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  #1  
Alt 28.11.2015, 10:53
tmr tmr ist gerade online
 
Registriert seit: 02.01.2009
Beiträge: 1.199
Standard NOXON Nova - Kultküchenradio für Audiophile

Hallo,

heute will ich euch einmal mein neuestes Spielzeug vorstellen, nämlich das Digitalradio Noxon Nova.
Warum? Nun, dieses kleine Gerät (376x140x150mm, BxHxT) klingt verdammt gut, mißt sich gut (dazu weiter unten), sieht gut aus und hat einfach das Zeug zum Kultgerät.


Die Schutzfolie klebt hier noch am Display.

Ich möchte hier jetzt aber nicht das ganze Gerät mit all seinen Features beschreiben, das kann man besser woanders nachlesen (z.B. auf der Noxon-HP), sondern nur bestimmte Punkte aufgreifen und ergänzen.

Die Bezeichnung "Digitalradio" ist auch etwas untertrieben, das Nova schluckt so ziemlich alles an Musikdaten, was irgendwie digital daherkommt und läßt sich gleichzeitig mit allen denkbaren Geräten vernetzen.
An Anschlußmöglichkeiten fehlt aus meiner Sicht nichts.
Digitaler Ausgang (TOS-Link), analoge Ein- und Ausgänge, WLAN, LAN, Bluetooth, USB und F-Connector für Antenne bzw. Antennenkabel. Die WLAN-Antenne ist innerhalb des Gerätes, der Empfang aber erstaunlich gut.


Rückseite mit Anschlußfeld und BR-Öffnung

Das Gerät selbst ist gut verarbeitet und sieht mit seinen Aluteilen sehr wertig aus.
Auch vom Gewicht ist er beeindruckend, 3.5kg für ein Küchenradio ist schon ein Wort.



Wie bin ich auf dieses Gerät gestossen?
Schon seit einigen Jahren benutze ich Noxon Digitaltuner (erst A540+ und dann A550+) u.a. auch als UPnP-Renderer.
Neben den klassischen Radiofunktionen DAB+, FM und Internetradio haben die Noxongeräte eine Playerfunktion, mit der man per Netzwerk auf einen Mediaplayer auf NAS oder PC zugreifen kann.
Ein guter externer DAC ist allerdings zwingend notwendig. Zusätzlich wird bei mir noch das Signal zwischen Renderer und DAC reclocked und auf 24Bit/96kHz geupsampelt.
Ich kann zwar mit den NOXONs FLAC und WAV nur bis 48kHz rendern, aber mir reicht das. HD-Material wandle ich vorher entsprechend um, bevor ich die Files an den NAS schicke.
Mit dem klanglichen Ergebnis bin ich sehr zufrieden (um nicht zu sagen: derzeit wunschlos glücklich).

Ein Farbdisplay zeigt mir Cover und andere Albumsinformationen an, als Controller fungiert entweder die mitgelieferte FB oder über WLAN eine Android-App auf einem Tablet.
Online-Streaming-Dienste benutze ich nicht.
So weit, so gut. Der Marktpreis für den NOXON A550+ liegt übrigens derzeit bei schlanken €250.-.

Der NOXON Nova arbeitet mit dem gleichen Chipsatz wie z.B. der NOXON A550+ (Venice 6.5 von Frontier Silicon), ist aber als Standalone-Gerät zusätzlich mit integriertem Verstärker und Stereolautsprechern plus Subwoofer konzipiert.

Von dieser Gerätegattung gibt es einiges am Markt (meist mit dem gleichen Chipsatz, aber niedriger Versionsnummer), die meisten Geräte sind sogar billiger als der Nova, verfügen aber m.E. weder über die Ausstattung noch über Klang und Verarbeitung des Nova.
Der Marktpreis für den Noxon Nova liegt derzeit bei ca. €420.-.

Als der Postbote mir das Paket gebracht hatte, war ich etwas erstaunt wegen der Größe (ich kannte ja die Abmessungen des Novas). Noch erstaunter war ich allerdings, als beim Auspacken innerhalb des Kartons eine sehr wertige Holzkiste auftauchte, in der sich wiederum der Noxon Nova befand. Normalerweise achte ich schon etwas auf ökologische Nachhaltigkeit und hasse z.B. überteuerte Stecker, die im samtgepolsterten Holzkästchen daherkommen. Mein Stirnrunzeln verschwand aber schnell, als ich den NOVA aus dem Holzkasten hob und vor mir auf den Tisch stellte. Dieses Gerät hätte meinetwegen einen Holzkasten garnicht nötig gehabt.
Der zentrale Bedienknopf ist aus Alu und nicht aus Plastik wie beim A550+ und im Dunkeln matt weiß hinterleuchtet. So etwas wünschte ich mir auch für den A550+. Mir ist natürlich auch klar, daß man sich aber hier in einer Preisklasse bewegt, wo man nicht alles haben kann.



Die Einrichtung des Netzwerks ging ruckzuck, die mitgelieferte Teleskopantenne brachte auf Anhieb stabil 37 DAB-Sender.
Bei meinem A550+ mußte ich dafür erst einen Doppelquad basteln und an die Wand hängen. Der NOVA schein diesbezüglich etwas empfindlicher zu sein.
Meine Anlage hat ein eigenes WLAN (ausrangierter Telekom-Router), das nicht mit dem Internet verbunden ist.
Zum Hören von Internetradio (kommt selten vor) wechsele ich schnell mit ein paar Klicks auf der FB auf das zweite WLAN mit Internetzugang und bin sofort mit tausenden Sendern aus aller Herren Länder verbunden.

Das Streamen vom NAS ging ebenfalls problem- und gapless.
Ist zwar in der Bedienanleitung und der Feature-Liste nicht mit aufgeführt, aber der NOVA kann wie der A550+ auch problemlos FLAC verarbeiten.

Und wie klingt nun der NOVA?

Nach ein paar Tests beließ ich die Equalizereinstellung auf "Linear", defaultmäßig steht sie allerdings auf "Normal", was m.E. für Musikwiedergabe nicht sonderlich zu empfehlen ist.
"Linear" heißt in diesem Fall: auf maximale Linearität entzerrt, wie auch die Messungen zeigen.
Rock, Jazz, Klassik, Chor - alles gut damit anhörbar.

Vorab:
Wir reden hier über eine komplette "Stereoanlage" mit den Abmessungen von drei nebeneinander gestellten CD-Hüllen.

Dafür bekommt man zwar naturgemäß ein kleines Klangbild, aber dafür offen, klar, mit federndem Bass ohne Dröhnen und Mulm, ohne Plastikgeschepper (die Rückwand ist mit 18 Schrauben befestigt), sehr farbigen und plastischen Mitten und sauberen, unaufdringlichen Höhen. Das Ganze erstaunlich pegelfest.
Es ist zwar etwas ungewohnt, wenn man den Klang der "großen" Anlage noch im Ohr hat, aber auf keinen Fall unangenehm, im Gegenteil.
Manchmal kamen sogar ketzerische Gedanken nach der Sinnhaftigkeit einer Anlage, die 100x teurer war, aber das ging zum Glück auch schnell wieder vorbei.

Ist selbstverständlich schon was anderes, aber hallo, wir reden hier gerade über ein Küchenradio!

Natürlich fehlt mir als I-Tüpfelchen noch z.B. die Seidigkeit eines AMTs in den Höhen, aber dieses Problem haben ja alle Breitbandhörer.
Auffallend ist hier aber die sehr saubere und tiefreichende Baßwiedergabe. Chapeau!
Konstruktiv wurde dies mit einem niedlichen Downfire-Subwooferchen und Baßreflexöffnung auf der Rückseite erreicht.


Unterseite mit Downfire-Subwoofer

Aber auch sonst gibts klanglich nicht viel zu meckern, vor allen Dingen, wenn man Preis und Aufwand bedenkt.

Umso gespannter war ich auf die Meßergebnisse.

Diese widerspiegelten dann auch das Hörergebnis.
Sehr linear, sehr klirrarm, pegelfest und zeitrichtig.
Etwas anderes hätte ich mich auch nach den Höreindrücken schwer gewundert.
Die Messungen habe ich auf dem Küchentisch gemacht, in 50cm Abstand auf Mitte zu beiden Lautsprecherchassis, bei einem Pegel von 75dB bei 1m Abstand.


Frequenzgang

Normale Radio/TV-Lautstärke liegt bei 55dB(A).
Ich habe dann noch bei über 80dB/1m gemessen, der Klirr stieg etwas in den unteren Mitten (aber nur da!), man hörte auch innerhalb des Gehäuses etwas leicht mitschwingen, aber für solche Pegel sind Küchen- oder Schlafzimmerradios dieser Größe auch nicht gedacht.
Wobei für mich ohrenscheinlich hier der limitierende Faktor das Gehäuse (bzw. irgendetwas innen drinnen) und nicht Lautsprecherchassis oder Verstärker waren. Vielleicht setze ich mich mal daran.


Frequenzgang und Klirr bei 75dB/1m

Die Standard-Messungen wurden immer in "Linear" Stellung des Equalizers gemacht, die möglichen Equalizer-Einstellungen werden weiter unten gezeigt.
Ein Problem der Messung war, daß immer beide Kanäle zusammengemessen wurden (dank 3.5mm Stereo-Mini-Klinkenbuchse). Für Einzelmessung hätte ich mir erst einen Adapter bauen müssen.
Vermutlich würde der Frequenzgang dann noch linearer ausfallen, aber das Ergebnis finde ich auch so schon sehr überzeugend (DSP machts möglich).

Bei ca. 160Hz erkennt man eine raumakustikbedingte Senke, die bei der Nahfeldmessung fast verschwindet.


Frequenzgang Nahfeld (20cm) Tieftonbereich (mit doppelter vertikaler Auflösung)

Für die "Zeitrichtigkeit"-Fans auch noch eine Messung:


Step-Response

Wie man sieht, garnicht so schlecht.
Das fehlende Bassfundament könnte man noch durch Equaliser-Einstellung etwas auffüttern:


Feste Equalizer-Funktionen (mit doppelter vertikaler Auflösung)

Abgebildet sind hier die festverdrahteten üblichen Funktionen wie Normal, Linear, Rock, pop, Jazz und Klassik.
Zusätzlich kann noch Loudness und eigene Funktionen (Bässe und Höhen jeweils +-14dB) eingeschaltet werden.

Kurzum, ein Klasse-Teil, das richtig Spaß macht!

Noxon ist übrigens eine deutsche Firma, alle Geräte (auf der Noxon-HP werden noch viele andere sehr interessante Geräte z.B. zum Thema Multiroom vorgestellt) sind in Deutschland konzipiert und entwickelt worden, allerdings, wie beim Preis leider nicht anders zu erwarten, in China produziert.

Gruss

Thomas

P.S.
Ich bin mit Noxon weder verwandt noch verschwägert.
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Name:	Distorsion 0° Achse, 0.5m Abstand.png
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Name:	EQ 0° Achse, 0.5m Abstand.png
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Name:	Step 0° Achse, 0.5m Abstand.png
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Name:	TT Nahfeld 20cm Stereo.png
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Name:	FG 0° Achse, 0.5m Abstand.png
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  #2  
Alt 28.11.2015, 11:27
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.333
Standard

Moin, Thomas

...es sind doch meine Worte > "kiss" > keep it sober and significant

...dankeschön, für diese Zeilen (Messung mit inbegriffen)



Gruß

...das Große "V"
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  #3  
Alt 28.11.2015, 12:19
tmr tmr ist gerade online
 
Registriert seit: 02.01.2009
Beiträge: 1.199
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Moin,
Zitat:
Zitat von wirbeide Beitrag anzeigen
Moin, Thomas

...es sind doch meine Worte > "kiss" > keep it sober and significant
...dankeschön, für diese Zeilen (Messung mit inbegriffen)
Ja, das ist auch genau das, was mich an diesem Gerät fasziniert.
Man muß ja nicht ständig im Musikgeschehen " mitten drin hängen", sondern kann auch mal nebenbei gut Musikhören, ohne gleich die große Anlage im Hörraum hochfahren zumüssen.
Mit guter Musik in der Küche geht das Gemüseschnippeln noch mal so gut...

Wenn ich die Zeit finde, werde ich hier peu à peu noch ein paar Zeilen zu den unendlichen Möglichkeiten des Herumspielens mit dem Nova (nebst natürlich Messungen) schreiben.
Der Nova steht bei mir in derzeit im Schlafzimmer und nicht in der Küche (da kommt auch noch einer hin).
Klassische Weckfunktionen hat er naürlich auch.

Gruss

Thomas
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  #4  
Alt 28.11.2015, 12:30
Franz Franz ist offline
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 7.709
Standard

Zitat:
mal nebenbei gut Musikhören
Soll damit voll erfüllt. Auf dein Urteil gebe ich was. Toll verarbeitetes Gerät, äußerst preisgünstig, danke für deine Eindrücke.
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