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KH - Kopfhörer - Testberichte & Rezensionen Hier können Forenteilnehmer ihre Kopfhörer Hörerfahrungen einstellen

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  #1561  
Alt 21.04.2018, 11:27
Janus525 Janus525 ist offline
 
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Zitat:
Zitat von Truesound Beitrag anzeigen
Die Frequenzgänge eines Kopfhörers sind nicht von "Gott gegeben wie die 10 Gebote" sondern sind von den jeweiligen Firmen so gewollt worden. Jede Firma hat da so ihren Corporate Identity Sound bei vielen Kopfhörern die sich wie ein roter Faden durch die Serie jeweils zieht....ein Beyer klingt anders als ein AKG und ein Audeze wieder anders und ein Sennheiser wieder anders....weil sie alle unterschiedlich im Frequenzgang sind.

Bei Sonarworks macht man nichts anderes als das man deren Frequenzgänge im Bereich des Aussenohrs misst und sie digital so entzerrt das sich dort ein linearer Frequenzgang bis auf eine Genauigkeit von +-0,9dB ergibt.

Grüße Truesound

Guten Morgen Truesound,

leider konnte ich Dir gestern nicht mehr antworten, weil ich nach der stundenlangen Wühlerei im Garten todmüde war und früh eingeschlafen bin. Aber jetzt:

Mit dieser Aussage stellen sich mir zwei Fragen über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde - ich verstehe nämlich nicht was das meint:

1. ) Wenn sich durch Sonarworks im Bereich des Außenohres ein linearer Frequenzgang von +/- 0,9 dB ergibt, bedeutet das dann, dass die Membran des Hörers alle Frequenzen mit einer Pegelabweichung von +/- 0,9dB abstrahlt, sich messtechnisch also eine lineare Frequenzgangskurve ergibt..., oder meint es, dass die gebogene Frequenzgangskurve, die ein Kopfhörer durch die Außenohrübertragungsfunktion ja immer haben muss, damit sich mit einem Kopfhörer gehörmäßig ein einigermaßen linearer Frequenzgang ergeben kann..., und diese gebogene, mitten- und höhenabgesenkte Schalldruckkurve wird durch Sonarworks sozusagen nur "in sich" auf +/- 0,9 dB geglättet.

2.) Die Frage kann ich erst stellen wenn ich die Antwort kenne.

Wäre lieb, wenn Du (oder jemand sonst) mir das erklären würde(st).

Viele Grüße: Janus...
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  #1562  
Alt 21.04.2018, 13:19
never never ist offline
 
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Beiträge: 353
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Zitat:
Zitat von Janus525 Beitrag anzeigen
(...)
1. ) Wenn sich durch Sonarworks im Bereich des Außenohres ein linearer Frequenzgang von +/- 0,9 dB ergibt, bedeutet das dann, dass die Membran des Hörers alle Frequenzen mit einer Pegelabweichung von +/- 0,9dB abstrahlt, sich messtechnisch also eine lineare Frequenzgangskurve ergibt..., oder meint es, dass die gebogene Frequenzgangskurve, die ein Kopfhörer durch die Außenohrübertragungsfunktion ja immer haben muss, damit sich mit einem Kopfhörer gehörmäßig ein einigermaßen linearer Frequenzgang ergeben kann..., und diese gebogene, mitten- und höhenabgesenkte Schalldruckkurve wird durch Sonarworks sozusagen nur "in sich" auf +/- 0,9 dB geglättet.
Hallo Wolfgang,

vielleicht hilft Dir die folgende Info etwas weiter, wo zwar allgemeiner über Kopfhörer-Linearisierung geschrieben wird, aber die Sonarworks-Methode ausdrücklich angesprochen wird:

Quelle: https://www.innerfidelity.com/commen...comment-515270

„At a certain point, a model has to be defined with the best approximation to the theoretical optimum and that is where standardization is so important. Btw, everything is just an approximation. Nobody would ever claim that loudspeakers, not even in a "perfect" setup, sound exactly like the original source in its optimum environment [e.g., an orchestra in a concert hall] to the same listener. Yet, it serves its purpose very well! Perfection is simply not possible.

For headphones, I agree: head, shoulders, clothes etc. are influential but naturally omitted parameters. Nevertheless, it simply is impossible to calibrate for those on a universal scale! Therefore my previous comment, that "The personal flavor always can be added, since there does not exist 'the only one right way' to EQing."

Furthermore, we shall not forget that headphone EQ is mainly done with reference to EQed loudspeakers [e.g., HARMAN target]. An approximation to an approximation! In case of Sonarworks, individual calibration provides the closest match to what I hear on my calibrated set of full-range studio monitors [if at the same target FR]; and those sound closest to the mental model I have acquired throughout the years 'in the real world'. Sonarworks is by far not perfect, but the result is quite impressive and good enough for headphones.

To my knowledge, they use a calibration process to a flat FR with translation to the 'B&K 1974 optimum Hi-Fi curve' - technically speaking they try to imitate the same acoustic space around the ears that calibrated loudspeakers create; and *not* at the eardrum. Trained listeners, in comparison to a reference loudspeaker setup, do final tuning // and crossfeed needs to be individually applied in any case. #psychoacoustics

Howsoever; head, shoulders, clothes etc. will mainly influence the high midrange and high frequencies due to the relatively short wavelengths in these frequency bands, right?”

Read more at https://www.innerfidelity.com/conten...mWDVmlW6WR6.99


Noch eine kleine Ergänzung:

Der in der Kopfhörerszene nicht gänzlich unbekannte Tyll Hertsens schrieb in diesem Jahr über Sonarworks Software:

"The proof is in the pudding though, so they gave me a little demo. They played the same track on a cellphone driving a Marshall Monitor headphone (an abysmal sounding headphone) and from a laptop driving a Sennheiser HD 650 through an outboard DAC. Both were compensated. I switched back and forth listening for tonal differences. It was a very weird experience. Both headphones sounded very similar tonally...but there were differences in imaging, dynamics, and resolve. Then the compensation was turned off. OMG, the Marshalls sounded bad, and while the HD 650 returned to a familiar sound signature, it was indeed less neutral to my ears."

Read more at https://www.innerfidelity.com/conten...IIDbv3GETKX.99

Freundliche Grüße,
never (Udo)

Geändert von never (21.04.2018 um 13:29 Uhr).
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  #1563  
Alt 21.04.2018, 14:41
Janus525 Janus525 ist offline
 
Registriert seit: 14.08.2015
Beiträge: 2.451
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Guten Morgen Udo,

danke für die ausführliche Antwort...!

Dort stehen einige (aus meiner Sicht) sehr wichtige Aussagen im Hinblick auf die Fragestellung. Nach meiner Auffassung sind das in gekürzter Form folgende:

1.) An einem bestimmten Punkt muss ein Modell mit der besten Annäherung an das theoretische Optimum definiert werden, und da ist die Standardisierung so wichtig.

Das ist sofort nachvollziehbar. Ein Profi benötigt für seine Arbeit keinen Kopfhörer, der schön, angenehm, musikalisch, einschmeichelnd oder sonstwie spezifisch klingt, sondern ein zuverlässiges und für ihn kalkulierbares Werkzeug, auf das er sich verlassen kann und das ihm als eine Art Referenz dient.

2.) Bei Kopfhörern stimme ich zu: Kopf, Schultern, Kleidung usw. sind einflussreiche, aber natürlich weggelassene Parameter. Dennoch ist es einfach unmöglich, für die im Universalmaßstab zu kalibrieren! Deshalb meine vorherige Bemerkung, dass "der persönliche Geschmack immer hinzugefügt werden kann, da es nicht den einzigen richtigen Weg" zu EQing gibt.

Das ist auch logisch. Keine pauschale Kalibrierung, wie Sonarworks sie anbietet, kann ganz individuelle Eigenschaften der menschlichen Physis oder deren jeweilige biologische / hörpsychologische Eigenarten ausgleichen, wie zum Beispiel asymmetrische Welligkeiten L/R oder schmalbandige Einbrüche in der jeweiligen Hörkurve eines Menschen. Das behauptet Sonarworks aber auch nicht. Geschrieben steht immer nur, dass die Eigenarten eines bestimmten Kopfhörers ausgeglichen werden sollen. Eine individuelle Berücksichtigung obiger Faktoren wäre nur mit einem individuellen EQing möglich, das kann aber jeder, der über das entsprechende Equipment verfügt, auch für sich zuhause machen.

Im Falle von Sonarworks bietet die individuelle Kalibrierung die beste Übereinstimmung mit dem, was ich auf meinem kalibrierten Satz von Vollbereichs-Studiomonitoren höre.

Das will ich gerne glauben. Der Profi verfügt ja bereits über einen genau definierten Hörraum und kalibrierte Monitore, an die sich der KH-Klang durch den Eingriff von Sonarworks weitgehend annähern lässt. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass der per Monitoren im Studio erzeugte Klang einem Hörer, der nichts weiter möchte als Musik hören, überhaupt gefallen würde. Das kann so sein, muss es aber nicht wie der von Profis eingerichtete Hörraum bei mir ja gezeigt hat. Zum "Arbeiten" war das vermutlich ideal, zum "Musik hören und Genießen" aber völlig daneben.

Geschulte Zuhörer machen im Vergleich zu einem Referenzlautsprecher-Setup die Endabstimmung // und Crossfeed muss in jedem Fall individuell eingesetzt werden. #Psychoakustik

Ja natürlich, und jeder Hörer mit viel Hörerfahrung - insbesondere im Bezug auf natürliche Instrumente - macht das ja auch so. Durch die sorgfältige Wahl eines oder mehrerer Kopfhörer zum Beispiel, die dem natürlichen Klangerlebnis, so wie er es wahrnimmt, am nächsten kommen. Bei mir sind das eben - ich kenne nicht so viele Hörer - der K812pro und der STAX Signature.

Kopf, Schultern, Kleidung usw. beeinflussen hauptsächlich die hohen Mitten und hohen Frequenzen wegen der relativ kurzen Wellenlängen in diesen Frequenzbändern.

Das stimmt auf alle Fälle. Bei den FG-Messungen mit verschiedenen Lautsprecherkabeln war ich gezwungen mich mindestens anderthalb Meter vom Messmikrofon nach rückwärts zu entfernen, um den FG nicht durch meine bloße Nähe messtechnisch zu sehr zu beeinflussen.

Meine zentrale Frage ist mit diesen Erläuterungen eigentlich auch beantwortet: Sonarworks ebnet den FG nur in soweit ein, dass sich alle Frequenzen für einen Hörer gleichlaut anhören. Unabhängig davon bleibt der messtechnische Frequenzgang sehr unlinear (Absenkung des Pegels ab spätestend 1kHz um mehrere, sogar bis hin zu 15dB dB, weil die Eigenschaften des menschlichen Ohrs ja weiterhin berücksichtigt werden müssen.

In sofern machen es alle Hersteller hochwertiger Kopfhörer richtig, wenn sie (liegende) S-Förmige Kurvenverläufe erzeugen. Sonarworks ebnet die Kurven halt nur noch "in sich" etwas mehr ein, der grundsätzliche "krumme" Kurvenverlauf eines Hörers, so wie er zwingend vorhanden sein muss, bleibt aber erhalten. Sollte jemand annehmen dass ich mich hier irren, bitte mich entsprechend zu korrigieren.

Viele Grüße: Janus...

Nachtrag zur Ergänzung:

"Ich wechselte hin und her und hörte auf Klangunterschiede. Es war eine sehr seltsame Erfahrung. Beide Kopfhörer klangen sehr ähnlich.... aber es gab Unterschiede in Bildgebung, Dynamik und Auflösung. Dann wurde die Kompensation abgeschaltet...()... und während die HD 650 zu einer vertrauten Klangsignatur zurückkehrte, war sie in der Tat weniger neutral für meine Ohren."

Auch das ist für mich völlig logisch. Schmalbandige Eingriffe als Reaktion auf schmalbandige Einbrüche und Überhöhungen in gegebene frequenzgänge werden immer Phasenbeziehungen verändern, was sich dann zwangsläufig auf räumliche Darstellung, dymamische Verhältnisse und auflösungstechnische Gegebenheiten nicht nur auswirken kann sondern auswirken muss.Im Grunde bekommt man durch diese Technik tonal sehr ähnliche Kopfhörer hin, deren charakteristische Klangmerkmale abseits der Linearität hörbar verändert werden. Etwas, das ich weder dem AKG noch dem STAX antun würde.
..
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Geändert von Janus525 (21.04.2018 um 15:09 Uhr).
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  #1564  
Alt 21.04.2018, 14:59
Dirac_28 Dirac_28 ist offline
 
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@Janus
Nur wenn man die Roh-Frequenzgänge betrachtet, wie man sie auf deinem letzten Bild sieht. Die vorherigen Beispiele waren aber größtenteils schon mit einer standardisierten HRTF umgerechnete Frequenzgänge, die schon möglichst gerade/ausgeglichenen sein sollten. Hier streitet man sich dann eher darum, wie stark der Abfall von den Bässen zu den Höhen sein muss. Peaks und Dips sollten aber natürlich nicht vorhanden sein.

Eine Rohmessung würde aber auch bei Sonarworks nicht gerade sein. Das darf sie natürlich auch nicht!
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  #1565  
Alt 21.04.2018, 15:28
Janus525 Janus525 ist offline
 
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Hallo Dirac,

danke für die Klarstellung...

Das ist genau das was ich als "Unsinn" bezeichnet habe, was Sonarworks mit seinen geraden Frequenzgangskurven auf der Seite suggeriert. Nach der Bearbeitung mit dem Sonarworks Programm ist der Frequenzgang zwar besser eingeebnet - allerdings um den Preis den man dafür bei anderen ebenfalls wichtigen Kriterien bezahlt. Unabhängig davon bleibt die grundsätzliche Frequenzgangskurve genauso krumm wie sie aus physikalisch / biologisch / medizinischen Gründen sein muss.
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  #1566  
Alt 21.04.2018, 15:45
Dirac_28 Dirac_28 ist offline
 
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"Unsinn" würde ich nicht sagen, da Sonarworks natürlich nicht von den Roh-Frequenzgängen spricht, die sich ergeben, wenn man mit einem Messkopf den Hörer ausmisst. Sie meinen natürlich den Frequenzgang am Außenohr, bevor er durch das Außenohr/Innenohr verändert wird bzw. verändert werden muss. Sie wollen die Resonanzprobleme der Kopfhörer beseitigen, die sich halt primär aus Reflexionen zwischen Treiber, Kopf, Polstern und Gehäuse ergeben.

Die verschiedenen Frequenzgänge kann man sich gut auf headphone.com ansehen. Von dieser Seite stammen ja auch schon viele, vor allem umgerechnete/geglättete Beispiele.

Hier mal die Rohmessung vom 812:
http://graphs.headphone.com/index.ph...n=Update+Graph

Ich bin aber bei dir, wenn es darum geht, dass so ein Eingriff natürlich auch immer mit "Nebenwirkungen" verbunden ist. Ob diese dann relevant sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.
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  #1567  
Alt 21.04.2018, 16:05
Truesound Truesound ist offline
 
Registriert seit: 29.07.2011
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Zitat:
Zitat von Janus525 Beitrag anzeigen
Guten Morgen Truesound,

leider konnte ich Dir gestern nicht mehr antworten, weil ich nach der stundenlangen Wühlerei im Garten todmüde war und früh eingeschlafen bin. Aber jetzt:

Mit dieser Aussage stellen sich mir zwei Fragen über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde - ich verstehe nämlich nicht was das meint:

1. ) Wenn sich durch Sonarworks im Bereich des Außenohres ein linearer Frequenzgang von +/- 0,9 dB ergibt, bedeutet das dann, dass die Membran des Hörers alle Frequenzen mit einer Pegelabweichung von +/- 0,9dB abstrahlt, sich messtechnisch also eine lineare Frequenzgangskurve ergibt..., oder meint es, dass die gebogene Frequenzgangskurve, die ein Kopfhörer durch die Außenohrübertragungsfunktion ja immer haben muss, damit sich mit einem Kopfhörer gehörmäßig ein einigermaßen linearer Frequenzgang ergeben kann..., und diese gebogene, mitten- und höhenabgesenkte Schalldruckkurve wird durch Sonarworks sozusagen nur "in sich" auf +/- 0,9 dB geglättet.

2.) Die Frage kann ich erst stellen wenn ich die Antwort kenne.

Wäre lieb, wenn Du (oder jemand sonst) mir das erklären würde(st).

Viele Grüße: Janus...

Damit ist die maximale Restwelligkeit des Frequenzganges im Maximum gemeint die nach der Korrektur noch vorhanden sein kann aber nicht muß....

0.9dB sind nicht sehr viel in der realen Praxis..würde man das über Lautsprecher verwirklichen bräuchte man sehr gute und meist dann recht teure Studiomonitore die dazu in einem schon akustisch sehr aufwendig ausgebauten Raum wie er privat Zuhause zu 99 Prozent nie vorhanden ist.(Ich meine da nicht ein bisschen Absorber und Diffusoren an Wand und Decke anbringen und so etwas....) Das Verhältnis wäre so das die teuren Studiomonitore der Peneautsinvestitionsanteil gegenüber dem akustischen Ausbau wäre.
Das sind dann schon akustische Ausbauten der Güte wie man sie auf den Bildern sieht bzw. man sieht das garnicht was für ein Aufwand hinter den sichtbaren Wänden dahintersteckt....

Ein solcher Frequenzgang am Hörplatz über Lautsprecher und ganz ohne die Hilfe von DSP Technik verwirklicht das kostet richtig Geld...wo man schon ein sehr ernsthaftes KFZ für kaufen könnte...

In der realen Praxis stellt es schon ein Novum da wenn Zuhause auf dem Hörplatz vor den Lautsprechern überhaupt mal Frequenzgangmessungen durchgeführt wurden oder die akustischen Eigenschaften des Raumes wie RT 60 Nachhallzeit über Frequenzgang,Wasserfalldiagramm, Early Decay-Messungen gemacht worden sind...oder ersntshaft darauf Korrekturen durchgeführt worden sind zu mindestens in rudimentärer Form um das schlimmste schon mal etwas zu korrigieren....
Da kommen dann in der Realität FG Kurven bei heraus da wären 0,9 dB ein Traum!

Grüße Truesound
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Geändert von Truesound (21.04.2018 um 16:18 Uhr).
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  #1568  
Alt 21.04.2018, 16:30
Truesound Truesound ist offline
 
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Zitat:
Zitat von Janus525 Beitrag anzeigen
Guten Morgen Udo,

danke für die ausführliche Antwort...!

Dort stehen einige (aus meiner Sicht) sehr wichtige Aussagen im Hinblick auf die Fragestellung. Nach meiner Auffassung sind das in gekürzter Form folgende:

1.) An einem bestimmten Punkt muss ein Modell mit der besten Annäherung an das theoretische Optimum definiert werden, und da ist die Standardisierung so wichtig.

Das ist sofort nachvollziehbar. Ein Profi benötigt für seine Arbeit keinen Kopfhörer, der schön, angenehm, musikalisch, einschmeichelnd oder sonstwie spezifisch klingt, sondern ein zuverlässiges und für ihn kalkulierbares Werkzeug, auf das er sich verlassen kann und das ihm als eine Art Referenz dient.

2.) Bei Kopfhörern stimme ich zu: Kopf, Schultern, Kleidung usw. sind einflussreiche, aber natürlich weggelassene Parameter. Dennoch ist es einfach unmöglich, für die im Universalmaßstab zu kalibrieren! Deshalb meine vorherige Bemerkung, dass "der persönliche Geschmack immer hinzugefügt werden kann, da es nicht den einzigen richtigen Weg" zu EQing gibt.

Das ist auch logisch. Keine pauschale Kalibrierung, wie Sonarworks sie anbietet, kann ganz individuelle Eigenschaften der menschlichen Physis oder deren jeweilige biologische / hörpsychologische Eigenarten ausgleichen, wie zum Beispiel asymmetrische Welligkeiten L/R oder schmalbandige Einbrüche in der jeweiligen Hörkurve eines Menschen. Das behauptet Sonarworks aber auch nicht. Geschrieben steht immer nur, dass die Eigenarten eines bestimmten Kopfhörers ausgeglichen werden sollen. Eine individuelle Berücksichtigung obiger Faktoren wäre nur mit einem individuellen EQing möglich, das kann aber jeder, der über das entsprechende Equipment verfügt, auch für sich zuhause machen.

Im Falle von Sonarworks bietet die individuelle Kalibrierung die beste Übereinstimmung mit dem, was ich auf meinem kalibrierten Satz von Vollbereichs-Studiomonitoren höre.

Das will ich gerne glauben. Der Profi verfügt ja bereits über einen genau definierten Hörraum und kalibrierte Monitore, an die sich der KH-Klang durch den Eingriff von Sonarworks weitgehend annähern lässt. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass der per Monitoren im Studio erzeugte Klang einem Hörer, der nichts weiter möchte als Musik hören, überhaupt gefallen würde. Das kann so sein, muss es aber nicht wie der von Profis eingerichtete Hörraum bei mir ja gezeigt hat. Zum "Arbeiten" war das vermutlich ideal, zum "Musik hören und Genießen" aber völlig daneben.

Geschulte Zuhörer machen im Vergleich zu einem Referenzlautsprecher-Setup die Endabstimmung // und Crossfeed muss in jedem Fall individuell eingesetzt werden. #Psychoakustik

Ja natürlich, und jeder Hörer mit viel Hörerfahrung - insbesondere im Bezug auf natürliche Instrumente - macht das ja auch so. Durch die sorgfältige Wahl eines oder mehrerer Kopfhörer zum Beispiel, die dem natürlichen Klangerlebnis, so wie er es wahrnimmt, am nächsten kommen. Bei mir sind das eben - ich kenne nicht so viele Hörer - der K812pro und der STAX Signature.

Kopf, Schultern, Kleidung usw. beeinflussen hauptsächlich die hohen Mitten und hohen Frequenzen wegen der relativ kurzen Wellenlängen in diesen Frequenzbändern.

Das stimmt auf alle Fälle. Bei den FG-Messungen mit verschiedenen Lautsprecherkabeln war ich gezwungen mich mindestens anderthalb Meter vom Messmikrofon nach rückwärts zu entfernen, um den FG nicht durch meine bloße Nähe messtechnisch zu sehr zu beeinflussen.

Meine zentrale Frage ist mit diesen Erläuterungen eigentlich auch beantwortet: Sonarworks ebnet den FG nur in soweit ein, dass sich alle Frequenzen für einen Hörer gleichlaut anhören. Unabhängig davon bleibt der messtechnische Frequenzgang sehr unlinear (Absenkung des Pegels ab spätestend 1kHz um mehrere, sogar bis hin zu 15dB dB, weil die Eigenschaften des menschlichen Ohrs ja weiterhin berücksichtigt werden müssen.

In sofern machen es alle Hersteller hochwertiger Kopfhörer richtig, wenn sie (liegende) S-Förmige Kurvenverläufe erzeugen. Sonarworks ebnet die Kurven halt nur noch "in sich" etwas mehr ein, der grundsätzliche "krumme" Kurvenverlauf eines Hörers, so wie er zwingend vorhanden sein muss, bleibt aber erhalten. Sollte jemand annehmen dass ich mich hier irren, bitte mich entsprechend zu korrigieren.

Viele Grüße: Janus...

Nachtrag zur Ergänzung:

"Ich wechselte hin und her und hörte auf Klangunterschiede. Es war eine sehr seltsame Erfahrung. Beide Kopfhörer klangen sehr ähnlich.... aber es gab Unterschiede in Bildgebung, Dynamik und Auflösung. Dann wurde die Kompensation abgeschaltet...()... und während die HD 650 zu einer vertrauten Klangsignatur zurückkehrte, war sie in der Tat weniger neutral für meine Ohren."

Auch das ist für mich völlig logisch. Schmalbandige Eingriffe als Reaktion auf schmalbandige Einbrüche und Überhöhungen in gegebene frequenzgänge werden immer Phasenbeziehungen verändern, was sich dann zwangsläufig auf räumliche Darstellung, dymamische Verhältnisse und auflösungstechnische Gegebenheiten nicht nur auswirken kann sondern auswirken muss.Im Grunde bekommt man durch diese Technik tonal sehr ähnliche Kopfhörer hin, deren charakteristische Klangmerkmale abseits der Linearität hörbar verändert werden. Etwas, das ich weder dem AKG noch dem STAX antun würde.
..

Sonarworks linearsisiert den FG mestechnisch sprich der FG ist dann bis auf maximal 0,9 dB linear danach.
Sonarworks nimmt keine Anpassung vor wie es Loudnesseinstellungen nach Fletcher Munson wäre...weil du sagtest gleich laut anhören....

Man kann FG Korrekturen heute ohne jegliche Phasenverschiebung durchführen mittels digitaler FIR Filter und das macht Sonarworks...

Jede Welligkeit im Frequenzgang ob man sie mit analogen Filtern, digitalen IIR Filtern durchführt oder ob es der wellige Frequenzgang eines Lautsprechers oder eines unkorrigierten KH ist bedeutet immer wo man wellige Frequenzgänge misst hat man auch automatisch Phasenverschiebungen.....ein unkorrigierter AKG 812 genauso wie ein Sennheiser HD 800 oder eine Vielzahl andere Kopfhörer jeder Preisklasse...

Zum EQ-ing....die Warscheinlichkeit das ein univeral verbogener Frequenzgang und das machen eben fast alle unkorrigierten KHs auf alle Aufnahmen passt ist extrem gering.
Das erkannt man schon das alle Marken unterschiedliche FGs haben und sich auch nicht nur ein Hersteller am Ende durchgesetzt hat....weil er die "Universal-EQ-Verzerrungkurve gefunden hat die für alle Aufnahmen gleichermaßen gut ist...
Weil erstmal muß man ja genau hören wie der Klang der Tonkonserve wirklich daherkommt und auf der Basis kann man wenn man möchte eigengeschmäcklich am EQ herumbiegen....
Gibt es auch schon lange ...nennen sich Equalizer dieser Geräte/Funktionsgruppen....gibt es in Hardware, Digital und Analog als auch als Plugins in DAW Softwaren.... und wenn man dann dort dran herumbiegt eben dann sollte man auch eine aussagekräftige Abhöre haben das man überhaupt sauber hört was man da gerade wirklich macht....

Der springende Punkt ist da man überhaupt mal gehört hat wie sich eine Sammlung von Aufnahmen unter guten Regiebedingungen tonal überhaupt anhören...
Wenn man die Aufnahmen immer nur irgendwie im FG verbogen gehört hat ob über Lautsprecher oder unkorrigierte Kopfhörer ist es mehr als schwer eine Vorstellung davon zu haben was eigentlich los ist....
Man muss das in der Praxis real erleben und dann versteht man....

Hörer die das erste mal im Leben unter kontrolierten sehr guten Regiebedingungen ordnetlich gemachte Aufnahmen gehört haben hatten dabei fast nie den Bedarf an der Aufnahme noch etwas verdrehen zu wollen



Grüße Truesound
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Geändert von Truesound (21.04.2018 um 16:51 Uhr).
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  #1569  
Alt 21.04.2018, 17:14
Janus525 Janus525 ist offline
 
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In der realen Praxis stellt es schon ein Novum da wenn Zuhause auf dem Hörplatz vor den Lautsprechern überhaupt mal Frequenzgangmessungen durchgeführt wurden oder die akustischen Eigenschaften des Raumes wie RT 60 Nachhallzeit über Frequenzgang,Wasserfalldiagramm, Early Decay-Messungen gemacht worden sind...oder ersntshaft darauf Korrekturen durchgeführt worden sind zu mindestens in rudimentärer Form um das schlimmste schon mal etwas zu korrigieren....Da kommen dann in der Realität FG Kurven bei heraus da wären 0,9 dB ein Traum! Grüße Truesound
Das sehe ich genauso. Die Messungen, die wir hier bei der Entwicklung der Lautsprecher "Vantage n.c." berücksichtigt haben, zeigen selbst bei völligem Verzicht auf alle digitalen Beeinflussungen (um Irritationen durch Veränderung der Phasenbeziehungen möglichst auszuschließen) dass +/- 0,9dB schon eine Ansage sind. Ich denke die allermeisten Anlagen liegen am Hörplatz weit darüber. Das gilt auch für meine eigene kleine Anlage im neuen Hörraum, deren am Hörplatz (mit 1/3 Okt. gewobbelte und auf Ohrhöhe gemessene geglättete FG-Kurve) man auf dem großen Foto sieht, selbst dann noch wenn man die Raumresonanz bei ca. 40Hz (an der ich noch arbeite) einmal außer Acht lässt. Aber siehst Du ja selber..., +/- 2dB lasse ich gerade noch gelten...







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  #1570  
Alt 21.04.2018, 17:27
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Zitat:
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Jede Welligkeit im Frequenzgang ob man sie mit analogen Filtern, digitalen IIR Filtern durchführt oder ob es der wellige Frequenzgang eines Lautsprechers oder eines unkorrigierten KH ist bedeutet immer wo man wellige Frequenzgänge misst hat man auch automatisch Phasenverschiebungen.....ein unkorrigierter AKG 812 genauso wie ein Sennheiser HD 800 oder eine Vielzahl andere Kopfhörer jeder Preisklasse. Grüße Truesound
Klar..., deshalb suchen wir "Nichtprofis" uns unsere Kopfhörer mit Hilfe unserer besten Aufnahmen aus der breiten Palette angebotener KH ja heraus, solange bis wir den genau richtigen für unsere Ansprüche gefunden haben. Ich jedenfalls habe das so wie unzählige andere ebenfalls gemacht. Suchen Musiker sich "ihre" Kopfhörer fürs Studio nicht auch so aus...?

Und um das Thema Sonarworks etwas scherzhaft (für mich) zu beenden: "An meine Ohren lasse ich nur AKG 812pro und STAX Signature..., so lange bis ich etwas Besseres finde (SR 009?) und es mir leisten kann..."

Viele Grüße und nochmal danke für die Erklärungen: Wolfgang...
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