag an dieser Stelle eigentlich nicht von einem roehrentypischen Klang sprechen, die auf dem workshop verwendeten roehrenendstufen waren, in abhaengigkeit von der verwendetet endroehre , tonal teilweise heller oder analytischer als die devialet verstaerker.

gruss
juergen
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  #18  
Alt 22.11.2016, 11:57
Röhrenheizer
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von tom539 Beitrag anzeigen
Meine (und weitere Eindrücke der Teilnehmer) kann m an hier nachlesen - viel Spaß mit der Lektüre...
sieht mir nach einer gelungenen, angenehmen Veranstaltung aus

Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen
Das Musikstueck "der koenig von thule" ist von friedrich silcher und dem carius chor gewesen!
ich werde mich mal nach einer guten Aufnahme von umschauen

Zitat:
Zitat von shakti Beitrag anzeigen
ich mag an dieser Stelle eigentlich nicht von einem roehrentypischen Klang sprechen, die auf dem workshop verwendeten roehrenendstufen waren, in abhaengigkeit von der verwendetet endroehre , tonal teilweise heller oder analytischer als die devialet verstaerker.
ich finde gut gemachte Röhrenendstufen beglücken immer mit analytischer Wiedergabe. Dass sie zum Teil tonal heller spielen ist meiner Meinung bei den betroffenen Geräten dann technisch bedingt. Es gibt natürlich auch aufwendigere Röhrenendstufen (ich kenne hier nur McIntosh), die gefühlt unabhängig von der abgegebenen Leistung einen extrem sauberen, sonoren Bass zu liefern im Stande sind. Es hatte schon seine Gründe, dass in Woodstock zu Röhrenzeiten ausschließlich McIntosh Röhrenendstufen (MC-3500) dem Pflichtenheft genügten. http://s1070.photobucket.com/user/bl...kamps.jpg.html
Diese Geräte spielen auch heute noch ganz oben mit, boten schon damals mehr wie den für hifi-notwendigen Frequenzgang, mit 0,15% @ Fullpower (350W-rms) einen für Röhrenendstufen extrem geringen Klirr, Dauerlastfestigkeit und röhrenschonende (kühlere, wie sonst üblich) Arbeitspunkte.

Geändert von Röhrenheizer (22.11.2016 um 12:02 Uhr).
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  #19  
Alt 23.11.2016, 12:39
Bene Bene ist offline
 
Registriert seit: 24.06.2008
Beiträge: 113
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Hallo zusammen,

ich war am vergangenen Samstag auch anwesend und habe dort einige Leute aus den einschlägigen Foren getroffen

Danken möchte ich zunächst Jürgen und seiner besseren Hälfte, Julia! Wo sonst hat man die Möglichkeit, in solch einem tollen Ambiete bei Kaffee und Keksen völlig ungestört und ohne "Druck" bzw. gewissen Erwartungshaltungen (Händler-Kunde-Konstellation) in privatem Rahmen solch einer Vielzahl an tollen Geräten zu lauschen...das finde ich wirklich einmalig. Zumal Jürgen nicht der Typ Highender ist, der mit absolutem Anspruch und einer gewissen Arroganz sein Hörideal als Einzigwahres verstanden haben möchte. Sprich: Jeder kann und soll seine Meinung frei äußern und verschiedene Geschmäcker werden akzeptiert

Mich haben vor allem die NAT Monos sowie die Devialets interessiert. Ich höre momentan mit einer Avalon Ascendant N an Einstein Tube MKIII und Alchemist APD-25 Class A Monos (exakt die Testexemplare aus der Image Hifi 1/1997). Da meine Verstärker sehr warm werden, zusammen 130kg wiegen und wir ein kleines Kind zu Hause haben, kommt hin und wieder der Gedanke an eine gewisse Konsolidierung auf. Damit landet man fast zwangsläufig bei den Devialet Geschichten.

Ich fand den Devialet Klang wieder einmal nicht schlecht: sehr sauber, kontrolliert, druckvoll. Allerdings fehlt mir nach wie vor die "Magie", das Atmen des Raumes, das Gefühl, am Ort des Geschehens zu sein, die Größe und Stabilität in der Abbildung, die emotionale Ansprache. All diese Aspekte wurden durch die Röhren besser erfüllt. Allerdings waren die Devialets teilweise nicht weit entfernt und da ich einige Leute kenne, die Devialets betreiben und diese als sehr "picky" bezeichnen, was Digitalkabel, Stromkabel und Aufstellung anbelangt, schreibe ich die Geräte für mich nach wie vor nicht ab.

In der Regel fällt es mir nach 20 Jahren High End und sehr vielen Erfahrungen und besessenen Geräten recht leicht, zu verbalisieren, was mir an dem Klang eines Geräts gefällt oder nicht. Bei den Devialets ist das schwierig. Objektiv habe ich recht wenig auszusetzen. Es ist mehr eine gefühlte Sache. Ich merke, wie ich relativ schnell unruhig werde, mich weniger auf die Musik konzentriere, es mich einfach nicht fesselt, ich nicht eingesogen werden. Es klingt für mich weniger selbstverständlich, frei und livehaftig, als ich es gerne habe und es mir gerade gute Röhren und Class A Geräte bieten.

Letztlich hilft wie immer nur eine Hörprobe im eigenen Raum und an den eigenen Boxen. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal die Möglichkeit dazu erhalte und insofern eine Gewissheit, ob ein Devialet für mich in Frage kommen könnte oder nicht.

Ansonsten waren die NAT Transmitter klanglich schon eine Hausnummer, aber nicht ganz billig und mit Baby im Haus keine Alternative für mich (gilt im Grunde genommen leider nun für alle Röhrengeräte...).

Beste Grüße,
Benedikt
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  #20  
Alt 23.11.2016, 13:03
oncle_tom oncle_tom ist offline
 
Registriert seit: 11.06.2009
Beiträge: 801
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Bene,

versuch mal einen Burmester 101 zu hören.

Peter
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