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Otwins Kopfhörer Olymp Hier ist der Bereich, in dem sich IKL freie Hörer über höchstwertiges Equipment austauschen können.

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  #1  
Alt 23.11.2013, 15:35
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
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Standard Playback Designs - Vorhang auf!






Hallo,

Dieses von mir erstellte Eröffnungsfoto mit dem Titel "Vorhang auf!" entstand nicht zufällig, weil die Cellistin Sol Gabetta in Arbeit viel daher macht sondern weil mir das Equipment von Playback Designs um so mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Arbeit des Musikers auch als Arbeit vermittelt zu bekommen.

Ist diese Hürde geschafft und damit der zitierte Vorhang geöffnet, tritt an die Stelle, an der zuvor das Klangerlebnis als solches im Fokus stand, das Liveerlebnis und damit das hautnahe Erleben von etwas, das sich schlicht Musik nennt.

Dieses Erlebnis beginnt vorne, also in Form des Tonträgers und der gespeicherten Information. Inhalte, die zu dem erwähnten Live-Erlebnis beitragen, jedoch ihren Weg nicht bis ans Ende zur Schallwandlung finden, sind damit für diese Präsentation verloren. Egal, ob es sich an diesem Ende um einen Lautsprecherzwerg handelt oder um die mannshohe beste Box dieser Welt. Beide können nur das an Information in Schall umwandeln, was sie bekommen. Und ein 2m Lautsprecher macht seine Darstellung nicht mit seinen 2m zur erwachsenen Darstellung sondern an Hand des Informationsgehalts, welchen er gereicht bekommt. So kann es dann ganz schnell passieren, dass ein Lautsprecherzwerg erwachsener und livehaftiger spielt als ein Lautsprecherriese.

Damit zurück zum Frontend und der Erwähnung des Kollegen Marc in Richtung Revolution. Keine Ahnung, ob man es so nennen kann, eines jedoch weiß ich: Es ist der Sprung von Konserve hin zur Live-Darbietung, umgesetzt von genialen Köpfen, deren Werdegang am besten aus den folgenden, der Vertriebsseite Gaudios entnommenen Zeilen hervor geht:

Playback Designs

Wir haben Verantwortung gegenüber Ihren Ohren!

Jeder, der in Playback Designs involviert ist, ist und war in erster Linie einmal Musikliebhaber. Ohne diese Passion könnte keine Firma, die sich der Entwicklung von High End Geräten und Profi-Aufnahmemaschinen verschrieben hat, wirklich ermessen, ob und wie gut die Geräte, die sie auf den Markt bringen, sind.
Natürlich messen und prüfen wir jedes Gerät ehe es verpackt und versendet wird, jedoch ist das abschließende Probehören für uns eigentlich noch wichtiger.

Wir sind überzeugt, dass Playback Designs Produkte die feinsten und edelsten Klangwiedergabe-Systeme der Welt sind, gemacht für die feinsten Hörsysteme dieser Welt.... Ihre Ohren!


DIE GRÜNDER
Andreas Koch

AK begann seine Laufbahn 1982 in der Schweiz bei Studer ReVox. Dort war es seine Aufgabe, weltweit den ersten völlig asynchronen Digital Sample-Rate Konverter zu bauen, das Patent kam 1984. Im selben Jahr entwickelte er eine der ersten Filter-Bänke für digitales Audio. 512 solcher Filterbänke wurden für die Rauschreduktion alter Aufnahmen benötigt. Einige dieser Ideen flossen auch später in die Entwicklung von Algorithmen klanglicher Kompression wie im MP-3, AC3 und anderer ein.

Im Jahr darauf ging er nach San Francisco, um bei Dolby Labs zu arbeiten. 1985 baute er all die digitalen Signal Prozessoren des AC1 Encoder und Decoder( Delta Modulation). Dies war ein Profi-Digital-Audio-Kompressions-Projekt, das in der Fernseh-Übertragung verwendet wurde. Es war Dolbys erstes digitales Audio Produkt und verkaufte sich ganz gut. 1986 baute Andreas Koch die Hardware für die allererste „Verkörperung“ dessen, was heute der weit verbreitete AC-3 Kompressions-Algorithmus ist.

1987 erbat Studer ReVox in der Schweiz seine Rückkehr – hier managte er die Entwicklung des Profi-Aufnahme-Bandgeräts, bei dem es sich um ein 48 Kanal DASH Format auf 1/2 Inch Band Gerät handelte. In den folgenden 2 Jahren war er damit beschäftigt, die Markt- und Technologie-Forschung für Hard Disk (PC) Aufnahmen für professionelle Anwendung voranzutreiben. Diese Arbeit erforderte es, dass er zahlreiche hochrenommierte Aufnahmestudios weltweit besuchte und so den Grundstein zu seinem profunden Wissen auch auf diesem Gebiet legte.

Andreas führte seine großartige Arbeit in der Schweiz weiter, bis er 1989 nach Kalifornien ging, um für Studer Editech in Menlo Park eine Gruppe von Entwicklungsingenieuren leitete, mit der er den heute noch verwendeten Dyaxis, ein Festplatten-Recorder für professionelle Post-Productions-Anwendungen, entwickelte. Die Benutzer-Oberfläche war so revolutionär, dass sie von vielen Konkurrenzprodukten noch heute kopiert wird.

1993 brauchte Sony in Florida seine Hilfe und so managte er die Produkt-Entwicklung für Profi-Audio-Produkte und brachte verschiedene Mischpulte auf den Markt. Sony erkannte sein enormes Potenzial und bat ihn, in San Francisco die Produktion der weltersten 8 Kanal DSD Aufnahme/Wiedergabe-Misch-Maschine aufzubauen. “Sonoma“ wird noch heute weltweit in den Studios verwendet und wurde bei den meisten SACD-Produktionen eingesetzt. Andreas entwickelte alle digitalen Teile für A/D und D/A Wandler und war sozusagen Geburtshelfer bei der Etablierung von DSD als überragendes Audio Format auch für SACD. Diesen Weg verfolgte er weiter und vergrößerte “Sonoma“ auf 32 Kanäle DSD auf einem einzigen PC. Er saß auch im Standardisierungskomitee für SACD in Verbindung mit Philips.

2003 entschied er sich, als Vertrags-Ingenieur selbständig zu arbeiten und entwarf in den folgenden 4 Jahren alle digitalen Komponenten, Algorithmen und Schaltungen digitaler Geräte für EMM Labs – sowohl für den Profi- als auch den audiophilen Bereich. Er entwickelte und setzte verschiedene revolutionäre Algorithmen für SRC (Sample Rate Conversion) um, was man eigentlich nur von einem der ursprünglichen Entwickler des SRC hätte erwarten können.

2008 schließlich wurde Playback Designs von Andreas Koch und Jonathan Tinn aus der Taufe gehoben und feierte seinen Einstand mit einem integrierten SACD/CD Player, in dessen Entwicklung die Algorithmen, das Wissen und die Erfahrung von 25 Jahren, und das heißt von Anbeginn des Digital Audio, eingeflossen sind.


Entwicklungsingenieur
Bert Gerlach


Die Entwicklungen im analogen Bereich von Playback Designs obliegen Bert Gerlach, einem jungen, deutschen Ingenieur. Bei ihm handelt es sich nicht nur um einen Musikliebhaber mit jahrelanger Hörerfahrung in verschieden Aufnahmestudios, sondern er ist auch selbst Musiker und bringt dadurch eine gehörige Portion Enthusiasmus für die Arbeit mit Audio-Produkten mit. Nach seinem Medizinstudium, das ihm einen tiefen Einblick in die menschliche Anatomie verschaffte, von speziellem Interesse für ihn natürlich die Funktionsweise der Ohren und dem analytischen Teil, dem Gehirn, erlangte er sein Diplom als Elektroingenieur – die perfekte Kombination, um High End Geräte zu bauen.

2004, während eines Studiensemesters schon in Zusammenarbeit mit Andreas Koch, legte er seine ganze Energie in die Entwicklung eines digitalen Wandlers. Nachdem er 2005 sein Studium beendet hatte, begann er, seine eigenen Produkte zu bauen. Seinen analogen Vorverstärker Puralio stellte er auf der Münchner Messe 2007 vor. Wie es der Zufall wollte, befand sich auch Andreas Koch auf jener Messe und verliebte sich sogleich in den eindrucksvollen Klang des Puralio. Als Playback Designs dann gegründet worden war, holte ihn Andreas mit an Bord, und er entwickelte sozusagen als Einstand eine analoge Ausgansstufe, die später die Playback Designs 5-er Serie werden sollte.

Mit seiner diskreten Filterung und seinem diskreten Ausgang ohne Chips oder OP-Verstärker passt Berts analoger Schaltkreis bestens in die diskrete Bauweise des 5-er Serien D/A-Wandlers. Durch die sorgfältige Auswahl jeder einzelnen Komponente verfügt Bert über die totale Kontrolle über jeden einzelnen Parameter des analogen Signalweges, unterstützt durch die CCB Technologie ( Constant Current Biasing), die er für seinen Puralio entwickelt hat.

Besonderes Augenmerk wird auf die Stromversorgung des Analog-Teils gelegt, die komplett isoliert ist und die den 4 symmetrischen Ausgangsstufen den dreidimensionalen Charakter gibt.


http://www.playbackdesigns.com/

http://www.gaudios.info/products/playbackdesigns.php


Dann viel Spaß im weiteren Austausch über eine Gerätschaft, die es nicht nur in sich hat sondern die bezüglich Musikkonserve aus meiner Sicht das Fass zu macht.

Gruß,
Otwin
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  #2  
Alt 23.11.2013, 15:39
Revival Revival ist offline
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Lieber Otwin,

Toller Bericht.Dem ist nichts hinzuzufügen.
Diese Maschine macht einfach nur sprachlos.Sie definiert das Machbare.

LG Hagen
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  #3  
Alt 23.11.2013, 18:22
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
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Zitat:
Zitat von Revival Beitrag anzeigen
Lieber Otwin,

Toller Bericht.Dem ist nichts hinzuzufügen.
Diese Maschine macht einfach nur sprachlos.Sie definiert das Machbare.

LG Hagen
Hallo,

Zu diesem Machbaren noch ein paar Zeilen. Es ist schwer mit Worten einer Person zu vermitteln, was da überhaupt passiert bzw. in welcher Form sich der genannte Sprung darstellt. Das liegt zum einen schon mal daran, dass die Wahrnehmung immer nur das als gegeben übernehmen kann, was sich ihr im Moment präsentiert - hier käme dann alles vorstellbare einer eher fruchtlosen Hochrechnerei gleich - und zum zweiten daran, dass die Gewohnheit, so viel Sicherheit sie einerseits im Umgang mit dem Thema Hifi bedeutet, andererseits aber auch wie eine Blockade arbeitet.

Und diese Gewohnheit macht in der Regel allenfalls Platz für Steigerungen der eher als landläufig bekannten Art, weshalb sich auch daraus die typischen Beschreibungen bilden, in der Form: Konturierter, sauberer, detaillierter, besserer Fokus, mehr Körper, mehr Fülle, schlüssiger, facettenreicher, ...

Nun muss man sich bei all dem vor Augen halten, dass durch diese Beschreibungen nach wie vor ein sogenanntes Klangbild einer Anlage beschrieben wird. Man ist also immer noch mehr bei einem Anlagenklang, denn bei einem stattfindenden Ereignis. Dieses stattfindende Ereignis hat dann richtig Einzug gehalten, wenn gleichzeitig eine Klangbeschreibung als solche nicht mehr möglich ist. Genau so unsinnig wäre es, einen live auf der Orchesterbühne gestrichenen Kontrabass nach Hifigerechten Klangeinstufungen zu beschreiben. Das liegt einfach daran, dass erstens der Gesamtgehalt völlig ausgewogen und natürlich erscheint und zweitens die Arbeit, die Aktion dieses Instrumentes in der Betrachtung steht und nicht ein klangliches Geschehen, für das keine größere Konzentration notwendig ist.

Unser Kopf übernimmt demnach das, was stattfindet und parallel dazu den durch diese Arbeit erzeugten Klang - allerdings in exakt dieser Reihenfolge. Bei der Anlage sieht es in der Regel anders herum aus, der Klang steht im Vordergrund und der Kopf soll nun diesen Klang irgend einem Ereignis zuordnen, dass aber nicht klar erkennbar im Bezug steht. Nicht deshalb nicht klar im Bezug steht, weil das Auge dieses Instrument nicht erspäht - live kann man auch die Augen schließen - nein, vielmehr, weil etliche Faktoren dazu fehlen, das vordergründige Klanggeschehen aus der hauptsächlichen Vermittlung heraus zu bekommen. Es ist nicht mehr da.

Deshalb steht bei allem klanglichen herumdoktern am Ende immer noch das Fragezeichen: Wo ist der Bezug zu dem, was mir klanglich präsentiert wird? Die Anlage? Das Instrument? Des Musikers Arbeit? Dieses Fragezeichen entsteht live nicht, weshalb es aus meiner Sicht auch die Aufgabe ist, vorne von der Quelle aus dafür zu sorgen, dass der zu Schall umzuwandelnde Informationsgehalt dieses Fragezeichen so gut als möglich verschwinden lässt. Und Informationsgehalt entsteht nur vorne, nicht danach. Danach entsteht die Aufgabe, das möglichst sauber eins zu eins durchzureichen.

Das ist die Aufgabe. Ein Schnäppchenpreis wird eine solche Lösung nicht darstellen, aber die vielen Anlagenumstellungen über die Jahre hinweg, von denen viele ein Lied singen können, gehen zusammen gerechnet auch nicht als Schnäppchen durch. Insofern relativiert sich all das. Am Ende muss eine Person selbst entscheiden, ob ihr die Eintrittskarte für ein solch klares livehaftiges Bühnenerlebnis in den eigenen vier Wänden das wert ist. Grundsätzlich betrachtet sollte es einem das wert sein, denn dort entsteht eigentlich auf unsere Wiedergabe transportiert, das, was man möchte: Musik ganz nahe Live.

Gruß,
Otwin
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  #4  
Alt 23.11.2013, 20:40
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Hi,

Da sich die Player MPS-3 und MPS-5 auch bestens auf die Zuspielung hochauflösender Formate von der Festplatte aus als Datenlieferant verstehen, noch eine interessante Erläuterung bezüglich DSD von Andreas Koch auf der Hifistatement-Internetseite:

Teil 1:

http://www.hifistatement.net/de/grun...at-mit-zukunft

Teil 2:

http://www.hifistatement.net/de/grun...at-mit-zukunft

Anbei als PDF in englisch.

Interessant auch der Technikteil (Vertrieb: Gaudios)

Gruß,
Otwin
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf DSD%20-%20the%20new%20addiction%20-%20v2.pdf (481,6 KB, 514x aufgerufen)
Dateityp: pdf 2D DAC Technologie und Computer Audio.pdf (57,9 KB, 230x aufgerufen)
Dateityp: pdf Technik und Design.pdf (43,6 KB, 237x aufgerufen)
Dateityp: pdf Technologische Neuheiten.pdf (33,9 KB, 219x aufgerufen)
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  #5  
Alt 25.11.2013, 14:57
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Hi,

Als Anhang bzw. als Link direkt zur Seite, noch eine weitere interessante Abhandlung von Andreas Koch zum Thema PCM-DSD.

http://www.audiostream.com/content/qa-andreas-koch

Gruß,
Otwin
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Fragen an Adreas Koch bezgl. PCM-DSD.pdf (445,7 KB, 736x aufgerufen)
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  #6  
Alt 25.11.2013, 16:17
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Zitat:
Zitat von M@rc Beitrag anzeigen
Hallo Hagen, das hört sich ja nach digitaler Revolution an. So als hätte andere Entwickler jahrelang gepennt. Das ist natürlich schon interessant wie ihr das beschreibt. Wenn das Gerät bei dir bleibt werde ich, falls erlaubt, schon bald bei dir einlaufen. Gibt es denn Infos warum gerade solch eine Klangsteigerung möglich ist?

Gruß Marc

PS: @ Admin: Am besten neue Thread starten und diese letzten Posts dort einbringen.
Hi,

Nun ja, das liegt natürlich letztlich am gesamten Know How, das entsprechend kluge Köpfe geschickt einzusetzen wissen. Allein der DA-Bereich wird im Falle der Player MPS-3, MPS-5 komplett anderes gelöst als üblich. Koch ist ein Genie und ein Mann der ersten Stunde bezüglich den digitalen Speichermedien. Ein wenig Aufschluss geben die Zeilen von Roland Kraft aus seinem Bericht in der aktuellen Fidelity.

Zitat:

FPGAs als Wandler

Beides hielt auch Einzug in den MPS-3, der eine völlig andersartige digitale Signalverarbeitung aufweist. So verfügt er tatsächlich nicht über die üblichen Wandlerchips, sondern über einen diskret aufgebauten D/A-Wandler, wobei „diskret“ hier bedeutet, dass keine Standard-Chips, sondern frei programmierbare Gate Arrays (Field Programmable Gate Arrays, kurz: FPGAs) zum Einsatz kommen. Zudem wurden an Stellen, wo die üblichen Operationsverstärker als nicht gut genug befunden wurden, Einzeltransistoren verbaut. Intern arbeitet der MPS-3 dabei mit der doppelten DSD-Datenrate, was 128-faches „Upconverting“ bedeutet. Filter kommen lediglich für 44- und 48-kHz-Daten zur Anwendung, hier verhindert ein „Apodizing“-Filter beim Upsampling Vorschwinger-Effekte (Pre-Ringing).
Eine weitere Besonderheit ist das sogenannte PDFAS (Playback Designs Frequency Arrival System), mit dem die üblichen PLLs (Phase Locked Loops), die der Jitterreduzierung dienen, überflüssig werden. Andreas Koch löst das Problem elegant auf rein digitaler Ebene: Er beschreibt Jitter als analoges Signal, das mit einem von seiner Natur her digitalen Signal (der Sample Rate) vermischt ist, hebt beides auf die digitale Ebene und subtrahiert dann den Jitter aus dem Takt heraus. Unter anderem, so der Entwickler, sei damit, solange nur die Information komplett ist, die Qualität der digitalen Quelle praktisch egal – womit seine Wandler immer dasselbe klangliche Ergebnis brächten, unabhängig davon, ob ein billiger Discman, ein Rechner oder ein High-End-Laufwerk angeschlossen sei! Im Prinzip, so Koch, löse seine Wandlertechnik auch alle Probleme, die im Zusammenhang mit der Taktung hereinkommender Signale stünden, während „normale“ D/A-Wandler auf ihrem gesamten Signalweg bis hinter den Wandlertrakt durchlässig für die auf der Zeitachse existierenden Schwierigkeiten seien. Außerdem umgehe man so fundamentale kritische Punkte in herkömmlichen
Wandlerbausteinen.




Natürlich spielt auch die Ausgangsstufe keine weniger wichtige Rolle im Sinne einer gelungenen Präsentation in Richtung Live-Nähe.

Jemand, der um diesen Unterschied nicht weiß, hat bereits schon keine Vorstellung davon, was er bis dato aus seiner Silberscheibe heraus zieht und was mit selbiger Scheibe überhaupt machbar ist. Nicht wegen irgendwelchen Kleinigkeiten oder einer highendigen Klangverbesserung - das sind ja so die Vorstellungen, die einem zunächst in den Kopf schießen. Das jedoch trifft die Sache hier nicht mal ansatzweise, weil es eben um etwas vollkommen anderes geht. Um eine Darbietung, bei der die normalen highendigen Gedanken gar keine Rolle spielen, weil der Kopf nicht dahin gelenkt wird und sich auch aus dem Grund mit solchen Steigerungen nicht beschäftigen muss.

Wenn du beispielsweise eine qualitativ gute Darstellung bekommst, wie wir es von Playern aus einer Klasse zwischen 2000€ und 5000€ gewohnt sind - einfach, um mal diesen Bereich zu erwähnen, ohne nun auf spezielle Marken zu verweisen - ist dies im highendigen Sinne zwar eine sauber gemachte Darstellung, hat aber bei weitem noch nichts mit der dreidimensionalen sowie echten Darstellung zu tun, die die CD bereits beinhaltet. Für uns ist dies deshalb zunächst kein Problem, weil wir es nicht anders kennen bzw. gewohnt sind und weil wir permanent in unseren Gerätesteigerungen mehr auf tonale Steigerungen ausgelegt sind: Also da noch etwas konturierter, klarer umrissen, hier noch etwas mehr Feininformation, das Stück mehr an Luft, Selbstverständlichkeit usw. - man könnte jetzt alle möglichen Punkte einer Steigerung separat aufzählen.

Bis man mit einer Situation konfrontiert wird, wo eben der Vorhang aufgeht und die Präsentation sich mal nach wirklich echt, livehaftig, existent anhört und einem schlagartig den Unterschied darlegt zwischen nett und sauber gemachter Kopie, die nicht viel echtes in sich drin trägt - von der man lediglich glaubte, wie gut plastisch das alles erscheint - und einem begreifbaren Geschehen. Wir sehen halt schön plastisch die Stelle zwischen unseren LSP, wo dann die Cellistin ihren Part spielt und alles klingt auch soweit sauber. Nur nehmen wir sie wirklich wahr oder betrachten wir eine gute Kopie? Wird uns wirklich richtig dynamsich und existentiell ihre Arbeit an ihrem Instrument als Arbeit vermittelt, aus der sich heraus dann alles an Ton entfacht oder nehmen wir lediglich einen soweit sauber gehaltenen Celloton wahr? Und dann muss man sich diesen Bewegungsablauf mit aller Nähe und Aktion mal auf ein gesamtes Orchester transportieren, um zu verstehen, dass so echt zu einer anderen Dimension in der Wiedergabe wird.

Das sind zwei paar Schuhe, was einem dann bewußt wird, wenn man damit in Berührung kommt.

Gruß,
Otwin

Geändert von lotusblüte (25.11.2013 um 16:52 Uhr).
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  #7  
Alt 25.11.2013, 19:31
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
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Aus dem Bryston-Thread die Zeilen von Hagen Schöngarth.

Zitat:
Zitat von Revival Beitrag anzeigen
Ja, ich habe jetzt eine ganze Weile überlegt ob und was ich zu dieser Thematik schreibe.
Wir sind hier im Bryston Thread. Ich starte mal den Versuch einer Erklärung dessen, was ich hier seit vier Tagen erlebe oder erleben darf.
Auch wenn es jetzt etwas OffTopic oder geschwurbelt oder wie auch immer wirkt.
Ich bin inzwischen ca.30 Jahre im Thema HiFi oder hohe Wiedergabequalität in den eigenen vier Wänden unterwegs.Ich habe vor ca.12 Jahren ein kleines Wohnraumstudio gegründet, mache die ganze Sache Just for Fun, bin Überzeugungstäter und freue mich hier im Forum gleichgesinnte,frohgelaunte, kurz gute Typen zu treffen, die so bekloppt sind wie ich.Ich sehe das Business relativ locker, Missionierung muß nicht mehr sein.Streit und Ärger über die schönste Nebensache der Welt auch nicht.Wer andere Ansichten hat als ich, OK.
Aber eins bin ich geblieben, neugierig und lernbereit!
Warum schreibe ich das.Ganz einfach.Um nachfolgendes zu erklären.Für mich gibts sehr wenige Menschen, denen ich in Sachen HiFi Kompetenz und Sachverstand zubillige.Zwei Leute aus diesem Forum haben da mein unbedingtes Vertrauen, weil sich mich von ihrer Kompetenz überzeugt haben.Sie haben es mir bewiesen.Das was geschrieben wurde, habe ich ausprobiert und bestätigt gefunden.Das auf ganzer Linie.

1. Bryston BHA-1. Hier gibt es für mich nicht den Hauch eines Zweifels, ein ganz außergewöhnliches Stück Technik kennengelernt zu haben, was mich dem Wunsch und dem Ziel einer naturgetreuen und möglichst livehaftigen Wiedergabe in den eigenen vier Wänden sehr viel näher gebracht hat, als jede andere Vorstufe, welche ich in den letzten Jahren zum Vorsingen hier hatte.
Das ist in diesem Thread mehr als genug und von den verschiedensten Usern berichtet und bestätigt worden.Das ist der Beweis.
So, jetzt zum eigentlichen und etwas OffTopic.

Der Playback Designs MPS 3.
Ich war die letzten Jahre intensiv auf der Suche nach einer richtig guten Digitalquellen.
Ich habe etliche Da Wandler hier zum Test bestellt und eigentlich war es für mich klar, du mußt wahrscheinlich doch wieder Vinyl mit in deine Überlegungen einbeziehen.
Bitte seht es mir nach, dass ich jetzt keine Namen nenne.Ich möchte hier nichts schlecht reden.Es gibt sehr viele Da Wandler und auch CD Spieler im Preisbereich von 500€ bis 4000€, die ganz hervorragend spielen.Eins wollte bei mir jedoch nicht eintreten.Eine richtige und auch dauerhafte Zufriedenheit.Immer war etwas da, was mich störte.Einiges versuchte ich mir schön zu reden, aber so etwas ist auch nicht von Dauer.
So jetzt muß ich es abkürzen.Sam machte mich auf den Playback Designs aufmerksam.Ich sagte, hast du ne Meise.Schau mal auf den Preis.
Ich sprach mit Otwin darüber.Er erzählte mir etwas von, hier wird die Grenze von Konserve zu Live überschritten.Ich dachte:"Die Jungs spinnen"
Tja und dann kam in der letzten "Fidelity" der Test des Playback Designs von Herrn Kraft.Der schrieb irgendwas von, er wäre froh, wenn sein Plattenspieler so klingen würde.
Jetzt steht seit vier Tagen die Maschine hier.Ich verstehe die Welt nicht mehr, sage inzwischen, das Teil ist jeden Euro wert, der dafür aufgerufen wird.
Ich habe noch nie, ich wiederhole noch nie im Leben so eine naturgetreue und livehaftig aufspielende Quelle gehört.Ich weiß, dass viele sich diesen Traum nicht leisten können.Ich sehe es aber einfach als meine Pflicht, dies kund zu tun.
Das ist das erste Mal, dass ich begreife, was 1981 mit der CD Einführung geplant war, jetzt umgesetzt wurde.
Leider kann man es nicht erklären, was diese Maschine kann und auch macht und das auch schon mit ganz profanen CD's.
Freunde "Thats Live"
Ich habe eine Bitte, der Eine oder Andere wird sich jetzt vielleicht auf den Schlips getreten fühlen.Ich will hier nicht weiter darüber Streitgespräche führen.
Ich wollte eigentlich gar nichts dazu schreiben.Aber eigentlich ist so ein Forum ja dazu da, dass man auch solche Infos bekommt.
Wer irgend einen Zweifel hat.Schaut, dass ihr das Teil mal vor die Lauscher bekommt.
Eine Warnung vorweg.Danach ist nichts mehr, wie es mal war.Das klingt geschwurbelt oder pathetisch.Es ist so!!!
Das Teil braucht eine Vorstufe.Der Bryston erledigt diesen Job absolut perfekt.
Für mich ist die Frage, Digital oder Analog, mit dieser Quelle erledigt.
Mir ist in den letzten vier Tagen auch absolut bewusst geworden,was vorne nicht hineingegeben wird, das kannst du hinten durch keine Maßnahme der Welt wieder gewinnen!
In diesem Sinn, frohes und gutes Hören und immer locker bleiben.Das Leben ist zu schön, um sich zu ärgern.

Liebe Grüße

HagenSchöngarth
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  #8  
Alt 25.11.2013, 21:39
Florat Florat ist offline
 
Registriert seit: 07.11.2008
Beiträge: 2.558
Standard

gefällt mir sehr

gibts einen Preis dafür ?

Gruß , Florat
__________________
Gewerblicher Teilnehmer

www.SETA-AUDIO.de
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  #9  
Alt 25.11.2013, 22:15
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.395
Standard

Zitat:
Zitat von Florat Beitrag anzeigen
gefällt mir sehr

gibts einen Preis dafür ?

Gruß , Florat
Hi,

Der MPS-3 liegt bei rund 10800€ und der SACD/ CD-MPS-5 bei um die 19000€. Der liebe Hagen dürfte die exakten Preise haben.

Gruß,
Otwin
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  #10  
Alt 25.11.2013, 22:41
Sam Sam ist offline
 
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Beiträge: 2.682
Standard

Es gab in letzter Zeit ja so einige Computer basierte Lösungen die ganz klar aufgezeigt haben das im digitalen Format anscheinend vielmehr Entwicklungspotenzial steckt als bisher angenommen.

Leider wurden sehr schnell selbst drittklassige Lösungen nach dem Motto Hauptsache Computerbasiert in den Highendhimmel gehoben. Bei näherer Betrachtung wurde mir jedoch sehr schnell klar das der gute alte CD-Player und erst Recht Vinyl noch lange nicht ausgedient hat. Computer basierte Abspieltechnik ist genau wie die "alte" Technik bei einem erhöhten Anspruch eben nicht für ein Appel und ein Ei zu haben.

Diese Tatsache und häufig auftretende Probleme mit Soft- und Hardware, kostenpflichtige Plugins oder Programmupdates haben mich davon abgehalten in diesem Bereich zuzuschlagen und wollte es in Folge mit meinem CD-Spieler gut sein lassen bzw. maximal einen gebrauchten ML390S ziehen. Jedenfalls mochte ich unter diesen Umständen keine 5.000- 10.000€ für Computer-Digital-Equipment in die Hand nehmen welches 6 Monate später vielleicht schon wieder veraltet ist. Außerdem liebe ich es Musik auf CD,SACD oder LP zu besitzen. Diese kann ich jederzeit an wen ich will veräußern oder verleihen und habe somit einen gewissen Wert. Ein Download ist kein Besitz und somit im Grunde praktisch wertlos.

Jetzt kommt für mich die Firma Playback Designs ins Spiel und lässt aus meiner Sicht das Thema in einem völlig neuen Licht stehen.

Zunächst erhalte ich mit dem MPS-3 einen wie bekannt(im Sinne der Funktion) arbeitenden CD-Player (MPS-5 SACD-Player) der meine vorhandenen und zukünftigen CD´s spielt. Also nix mit Computer anmachen etc. Nein, Cd rein und ja was dann folgt ist ja der eigentliche Knaller! Jede Klangbeschreibung wäre tatsächlich fehl am Platz sodass selbst gestandene Autoren wie Herr Kraft nurmehr erkennen lassen können das es sich bei Playback Designs um eine neue Klasse der Musikwiedergabe von Konserve handelt. Klangbeschreibung einfach nicht mehr möglich da es eben keinen Klang gibt.

Das allein ist für mich schon mal

Darüberhinaus kann ich hochauflösende DSD-Files vom Computer per USB an den MPS-3 reichen um so tatsächlich Masterbandqualität und somit so nahe wie nie zuvor in meiner Hütte beim Live zu sein!!
Wow!


Brauche keine neue teure Software nur weil Mac mal wieder eine neues iTunes bringt und so meine alte Software nicht mehr funktioniert,habe keine Aussetzer da direkt über USB angedockt wird.


Tja und was ist mit Zukunftsicherheit?

Nun das muss man sich mal genau auf der Zunge zergehen lassen:

Playback verwendet eben keine Digitalchips von der Stange sondern benutzt frei von Herrn Koch programmierte "eigenen Chips" die sogenannten
"Field Programmable Gate Arrays" Hier sitzt meines Erachtens auch das ganze Knowhow welches dieses Erlebnis überhaupt erst möglich macht.

Sollte es in Zukunft neue Standards bzw. neue Algorythmen geben so bringt mich ein kostenloses Update auf den aktuellen Stand der Technik ohne ein neues Gerät erwerben zu müssen.

Das ist einfach

Tja und Musiksoftware?

Nun es gibt eine schier Unendliche Zahl an CD´s die nur darauf warten Ihr wahres Potenzial im Playback ans Licht des Tages zu bringen. Außerdem kann man seine SACD´s mittlerweile auch auslesen und als DSD speichern. So hat man in jedem Fall auch den physischen Datenträger.

Wenn ich zum guten Schluß daran denke was richtig gutes Analoges Gerät kostet und welche Folgekosten dies mit sich bringt Stichwort "Verschleiß" und selbst ein analoges Urgestein wie Herr Kraft resümieren muss das er froh wäre wenn seine Analoge Kuh so wie der Playback spielen würde dann empfinde ich es mehr als überlegenswert ein solches sicher nicht billiges aber in jedem Fall preiswertes Gerät anzuschaffen.

Also Hagen mein Sparschwein wird ordentlich gefüttert...hatte ich schon erwähnt das ich meine LP-Sammlung verkaufe....

Übrigens tolles Eingangs Foto Otwin!!! Passt 100%

Geändert von Sam (25.11.2013 um 23:04 Uhr).
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