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Surround-Technik und Tonformate Alles über die verschiedenen Systeme

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  #1  
Alt 22.04.2008, 10:19
Replace_01 Replace_01 ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 954
Standard Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo !


Da es in verschieden Foren leider immer wieder zu Irrtümern kommt,was eine perfekte Mehrkanalbeschallung betrifft,werde ich hier eine kleine aber feine Zusammenfassung erstellen,was die wichtigsten Kriterien betrifft.

Der größte Irrtum der in den Foren herrscht ist,dass eine perfekte Beschallung aus 5 identischen Lautsprchern besteht,dem ist nicht so und ich werde hier versuchen zu erklären warum das nicht der Fall sein kann.


Anfangen möchte ich doch aber zuerst mit den Frontlautsprechern :

Hier sollte darauf wert gelegt werden,dass identische Chassis zum Einsatz kommen,um ein größtmögliches Zusammenspiel zw. R/L und Mittenkanal zu gewähren.Drei identische Lautsprecher,genauso wie ein etwas größerer Lautsprecher für die Mitte(Trinaural),oder aber ein überdimensionierter Center sind hier das maximal erreichbare.Wobei man bei einem Center darauf achten sollte,dass er so flexibel wie es nur geht aufgestellt werden kann(gleicher Höhe wie R/L !)




Der Rearbereich :


Hier gilt es,die gleichen physikalischen Eigenschaften zu simulieren die in einem Kino herrschen.In einem Kino wird eine Unmenge an Lautsprechern platziert,damit der Schall den Zuhörer so diffus wie nur möglich erreicht.Die Logik die dahintersteckt ist ganz einfach : Eine Rundumbeschallung ohne Ortbarkeit ! Das ist das Ziel eines jeden Kinos.Um das simulieren zu können,gelten für den Heimbereich einige Richtlinien die eingehalten werden müssen,um ein identisches Schallfeld zu erreichen.Wichtig ist hierbei die Auswahl,sowie die Platzierung der Lautsprecher.Für den rückwärtigen Raum sind diffusstrahlende Lautsprecher die einzige Möglichkeit ein Kino „1:1“ nachzustellen.Nur sie haben die physikalischen Eigenschaften den Schall so wie er anderorts reproduziert wird zu kopieren.Von elementarer Wichtigkeit ist hierbei die Höhe,in der die Lautsprecher angeordnet werden.Der größte Fehler der immer wieder gemacht wird ist der,das Punkstrahler auf handelsübliche Ständer gestellt werden,um den Direktschall auf Ohrhöhe zu bringen.Das ist sicherlich ein guter Anfang,hat aber mit dem was man unter Realitätsnähe versteht nichts zu tun.Der Schall im Rearbereich muss diffus und auf einer entsprechenden Höhe wiedergegeben werden,wenn man denn das nachstellen möchte was in einem Kino als Norm vorgeschrieben wird.Auch die Tonmeister mischen demnetsprechend ab.Sie wünschen einen diffusen Charakter für die hinteren Kanäle.

Hier mal ein paar Bilder um dies zu verdeutlichen :

Auf diesem Bild sehen wir wie der Schalll im Kino abgestrahlt wird,diffus mit einer ganzen Reihe von Punktstrahlern.


(c) Teufel


Das Bild erklärt,wie man den Schall 1:1 mit nur wenigen,dafür aber den richtigen Lautsprechern kopieren kann.




(c) Teufel



Möchte der Heimanwender also eine kinoähnliche Atmosphäre haben,bleibt ihn für den Heimgebrauch nicht anderes übrig als Lautsprecher einzusetzen,die diffus abstrahlen.Hier wäre dann auch der Irrtum der in den Foren herrscht ,Mehrkanal würde nur mit identischen Lautsprechern funktionieren,außer Kraft gesetzt.Es geht von der Physik allein schon nicht ! Also noch einmal : Hinten und seitl. Muss ein Diffusschallfeld erzeugt werden,damit eine realitätsnahe Wiedergabe,so wie es im Kino herrscht zum tragen kommt.Nicht nur die Auswahl der Lautsprecher,sondern auch deren Installationshöhe sind für das Ergebnis von entscheidener Bedeutung.


Die ITU Bestimmungen :

Diese haben nichts mit einer realistischen Wiedegabe so wie es im Kino simuliert wird zu tun.Ausgenommen die SACD Wiedergabe ,da machen identische Lautsprecher Sinn.Für Musik DVDs und Heimkino sind diese Richtlinien nicht übertragbar,da sie nicht dem entsprechen was der Tonmeister bei der Abmischung sieht und hört.Hier sollen Lautsprecher identisch sein und auf Ohrhöhe platziert werden,das hat nichts mit einer realitätsnahen Wiedergabe zu tun.Die Bestimmungen müssten meiner Meinung nach längst überarbeitet werden.Richtiger ist es,die THX-Norm anzuwenden,da diese dem Original entsprechen.Das geschriebene oben entspricht weitestgehend diese Bestimmungen.


Dieses soll nur eine kleine Einführung sein,da es zu diesem Thema natürlich noch viel mehr zu sagen gibt.Vielleicht ergänze ich in der nächsten Zeit immer wieder mal was.Fürs erste sollte das aber genügen.

Geändert von Replace_01 (22.04.2008 um 10:29 Uhr).
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  #2  
Alt 22.04.2008, 11:24
Claus B Claus B ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 2.127
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo Milon,

erstmal vielen Dank für Deine Mühe!

ich schaffe es zu Zeit nicht darauf zu antworten,sicherlich ist einiges richtig was Du geschrieben hast,doch ist mir manches viel zu pauschal.(THX eben)

Gruß

Claus
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  #3  
Alt 22.04.2008, 11:42
Replace_01 Replace_01 ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 954
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hi Claus,

wenn man es so haben möchte wie im Kino,wird man nicht drumherum kommen nach gewissen Spielregeln zu spielen.Flugzeuge o.ä. möchte ich schon gerne von oben hören,und nicht von hinten.Das ist mit herkömmlichen Aufstellungen leider nicht zu bewältigen.
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  #4  
Alt 23.04.2008, 09:47
Replace_01 Replace_01 ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 954
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo,

gestern habe ich mal meine alten Lautsprecherfüße aus dem Keller nach oben geholt,die Bipole abgehangen und auf Ohrhöhe nach ITU Richtlinien platziert.Star Wars reingelegt und ab ging die Post.Dadurch das es sich um Bipole handelt war es nicht ganz so nervig wie mit Punktstrahlern,aber durch die geringe Höhe auf Dauer unerträglich - da das Klangbild nicht dem entsprach,was ich unter größtmöglichen Realismus verstehe.

Ich bin der Meinung,dass wenn ich ein Kino imitieren möchte,ich mich weitestgehend an die Richtlinien halten muss die in einem Kino zum tragen kommen.Wenn also ein Diffusschall vorgegeben wird,sollte dieser auch nachgeahmt werden.Im übrigen kommt all das was in einem Heimkino zum Einsatz kommt,aus dem Kino,warum also nicht auch der Schall !? Schließlich wird das von den Tonis verlangt,und auch dementsprechend danach gemastert.

Geändert von Replace_01 (23.04.2008 um 09:49 Uhr).
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  #5  
Alt 12.11.2008, 23:21
matadoerle matadoerle ist offline
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Registriert seit: 21.10.2008
Beiträge: 1.001
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo Milon,
ich teile deine Auffassung. Für den Anfang empfinde ich deshalb auch die "Gleichartigkeit" von Rear-Lautsprechern zu der Front als nicht unbedingt erforderlich (auch wenn das sicherlich ein Optimum darstellt, wenn man eine Serie installieren kann).

Sehr wichtig ist die tonale und gleichartige Front - ich selber habe mich für Stereo entschieden und lasse den Center als Phantom laufen. Das ist aber dem Umstand geschuldet, dass ich einfach keinen Platz für einen Center habe (hinter der Leinwand ist ja wohl auch suboptimal) und meine Frontlautsprecher laut und groß genug sind; ich würde sowieso keinen passenden Center ergattern.

Es ist aber wirklich zum Heulen, dass man für SACD (Mehrkanal) eine gänzlich andere Stratgie ausgeschaut hat als für das Kino. Das führt für mich zu einer einfachen Massnahme: Musik bitte in Stereo!
Seitdem ich Blu-ray habe und genieße, ist da allerdings auch Mehrkanal-Wiedergabe sinnvoll. Ich kann mich bei meiner sicher noch nicht optimalen 4.0 Aufstellung dabei nicht beschweren, weil ich die Rears als Diffusstrahler und eher zurückhaltend (1-2 dB unter optimal) benutze - die Musik spielt vorne! Dann machen bebilderte Konzertmitschnitte auch richtig Spaß - im Gegensatz zu einer Aufstellung, wo ich den Lautsprecher hinten im Nacken habe.

Vielleicht werde ich irgendwann mal 7.1 ausprobieren - bei mir wäre das dann eine 6.0 oder 6.2 Konfiguration; aber "brauchen" tue ich es nicht, denn mit einem guten Stereo Setup lässt sich auch trefflich Filme schauen!

Gruß thorsten


P.S. wer eine trinaurale Aufstellung schon hat, kann m.E. problemlos mit den drei Lautsprechern und virtuellem Surround leben; jedenfalls besser als mit einer unzufriedenen Ehefrau oder schlecht platzierten Rear-Speakern.
Die trinaurale Konfiguration kommt dem Bedarf für das Kino sehr sehr nahe, diffuse Höhen können auch die Frontlautsprecher rechts und links in den Raum schieben
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  #6  
Alt 13.11.2008, 10:14
Replace_01 Replace_01 ist offline
 
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Beiträge: 954
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo Thorsten,



hinter der Leinwand würde auch gehen, wenn diese denn schalldurchlässig wäre. Ich würde generell eine 21:9 Leinwand nutzen wollen, wenn ich gedenke einen Center zu installieren. Einerseits ist das Breitbild so ergiebiger und anderseits habe ich so die Möglichkeit einen Center höher zu legen, was dem Klangbild nur zu gute kommen kann.

Was den Mittenkanal betrifft : Wenn herkömmliche Kompaktboxen ( aus gleicher Serie) eingesetzt werden geht das auch. Immernoch besser als 2.0. Ein Center muss also nicht zwingend übergroß sein, jedenfalls nicht bei echtem Mehrkanal. Bei Trinaural sieht die Welt natürlich anders aus, da spielt der Mittenkanal ja eine übergeordnete Rolle.


Ansonsten geht Kino auch mit nur zwei Boxen. Bei mir ist nur das Problem, dass ich mit Mehrkanal "aufgewachsen" bin. Für Leute die es gewohnt sind mit Stereo zu hören, wird es kein Hinderniss sein Musik-DVDs oder Filme mit "nur" zwei Lautsprechern zu genießen. Die Macht der Gewohnheit.
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  #7  
Alt 13.11.2008, 10:38
matadoerle matadoerle ist offline
Gesperrt
 
Registriert seit: 21.10.2008
Beiträge: 1.001
Standard AW: Heimkino richtig gemacht : Eine kleine Einführung

Hallo Milon,
natürlich spielt auch die Gewohnheit eine Rolle. Eine schalldurchlässige 21:9 Rahmenleinwand kann aber auch nicht jeder so montieren, dass der Center dahinter noch Platz findet. Und unter der Leinwand wäre für mich (ist es jedenfalls überall wo ich es höre) eindeutig schlechter als zwei ausreichend große und leistungsfähige Frontspeaker (rechts und links der Leinwand). Allerdings ist die Platzierung der Lautsprecher auch in Hinblick auf das Bild sehr wichtig.

Wenn man einen Center (nehmen wir mal gleiche Größe wie rechts/links) vernünftig platzieren kann, spricht da überhaupt nichts dagegen. Der Center sollte - ähnlich trinaural - mindestens so "groß" wie rechts und links sein, denn hier wird durchaus mehr als ein Drittel der gesamten Front-Leistung gebraucht.

Überhaupt bringt jeder zusätzliche Lautsprecher potentiell Gewinn - solange man ihn gemäß der Spezifikationen einsetzen und platzieren kann. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass man "schlecht" aufgebaute Schallquellen lieber weglassen sollte - da ist weniger (gut platziert) wesentlich besser als mit schlechten Kompromissen hören.
Gruß thorsten
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