open-end-music-professional  

Zurück   open-end-music-professional > Audiotechnik und Hörkultur > Otwins Kopfhörer Olymp
Startseite Registrieren Hilfe Benutzerliste Kalender Alle Foren als gelesen markieren

Otwins Kopfhörer Olymp Hier ist der Bereich, in dem sich IKL freie Hörer über höchstwertiges Equipment austauschen können.

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 22.09.2014, 12:46
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.306
Standard Mobiles Hifi, meine Einschätzung.

Hallo,



Nachdem ich nun einiges an mobiler Gerätschaft hier hatte und daran etliche Kopfhörer betreiben konnte, wäre es an der Zeit für einen Gesamteindruck.

Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch festhalten, dass all diese mobile Gerätschaft bei mir zumindest qualitativ genau so gesehen wird bzw. mit der gleich hohen Erwartung an den Start ging, wie jegliches stationäre Equipment. Ich meine auch zu recht, denn welcher Sinn sollte beispielsweise in einer AK240-Ausgabe in Höhe von rund 2500€ liegen, wenn nicht der, in erster Linie Klangqualität zu bekommen? Das darf man erwarten. Für zweieinhalbtausend Euro stellt man sich stationär locker einen Bryston hin und einen guten CDP aus der 1000€-Klasse und würde bei dieser Investition ganz sicher auch nicht davon ausgehen wollen, qualitativ mal gerade so bedient zu werden.

Das dazu. Bedeutet also, egal ob ich mir eine bekannte Mahler-Symphonie als CD per CDP und gestandenem KHV anhöre oder eben über einen der oben aufgeführten Mobilteile, meine Erwartungshaltung bleibt in beiden Fällen grundsätzlich die gleich hohe. Was ich von einer Mellnäs auf der Cantate Domino bis dato an Ausbeute gewohnt bin und das über viele Jahre hinweg, darf sich nun auch hier an keiner wichtigen Stelle zu etwas entwickeln, wo man genötigt wäre, ein Auge zuzudrücken.

Dafür hatte ich mir diese Teile, eines nach dem anderen kommen lassen, um zu sehen, wo die Reise rein qualitativ endet, so als hätte man ein stationäres Teil auf seinem Rack.

So, was macht diese schöne Gerätschaft denn nun qualitativ? Ist sie besser einzuschätzen, als stationäres, am Netz arbeitendes Equipment? Aus meiner Sicht ja. Dieses Ja eventuell mit einer kleinen Einschränkung verbunden, doch eins nach dem anderen. Über die ganzen Jahre hinweg, vor allem auch hinsichtlich der gesammelten Erfahrung im Umgang mit viel Equipment am Netz und viel Equipment am Akku, hat sich für mich persönlich ein ganz klarer Vorteil für am Akku betriebenes Gerät herauskristallisiert, was bedeutet, dass ich eben die Stimme einer Mellnäs farblich nie so unbeleckt sowie auch nicht gleichermaßen schlüssig am Netz erfahren kann als wie per wirklich guter Akku-Lösung. Was für eine Mellnäs gilt, gilt hier natürlich auch gleichermaßen für alles weitere an Musikkost. Auch was die Direktheit der Darstellung anbelangt, also in die Richtung "nichts mehr zwischen mir und selbiger Stimme" überzeugt die Akku-Lösung mehr als mir jedes bekannte am Netz betriebene Equipment bei der Wiedergabe selbiger Musikkost.

Die einzigste Einschränkung wäre die, dass sich seitens der reinen Kopfhörerverstärkung noch eine Schippe mehr Kompetenz entwickeln darf. Der mobilen Gerätschaft sind da auf Grund der typischen Gerätedimensionen noch ein ganz klein wenig Grenzen gesetzt, auch wenn leistungsstarke Chips es begrüßen, wirkungsgradfreundliche Kopfhörer anzutreiben und sich der KH-Markt längst dahin entwickelt hat, gleich von vorne herein Modelle zu bauen, die leicht anzutreiben sind, siehe einen AKG K812 und einen Oppo PM-1 mit seinen 102dB. Der Qualitätsanspruch in Verbindung mit mobilem Gerät wäre noch vor ein paar Jahren lediglich belächelt worden - niemand hat das interessiert. Wer etwas gestandenes will, greift zur kompetenten stationären Lösung und derjenige, der für draußen oder unterwegs etwas gutes wollte, mußte mit typischen Abstrichen leben. Heute ist die Situation eine ganz andere und wenn man sich den Markt in letzter Zeit betrachtet, sieht man, wie die Firmen Gummi geben.

Es wird demnach am Ende aus meiner Sicht darauf hinauslaufen, dass beispielsweise so ein Astell für 2500€ nicht dazu gedacht ist, dass Personen, die sich dieses Vergnügen leisten können, unterwegs oder auf Geschäftsreise mit solch einem Teil ein bißchen für glänzende Augen sorgen zu können sondern dass aus qualitativer Sicht solch ein Teil zu Hause neben dem Hörsessel auf dem Tisch liegt und es lediglich noch um die Frage geht: Wo bin ich qualitativ? Dieser Astell sei hier nur als Beispiel gedacht. Wie das Gerät zukünftig genau aussehen wird, dass neben einem auf dem Tisch liegt, wie groß es am Ende sein wird, was man alles tatsächlich damit machen kann, ob es mehr längliches Format halten wird oder sich von der Form her eher Pads mit großem Bildschirm annähern wird, wissen wir nicht, die Zukunft wird es zeigen. Aber der Weg wird dahin gehen, in eine auf Akku basierende Gesamtlösung. Noch kompetentere Verstärkung, an der auch der schwierigste Kopfhörer ein lächeln erzeugt, räumlich und von der Opulenz her gesehen, keinen Millimeter mehr auf der Strecke lässt, genügend Speicherplatz für das gesamte Archiv, ein Bildschirm, der zu allem einlädt usw.

Warten wir es ab, mit was die Hersteller zukünftig für Überraschung sorgen und damit zu den oben abgebildeten Kombinationen. Mein Kombinationsvorschlag bedeutet natürlich nicht, dass es nicht anders ginge - ein K812 beispielsweise macht natürlich auch an einem iDSD oder an einem HM901 eine exzellente Figur. Es ist vielmehr so zu verstehen, dass die Kombinationen in bestimmter Weise für so etwas wie das gewisse etwas sorgen.

1) Der Astell AK240 und ein K812 sorgen für einen Gesamteindruck, der die Bezeichnung audiophil im wahrsten Sinne des Wortes verdient hat. Es gibt da beispielsweise diesen Song "Farewell To Cheyenne" auf der CD Once Upon a Time in the West

https://www.youtube.com/watch?v=2xQnBsJgwIk

wo ab Sekunde 47 die Melodie gepfiffen wird. Keine mobile Kombination schafft es dieses Pfeifen in die gleiche Luft zu betten, wie es der AK240 macht. Das ist einfach nicht zu überhören. Und genau so, wie es der AK240 bei diesem Song mit der Luftsäule hält, hält er es natürlich auch mit sämtlicher weiterer Musikkost - er hat den ausgeprägtesten, luftigsten, einfach auch schlüssigsten Hochton. Auch Enja's "May it be" bekommt hier am meisten Flügel usw.

https://www.youtube.com/watch?v=i7MLT4MmAK8

Überhaupt liegt die Kunst der Astell-Wiedergabe darin, mit allem möglichen Komplexen auf spielerische Art fertig zu werden. Das sind die Tugenden, über die man sich bei diesem Mobilplayer keine Sorgen machen muss. Eine wirklich gewaltige Chorpassage wie aus dem dritten Teil Herr der Ringe ist bezüglich Separation und Durchhörbarkeit eine absolute Herausforderung für die Wiedergabe.

https://www.youtube.com/watch?v=3MWxAAQoNiw

Und das kann er. Da hat er den Daumen drauf. Er macht saubere, klare Töne quer durch das Frequenzbeet durch von unten bis oben, zeigt so etwas wie einen tonal graden Schnitt, ist aber von der Bedeutsamkeit der Musik her, also dem, was emotional unter die Haut geht oder musikalisch die Seele erreicht, ein klein wenig Technokrat oder Audiophiler. Es ist nicht viel, aber auch nicht wegzudiskutieren, obwohl klar subjektiver Bereich und von unterschiedlichen Personen eben auch unterschiedlich empfunden.

Der Astell, ohne nun auf alle Musikdetails, Verästellungen, Feinheiten einzugehen - es ist ja überall nichts anderes an zu lösender Aufgabe - ist, wenn man so möchte der Audiophile schlechthin und in Verbindung mit einem detailliert auftretenden K812 natürlich eine audiophile Offenbarung. Man fährt ihn nicht über Gebühr laut, braucht man auch nicht, da seine differente, luftige Wiedergabe mit allem an Detail an Bord nicht dazu ausgelegt ist, eine Haudraufschlacht abzufahren. Seine Künste liegen in einer entspannten, schlüssigen Wiedergabe mit Normalpegel und so abzutauchen in die letzten Winkel mystisch angehauchter Kopfhörerwelten. Fährt man ihn zu laut, kann es schon mal etwas härter werden bzw. man merkt dann, dass nicht die aller stabilste Power zur Verfügung steht. Also gemäßigt abtauchen und sich klanglich verführen lassen. Tonbalance stimmt, Klangfarben stimmen. Kopffreiheit ist üppig - könnte aber selbstverständlich wachsen, wenn die ganze KHV-Sektion eben noch kompetenter, stabiler ausgelegt wäre. Aber mit einem K812 im Verbund ein unwahrscheinlich luftiges und detailreiches Erlebnis.

2) Diese Kombination ist der Meister in Sachen musikalischer Darbietung. Das geht voll unter die Haut, natürlich auch präzise, aber eben auch mit entsprechendem Fleisch auf den Knochen. Da wirkt ein Herman Prey beim Vortrag von Schuberts Winterreise schlicht und ergreifend körperlicher, räumlich plastischer. Man sieht selbigen Herrn räumlich dreidimensionaler vor sich, besser in den jeweiligen Raum integriert und die Klangfülle macht dann noch ihr übriges, um der Wiedergabe eine Glaubwürdigkeit in Sachen Existenz zu verleihen. Es sind beim HM901 und einem KH wie einem PM-1 genau diese Dinge, die für etwas unvergleichliches sorgen. Der PM-1 sollte symmetrisch am HM901 betrieben werden. Hat man einen Gesangssolisten einmal auf der Bühne so verinnerlicht, wird man schwer davon loskommen und würde man im Anschluss die gleiche Darbietung per AK240 hören, wäre es nicht mehr das gleiche an körperhafter Darstellung. Es wäre sicherlich wieder einen Schlag audiophiler, etwas mehr detaillierter, auch mit mehr Luftsäule verbunden, aber der Grip, der Körper, die Fülle um ein Stück vermindert. Und weil ein HM901 und ein PM-1 gänzlich im Dienst der Musik stehen, wird man auch mit dieser Kombi näher an einem guten Oldie sein, wie diesen:

https://www.youtube.com/watch?v=9CWu69--rcY

https://www.youtube.com/watch?v=xkN1SlG1YUk

https://www.youtube.com/watch?v=gOaMva1OpWk

Das ist zum Beispiel momentan unerreichte Darstellung mit dieser Kombi, weil es genau so unter die Haut geht, wie es zu gehen hat. Nichts kompliziertes an Musik, aber kompliziert in der Erreichbarkeit. Ein paar Millimeter zu viel an audiophiler Vermittlung und schon war's das mit der Erreichbarkeit. Aber, da der PM-1 auch gleichsam ein präziser KH ist, aus meiner Sicht sogar ein unverschämt präziser Magnetostat, kann man natürlich mit dieser Kombi auch an alles orchestrale heran gehen und erntet eine klar strukturierte, farblich starke, kraftvolle und substanzielle Darbietung.

https://www.youtube.com/watch?v=Zo3tK2k0A60

https://www.youtube.com/watch?v=Hbco9NuzxEw

Solche Sachen sind mit dieser Kombi ein absoluter Hochgenuss, alleine schon, weil richtig Substanz im Flügel steckt.

3) Die dritte Kombi schlägt aus meiner Sicht die Brücke zwischen Kombi 1 und 2. Vielleicht, weil ein iDSD von seiner Kraft her, am stärksten ausgelegt ist. Immerhin hat er als einziger ein Kaliber wie einen HE-6 im Griff und zwar so, dass über die Kraft hinaus für mich auch noch die in sich schlüssigste Wiedergabe mit selbigem Hörer das Ohr verwöhnt. Das schaffen die beiden anderen Verstärker in den jeweiligen Mobilplayern nicht. Und es genügt dafür bereits von Seiten der Abtastung ein mobiler Fiio X5. Von ihm entweder digital oder analog die Daten gereicht, genügt für das beschriebene Klanghighlight mit einem HE-6. Zudem macht der iDSD auch mit einem HD800 den größten kopffreien Raum und spendiert auch diesem Hörer aus meiner Sicht das schlüssigste, klanglich harmonischste Ergebnis.

Der iDSD führt nicht ganz mit seiner KHV-Sektion die Audiophilität, das gänzlich fein strukturierte, detaillierte in der Wiedergabe eines AK240, auch nicht ganz dieses völlig umwegfreie unter die Haut gehen einer HM901-PM-1-Kombi, aber er macht den korrekten Eindruck, so als läge er exakt in der Mitte von beidem, ohne sich einem Bereich leicht übergeordnet zu widmen. Vielleicht lässt sich sagen, dass er das korrekteste Ergebnis zustande bringt. Jedenfalls zog es mich gemäß dieser Einschätzung immer wieder zu der iDSD-Wiedergabe hin. Irgend etwas muss daran dann richtig sein, Gene in sich tragen, die man als tonal ausbalanciertes Etwas gerne übernimmt.

Bei Musik wie dieser ist der iDSD voll in seinem Element, Augen zu und einfach wegfliegen:

https://www.youtube.com/watch?v=yfDF3dm8IQg

Mit dem Raum eines HD800 im Verbund, ist Schiller's Remix von allein allein einfach nur traumhaft. Vor allem schafft es der ifi audio, auch den Bassbereich perfekt sauber zu integrieren. Bei solcher Musik, zum Teil mit Synthesizer-Einflüssen, muss der Amp einen KH regelrecht an der langen Leine halten, sonst verfehlen diese Klangprismen/-welten ihre Wirkung. Gleichzeitig mit der langen Leine muss aber ein Kontrolle gegeben sein. Dieser Verbund, den ein iDSD superb umsetzt, ist für das Genre elektronische Musik, unverzichtbar, um mit der Musik richtig abtauchen zu können.

Die Wiedergabe des iDSD in Zusammenarbeit mit einem mobilen Datenlieferanten oder meinetwegen auch mit dem PC ( da bevorzuge ich allerdings ein am Akku betriebenes Notebook) ist in sich sehr erwachsen und ausbalanciert. Vivaldi's Vierjahreszeiten werden zur spannenden musikalischen Reise, vor allem mit einem HE-6 gelingt der Spagat, kraftvoll, musikalisch emotional, korrekt und gleichzeitig gehen lassend zu agieren - eine extrem schwierige Aufgabe. Da merkt man einfach, aus welchem Holz ein iDSD ist. Er hat wahrscheinlich die selbstverständlichste Aktion an Bord.

Kombi Nr.1 ist die audiophilste, Kombi Nr.2 die musikalischste, Kombi Nr.3 die korrekteste oder vielleicht anders ausgedrückt, die neutralste, auf jeden Fall die kraftvollste. Und die Kombi Nr.3 ist bezüglich Einsatz natürlich die flexibelste. Eines muss man sich vor Augen halten: Egal, wo es einen hinzieht am Ende, es geht hier nicht mehr um Spielzeug. Mit einem Spitzenkopfhörer ist man hier ganz schnell bei 2500€ bis 4000€ angelangt. Dafür wird man jedoch klanglich richtig verwöhnt.

Mir persönlich würde eine Entscheidung zwischen Kombi Nr.2 und Kombi Nr.3 schwerfallen. Ich mag dieses hautnahe Erlebnis eines Oppo PM-1 am HM901 und ich mag die wunderbare Klarheit eines HE-6 am iDSD. Vielleicht würde die Kombi Nr.3 am Ende für mich das Rennen machen, weil der iDSD-Einsatz sehr flexibel ist und weil ich mir klanglich so auch wieder gerne einen HD800 über die Seele streicheln lasse.

Man muss sich ein wenig persönlich bei dieser Auswahl entscheiden. Wessen Lieblingshörer HD800 oder HE-6 sind, dem würde ich den iDSD ans Herz legen in Verbindung mit der Quelle PC oder einem portablen Zuspieler, der analog/ digital ausgibt. Mit dem HD800 bekommt man so den größten Raum und mit einem HE-6 eine kraftvolle und klanglich wunderschöne, ansprechende Darbietung.

Der K812 geht überall gleichermaßen gut und überzeugend. Das audiophilste Ergebnis bringt er am AK240 zustande. Wer demnach der Audiophile ist, schlägt die Richtung Astell&Kern ein.

Für die Freunde von hautnaher Darstellung, vor allem in Richtung Live-Konzerte, würde ich die Kombi HM901-OPPO PM-1 vorsehen. Das werden unvergessliche Live-Feelings vom direkten Berührungseffekt her. Die Kombi wird sehr gut plastisch das Bühnengeschehen aufbauen und so kann halt Cab Calloway's Minnie the moocher wieder voll überzeugen.

https://www.youtube.com/watch?v=YbXOOOOWbBA

Gruß,
Otwin
__________________
Mysphere 3.1 from 1989 to 2017

Geändert von lotusblüte (23.09.2014 um 08:59 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 22.09.2014, 14:02
tom539 tom539 ist offline
 
Registriert seit: 26.09.2013
Beiträge: 520
Standard

Hallo Otwin,

interessante Gegenüberstellung, die Hörbeispiele muss ich mir dann bei Zeiten mal anhören.

Dass das Thema "Mobiles Hifi" sehr aktuell ist, konnte man auch gut auf der CanJam jetzt am WE sehen. Neben den bekannten (und bewährten) stationären Lösungen, die teilweise recht "ausladene" Dimensionen annehmen (der neue KHV + Netzetil von MalValve z.B.) konnte man doch an vielen Stellen sehr kleine, handliche und für den mobilen Betrieb ausgelegte "Kästchen" begutachten.

Ich war selbst mir dem Hifi M8 ausgerückt und konnte so auch noch mal dessen Fähigkeiten im direkten Vergleich ausloten.
Je nach angeschlossenem Hörer war das Ergebnis wie erwartet sehr hoch (z.B. mit eim TH900), bei mancher Kombination merkte man deutlich, dass ihm die Puste ausgeht (ein T1 und T90 von Beyer zeitgleich zwingen den M8 unweigerlich in die Knie). Auch der direkte Vergleich zwischen M8 und iDSD mit einem LCD2.2 machte mit Trentemöller und extremen Pegeln recht deutlich klar, dass der iDSD sehr viel mehr "Reserven" hat.

Eine sehr interessante Entwicklung machte aktuell Philips. Deren Preis-/Leistungsüberflieger Fidelio X2 wird im 1. Quartal um eine eingebaute DAC-Option und Lightning-Schnittstelle erweitert, als Wandler-Chip kommen hochwerte Wolfson zum Einsatz, die einen Betrieb bis 192/32 gewärhleisten.
Dann wäre gar kein mobiler Player und/oder KHV mehr notwendig - einfach per Lightning an das iDevice, Daten werden digital ausgelesen und direkt im KH gewandelt.

Ist das dann vielleicht die Zukunft des "Mobilen Hifis"?
__________________
Gruß, Tom
... enjoy your music
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 22.09.2014, 14:51
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.306
Standard

Zitat:
Zitat von tom539 Beitrag anzeigen
Hallo Otwin,


Ist das dann vielleicht die Zukunft des "Mobilen Hifis"?
Hallo mein Guter,

Wir steuern auf jeden Fall einer interessanten Zeit entgegen. Hifi wird einfacher in der Anwendung. Es müssen nicht mehr schwere Kolosse auftreten sondern die Effizienz liegt im kurz gehaltenen, kompakten mit schnellem Zugriff. Man darf ja folgendes nicht vergessen und das kennen wir alle nur zu gut. Es geht doch an vielen Stellen die Überlegung los, beispielsweise beim Betrieb einer Quelle und eines KHV's das NF-Kabel dazwischen. Jeder von uns weiß doch, dass er versucht hat, nach einem klanglichen Maximum zu streben.

Wenn diese Dinge wegfallen, ist das beileibe nichts übles sondern ein Segen.

Die Zukunft des mobilden Hifis wird nicht die Zukunft des Akku betriebenen stationären Hifis sein. Das Mobile darf einen gewissen Preisrahmen nicht übersteigen, sonst fällt es als Möglichkeit flach. Gemeint ist damit das zweckgebundene Mobile, nicht beispielsweise eine Ansicht, wie die meinige, dass stationärer Akku-Betrieb wichtig ist. Genau das würde die Hersteller recht wenig interessieren, die müssen das verkaufen, was sie entwickeln und darauf achten. Somit wird ein portabler Spieler zunächst einmal so gesehen werden, dass er für unterwegs gedacht ist. Deshalb auch das soweit handliche Maß von rund 12cm x 7cm. In dem Moment, wo zwei Gerätschaften per Digitalkabel verbunden werden, um so zu einem hohen Klanggenuss zu kommen, ist man doch bereits schon aus dem rein mobilen Gedanken raus.

Und genau das wird das Problem werden, die Brücke werden, die zu gehen ist. Eine Person, die 2500€ a la AK240 für einen Mobilplayer ausgibt, wer ist das denn? Ist das der eingefleischte Kopfhörerfan, dessen Hauptanliegen der heimische Betrieb ist oder ist es ein Manager, der mit nichts weniger glänzen will unterwegs, als halt mit solch einem Teil? Damit ist dann aber noch kein wirklicher Umsatz garantiert. Wie viele richtig gut Verdienende kaufen sich das Teil?

Nun kommt noch etwas weiteres dazu. Nicht für alle Menschen hat der Akku-Betrieb als solcher die gleiche Priorität, wie auch? Wir haben alt eingefleischte Hobbybetreiber, die darum wissen und wir haben einen ganzen Sack voll junger Klientel, die gar nichts damit anfangen können. Die würden doch nicht wirklich merken, ob der Klang einer Violine seitens Netz bereits technischen Klangeinfluss hat und es wäre ihnen völlig wurscht, eben weil sie all das gar nicht einschätzen können. Aber sie sind Kunden und die Hersteller müssen sie mit ins Boot nehmen. Wir leben halt heute in einer anderen Zeit als vor 30 Jahren in den goldenen Hifi-Jahren, wo noch das klassische angesagt war und wo ganz andere Menschen mit anderen Vorstellungen sich dieses Hobby's bedient haben. Ein heutiger 20 Jähriger lebt über Internet und Co, über sein Handy, seine Apps, seine Kommunikation und wenn er nicht gerade ein Musikstudierender ist, weiß dieser Mensch mit dem, was anno dazumal mal wichtig war, gar nichts anzufangen. der sitzt nicht abends in seinem separaten Hörraum sondern der sitzt tagsüber am PC und hört zusätzlich über Kopfhörer Musik, um sich etwas abzulenken. Sicherlich hat all das nichts mehr mit dem zu tun, wie solch eine Kopfhörerwiedergabe mal aussah, aber erstens gibt es das nach wie vor - so ganz ausgestorben sind die Klassiker ja noch nicht - und zweitens wird auch ein heutiger Hobbyist unterscheiden zwischen Qualität, wenn ihm die Sache natürlich wichtig genug ist.

Nun kommt es darauf an. Die Hersteller müssen die bedienen, die unterwegs flexibel sein wollen. Das sind nicht die Leute, die unbedingt viel Geld für audiophil in die Hand nehmen. Den Highendbereich wird es nach wie vor geben und auch der passt sich natürlich gerätemäßig der Zeit und dem Treiben an. Aber was bleibt, ist der Anspruch bezüglich Kopfhörerbetrieb. Das Teil, egal wie es aussieht, muss kompetent einen Hörer treiben können, damit der Käufer auch weiß, warum er Geld in die Hand nimmt. Zu schaffen ist das ohne Netz locker. Nur müssen dafür die Geräte etwas größer werden, der Akku etwas leistungsfähiger. Und damit hast du kein sogenanntes Mobilgerät mehr, weil nicht mehr geeignet für in die Hemdstasche sondern eher so etwas wie ein Akku betriebenes Highend-Pad mit großem Display, aber halt auch mit verbauter Qualität.

Die direkte Umsetzung im KH sehe ich nicht als Vorteil - du brauchst Leistung, richtig Power nach wie vor für den KH. Und so etwas im gleichen Gehäuse unterzubringen, zeigt sich mir nicht als Lösung. Ich sehe da eher das Teil, das als eigenständiges Gerät (Wandlung und Verstärkung) neben einem steht, der KH daran angestöpselt wird und dieses Teil alle Wege ermöglicht. Großer Speicher, großes Display, leistungsfähiger KHV und mit der Möglichkeit des Streamen's und des Internet-Verkehrs verbunden, um auf Netzserver und ihre Datenbanken zuzugreifen oder auch um Radioempfang aus dem Netz zu realisieren.

Wobei eines nicht vergessen werden darf. Der Highender legt nach wie vor wert auf die qualitative Umsetzung, egal, wie das Gerät aussieht. Hier werden um die 2000€ für einen KH bezahlt und noch mehr. Es ist dann wichtig, dass das Ergebnis so ausfällt, dass man sich zwischen sogenanntem stationär und per Akku betriebenem All in One-Teil auf dem Tisch keine grundsätzlichen Gedanken mehr machen muss. Ich sehe eher darin das zukünftige. Und ich gehöre ganz sicher zu denjenigen, die es sich nicht einfach machen, wenn es qualitativ um die Gegenüberstellung des portablen - und des stationären Ergebnisses geht - mich prägen Jahrzehnte dieses gehaltvollen Umsetzens. Aber, ich kann auch sehr gut einschätzen, was an Ausbeute und klanglicher Direktheit heute ohne Netz machbar ist. Genau das hat mich dazu bewogen, mich vom stationären Betrieb zu verabschieden, egal, welcher Name drauf steht.

Beispielsweise die Schiller-Aufnahme als CD und als gerippte Variante auf dem Speicher des Mobilplayers oder ähnliche Kost. Da kannst du ruhig mit einem Player a la Playback für 13000€ und einem richtigen KHV-Kaliber rangehen, ich hab das gemacht und kenne die Ausbeute bis in die kleinste Faser. Und ich kenne die Ausbeute der gleichen Stücke über den iDSD mit HD800, K812, HE-6 oder über den HM901 und einen PM-1. Der Gehalt ist ganz einfach größer. Er ist tonal farblich intensiver, er ist von der unbeleckten Direktheit her größer und er ist auch von der Aktion her, also was die zeitlichen Bezüge in der Musik anbelangt, größer - die ganze Ausbeute ist im Prinzip größer, echter. Das einzige, was auf der stationären Seite noch etwas überwiegt, ist das Ausholen bezüglich Stabilität, Souveränität und ein wenig Opulenz. Obwohl diese Opulenz auch wieder ein Gemisch, bestehend aus souveränem Gehenlassen und netzbedingtem, aufgepfropftem, schmückenden Bäuchlein ist, also somit als wirkliche Opulenz nicht 100% waschecht ist. Und dieser Vorteil an Ausholen hinsichtlich der Netzbetriebenen Komponenten wird sich zukünftig zumindest weiter reduzieren, wenn nicht komplett wegfallen. Es wird dran gearbeitet.

Wir werden sehen, lassen wir uns überraschen.

Gruß,
Otwin
__________________
Mysphere 3.1 from 1989 to 2017

Geändert von lotusblüte (22.09.2014 um 16:43 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 23.09.2014, 08:50
Nomax Nomax ist offline
 
Registriert seit: 28.10.2013
Beiträge: 5.720
Standard

Meine Einschätzung zur gesamten mobilen Lösung was ich so gehört und gesehen habe ist das wir bei den Mobilen ENDGERÄTEN/ZUSPIELERN/PORTABLEN AMPS schon sehr gut bedient sind!

Auch IN EARS im Hochpreissegment haben wir die diesen gerecht werden(JH audio ROXANNE,AKG K3003,SENNHEISER IE 800)

Was mir persönlich aber fehlt ist ein kleiner aber feiner ON EAR oder OVER EAR mit max 200 GRAMM im Hochpreissegment der was wirklich nur für den mobilen Bereich vorgesehen ist

Denn sowas gibt es bisher noch nicht,aber wer weis vielleicht macht sich ja der ein oder andere Hersteller darüber Gedanken darüber den der Markt ist groß genug dafür

Der Endverbraucher hat ja leider zur Zeit keine andere Wahl,entweder er setzt sich diese Riesen großen KH/Muscheln auf den Kopf oder greift zu den von mir erwähnten IN EAR Flagships wenn er mobil Musik geniesen möchte

NOMAX
__________________
GREATEST HEADPHONE GURU FROM EUROPE and INITIATOR OF MYSPHERE 3.1

Geändert von Nomax (23.09.2014 um 09:09 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 23.09.2014, 09:15
tom539 tom539 ist offline
 
Registriert seit: 26.09.2013
Beiträge: 520
Standard

Zitat:
Zitat von Nomax Beitrag anzeigen
Was mir persönlich aber fehlt ist ein kleiner aber feiner ON EAR oder OVER EAR mit max 200 GRAMM im Hochpreissegment der was wirklich nur für den mobilen Bereich vorgesehen ist

Denn sowas gibt es bisher noch nicht,aber wer weis vielleicht macht sich ja der ein oder andere Hersteller darüber Gedanken darüber den der Markt ist groß genug dafür
Der T51p bzw. T51i von Beyer ist da schon mal ein interessanter Einstieg. Vor allem in Kombination mit dem mobilen KHV "A200p" aus gleichem Hause ist das eine sehr gelunge und ziemlich gut klingende Kombination.
__________________
Gruß, Tom
... enjoy your music
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 23.09.2014, 09:21
Nomax Nomax ist offline
 
Registriert seit: 28.10.2013
Beiträge: 5.720
Standard

@TOM539 ja diese kleinen sind ja ganz nett(Bayer,Senni Momentum,B&W P5 etc) aber jetzt stell die mir mal vor wie würden diese klingen und aussehen wenn der Preis über 1000 Euro liegen würde?

Sensationell und einfach nur geil!klein aber fein mit dem WOW Effekt wie bei ROXANNE oder dem K3003

NOMAX
__________________
GREATEST HEADPHONE GURU FROM EUROPE and INITIATOR OF MYSPHERE 3.1
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 23.09.2014, 09:21
mannitheear mannitheear ist gerade online
 
Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 1.233
Standard

Danke für den super genialer Bericht über mobiles High End!

Eine, zwei Nummern darunter könnte ein "normaler" User auf die Idee kommen, sich einen iDSD nano zuzulegen, diesen über das eh vorhandene Smartphone oder iDevice digital zu füttern - und dann Bauklötze staunen, was da schon in Verbindung mit einem guten, günstigen in-Ear oder dem sowieso vorhandenn Porta Pro möglich ist!

LG
Manfred
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 23.09.2014, 09:39
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.306
Standard

Zitat:
Zitat von Nomax Beitrag anzeigen
Meine Einschätzung zur gesamten mobilen Lösung was ich so gehört und gesehen habe ist das wir bei den Mobilen ENDGERÄTEN/ZUSPIELERN/PORTABLEN AMPS schon sehr gut bedient sind!

Auch IN EARS im Hochpreissegment haben wir die diesen gerecht werden(JH audio ROXANNE,AKG K3003,SENNHEISER IE 800)

Was mir persönlich aber fehlt ist ein kleiner aber feiner ON EAR oder OVER EAR mit max 200 GRAMM im Hochpreissegment der was wirklich nur für den mobilen Bereich vorgesehen ist

Denn sowas gibt es bisher noch nicht,aber wer weis vielleicht macht sich ja der ein oder andere Hersteller darüber Gedanken darüber den der Markt ist groß genug dafür

Der Endverbraucher hat ja leider zur Zeit keine Wahl,entweder er setzt sich diese Riesen großen KH/Muscheln auf den Kopf oder greift zu den von mir erwähnten IN EAR Flagships wenn er mobil Musik geniesen möchte

NOMAX
Hi,

Warte mal ab, da wird sicher was passieren. Eine Sache entwickelt sich immer aus einer anderen heraus - das kennen wir doch. Vor etlichen Jahren wurde man gesteinigt, wenn man von einem symmetrisch ausgelegten KHV sprach. Heute interessiert das im Sinne eines aufrührenden Themas doch niemand mehr. Im Gegenteil, kommt ein Teil ohne Vierpol, würde sich heute eher ein Raunen breitmachen: Wie, der hat ja gar keinen symmetrischen Ausgang? So ändern sich die Dinge halt.

Vor etlichen Jahren war weder ein richtig audiophiles Mobilteil in Sicht noch hat es eine KH-Schmiede interessiert, einen Boliden nun unbedingt für den Mobilbereich auszulegen. Der Colorfly war im Prinzip der Beginn des mobilen audiophilen, allerdings zu der Zeit noch nicht mit den Genen gesegnet, die wir heute bei den Mobilen antreffen. Und was machen die KH-Schmieden? Die bauen daran zu betreibende Highend-Hörer und bewerben natürlich auch diese Möglichkeit bereits direkt in der Vorstellung des jeweiligen Produktes. Wenn die Firmen sehen, dass das ordentlich fußt, wird auch der Sprung zum audiophilen Pad passieren. Das wäre dann so meine Vorstellung. Und dann wirst du auch mehr Auswahl an Kopfhörermodellen bekommen, auch hinsichtlich Gewicht, Größe und Form. Hier fließt immer eins ins andere. Irgendjemand muss an irgendwas rangehen, macht also den Anfang, man schaut sich den Verlauf an und reagiert.

Nimm dir beispielsweise den Hinweis bei iFi-audio bezüglich iDSD und dem stemmen eines HE-6. Das kommt ja alles nicht von ungefähr. Wen würde es denn nun unbedingt mobil interessieren, wenn die Situation die ist, dass sogar viele stationäre KHV's mit dem Betrieb eines HE-6 überfordert sind? Da würde man dann doch eher bei einer solchen Situation davon ausgehen, dass dieser Hörer zumindest im mobilen Bereich keine Schmiede interessiert. Und doch ist es ganz anders. Er interessiert doch und ifi-audio lässt es sich nicht nehmen, ein mobiles Teilchen auf die Beine zu stellen und selbiges so auszulegen, dass man zurecht auf den gelungenen HE-6 Betrieb hinweisen kann.

Ich hab vor drei Jahren kein mobiles Teil am Markt gesehen mit dem Hinweis verbunden, ... bis zum HE-6.

Also, ich bin da für die Zukunft recht zuversichtlich, dass uns sehr interessante Konzepte ins Haus stehen werden. Ich bin dann zufrieden, wenn ich mein audiophiles Pad neben mir liegen habe, mit aller Musik drauf, von MP3, über Wave und Flac bis hin zu meiner DSD-Ware, einen leistungsfähigen KHV mit im gleichen Pad habe, einen Akku, der mal für 30 Stunden gut ist, XLR, Klinke, Miniklinke gegeben sind, ich damit meinen Tunerbetrieb aus dem Netz machen kann, schönes großes klares Display für eine vernünftige Coverdarstellung und sonstige Information ... eine Kiste halt, in der für den KH-Freund alles drin und dran ist, fertig. Eine All in One Lösung neben mir am Hör-Platz.

Aus dem Grund hatte ich auch einen Austausch mit den FiiO-Ingenieuren anvisiert, in dem ich ihnen zumindest meine Vorstellung von der zukünftigen Komplettlösung darlegte. Und zwar mit allem an Bord, das ich in den obigen Zeilen aufführte. Nicht ein Mobilplayer, dessen eigener integrierter KHV doch wieder nicht für alles ausreicht und man genötigt ist, sich diesen zusätzlich zuzulegen, das Ganze wieder mit einem Kabel verbinden muss sondern warum nicht in einem Gerät. Ein Gerät mit der Größe eines iPad, von mir aus auch ein wenig dicker, bietet genügend Platz inklusive einem vernünftigen Akku. Und da passen dann auch ein paar Kondensatoren mehr zur Pufferung hinein, als auf das Bord 10 x 6 cm.

Da möchte ich persönlich landen mit meinem KH-Betrieb. Genau das Gerät nehme ich dann abends auch mal locker mit zum Bekannten, zum Hobby-Freund. Zwei Hörer eingestöpselt und die Session kann losgehen. Kein weiteres integrieren und herumstöpseln, alles, was man braucht, ist an Bord dieses Gerätes. Ich bin gespannt, wer als erster da rangeht.

Was mich im Prinzip ein wenig ärgert, ist die Unentschlossenheit. Es werden an zwei, drei Fronten 10, 20% draufgepackt, was bedeutet, dass automatisch die nächste Umstellung ansteht anstatt Nägel mit Köpfen zu machen und eine einzige Komplettlösung zu realisieren. Ich kaufe mir als verwöhnter KH-Enthusiast demnach einen AK240, der richtig Geld kostet, um zu sehen, dass das Teil qualitativ richtig zulangt und aber um gleichzeitig festzustellen, dass mir die KHV-Sektion bezüglich vieler unterschiedlicher Kopfhörer dann doch nicht ausreicht. Also, was mache ich? Ich probiere einen iDSD oder einen Hugo aus, die beiden Gerätschaften, die nebst integriertem DAC auch in Sachen guter KHV momentan so die Runde machen. Damit geht dann aber wieder das Vergleichsspiel los, ob nun der DAC im AK240 besser ist oder der im iDSD. Und so weiter und so fort.

Da müssen wir weg von, weil das nur verwirrt am Ende, unabhängig davon, dass auch hier natürlich jede Schmiede ihr Süppchen kocht - schließlich möchte jeder verkaufen.

Ich habe nichts gegen ein Gerät, dass sich irgendwo zwischen 2000€ und 3000€ bewegt, wenn es sauber gemacht ist und die entsprechenden Möglichkeiten bietet, aber dann bitteschön mal eine Lösung, die mich nicht nötigt, am Ende noch ein zweites Gerät anzuschließen, weil sich in diesen 3000€ immer noch ein begrenzter KHV befindet. Es wäre mal sehr schön, wenn sich das Fass richtig zumachen ließe. So eine Lösung muss her. Auf die Bord-Fläche eines Hifiman HM901 passt ein kompletter symmetrischer KH-Betrieb. Also wird es doch wohl möglich sein für die Schmieden, eine Komplettlösung in Pad-Größe zu realisieren. Und dabei bin ich schon geduldig. Ginge es nach mir, würde sich eine Schmiede an ein binaurales KH-System herantrauen, ähnlich der Konstruktion eines K1000, Antrieb und Datenlieferant in Form eines Pads, in Verbindung mit einem Prozessor, ähnlich einem BAP, lediglich auf zeitgemäßem Stand. Macht man es richtig und wir haben Schmieden, die dafür das notwendige Know How besitzen, wäre dies einen Sternstunde im Bereich Kopfhörer. Aber leider sitzen da Rechner, denen das trendy wichtiger ist, als all das, was die Urväter im KH-Bereich bereits erarbeitet haben. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt - vielleicht wird man ja doch wieder wach und entsinnt sich dem Ursprung, den Wurzeln dieses schönen Themas.

Die Verwirrung haben wir zur Zeit im Audez'e-Haus. Wer ist es denn nun, ein LCD3 oder ein LCD-X? Die Verwirrung haben wir bei Hifiman. Wer ist es denn nun, ein HE-6 oder ein HE-560, der leichter anzutreiben ist und eine Brücke schlagen möchte, die er jedoch nicht schlägt - nicht wirklich.

Warum dieser ganze Quatsch, der ja auch Geld kostet? Und die damit einhergehende Unsicherheit in Richtung des Endkunden? Wir haben satte Wurzeln. Und die fanden bereits in den 80ger statt. Warum baut man nicht darauf auf? Warum muss jedem trendigen Etwas nachgelaufen werden?

Es wäre einfach schön, wenn man wieder dem Kopfhörerthema so begegnet, wie es die Anfänge bereits vorgaben und dieses Thema nicht einem heute zeitgemäßen "just for fun" opfert, weil irgendwer an seinem PC sitzt und zusätzlich nach etwas Ohr-Beschallung verlangt, die er sich mit allem möglichen geben kann - dafür reicht auch die billigste Soundkarte - sondern sich wieder auf das besinnt, was an Qualität möglich ist. Vielleicht wird so eine bestimmte Kaufkraft ausbleiben, die heutige Klientel, denen die Qualität nicht das wichtigste ist sondern irgend ein anmachender Sound, aber wenigstens würde ein Thema dadurch nicht Stück für Stück verfremdet werden, damit sich die Urväter nicht im Grabe herumdrehen müssen, wenn sie auf den heutigen Verlauf blicken würden, bzw. wo ihr ganzes Einbringen letztlich gelandet ist.

Ich weiß, dass Menschen bestrebt sind, ihr bestes zu geben, weshalb das meckern nicht über allem stehen soll. Trotzdem sind ein paar tausend Euro etwas, wofür ein Mensch anständig arbeiten muss und genau so, wie er anständig arbeiten muss, müssen es auch die, die ihre Produkte an den Mann bringen wollen. Es gibt im Bereich der portablen Gerätschaft vieles, das mich erfreut, aber auch einiges, wo ich nicht zu Ende gedachte Umsetzungen antreffe und selbstverständlich ärgert mich das, weil damit viel Geld verbunden ist. Eben ähnlich der Situation, wo für die 27te Firmware der Endverbraucher als Versuchskaninchen herhalten muss mit seinen sauer verdienten Groschen. Solche Dinge sind nicht haltbar, einfach unakzeptabel.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, das 2 oder 3 Mille einfach nicht genug Geld sind, um fertig gedachte Prozesse vorzufinden und ich frage mich dann schon, wie viel Geld überhaupt nötig ist, damit sich ein fertiges Produkt einkaufen lässt? Ist die heutige Zeit so schnelllebig, dass sie bezüglich fertiger Prozesse nur noch ein Fragezeichen akzeptiert oder woran liegt es? Oder ist der Mensch, weil er darauf trainiert wurde, mittlerweile so zäh und geduldig zu sein, der all diese Miseren mit gesenktem Haupt über sich ergehen lässt, in der stillen Hoffnung, nie das Ende zu sehen?

Also, ich erwarte zukünftig schon ein bißchen Tacheles, einfach klare Umsetzungen. Die dürfen gerne kosten, sie müssen aber auch hieb und stichfest sein.

Gruß,
Otwin
__________________
Mysphere 3.1 from 1989 to 2017

Geändert von lotusblüte (23.09.2014 um 13:47 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 24.09.2014, 22:10
lotusblüte lotusblüte ist gerade online
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.306
Standard

Hi,

Was ich noch erwähnen wollte: Aus klangharmonischer Sicht sollte man bei den Kombinationen zwischen Mobilplayer und Kopfhörer ein wenig acht geben. Ein HD800 beispielsweise macht nicht die optimale Figur an einem Astell&Kern AK240, auch nicht am AK120. Die Audeze's hingegen passen, der K812 sehr und ein beyer DT880 ebenfalls - mit diesen Hörern rastet das Bild ein.

Ein OPPO PM-1 ist auch nicht die erste Wahl für die Astell's. Auch an den FiiO X5, egal ob direkt an ihm angeschlossen oder in Verbindung mit dem externen Verstärker E12 MontBlanc, gehört er nicht hin. HD800 und PM-1 agieren hervorragend am Hifiman HM901, der HD800 desweiteren am iDSD. Den OPPO konnte ich leider nicht am iDSD ausprobieren, da er zum dem Zeitpunkt bereits wieder im Vertrieb war.

Das, was in den entsprechenden Fällen nicht so zum Highlight führt, ist zum einen die erwähnte Klangharmonie und zum anderen der Raum. Auch der macht sich nicht richtig auf, beispielsweise in die Tiefe, wenn die Kombination nicht so ganz passt.

Je nachdem, wer und mit welcher Erfahrung dann an die Gespanne rangeht, wird vielleicht nicht auf Anhieb all diese Dinge so eindeutig festmachen können. Vielleicht, weil er zunächst einmal von dem, was da ist, positiv beeinträchtig wird und vielleicht gar nicht die Möglichkeit hat, sich einen noch weiteren Reim auf das Ganze zu machen. Vielleicht, weil alles noch zu frisch ist und erst mal verarbeitet werden will. Es kann auch ganz einfach sein, dass der ein oder andere trotzdem dort auf seine Kosten kommt, wo ich nicht so die glückliche Ehe sehe. Alles kein Problem.

Meine Zeilen sollen deshalb als Tipp verstanden werden. Ausprobieren wird es jeder für sich selbst und entscheiden müssen, wie sich das für ihn persönlich darstellt und wenn ihm dann beispielsweise ein HD800 am Astell extrem gut gefällt, dann ist das eben so. Wie bereits erwähnt, alles kein Problem.

Ich kann es nur für mich festmachen.

Einen HD800 fahre ich harmonisch am Hifiman HM901 und noch etwas effizienter am iDSD, einen HE-6 eh nur am iDSD, weil dieser Hörer weder vom MH901, noch von den Astell's oder einem X5 inklusive E12 richtig gepackt wird.

Audeze LCD2, LCD3, LCD-X gehen an den Astell's, auch am Hifiman, nicht ganz so doll am FiiO. Auch am Musicplayer Calyx M gehen die Audeze's.

Die Hifimänner unterhalb einem HE-6 natürlich am HM901, selbstverständlich auch am iDSD und am FiiO auch nicht so ganz dolle. Der FiiO X5 ist bezüglich Magnetostat nicht die erste Wahl, ihm gibt man dynamische Kopfhörer, beispielsweise K812, K712, DT880. Mit dem OPPO PM-1 wollte, obwohl dieser Hörer sehr unkritisch anzutreiben ist, das Klangild am FiiO auch nicht so einrasten, dass es mir gänzlich Sinn gemacht hätte.

Der OPPO (wie gesagt, leider fehlt mir die iDSD-Erfahrung) arbeitet symmetrisch am HM901 allererste Sahne - das ist so etwas wie gesucht und gefunden oder wie füreinander gemacht - klanglich eine Traumkombi. Auf ihre Art so faszinierend, wie das Gespann HE-6 und iDSD.

Der HD800 hat mich am iDSD ebenfalls positiv weggehauen. Nicht in seiner Signatur mit genau dem Flair, das ein OPPO am HM901 erzeugt oder ein HE-6 am iDSD - beide sind eben Magnetostaten, die tonal lieblich verzaubern können - aber tonal dennoch schlüssiger, als ich ihn über viele stationäre Amps erfahren konnte. Und dann natürlich sein ausladender Raum. Das ist schon fettes Kino. Macht irre Spaß.

Der K812 ist der, der überall problemlos gefahren werden kann und einrastet. Er macht an allen Portis oder Amp's keinen Unterschied in der Art "hier ein Stückelchen besser, harmonischer, bedeutsamer, ..."

So, wie man ihn kennt und schätzt, genau so arbeitet er an all diesen Playern oder Amp's. Er geht also überall und bei ihm, da er nicht so etwas, wie eine besondere Note in Bezug auf einen bestimmten Player kennt - er hat immer und überall sein gewisse Etwas, das was ihn auszeichnet mit dabei - geht es hier nur noch um die Qualität der Zuspielung oder Einspeisung. Ein iDSD ist beispielsweise eine andere Klasse als ein E12 Mont Blanc. Und genau das würde der K812 dann zeigen. Er läuft super am E12 und er läuft super am iDSD. Mit dem Unterschied, dass er dann ganz klar die unterschiedliche Qualität aufzeigt, die er bekommt.

Also, meine Zeilen vielleicht so wie einen kleinen Leitfaden betrachten oder etwas, wo man für sich das Feld ein wenig abstecken kann. Eine Art Vorauswahl ins Auge fassen kann.

Mehr soll damit auch von meiner Seite nicht zum Ausdruck gebracht werden.

Gruß,
Otwin
__________________
Mysphere 3.1 from 1989 to 2017
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Biete mobiles Kabel für HD-800/Enigmacoustics Dharma Phonitor Audiogeräte und Zubehör 1 14.01.2017 10:17
Biete Bowers & Wilkins P3, mobiles Hi-Fi On-Ear-Headset marathon2 Audiogeräte und Zubehör 7 09.02.2016 09:29
Meine Lieblingsnetzleiste - echtes Vintage Hifi Replace-Kellerkind HiFi Allgemein 3 19.01.2013 15:57
HiFi-STARS - das andere Magazin für HiFi-Technik OpenEnd Neuigkeiten in der Szene 478 14.01.2013 19:49
HiFi-STARS - das andere Magazin für HiFi-Technik Claus B HiFi-,Video- und Online-Magazine 119 10.03.2009 09:41



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:42 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.1 ©2002 - 2017 vbdesigns.de