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Kopfhörer - Testberichte & Rezensionen Hier können Forenteilnehmer ihre Kopfhörer Hörerfahrungen einstellen

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  #1  
Alt 10.01.2014, 08:56
cucera cucera ist offline
 
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Beiträge: 1.079
Standard Weitere Akg K812 Reviews

hier sollen verschiede Höreindrücke gesammelt werden.

Bitte in diesem Thread näher am Thema bleiben. Alle off Topic Diskusionen im Laberthread.
__________________
Beste Grüße
Dan

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parttime audiophile parttime sceptic

Geändert von cucera (10.01.2014 um 09:02 Uhr).
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  #2  
Alt 10.01.2014, 09:01
cucera cucera ist offline
 
Registriert seit: 21.04.2013
Beiträge: 1.079
Standard Review AKG K812

Ich hatte den AKG K812 von Hagen (Hifi im Pfarrhof ) im Rahmen seiner Testaktion freundlicherweise für 4 Tage zur Verfügung gestellt bekommen. Nochmals Danke für den tollen Service. Der Hörer hatte schon >100h und ich habe nun relativ viel Zeit mit ihm verbracht.

Zur Verarbeitung und Komfort kann ich nur den Eindruck der ersten Reviewer bestätigen dass beides Hervorragend ist. Die Aluteile sehen sehr wertig aus und das Design hat das Zeug zum Klassiker. Der meiner Meinung nach bestverarbeitete Kopfhörer mit sehr gutem Tragekomfort. Einzige Einschränkung ist, dass die Haptik des Kabels wie bei einem 50€ Kopfhörers wirkt und des aufgerufenen Preises unwürdig ist.

Der Schwerpunkt dieses Reviews werden Vergleiche zu den üblichen Verdächtigen der >1000€ Klasse sein, sein nämlich Sennheiser HD800, Hifiman HE-6 (unbedingt beachten Bewertungen beziehen sich auf High End Speaker Amp wie mein Pass Aleph J und nicht an Kopfhörerverstärker), Audeze LCD2 sowie meine persönliche Referenz ein Stax SR-X MK3 pro. Die Kopfhörer wurden alle von der Lautstärke auf ein 1/2 dB genau abgeglichen.

Direktvergleiche zu LCD3, TH900 und T1 habe ich nicht durchgeführt, aber aus der Erinnerung spielt der T1 deutlich darunter. Wobei der Fostex und Audeze zwar technisch sehr gut sind, aber in tonalen Echtheit und Detailauflösung vom K812 geschlagen werden. Und der Frequenzverlauf ist auch neutraler als alle Staxe (verschiedene KH und Verstärker Kombis getestet) unterhalb des SR009s und von der Luftigkeit und Auflösung zieht der K812 mit den Elektrostaten gleich. Leider ist der aktuelle Stax SR 007 MK2 tonal im Vergleich zum MK1 verhunzt wobei ich den alten an passendem Verstärker vor dem K812 sehe.
Entgegen der meisten Beschreibungen und AKGs eigener Ankündigung habe ich den AKG trotz hoher Empfindlichkeit als nicht sehr einfach anzutreiben erlebt. Am iPhone, iPod, iPad, Centrance Hifi M8, Objective2 wirkt er mir etwas zu spitz. Trotzdem übertrifft er qualitativ alle Bügelkopfhörer direkt am iPad. Am Bryston BHA-1 war es weit besser und am Violectric V200 gefiel er mir tonal am besten, aber die Bühne erreichte nicht den BHA-1.

Nun die allgemeinen Eindrücke:

Auflösung:
Die Auflösung ist absolute Weltklasse, auf Augenhöhe mit Elektrostaten und dem HE-6 und übertrifft den HD800 deutlich. Den Eindruck teile ich mit allen anderen Beschreibungen hier. Ich weiß nicht was Tyll Hertensens gehört hat als er in dem Punkt den HD800 vorn sah.
Tonalität: Sehr ausgeglichener Verlauf über das ganze Spektrum und meinem Stax SR-X MK3 pro äußerst ähnlich, dem besten und gnadenlos ehrlichsten Studiomonitor den ich bisher gehört habe. Also dickes Kompliment Stax hat sein Ziel professional Monitoring Headphone voll erreicht. Einzig die Höhen können insbesondere bei schlechten Aufnahmen oder unpassender Verstärkung spitz wirken.
Alle Instrumente wirken mit dem K812 sehr echt und Lebensnah, ganz gleich ob Stimme, Geige, Pauke, Becken oder Klavier.

Bass:
Sehr gut konturiert, und kräftiger als beim HD800. Er unterscheidet die einzelnen Bassnoten z.B. beim gezupften Kontrabass deutlich. Trotzdem erreicht er nicht den Tiefbass eines HE-6 oder LCD2. Unter 30Hz geht ihm auch am Bryston die Puste aus. Und der Bass der Magnetostaten wirkt trockener. Das könnte die klangliche Auswirkung des messtechnisch erfassten hohen Klirrs im Bass sein.

Mitten:
Die saubersten Mitten die ich bisher bei einem Dynamischen KH gehört habe. Er erreicht zwar nicht ganz die Neutralität des Stax SR-X MK3 pro und im Grundton ist auch der HE-6 minimal besser aber z.B. die Stimmen des HD800, LCD2 oder Denon AH-D5000 wirken gegen den K812 aufgedickt .

Höhen:
Der einzige kleine Minuspunkt den ich dem K812 ausstellen muss. Die Höhen im oberen Bereich ( >7kHz ) und der Superhochton sind superb. Die 8. Oktave ist nicht gut genug umgesetzt. Er hat nicht nur den auch bei Sennheiser oft kritisierten 6KHz peak sondern auch die unteren Höhen sind überbetont (3-4kHz). Der Vorteil dieser Überbetonung liegt darin, dass eine scheinbar noch höhere Auflösung und Ortbarkeit des Stimmbereichs erreicht wird. Das wird insbesondere zu in dem Bereich tonal richtigen Kopfhörern wie Ultimate Ears Reference Monitor oder Stax Sr-XMK3 deutlich. Der K812 klingt bei vielen Aufnahmen gerade noch richtig aber es fehlt nicht viel und er wirkt schnell spitzer als andere helle Hörer wie der HD800 und HE-6.

Ich teile hier Tyll Hertensens tizzy und übersetze es als etwas zu siblitante s und z Laute. Ich habe hier mit einem parametrischen Equalizer experimentiert. Als Basis diente mir dabei Beyonces genialer Song "Single Ladies". Eine Absenkung des 3,5KHz Bereichs um 3dB mit einer Bandweite von 0,3 Oktaven und des 6KHz Bereichs um 2dB mit 0,5 Okt. Bandbreite läßt alle Kritikpunkte für mich verschwinden. Allerdings wird von Mensch zu Mensch gerade dieser sensible 3KHz Bereich durch die Resonanz des Außenohrs sehr verschieden wahrgenommen.

Abbildung:
In dieser Disziplin ist der K812 König. Die Instrumente und Stimmen haben einen klar umrissenen Platz und der Raum um sie herum scheint größer als bei jedem anderen KH den ich kenne (knapp vor Stax SR-X MK3 pro). In dem Punkt verstehe ich warum manche den K812 als überlegen und besser als alles Bisherige unter 3000€ sehen.

Bühne:
Die Tiefenstaffelung ist mit dem HD800 gleichauf, doch in die Breite der Bühne hat der Sennheiser klar die Nase vorn. Insbesondere bei Großklassik verliert er diese Disziplin klar. Er zieht von der Bühne auch mit einem gut angetriebenen HE-6 gleich und läßt alle anderen Kopfhörer hinter sich.

Transparenz:
Der K812 zeigt Änderungen in der Kette davor sehr deutlich. Er ist deshalb der empfindlichste Kopfhörer den ich kenne insbesondere wenn der Dac oder Verstärker einen etwas helleren Klang haben. Und für alle Kritiker des Elektronik Klangs nochmal, die klanglichen Unterschiede sind natürlich minimal aber nach längerem Hören stellt sich ein Unwohlsein ein.

Euphonie:
Diese Eigenschaft fehlt dem K812 vollständig. Er ist ein Studio Monitor und schönt nichts. Deshalb werden Freunde des TH900, LCD3 oder auch der verschiedenen Stax Lambda immer etwas beim K812 vermissen. Selbst der von mir bisher als ehrlich beschriebene HD800 fügt etwas zusätzlichen Wohlklang in den Stimmen hinzu wenn man ihn Kopf an Kopf mit dem K812 vergleicht. Der HE-6 ist zwar ebenso neutral aber fühlt sich trotzdem irgendwie euphonischer an.

Aufnahmequaltät:
Der K812 deckt jeden Mastering Fehler gnadenlos auf und auch leichtes Hintergrundrauschen ist deutlicher zu vernehmen als bei allen anderen Kopfhörern außer meinen Stax SR-X MK3 pro. Schlechte Aufnahmen sind mit ihm eine Qual.
Es folgen Vergleiche an einigen Musikbeispielen:

Beethoven, Leonard Bernstein, Ode an die Freiheit

Wie vorher erwähnt ist der HD800 bei Großklassik vorne. Er rückt das Geschehen etwas weiter vom Hörer weg, so dass man das Gefühl hat aus einiger Entfernung auf die Bühne am Brandenburger Tor zu schauen. Das bekommt der K812 nicht hin, man befindet sich inmitten der Bühne. Tonal wirkt der AKG aber zusammen mit dem HE-6 echter. Außerdem kommt der K812 mit seiner hohen Auflösung dem Live Gefühl mit den unzähligen Menschen sehr nahe. Man hört vereinzeltes Husten Bewegungen, fallende Gegenstände und Ähnliches deutlich.

Miles Davis, Kind of Blue

Bei diesem Stück gewinnt der AKG die Disziplin Bühne und Imaging. Die etwas intimere Darstellung entspricht eher dem Original Setting (und ich kenne diese Platte sehr gut). Das Zupfen der Bass Seiten, Evans Klavieranschlag und selbst Davis Betätigung der Ventile sind mit dem K812 genauso gut auszumachen wie mit meinem Referenz Stax. Allein in der Tiefe der Bässe zieht diesmal der LCD2 den Trumpf und das Klavier wirkt beim HE-6 echter.

Kodo, Heartbeat Drummers of Japan

Bei dem Album sind die Bässe des LCD2s naturgemäß sehr beeindruckend und man spürt dabei geradezu die Größe der Trommeln, eine Qualität die der K812 nicht hat. Aber alle Nebengeräusche wie der Anschlag der Stöcke kommen beim AKG realistischer als bei der Konkurrenz. Und auch beim Raumdarstellung hat der K812 hier eine größere Ortungsschärfe als der HD800. Er zieht bei dem Album mit dem HE-6 gleich.

Kings of Leon, Mechanical Bull

Hier zieht der AKG erstaunlich deutlich am vermeintlichen Rocker LCD2 vorbei. Der wirkt nicht nur dumpf sondern auch langsam. Das war für mich die Überraschung der Hörsession. Einzig der HE-6 kann hier bei der gitarrenlastigen Musik mithalten und der Stax verweist mit seiner Schnelligkeit die anderen auf die Ränge.

Leonard Cohen, The Essential

Cohens Stimme ist für mich immer der Maßstab für Realität eines Kopfhörers, da sie bei jedem sehr anders klingt. Das macht der K812 sehr gut nur die Weiblichen Hintergrundstimmen sind öfters mal siblitant. Bei dem Album fällt immer wieder auf was einige als highendigen Schleier beim HD800 bezeichnet haben. Dieses Aufhübschen der Stimmen durch angehobenen Grundton (4-5 Oktave) ist dem K812 fremd. Trotzdem ist der HE-6 hier (max 1,5 dB) noch etwas ehrlicher.

Zusammenfassung:
Der K812 ist der insgesamt beste dynamische Kopfhörer den es derzeit zu kaufen gibt und er ist der König der Genre, egal welche Art Musik man spielt er kann es. Von bassgewaltigem Jazz über schnellen Rock bis hin zu Singer Songwriter oder Klassik er ist für alles geeignet solange die Aufnahme gut ist. Er ist auch dem HE-6 am Bryston BHA-1 deutlich überlegen allerdings legt dieser mit dem Pass Aleph J oder dem Class D Verstärker deutlich zu so dass er an einem High End Verstärker den K812 knapp besiegt.Und mein SR-X MK3 pro läuft eh außer Konkurenz.

Ich würde ihn aber nicht als einzigen KH empfehlen, für schlechtere Aufnahmen wäre als Ergänzung ein Audeze, Denon D5000/7000, Fostex TH900/600 oder HE500 bzw. ein HD650 empfehlenswert.
__________________
Beste Grüße
Dan

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parttime audiophile parttime sceptic

Geändert von cucera (10.01.2014 um 09:09 Uhr).
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  #3  
Alt 10.01.2014, 09:38
Inexxon Inexxon ist offline
 
Registriert seit: 20.10.2012
Beiträge: 1.313
Standard

Hallo Dan,

danke für Dein schönes Review und für mich gut nachvollziehbar.

Wegen den spitzen Höhen sehe ich persönlich aber als T1 und HD-800 geplagter den K812 Pro eher im "smoothen" Bereich vergleichbar mit den Stax Lambda Modellen. Dies kann aber auch meiner Kette geschuldet sein, mein B.M.C Pure Dac bügelt die vielleicht schon vorher glatt, wobei es bei mir am Ipod Classic 5. Generation auch passt?!

Viele Grüße!

Sören
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  #4  
Alt 10.01.2014, 09:42
Nomax Nomax ist offline
 
Registriert seit: 28.10.2013
Beiträge: 6.658
Standard

Ich kann das mit den Höhen auch net nachvollziehen!
Liegt wohl darin das ich den SPL PHONITOR1&2 und die crossfeed nutze!
Und beim luxman p700u höre ich beim K812 auch keine überzogenen Höhen!
Im großen und ganzen bin ich zufrieden mit dem Gesamtpaket K812(für das was ich bezahlt habe!)
Lg NOMAX

PS das einzige was wirklich nicht dazupasst ist der holzständer!schaut ja grauenhaft aus von der Optik her der schwarze K812 auf Holz!
Wäre ein weiser Aluminium oder silberner CHROM STÄNDER weit aus schöner gewesen von der Optik her!!

Geändert von Nomax (10.01.2014 um 09:57 Uhr).
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  #5  
Alt 10.01.2014, 09:43
cucera cucera ist offline
 
Registriert seit: 21.04.2013
Beiträge: 1.079
Standard

Ich habe das auch im Review geschrieben, die verschiedene Form des Außenohrs läßt jeden den von mir etwas kritisierten 3KHz Bereich etwas anders hören. Im 6KHz Beich ist er weniger spitz als der HD800 und von den T1 Höhen ganz zu schweigen.

Es ist aber beim BHA-1 und V200 wirklich nur minimal. Ich bin nur deshalb so ausführlich darauf eingegangen, weil es so oft diskutiert wurde. Es wäre aber kein Hinderungsgrund für die Kaufentscheidung. Bei Aufnahmen wo es stört einfach etwas EQ.
__________________
Beste Grüße
Dan

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parttime audiophile parttime sceptic

Geändert von cucera (10.01.2014 um 09:51 Uhr).
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  #6  
Alt 10.01.2014, 09:54
juergen192 juergen192 ist gerade online
 
Registriert seit: 21.02.2011
Beiträge: 215
Standard

Hallo Dan,
vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Die genannten Aspekte beschreiben den Kopfhörer für mich sehr gut.
Wie schon in ersten Reaktionen zu erkennen, spielen hier Einflüsse ausserhalb des Kopfhörers (wie immer, hier vielleicht aber schneller erkennbar) ihre Rolle.
Wir kennen vermutlich zum überwiegenden Teil die Aufnahmen nicht. Die Stromverhältnisse, Racks, Kabel, KHV, persönliche Tagesform etc. sind mehr oder weniger stark wirkend für unser Klangempfinden. Daher erwarte ich keine allgemein gültigen Aussagen.
Jedoch die Tendenz ist für mich klar nachvollziehbar.
Danke!
Jürgen
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  #7  
Alt 10.01.2014, 10:33
Socorro Socorro ist offline
 
Registriert seit: 01.12.2009
Beiträge: 393
Lächeln

Hallo Dan,

mein fettes "Danke" für Deinen Beitrag!
Von sowas kann ich zehren, von sowas lebt das Forum.

Selbst habe ich den 812 noch nie gehört.
Zur Zeit hat der HE6, am Vio V181 und am BCL, meine Ohren in Beschlag genommen.
Ich halte den HE6 für meinen, nicht ganz so ausgeprägten Sachverstand,
für ein hervorragendes Teil.
Mit Leonard Cohen (bin ich Fan) als "Stimmentester" rennst Du bei mir offene Türen ein.
Werde den 812 nicht aus dem Sinn verlieren.
Steht jetzt auf meiner "To-Hear"-Liste , mal sehen was wird......

Musikalischer Gruß!

Socorro
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  #8  
Alt 10.01.2014, 10:38
cucera cucera ist offline
 
Registriert seit: 21.04.2013
Beiträge: 1.079
Standard

@ Socorro
Der akg ist an allen von mir getesteten KH Verstärkern besser. Aber bevor du einen anderen KH kaufst probiere erst mal den HE-6 an einem guten Vollverstärker. Aber damit genug offtopic alles andere im Hifiman thread.
__________________
Beste Grüße
Dan

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  #9  
Alt 10.01.2014, 12:31
Oliver Oliver ist gerade online
 
Registriert seit: 19.02.2012
Beiträge: 1.133
Standard Hörbericht zum AKG K812 Pro

Sehr schöner Bericht Dan.
Da steckt viel Mühe drin.
Auch ich habe den AKG K812 von Hagen testen dürfen.
In vielen Punkten empfinde ich genau wie Du.




Hörbericht zum AKG K812

Im direkten Vergleich zum Hifiman HE6


Abhörkombi:

- Eipätt 3, Arcam r-Dock / SQUEEZEBOX Touch
( jeweils rein Digital abgegriffen und via Squeezeserver mit Wav Dateien gefüttert)

- Rega DAC

- Auralic Taurus

- AKG K812 / Hifiman HE6 ( mit 4 Pol XLR Toxic Cables "Silver Poison")

KABEL:
Cinch Kabel: Audioquest King Cobra
Digitalkabel: Straightwire Info Link

Eigentlich ist in meine Kette noch eine stark modifizierte Röhren Linestufe (Musical Fidelity X10-D) zwischen DAC und KHV eingebunden.
Mit diesem Gerät bin ich durch Röhrenwechsel in der Lage, die Musik nochmals mehr auf den Punkt zu bringen.
Die Auswahl der "richtigen" Röhren ist jedoch sehr aufwändig, weil diese zum Kopfhörer passen müssen. Die Auswahl ist sehr Zeitintensiv.
Natürlich ist die Linestufe auf die Kombi mit meinem Hifiman HE6 ausgelegt.
Um Chancengleichheit zu schaffen habe ich die Linestufe rausgenommen.



ZUM KOPFHÖRER


Was beim Auspacken auffällt.....

Alles sehr wertig, sehr schöner Kopfhörer der AKG K812. Fühlt sich gut an. Tolles Material. Der ganze Hörer sieht klasse aus.



Aufgesetzt.......

Passt !
Relativ leicht, angenehm, da drückt nichts.
Die einseitige Kabelführung empfinde ich sofort als vorteilhaft.
So stört das Kabel weniger, wenn ich mit meinem Eipätt auf dem Schoß die Musiksammlung durchforste.
Nur, ein wenig dünn ist die Strippe schon.


Mal schnell Musik an........

Wow, sehr schöner Raum, den der 812'er zeigt.
Stabil werden Instrumente und Stimmen in einem sehr weiten und tiefen Raum positioniert. Da ist nichts brüchig, das Klangbild rastet ein.
Sehr schön, der Kopfhörer weiß mich auf Anhieb für sich einzunehmen.
Der Klang ist entgegen meiner Befürchtung, daß dieser Hörer aufgrund seiner sehr neutralen Auslegung dazu neigt im Hochton evtl. harsch und nervig zu spielen, sehr angenehm.
Da sind keinerlei Frequenzüberhöhungen ausmachbar, nicht mal ansatzweise.
Das Klangbild des AKG K812 als warm zu beschreiben wäre nicht richtig. Eher im besten Sinne angenehm. Ein Klangbild , in das man sehr gerne seine Ohren ausstreckt, ohne hier und da bestraft zu werden.
Ich habe auch bei höherer Lautstärke nicht das Bedürfnis den Amp leise drehen zu wollen. Das wäre für mich ein Indiz dafür, daß irgend etwas nicht stimmt.



So, jetzt aber richtig ! Ohren auf, los gehts........

Jetzt wird es spannend, denn nun muß mir der AKG K812 zeigen, wie er sich im direkten Vergleich zu meinem Hifiman HE6 schlägt.
Am Auralic Taurus geht das recht gut, da der Amp zwei Kopfhörerausgänge besitzt.
Einen Klinken- und einen XLR- Ausgang.
Am XLR- Ausgang hängt der HE6, an der Klinke Der AKG812.
Den Ausgangswahlschalter von XLR auf Standart gestellt und los gehts.
Was direkt auffällt ist die zu erwartende unterschiedliche Lautstärke beider Hörer.
Der AKG ist natürlich lauter.

Andreas Vollenweider gibt den Einstand.
Wie gesagt, der AKG K812 hat mich mit seiner Räumlichkeit direkt beeindruckt und tut das auch jetzt.
Tonal alles richtig, alle Musiker auf ihren Plätzen, klasse.

Der direkte Vergleich mit dem HE6, den ich dazu lauter drehen muß, weil der einfach mehr Power braucht, fällt anders aus als gedacht.
Ich war hinsichtlich der beeindruckenden Räumlichkeit des AKG von einem klaren Punktgewinn für den 812'er ausgegangen.
Irrtum. Der Hifiman HE6 kontert mit einem ebenfalls sehr freiem Aufspielen und einem Raum, der dem des AKG K812 keinesfalls nachsteht. Ich empfinde den Hifiman sogar feiner.
Der AKG K812 erinnert mich klanglich ein wenig an den HD800.
Ein Klangbild, welches durch seine sehr durchsichtigen Mitten besticht, nur eine gehörige Spur erwachsener, vollkommener, genauer, besser auflösend und mit wesentlich mehr Bassanteil, welcher sehr sauber und durchhörbar ist.
Der Hifiman HE6 dagegen spielt das Geschehen eher gelassen betrachtend, mit mehr gelöstem, funkelndem Hochton.
So meine ersten Eindrücke, die sicherlich von meiner Hörgewohnheit mit dem HE6 geprägt sind.

Der Vergleich wird also nicht einfach, da beide Kandidaten recht unterschiedlich ausgelegt sind. Hier ist also ein detaillierterer Test nötig, um beiden Kandidaten gerecht zu werden.
Das beide absolute Hochkaräter sind, wird bei den ersten Takten Musik klar.

Cassandra Wilson - Red Guitar

AKG K812 :
Am Anfang des Songs sind im Hintergrund Menschen zu hören, die sich
in einem Staßencafé zu sitzen scheinen. Der AKG gibt das plastisch
wieder.Man kann hören, wie sich die Leute unterhalten und mit dem Geschirr und Besteck klimpern.Die Gitarre klingt schön aus. Der einsetzende Bass kommt trocken und transparent. Cassandra Wilsons Stimme klingt gut.


Hifiman HE6:
Auch hier bleibt das anfängliche Geschehen im Hintergrund nicht
verborgen.Es klingt allerdings eine Spur freier,somit für mich authentischer.
Die Gitarre besitzt mehr Klangfarbe als beim K812 und klingt besser aus.
Der einsetzende Bass hat deutlich mehr Tiefgang, welcher gut spürbar auf meine Trommelfelle drückt. Cassandras Stimme wird mit mehr Persönlichkeit dargeboten. Irgendwie voller, facettenreicher. So klingt die Stimme einer Farbigen.


#Jack Johnson - Banana Pancackes

AKG K812:
Der am Anfang einsetzende Regen ist als solcher sehr gut zu erkennen.Da fallen wirklich einzelne Tropfen, sehr plastisch von Vogelstimmen unterlegt.Der im Hintergrund grollende Donner ist sehr gut hörbar und klingt schön tief. Der einsetzende Bassläufe kommen trocken und transparent.Jack Johnsons Gitarrenspiel klingt fluffig und besitzt viel Klangfarbe.
Jack Johnsons Stimme klingt klasse.


Hifiman HE6:
Der Regen ist ebenfalls als solcher gut zu erkennen.Es fallen auch mit dem HE6 einzelne Tropfen, aber nicht ganz so plastisch wie unter dem K812. Die Vogelstimmen sind schön zu hören. Der Donner ist auch mit dem HE6 gut hörbar, allerdings nicht ganz so greifbar wie beim AKG.Der Bass hat mehr Volumen und geht tiefer.
Jack's Gitarrenspiel besitzt mindestens ebenso viel Klangfarbe wie beim K812, kommt rhythmischer, mit mehr drive.
Die Stimme gefällt mir noch besser.




# Andreas Vollenweider - The golden dancing shoes

Der Anfang des Stückes klingt in etwa so wie eine sich öffnende , knarzende Türe, allerdings wesentlich voluminöser.
Ich habe keine Ahnung was das ist.Das Signal geht jedenfalls sehr weit runter
in den Basskeller.


AKG K812 Pro:

Der 812 Pro setzt den Anfang sehr gut in Szene.
Mit dem AKG klingt das sehr gut und durchhörbar. Vollenweiders Harfensaiten schwingen wunderschön aus. Das grandiose Instrument besitzt wunderbare Klangfarben und wird samt des ihm so eigenen, druckvollen Tieftons vollkommen wiedergegeben.


Hifiman HE6:
Am Anfang gehts nochmals eine ordentliche Portion weiter runter in den Basskeller als beim K812.Das gibt ordentlich Druck rüber.
Der Besen der die Drums bearbeitet, kommt besser zur Geltung.Die Harfe klingt wunderbar dynamisch und farbenprächtig.Die Saiten schwingen ebenfalls sehr schön aus.


#Loreena McKennitt - Dante's Prayer


Der am Anfang einsetzende Männerchor macht es keiner Kombi leicht, dieses wahrscheinlich in einer Kirche eingespielte Stück mit klar und detaillierten Stimmen darzustellen.


AKG 812 Pro:

Der AKG K812 schafft das sehr gut und vermittelt viel von dem Umgebenden Raum.


Hifiman HE6:

Auch er schafft die Aufgabe meisterlich.
Einzelne Stimmen höre ich noch etwas besser heraus.Die Raumdarstellung ist etwas unpräziser als die des 812'ers.Dafür hat die Darstellung mehr Farbe.


Abschließend.....

Zwei unterschiedliche Treiber Konzepte ergeben zwei unterschiedliche Arten der Darstellung.
Da ist einmal der Hifiman HE6 mit seinen Magnetostatischen Treibern, welche sehr luftig frei spielen und den Kopfhörer an sich schnell vergessen machen.
Andererseits der offene AKG 812 mit seinen dynamischen Treibern, welcher das Geschehen anders als der Hifiman. Er spielt sehr räumlich,greifbar und glaubwürdig.

Eine große Stärke des AKG K812 ist seine ultrastabile, große Bühne.Er spielt aus sehr transparenten Mitten heraus wahnwitzig hochauflösend und plastisch ohne jemals zu nerven.Seine Darstellung ist äußerst komplex und glaubhaft körperhaft.
Er bleibt immer Herr der Lage.
Dabei ist er bereits sehr gut von Leistungsschwachen Mobilgeräten anzusteuern.
Er brilliert tatsächlich schon richtig genial an einem Eipätt und macht es bereits in dieser einfachen Kombination klar wo der Hammer hängt.
Stabiler Raum, Auflösung, Tiefbass, Klangfarben, alles bereits da.
Das ist wirklich sehr beeindruckend und stellt sehr viel mehr als eine Notlösung dar.
Viele Kopfhörerketten haben bereits hier Schwierigkeiten mitzuhalten.
Wer das nicht glauben kann, sollte es ausprobieren.
Der 812'er ist bestimmt kein Discounter Angebot.Sein Preis relativiert sich allerdings in Anbetracht seiner Qualitäten.
So gut sich der 812'er bereits am Mobilgerät anhört, an einem guten KHV gewinnt der AKG K 812 nochmals in allen Belangen deutlich dazu.
Sein Bass ist druckvoll, kontouriert und reicht weit in den Basskeller hinab.
Obwohl er als Studio Kopfhörer einer neutralen Wiedergabe verpflichtet ist, verschweigt er keineswegs Klangfarben von Instrumenten und Stimmen.
Der K812 ist ein absoluter Spitzenkopfhörer, der einige Kopfhörer Spitzenmodelle hinter sich lässt und ganz bestimmt viele Fans gewinnen wird.

Mein geliebter Hifiman HE6 trumpft mit spielerischer Luftigkeit.Der Bass ist wuchtiger und reicht tiefer.
Er besitzt durch seine Art der Darstellung für mich eine Magie, welcher ich total verfallen bin.
Der Hochtonbereich ist sehr schön seidig klar, im besten Sinne präsenter und spielt wesentlich freier.
Beim direkten Wechsel vom AKG K812 zum Hifiman HE6 könnte man meinen, der Hifiman besäße einen extra Hochtöner.
Leistungsbedingt reichen mobile Zuspieler nicht mal ansatzweise aus, um den nimmer-Watt-satt gescheit zu betreiben.
Auch der HE6 besitzt die Fähigkeit komplexe Strukturen bis ins kleinste Detail aufzudröseln, spielt sehr dynamisch und kann Klangfarben prächtig darstellen.Seine Bühne ist ebenfalls groß.
Symmetrisch angesteuert, legt er sogar nochmals eine Schippe drauf.
Für meine Ohren (ich möchte nochmal betonen: MEINE OHREN ), ist der HE6 vor dem AKG 812 einzustufen. Ich liebe einfach dieses freie, funkelnde, gelöste Klangbild des HE6.
Es scheint mir fast Konzeptbedingt, also dem Magnetostatschen Prinzip geschuldet zu sein. Bis jetzt konnten mir das in dieser Art nur die Staxe , Audeze und der große Hifiman ans Ohr bringen.
Im direkten Vergleich fehlt es dem 812'er da meiner Meinung nach etwas an ungebundener Hochtonenergie.
Hochton ist da, klar, jedoch nicht so losgelöst und fein wie beim HE6.
Der AKG 812 bleibt somit für mich trotz aller Auflösung und raumfüllender Spielfreude ein wahrnehmbarer Kopfhörer.
Natürlich ist das Geschmacksache, doch so ist eben mein Empfinden und nur davon kann ich in diesem Bericht schreiben.
Bezüglich Tragekomfort, Material und Verarbeitungsqualität sehe ich den AKG klar vor dem Hifiman.
Der AKG 812 ist für mich der beste dynamische Kopfhörer, den ich bislang gehört habe.
Ein HD800, welcher selber einer der besten ist, konnte mir in der sehr guten Kombination mit dem Bryston KHV nicht das vermitteln, was der AKG 812 auf Anhieb mühelos schaffte.
Ein Denon D 7000, welcher ebenfalls hier zu Gast war und mit meinem Auralic Taurus und einem Lehmann BCL SE richtig gut konnte, hinkt auch hinterher.
Ein Grado GS1000 scheint mir total abgeschlagen.
Nun, diese Kandidaten sind alles richtig gute Kopfhörer, welche alle auf ihre eigene Art zu gefallen wissen.
Dem AKG 812 müssen sie sich dennoch geschlagen geben.
Dafür ist die Darbietung des AKG zu komplett und schlüssig.

Interessant wäre für mich noch der Vergleich zum Fostex TH-900.
Das werde ich sicher noch nachholen.



Mein Rat zum AKG K812:

Unbedingt selber anhören.Der AKG 812 ist ein ganz toller Kopfhörer, der es verdient, daß man sich über ihn ein eigenes Urteil bildet.
Dieser Kopfhörer ist leistungsbezogen recht leicht anzutreiben.
Einen guten KHV honoriert er aber unüberhörbar.
Der AKG vermag es alle Stärken, aber auch Schwächen einer Einspielung zu zeigen.
Der K812 hat sich in meiner Kombi hörbar wohl gefühlt.
Ich bin mir aber sicher, daß dieser Ausnahmehörer nochmals weiter zulegen kann, wenn er in einer für ihn noch optimaleren Kombination spielt.



Ich möchte dem lieben Hagen nochmals dafür danken, daß er mir seinen Probehörer überlassen hat.
Ein sehr kompetenter und netter Mensch, mit dem ich im Vorfeld ein sehr nettes Gespräch geführt hatte.


Gruß,
Oliver
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  #10  
Alt 10.01.2014, 12:44
Trance_Gott Trance_Gott ist offline
 
Registriert seit: 07.12.2011
Beiträge: 1.776
Standard

Lieber Dan und Oliver,

sehr gute Reviews von Euch beiden! Danke dafür!
Ich kann euch verstehen bei der Einordnung des HE-6. So gut der 812er auch ist die Magie der Top Magnetostaten bleibt weiterhin bestehen. So geht es mir auch mit dem LCD-3. Ich würde mich auch weiterhin für diesen entscheiden wenn ich die Qual hätte mich für nur einen einzigen KH zu entscheiden. Diesem Bassbereich gepaart mit der smoothen Darstellung bin ich einfach total verfallen.
Aber zum Glück kann ich beide behalten - denn die ergänzen sich so wunderbar und sind die beiden besten KH, die ich je gehört habe.
Der HE-500 als einzigen Hifiman, den ich besitzt spielt nicht ganz in der Liga mit. Ist für mich aber weiterhin der Preis/Leistung Sieger unter allen KH.
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