open-end-music-professional  

Zurück   open-end-music-professional > DIY (Do It Yourself) > Passive Schallwandler
Startseite Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Alle Foren als gelesen markieren

Passive Schallwandler Der gute Standard

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 17.10.2010, 22:34
KSTR KSTR ist offline
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 1.477
Standard Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Hallo,

Was ursprünglich nur als Provisiorium gedacht war, droht sich als Basis für einen Dauerzustand zu etablieren : Betrieb des 15-Zoll PA Koaxial-Chassis 15XA38Nd von Beyma ohne jede Schallwand (daher "sans Baffle"), und ohne jede "sinnvolle" Weiche (aber mit EQ, natürlich). Das ist ja nun der Prototyp eines reinrassigen PA-Treibers, als Bühnenmonitor ohne jegliche direkte HiFi-Ambitionen....

Ich geb zu, ich bin nach etwa 2 Monaten des Hörens immer noch genau so geplättet wie am ersten Tag, an den ich den grundsätzlichen Aufbau hingestellt hatte, der da wäre :
Die Chassis auf 90cm hohen Säulen (alte, kleine Stand-LS-Gehäuse) gesetzt, mit Mouse-Pads entkoppelt und mit Gaffa fixiert, 10° nach oben geneigt strahlend, praktisch freistehend. Auf den Säulen oben hinten die Abschwächer... äh, die "Frequenzweiche" : 5.6mH//22R vor dem TMT, Teiler 8R-4R vor dem Hochtöner, so dass die im Übergangsbereich etwa gleichlaut spielen. Antrieb per Pioneer-Amp, an Tascam US144 an Laptop mit foobar, EQing "über alles" per Electri-Q, ein VST Plugin.

Ja mei, was soll ich sagen... nachdem das EQing und die Positionierung jetzt weitestgehend ok sind, ist die Verbesserung in allen Punkten ggü vorher (JBL Passiv-Türme, sowie kleine aktive Tannoy-"Tischhupen"-Coaxials) dramatisch, anders mag ich es nicht schreiben.
Fang ich von oben an:
Die Präsenzen sind laut aber milde und unaufdringlich, haben Bauch und bei Bedarf Pfeffer ohne Ende (hab mir beim Messen mehrfach die Ohren verbrannt). Schlagzeugbecken, speziell Crash-Becken, klingen oft wirklich echt und mit vollem Grundton, das kenne ich so nur von großen AMTs. Als Bandmusiker habe nun aber den Realsound von Drums wirklich im Blut, sozusagen, und was der 2" Treiber trotz (oder gerade durch) massiver Diffraktion da rüberbringt ist enorm.
Im Mittenbereich, auch stellvertretend insgesamt, fallen mir nur zwei Worte ein, Prägnanz und Mühelosigkeit. Die Dynamik nach oben scheint endlos, und selbst in totkomprimierten Produktionen hat die Snare noch Druck. Und es resoniert nix, ausser ein bisschen die Membran, die in den Mitten schon ein massives Eigenleben hat, haben muss -- aber irgendwie gutmütig.
Aber die wirklich phänomenale Entdeckung ist der Grunton und Bass; was ein Dipol in Form eines solchen Chassis, "roh", da anstellt erscheint mir immer noch ziemlich unglaublich : Der Zugewinn an Durchhörbarkeit sowohl tonal / im Timbre wie in den rhythmischen Strukturen, bei gleichzeitig einem extrem vollmundigen, satten Ton. Bei Box-LS in normalen, nicht großen Räumen widerspricht sich letzteres mit ersterem, wenns vollmundig sein soll, dann wummert/dröhnt es auch massiv, wenn es knackig klingt, dann auch irgendwie "kistig". Der Tiefstbass und der raumerschütternde Schub großer Box-LS fehlt mir nur in der Quantiät, in der Qualität ist mir leiserer, aber umso besser durchhörbarer Bass lieber (jedoch, bisschen mehr Schub möchte ich dann doch, weswegen es eine Bassergänzung noch gegen wird, weil Party-Pegel gehen noch nicht problemlos).

Ich bin schon die ganze Zeit damit beschäftigt, alle meine CDs durchzuhören, es nimmt kein Ende. Gerade eher vermeintlich matschig produzierte HipHop-Scheiben haben auf einmal volle Kontur, man erkennt die ganzen Klangfarben und Grooves im Bassbereich viel besser, oder akustische Drums und Stakkato-E-Bass von Power-Funk á la Tower of Power usw sind wuchtig aber trotzdem präzise. Das ist manchmal schockierend, basslose Intros erinnern erst an konventielle Winzig-LS, aber wehe wenn der Bass dann einsetzt. Durch den Dipol-Betrieb sieht die an sich sehr leichte Membran nur wenig und weitgehend resistive Luftlast, das kann kein Nachteil sein.

Bislang hatte ich noch keine Möglichkeit, Dipol-LS mal dauerhaft als normales Setup zuhause zu testen, das war in der Form echtes Neuland. Der Mittel/Hochton ist aber nicht mehr Dipol sondern geht von etwas nierenartigem in das "chaotische" Pattern des Hochtöners über. Auf jeden Fall dürfte der Diffusschall am Hörplatz deutlich geringer sein als vorher.

Insgesamt hat der LS einen grundsätzlich leicht dunklen, satten Sound, das geht auch mit EQ und anderen Weichen nicht weg, ein Grundsound des Chassis in dieser Konstellation sozusagen. Genau nach meinem Geschmack und bei Bedarf mit einem unglaublichen "Impact", was ich beides schon im Groben vorher wusste bzw mir ausmalte...

Dipol projeziert den Bass/Grundton auch weiter vorn, direkter am Hörer, hat so bischen was von gutem Kopfhörer, ebenso in der Schnelligkeit. Aber ggü KH viel mehr Tonhöhendefinition.
Und eben das völlige Fehlen jeglicher Kistenresonanzen -- und vieler Raumresonanzen halt auch --, BR-Geräuschen usw, ist schon etwas Elementares. Dass es dadurch mehr klirrt (der eine Beyma hat rückseitig auch ein paar Klirr/Störgeräusche, ansonsten aber null Problem mit Windgeräuschen), fällt bislang nicht auf, ausser ich übertreibe es mit dem Hub.

Soweit genug der Schwärmerei... die Selbstverständlichkeit einer präzisen Bühnenprojektion und andere Koax-Attribute erwähne ich nicht weiter (Tiefenstaffelung geht aber noch mehr als jetzt).

Natürlich hab ich auch mal "richtige" Frequenzweichen probiert (per DSP, mit Laufzeitausgleich, linearphasig oder auch LR2 konventionell, usw), geht zwar nur Mono, aber schon im Mono-Vergleich fand ich dann doch meistens, das bisher die Bruchlosigkeit, die Direktheit dann nicht mehr so gut war. Ich muss das aber nochmal genauer untersuchen, denn auf Dauer muss ich die "Weiche" schon noch etwas pimpen schon wg. Pegelreserven, bzw es wird ja am Ende hoffentlich ein richtig komplettes, ausgegorenes Aktivsystem, als Trinaural (mal sehen wie Tri mit drei -- im Bassbereich -- Dipolen ausgeht...).

In gewisser Weise bin ich aber schon frappiert, dass ich schon mit diesem Provisorium soviel nicht vorherzusehenden Hörspass habe. Ich kenne zwar nicht viele gute Systeme, aber schon ein paar, und speziell eigentlich technisch perfekte waren zwar objektiv auch tatsächlich gut, haben mich aber weniger berührt... der Beyma ist jetzt beleibe nicht technisch neutral (in der "Abstimmung" zumal), aber er "nimmt mich mit"... und nach zig' Wochen denke ich auch, dass der unvermeidliche Besitzer-Schönhörkoeffizient auf tolerable Werte abgesunken ist....

Grüße, Klaus
__________________
"Der Metatarsus IV ist mehr als nur im apikalen Viertel skopuliert."

Geändert von KSTR (17.10.2010 um 22:39 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 17.10.2010, 23:35
HearTheTruth HearTheTruth ist offline
 
Registriert seit: 04.09.2008
Beiträge: 2.407
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Zitat:
Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
Hallo,

Was ursprünglich nur als Provisiorium gedacht war, droht sich als Basis für einen Dauerzustand zu etablieren : Betrieb des 15-Zoll PA Koaxial-Chassis 15XA38Nd von Beyma ohne jede Schallwand (daher "sans Baffle"), und ohne jede "sinnvolle" Weiche (aber mit EQ, natürlich). Das ist ja nun der Prototyp eines reinrassigen PA-Treibers, als Bühnenmonitor ohne jegliche direkte HiFi-Ambitionen....

Ich geb zu, ich bin nach etwa 2 Monaten des Hörens immer noch genau so geplättet wie am ersten Tag, an den ich den grundsätzlichen Aufbau hingestellt hatte, der da wäre :
Die Chassis auf 90cm hohen Säulen (alte, kleine Stand-LS-Gehäuse) gesetzt, mit Mouse-Pads entkoppelt und mit Gaffa fixiert, 10° nach oben geneigt strahlend, praktisch freistehend. Auf den Säulen oben hinten die Abschwächer... äh, die "Frequenzweiche" : 5.6mH//22R vor dem TMT, Teiler 8R-4R vor dem Hochtöner, so dass die im Übergangsbereich etwa gleichlaut spielen. Antrieb per Pioneer-Amp, an Tascam US144 an Laptop mit foobar, EQing "über alles" per Electri-Q, ein VST Plugin.

Ja mei, was soll ich sagen... nachdem das EQing und die Positionierung jetzt weitestgehend ok sind, ist die Verbesserung in allen Punkten ggü vorher (JBL Passiv-Türme, sowie kleine aktive Tannoy-"Tischhupen"-Coaxials) dramatisch, anders mag ich es nicht schreiben.
Fang ich von oben an:
Die Präsenzen sind laut aber milde und unaufdringlich, haben Bauch und bei Bedarf Pfeffer ohne Ende (hab mir beim Messen mehrfach die Ohren verbrannt). Schlagzeugbecken, speziell Crash-Becken, klingen oft wirklich echt und mit vollem Grundton, das kenne ich so nur von großen AMTs. Als Bandmusiker habe nun aber den Realsound von Drums wirklich im Blut, sozusagen, und was der 2" Treiber trotz (oder gerade durch) massiver Diffraktion da rüberbringt ist enorm.
Im Mittenbereich, auch stellvertretend insgesamt, fallen mir nur zwei Worte ein, Prägnanz und Mühelosigkeit. Die Dynamik nach oben scheint endlos, und selbst in totkomprimierten Produktionen hat die Snare noch Druck. Und es resoniert nix, ausser ein bisschen die Membran, die in den Mitten schon ein massives Eigenleben hat, haben muss -- aber irgendwie gutmütig.
Aber die wirklich phänomenale Entdeckung ist der Grunton und Bass; was ein Dipol in Form eines solchen Chassis, "roh", da anstellt erscheint mir immer noch ziemlich unglaublich : Der Zugewinn an Durchhörbarkeit sowohl tonal / im Timbre wie in den rhythmischen Strukturen, bei gleichzeitig einem extrem vollmundigen, satten Ton. Bei Box-LS in normalen, nicht großen Räumen widerspricht sich letzteres mit ersterem, wenns vollmundig sein soll, dann wummert/dröhnt es auch massiv, wenn es knackig klingt, dann auch irgendwie "kistig". Der Tiefstbass und der raumerschütternde Schub großer Box-LS fehlt mir nur in der Quantiät, in der Qualität ist mir leiserer, aber umso besser durchhörbarer Bass lieber (jedoch, bisschen mehr Schub möchte ich dann doch, weswegen es eine Bassergänzung noch gegen wird, weil Party-Pegel gehen noch nicht problemlos).

Ich bin schon die ganze Zeit damit beschäftigt, alle meine CDs durchzuhören, es nimmt kein Ende. Gerade eher vermeintlich matschig produzierte HipHop-Scheiben haben auf einmal volle Kontur, man erkennt die ganzen Klangfarben und Grooves im Bassbereich viel besser, oder akustische Drums und Stakkato-E-Bass von Power-Funk á la Tower of Power usw sind wuchtig aber trotzdem präzise. Das ist manchmal schockierend, basslose Intros erinnern erst an konventielle Winzig-LS, aber wehe wenn der Bass dann einsetzt. Durch den Dipol-Betrieb sieht die an sich sehr leichte Membran nur wenig und weitgehend resistive Luftlast, das kann kein Nachteil sein.

Bislang hatte ich noch keine Möglichkeit, Dipol-LS mal dauerhaft als normales Setup zuhause zu testen, das war in der Form echtes Neuland. Der Mittel/Hochton ist aber nicht mehr Dipol sondern geht von etwas nierenartigem in das "chaotische" Pattern des Hochtöners über. Auf jeden Fall dürfte der Diffusschall am Hörplatz deutlich geringer sein als vorher.

Insgesamt hat der LS einen grundsätzlich leicht dunklen, satten Sound, das geht auch mit EQ und anderen Weichen nicht weg, ein Grundsound des Chassis in dieser Konstellation sozusagen. Genau nach meinem Geschmack und bei Bedarf mit einem unglaublichen "Impact", was ich beides schon im Groben vorher wusste bzw mir ausmalte...

Dipol projeziert den Bass/Grundton auch weiter vorn, direkter am Hörer, hat so bischen was von gutem Kopfhörer, ebenso in der Schnelligkeit. Aber ggü KH viel mehr Tonhöhendefinition.
Und eben das völlige Fehlen jeglicher Kistenresonanzen -- und vieler Raumresonanzen halt auch --, BR-Geräuschen usw, ist schon etwas Elementares. Dass es dadurch mehr klirrt (der eine Beyma hat rückseitig auch ein paar Klirr/Störgeräusche, ansonsten aber null Problem mit Windgeräuschen), fällt bislang nicht auf, ausser ich übertreibe es mit dem Hub.

Soweit genug der Schwärmerei... die Selbstverständlichkeit einer präzisen Bühnenprojektion und andere Koax-Attribute erwähne ich nicht weiter (Tiefenstaffelung geht aber noch mehr als jetzt).

Natürlich hab ich auch mal "richtige" Frequenzweichen probiert (per DSP, mit Laufzeitausgleich, linearphasig oder auch LR2 konventionell, usw), geht zwar nur Mono, aber schon im Mono-Vergleich fand ich dann doch meistens, das bisher die Bruchlosigkeit, die Direktheit dann nicht mehr so gut war. Ich muss das aber nochmal genauer untersuchen, denn auf Dauer muss ich die "Weiche" schon noch etwas pimpen schon wg. Pegelreserven, bzw es wird ja am Ende hoffentlich ein richtig komplettes, ausgegorenes Aktivsystem, als Trinaural (mal sehen wie Tri mit drei -- im Bassbereich -- Dipolen ausgeht...).

In gewisser Weise bin ich aber schon frappiert, dass ich schon mit diesem Provisorium soviel nicht vorherzusehenden Hörspass habe. Ich kenne zwar nicht viele gute Systeme, aber schon ein paar, und speziell eigentlich technisch perfekte waren zwar objektiv auch tatsächlich gut, haben mich aber weniger berührt... der Beyma ist jetzt beleibe nicht technisch neutral (in der "Abstimmung" zumal), aber er "nimmt mich mit"... und nach zig' Wochen denke ich auch, dass der unvermeidliche Besitzer-Schönhörkoeffizient auf tolerable Werte abgesunken ist....

Grüße, Klaus
Halo Klaus

So liest es sich also,wenn ein Klaus begeistert ist
sehr schön zu lesen
Wie groß ist Dein Hörraum,und wäre es möglich,ein paar Fotos von Deinen momentanen Konstruktionen zu sehen auch um den Preis, das alles nicht "wie geleckt" ausieht?
herzlich
Rolli
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 17.10.2010, 23:43
Franz Franz ist offline
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 7.520
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Zitat:
Soweit genug der Schwärmerei...
Finde ich sehr erfrischend, wie du das beschrieben hast. So kann man sich ein Bild davon machen, was dich daran so begeistert hat.

Gruß
Franz
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 18.10.2010, 06:06
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.283
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Klaus, großartig,

denn so hast du weiterhin dahingehende Beschäftigung...die auch mit der Ausstattung eines großen Industrielofts, eventuell mal, dahergeht, so als Überlegung > Säulen hat´s da doch auch

"The Freedom Bass"


me
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 18.10.2010, 08:04
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.435
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Ich sagte es schon ein paar mal, kann mich aber hier nur noch wiederholen:

Der Beyma Coax ist auch für mich eine richtige Überraschung gewesen. Zwar betreibe ich in "in the box", aber viele Deiner Eindrücke kann ich nachvollziehen und bestätigen
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 18.10.2010, 08:06
Replace-Kellerkind Replace-Kellerkind ist offline
 
Registriert seit: 12.05.2010
Beiträge: 14.174
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Hallo Klaus,

ich predige es schon seit 12 Jahren:

Es geht nichts über 15 inch Koaxe. Rein gar nix.

Habe mehrmals versucht davon wegzukommen (Klipsch RF 7, Kingdom, Yorkminster,Kensington)-
ich bin immer wieder reumütig zurückgekehrt.

Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 18.10.2010, 10:17
tmr tmr ist offline
 
Registriert seit: 02.01.2009
Beiträge: 1.048
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Hallo Klaus,
Zitat:
Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
Und eben das völlige Fehlen jeglicher Kistenresonanzen -- und vieler Raumresonanzen halt auch --, BR-Geräuschen usw, ist schon etwas Elementares. Dass es dadurch mehr klirrt (der eine Beyma hat rückseitig auch ein paar Klirr/Störgeräusche, ansonsten aber null Problem mit Windgeräuschen), fällt bislang nicht auf, ausser ich übertreibe es mit dem Hub.

Soweit genug der Schwärmerei... die Selbstverständlichkeit einer präzisen Bühnenprojektion und andere Koax-Attribute erwähne ich nicht weiter (Tiefenstaffelung geht aber noch mehr als jetzt).
Kann ich gut nachvollziehen...

Angeregt durch deine Hinweise habe ich auch schon seit einer Weile mit dem Beyma-Koax (15") herumgespielt - allerdings schon mit (offener) Schallwand.

Mittlerweile sind die Membranen beschichtet und das Ganze hängt in einer leicht gebogenen (eigentlich mehr abgewinkelten) Schallwand (ca. 130 x125) zusammen mit einem 18" Tieftöner bei mir im Test.
Bin gerade bei der (passiven) Frequenzweichenabstimmung. Deine Beobachtungen wg. Homogenität aktiv vs. passiv kann ich bestätigen.

Bei diesem absolut puristischem Aufbau stört dann doch alles Zusätzliche im Signalweg.
Daher der zusätzliche Anschub im Tiefbass bei mir durch einen 18"-Openbaffle-Subwoofer.
Der Frequenzverlauf geht jetzt ziemlich linear bis in die 50Hz-Region.

Gruss

Thomas

Geändert von tmr (18.10.2010 um 10:29 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 18.10.2010, 20:56
KSTR KSTR ist offline
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 1.477
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Danke Thomas,

für den Input von deiner Seite. Mein Zielsystem könnte bischen anders aussehen als deines, den 15"er in einer sehr schmalen Schallwand (wg hoher Dipol-Frequenz), drunter ein Bassgehilfe, entweder auch OB mit etwas mehr Schallwand, oder wirklich nur als sanft auslaufenden Monopol-Tiefbass-Stütze (closed box), weil ein bischen mehr Schlagkraft da ganz unten möchte ich haben, und auch mal probiert haben ob mir die dann bereichsweise nierenartige Abtstrahlung effektiv was bringt. Auf den Beyma kommt noch experimentell ein Stereolab-Traktrixhorn, da weiß ich noch nicht ob das funktioniert und gefällt....

Bzgl der Homogenität liegt möglicherweise ein Mißverständnis vor, ich meinte jetzt nicht, dass passiv deswegen homogener klänge weil es eben passiv ist, sondern dass ich den Verdacht habe, dass es besser wird je weiter runter man den HT mitlaufen läßt und den dann schon leicht schwammig werdenden TT (fängt so bei 400Hz an) damit "klanglich entlastet". Genau das ist in meiner jetzigen Passivlösung der Fall, womit ich natürlich massiv Pegel und Klirrarmut am HT opfere (für bereits gefährliche Pegel -- bei 2m Hörabstand -- reicht es aber allemal. Allerdings war mein Vergleich viel zu provisorisch als dass ich ich andere Variablen auschließen könnte, speziell der TT lief an jeweils drastisch unterschiedlicher Impedanz (~20R für MF/HF passiv, "0R" aktiv...

Das ganze ist sowieso auch ein Experiment, mal gezielt Klirr und ungedämpften Membranaufbruch in Kauf zu nehmen und zu schaun was passiert... bis jetzt gefällt es mir bzw ist mir nichts an Mitteltonklirr deutlich störend aufgefallen, irgendwie macht die im Moment schon nocht recht ruppige aber detailgehaltvolle und, sagen wir, schmissige Wiedergabe einfach mehr Laune bei bisher aller Musik die ich damit höre...

Mit der Zeit wird sich da aber noch einiges anders ergeben...

Grüße, Klaus
__________________
"Der Metatarsus IV ist mehr als nur im apikalen Viertel skopuliert."
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 19.10.2010, 08:27
tmr tmr ist offline
 
Registriert seit: 02.01.2009
Beiträge: 1.048
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Hallo Klaus,
Zitat:
Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
Mein Zielsystem könnte bischen anders aussehen als deines, den 15"er in einer sehr schmalen Schallwand (wg hoher Dipol-Frequenz)...
In der Tat sieht dein Zielsystem anders aus. Meine Schallwand ist verhältnismäßig groß, um eine möglichst niedrige Dipol-Frequenz zu erhalten.
Ein Mischsystem mit CB-Tieftöner kommt bei mir in diesem Fall (zunächst!) nicht in Frage, weil mich ja gerade die Eigenschaften einer Fullrange-Open-Baffle grundsätzlich interessieren.

Ob letztendlich das Ganze positiv oder negativ (für mein Hörempfinden) ausfällt, vermag ich allerdings jetzt noch nicht zu sagen.

Zitat:
Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
Bzgl der Homogenität liegt möglicherweise ein Mißverständnis vor, ich meinte jetzt nicht, dass passiv deswegen homogener klänge weil es eben passiv ist, sondern dass ich den Verdacht habe, dass es besser wird je weiter runter man den HT mitlaufen läßt und den dann schon leicht schwammig werdenden TT (fängt so bei 400Hz an) damit "klanglich entlastet".
So prinzipiell habe ich das auch nicht gemeint.
Allerdings steht m.E. bei einem so wirkungsgradstarkem System, wo sich die tatsächlich benötigten Leistungen im Milliwattbereich tummeln, der Aufwand einer Aktivierung in keinem Verhältnis zum dann noch in diesem speziellen Fall erkennbar zweifelhaftem Klanggewinn.
Bei neuen Lautsprechern beginne ich meistens mit einer Aktiv-Lösung, das geht verhältnismäßig schnell und gibt Auskunft über den grundsätzlichen Charakter der vorgesehenen einzelnen Frequenzbereiche.

So war es dann auch eines der ersten von mir für nötig erachteten Maßnahmen, die TM-Membran mechanisch am oberen Bereichsende zu bedämpfen, damit der Übergang zum Horn nicht zu tieffrequent gestaltet werden muss.
Steilflankige elektrische Filter sind hier dem Konzept nicht dienlich.
Wenn du dir u.a. die Impedanzgänge anguckst, ahnst du, was ich meine.

Das Ruppige und Ungestüme macht am Anfang große Laune, aber mit der Zeit gewinnt dann doch der Wunsch nach Domestizierung eindeutig die Oberhand, jedenfalls bei mir.
Aber das macht ja gerade den Spaß dabei - zu versuchen, gute Manieren anzuerziehen, ohne den Charakter zu verderben.

Gruss

Thomas

Geändert von tmr (19.10.2010 um 08:39 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 20.10.2010, 21:13
KSTR KSTR ist offline
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 1.477
Standard AW: Beyma 15" Coax sans Baffle -- eine neue Hörwelt

Wieder sehr Aufschussreiches von dir, Thomas.

Bei aktiv vs passiv hast du insofern recht, dass es hier nicht so viel bringt, wenn man nur klassischen Antrieb (Spannungsquelle) verwendet. Da ich aber gezielt mit variabler Quellimpedanz spielen möchte -- auch unterschiedlich für die einzelnen Treiber --, hoffe ich, dass mir der größere Freiheitsgrad doch was bringt, zumal die benötigten Verstärkerleistungen ja bescheiden sind --> weniger Aufwand.

Große Schallwände kämen bei mir nur abgewinkelt in Frage obwohl mich ein extra tief liegender Dipol-Peak auch interessieren würde, aber ich habe nicht mehr Platz als ~60cm pro LS...

Magst du bzgl geeigneten Beschichtungsmaterial einen Tipp abgeben? Da habe ich Null Erfahrung (ausser "Experimente" mit verdünntem Ponal). Weil an sich denke ich auch, den Break-Up des TT mechanisch zu dämpfen ist auf jeden Fall der richtigste Ansatz. Am Beyma werde ich aber erstmal nicht Hand anlegen, weil das wird mir zu teuer wenn ich es verhunze.

Impedanzgänge habe ich mir aus besonderem Interesse ultra-hochauflösende gemacht, allerdings nur am fast neuen Chassis und mit leichtem Meßfehler (nicht genug Abstand zu allen reflektierenden Flächen), was sich da an "chaotischen Feinstrukturen" auftut ist schon interessant, auch wenn ich das noch nicht sinnvoll deuten kann.

Grüße, Klaus
__________________
"Der Metatarsus IV ist mehr als nur im apikalen Viertel skopuliert."

Geändert von KSTR (20.10.2010 um 21:18 Uhr).
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Digitale Verbindung - oder - eine neue Erfahrung Speedy Audio-Zubehör 53 15.03.2015 20:04
Liedtke-Metalldesign hat eine neue Adresse D.Liedtke News 0 03.11.2011 10:14
Trinaurales Hören: Eine neue Dimension! lotusblüte Trinaurale Erlebnisse 399 08.02.2011 23:38
Erlebnisreport II " Wenn Spezialisten sich auf eine Reise begeben"(Gewandhaus-Tour 2) Claus B Externe Veranstaltungen 27 09.04.2010 20:15
Erlebnisreport " Wenn Spezialisten sich auf eine Reise begeben" Claus B Externe Veranstaltungen 54 28.05.2009 14:22



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:24 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.1 ©2002 - 2017 vbdesigns.de