open-end-music-professional  

Zurück   open-end-music-professional > Das wohltemperierte Gehirn > Hörempfindung
Startseite Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Alle Foren als gelesen markieren

Hörempfindung Wie werden Musik und Geräusche empfunden

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 26.07.2014, 13:15
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.191
Standard Sensitivität und Stress - weshalb der Mensch so hört, wie er hört

Diese Thema beschäftigt mich schon lange,

und in den letzten Tagen ist der Wunsch in mir entstanden, diese Überlegungen zum Thema zu machen(...)

Immer wieder werden die Hörempfindungen anderer in Abrede gestellt, das kann auch bei ein und demselben Setup "so" sein...
Dass dann unterschiedlichste Darstellungen aufkommen, ist das, was man später Eskalation nennt - möglicherweise ist der Ansatz in diesen Verhaltensmustern zu suchen, bedingt durch die eigenen Sensoren zum Musikhören.

Eine Analogie, dazu-----> ich laufe gerne barfuß, auch auf unterschiedlichen Untergründen (Moos, Gras, feuchter Erde, befestigten Wegen) - oftmals schütteln Menschen den Kopf, wie auch immer, das ist jedoch gut so. So kann ich nämlich sagen, dass ich alle Untergründe unterschiedlich genieße, empfinde.
Menschen, diese eher "grobschlächtig" geartet, "sehen" oftmals nicht ein, das zu probieren - für was gibt es denn Schuhe?

So kann es doch auch sein, Musik, bedingt durch die eigenen Sensoren, ganz unterschiedlich zu "empfangen", umzusetzen.

Überlege ich dann weiter in Richtung "Beweisführung" kommt ja noch der Moment der Entscheidung dazu - wann, muss ich mich auf "das" Schallereignis einlassen, um dann später Unterschiede darlegen zu können - oder unterliege ich, möglicherweise, einer Zwangshandlung?

...hören jetzt Menschen mit sensitivstem Vermögen besser?
...ist Grobschlächtigkeit zugleich Oberflächlichkeit?
...kann man Musikhören überhaupt lernen

Das Thema stellt keinerlei Angriff, gegen wen auch immer, dar, sondern kann und darf dazu benutzt werden, seine Sicht der Dinge darzustellen.

Interessant empfinde ich, dass meine Menschenfreunde, unter anderem, sehr "filigrane" Wesen sind, denen unterschreibe ich jedwede Musikempfehlung, auch das gehört´ empfundene.



m.a.e. - respect nature

Geändert von wirbeide (26.07.2014 um 13:20 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 26.07.2014, 14:44
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.344
Standard

Hi Volkhart,

Schöne Überlegungen, aber du weißt schon, wie brisant dieses Thema ist? Das ist noch weit brisanter als das grad geschlossene Thema. Denn eines sollte klar sein: Egal, wie man es dreht und wendet, wird man am Ende dort angelangen, wo eine Qualitätsbeurteilung damit zu tun hat, wie weit jemand als Mensch in der Lage ist, Qualität zu beurteilen.

Und ich weiß ehrlich nicht, ob das gut geht.

Aber versuch dein Glück.

Gruß,
Otwin
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 26.07.2014, 14:58
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.191
Standard

Otwin,

Brisanz in einem Thema kann auch dazu führen, es nicht eskalieren zu lassen - zumal ja jetzt alle wissen, dass ein moderates Auftreten "sinnvoll" ist.

...ob`s dann gutgeht, Otwin, wird sich zeigen - interessant empfinde ich diese Thematik allemal - außerdem sind mir ja nicht alle Hände gebunden, um halt eben eingreifen zu können.




Volkhart


...diese Gegend hat mich kaputt gemacht, und ich bleibe so lange, bis man ihr das anmerkt

Geändert von wirbeide (26.07.2014 um 15:03 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 26.07.2014, 15:08
mannitheear mannitheear ist offline
 
Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 1.251
Standard

Hallo Volkhart,

interessant, diese Analogie zum Barfußlaufen, das ich auch sehr gerne mache. Man spürt eine besondere, energetisch kraftvolle Verbindung zur Erde, wenn keine Schuhe dazwischen sind.

Unterschiedliche Hörempfindungen habe ich eigentlich so gar nie wirklich erlebt. Wenn es auf dieses Thema kommt, dann habe ich meistens mit Menschen zu tun, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben und die auch im Bezug auf Anlagenklang erstaunlich ähnliche Wahrnehmungen haben. Das heißt nicht, daß die Anlagen dann gleich klingen, aber über das Gehörte ist man sich oft einig. Wie einzelne Aspekte dann jeder für sich gewichtet ist wieder eine andere Sache.

Ich habe zum Beispiel herausgefunden, daß für mich eine Ausgewogenheit zwischen tiefen und hohen Frequenzen wichtig ist. Eine Anlage, bei es am Fundament fehlt, nervt mich auf Dauer und erzeugt Streß.

Wobei ich auch sagen muß, daß ich zwar sensitiv auf Klangänderungen reagiere, aber analytisch schnell die Unterschiede zu benennen fällt mir oft schwer. Unter Druck in einer Gruppe kann ich das nicht gut, dazu brauche ich oft Tage und Wochen, dann schält es sich aber klar heraus. Als Audio Entwickler könnte ich jedenfalls nicht sehr effizient arbeiten.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wie zum Beispiel mein PhonoPre, bei dem mir die klangliche Klasse unmittelbar klar war und an dem ich bis heute keinerlei Fehler oder Nachteile finden konnte.

Ob man Musik hören lernen kann? Man kann immer was dazu lernen, aber die tiefe Begeisterung dafür und die Sehnsucht danach ist angelegt, und kann höchstens geweckt werden. Sensitivität ist aber sicher eine gute Voraussetzung.

LG
Manfred
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 26.07.2014, 15:22
Marley
 
Beiträge: n/a
Standard

Volkhart, mir ist jetzt noch nicht ganz klar, welche Rolle "Stress" in Deiner Beschreibung des Barfusslaufens spielt.. Vielleicht kannst du das nochmal kurz klären.

Grundsätzlich, so denke ich, ist jeder Mensch in der Lage, zu genießen, Glück zu empfinden, sich einer Sache ganz und gar hinzugeben, usw.

Entscheidend ist, die grundsätzliche Bereitschaft (!!) dazu zu haben, dh ich muss es auch "wollen" und mich nicht dagegen bewusst sperren.
Aber nicht zu verwechseln mit "Zwang". Das ist was anderes.

Abgesehen davon kann man sowas sicher auch lernen, bzw. sich darin verbessern, sich zu öffnen, sich hinzugeben, sich zu vertrauen...

Dazu gehört u.a. auch eine gute Körperwahrnehmung, sowie die Eigenschaft, Signale des Körpers zu spüren und zu verstehen.

Für mich gibt es da aber keine "ungeschriebenen Gesetze". Jeder empfindet anders, nicht zuletzt in Abhängigkeit von Tageszeit, psychischer Verfassung, Umwelteinflüssen, usw.

P.S. Für mich ist die Frage interessant, ob und wenn ja, inwieweit "psychischer Stress" wirklich verhindert, dass man mit allen Sinnen zu möglichst 100% wahrnehmen und auch genießen kann.

Geändert von Marley (26.07.2014 um 15:26 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 26.07.2014, 15:38
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.191
Standard

Marley,

der Stress ist nicht auf´s Barfusslaufen bezogen - dann schon in dem Absatz der "Beweisführung" beinhaltend - denn etwas beweisen zu müssen, zwanghaft, kann durchaus stressbehaftet sein - wie will man denn, dann, unvoreingenommen argumentieren?

Ja, Menschen empfinden unterschiedlich - das herauszufinden ist nicht uninteressant.

Blätter, immer wieder sind es die unterschiedlichen Oberflächen dieser, die mich anfassen lassen - mich bereichert das auch.
Andere Menschen zupfen achtlos an diesen grünen Wunderwerken - weshalb sollten sich diese jetzt öffnen?
Beim Musikhören, kann man ähnliche Muster erkennen(...)

...ich geh´ jetzt mal zum Fotografieren



m.a.e. - respect nature
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 26.07.2014, 16:06
Marley
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Zitat von wirbeide Beitrag anzeigen
Marley,
der Stress ist nicht auf´s Barfusslaufen bezogen - dann schon in dem Absatz der "Beweisführung" beinhaltend - denn etwas beweisen zu müssen, zwanghaft, kann durchaus stressbehaftet sein - wie will man denn, dann, unvoreingenommen argumentieren?
Ist durchaus richtig. Die Frage sei aber erlaubt, warum Du meinst, etwas, dass Du selbst wahrnimmst, vor anderen beweisen "zu müssen". Das steht dir doch letztlich frei. Niemand zwingt Dich. Auch nicht in einem "Test", wo es um Wahrnehmung geht. *räusper*

Du musst den anderen nicht von Deinen Empfindungen überzeugen, und schon gar nichts beweisen.
Du kannst Deine Empfindungen schildern, oder aber es lassen.

Man kann es sich aber schwerer machen, indem man sich selbst etwas beweisen will. Dann kommt naturgemäß "Stress" hinzu.

Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 26.07.2014, 16:21
Höhlenmaler Höhlenmaler ist offline
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 3.495
Standard

Zitat:
Sensitivität und Stress - weshalb der Mensch so hört, wie er hört
Stress kann auch angenehm sein, so ganz ohne kanns auch schnell langweilig werden ... man muss ihn aushalten wollen. Wenn nicht, dann muss aber die sogenannte Sensitivität ... die Empfindlichkeit, Feinfühligkeit und Rührseligkeit
nicht in jedem Fall immer positiv sein. Wenn die Antennen fehlen auf Details zu achten, nutzt es nix, ständig auf Details und Feinheiten hingewiesen zu werden.

Heute ist doch der Wunsch weit verbreitet, auch emotional Behinderte in die Gemeinschaft integrieren zu wollen. Das nennt sich Inklusion. Sollen denn hier alle, die "auffällig" werden, egal ob als Heulsuse oder als Maulheld, als überempfindliche Seele, oder Hauruck begabter Schockfreier ausgeschlossen werden?

Nur wer Stress aushält kann auch verstehen, sensitiv besonders begabten Hörern mit Toleranz zu begegnen. Nicht immer draufhauen, aber auch nicht jedem groben Klotz immer das Wort, mit Hinweis auf die empfindlichen Seelchen, verbieten.

Weshalb und wie der Mensch hört, kann aus vielen Gründen wechseln.

Zitat:
Wie werden Musik und Geräusche empfunden?
Was ist Musik und was sind nur Geräusche? Musik kann sehr langweilig sein und Geräusche müssen nicht zwangsläufig schmerzen. Das kommt auch auf die Komponenten in der Anlage an. Die Hinweise zur neutralen und verfärbten Abbildung der Töne muss man überwinden. Allgemein und verbindliche Urteile können nur theoretisch stimmen, tatsächlich wird das jedes Ohr in seiner subjektiven Realität anders erleben.

Deswegen wird der Streit auch nicht enden. Aus meiner Perspektive ist klar,
ich kann nicht mit jedem Signal aus allen Quellen zufrieden sein. Ich muss akzeptieren daß es unerfreuliche Zumutungen gibt.

Die Zumutungen werden weder durch meine Nachsicht, noch durch erhöhte Aufmerksamkeit und sensible Zuwendung besser. Es gibt immer die Möglichkeit, sollte der Stress zunehmen und nur schwer aus zu halten sein, auf ihn mit Zurückweisung und Ablehnung zu reagieren.
Stress nur hin zu nehmen ist sicher keine Lösung.

.
__________________
Gruß Ingo . . . . . . . . . . .. . . die letzten gehörten Tracks
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 26.07.2014, 16:36
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.191
Standard

...schade, die Wetterfront war schneller als ich(...)

Marley,

du unterliegst einem Missverständnis – ich will niemandem etwas beweisen – beziehe das, lediglich, auf eine teils ausgelegt-allgemeine Haltung einiger Nutzer.

Stress, ist noch tief im Menschen verankert, das rührt viele Monde zurück und ist heutzutage immer noch aktiv – allerdings haben sich die Verhältnisse, überleben zu wollen, geändert.

Unter Stress beurteilen zu wollen, ob´s Blatt nun mal rau, oder samtig ist, funktioniert extrem eingeschränkt und oberflächlich.

Unter Stress kann man sich auch nicht öffnen – oftmals wird´s dann irrational und sehr persönlich – möglicherweise ein Problem der Zivilisation.

Ich glaube schon, Menschen auf Musik sensibilisieren zu können - Menschen, lernen ja auch ihren Körper, durch Taiji, kennen.

Empfindsam zu sein, wird halt leider oft missverstanden – dafür werden die Missverstehenden halt „bestraft“ - sie versäumen nämlich etwas Wunderschönes – die filigranen Feinheiten des Lebens, auch die Verschmelzung des Musikers mit seinem Instrument.




m.a.e. - respect nature
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 26.07.2014, 17:21
Marley
 
Beiträge: n/a
Standard

Volkhart, ja im Prinzip hast Du schon recht.
Stress verhindert das völlige Loslassen. Und nur das ermöglicht vollkommene Hingabe zu Gefühlen u. Empfindungen.

Ein schönes Beispiel hierzu ist..
Wenn ich abends im Bett liege und Einschlafen "will", dann schaffe ich es nicht...

Dennoch ist Stress aber nichts, was quasi "von außen kommt", sondern der Mensch macht sich Stress. Früher war das überlebenswichtig (flight or fight), heute ist es nur noch in Teilbereichen wichtig (Angst kann hilfreich sein, eine Gefahr zu erkennen und Anspannung verhilft oft zu körperlichen Höchstleistungen, siehe Sportler), aber oftmals auch unnötig (Angst kann lähmen).

Geändert von Marley (26.07.2014 um 17:25 Uhr).
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
BT-Beiträge aus "Sensitivität und Stress" Replace_David Blindtests und "Verblindete Tests" 267 14.08.2014 22:01
Wer hört noch mit CD Player M@rc Quellgeräte analog und digital 155 28.04.2013 10:10
Erwachsene, hört Son-B! Klaus Berichte 12 25.08.2011 19:29
Wie laut hört Ihr denn mit KH wini Audiophile Kopfhörer 4 05.11.2010 11:50
Wie laut hört ihr? Replace E Was emotionale Hörer bewegt 18 13.05.2008 11:05



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:46 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.1 ©2002 - 2017 vbdesigns.de