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Tannoyforum Hier gibt es Neues und Bekanntes von Tannoy

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  #1  
Alt 04.11.2013, 22:42
Replace-Kellerkind
 
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Standard Neue akustische Dimensionen: NAD M 3 (e) - die Glücksmaschine

Hallo Freunde,

seit Jahren versuche ich insbesondere für die Tannoy Glenair Fans einen bezahlbaren Verstärker zu finden, der alles aus der Glenair an Wohlklang rausholt was drinsteckt.



Was lange dauert, wird endlich gut Wie man der lachenden Glenair oben entnehmen kann

Hier wurden ja nun reihenweise Verstärker von mir reviewt - und auch von den anderen Fans - sei es der McIntosh 7000, die Abacus Kombi, die Unison Geschichten, die große 200er Lector Kombi, Advance Acoustic Boliden usw. Ich selber testete mich sogar hoch bis zu den 350.5 Endstufen von Pass und den Boulder 2060 Endstufen-
immer mit dem selbigen Ergebnis - meistens hervorragende Geräte auch an vielen Tannoys - an der Glenair jedoch - entweder nicht funktionsfähig oder nur eingeschränkt (im Klang).



Lediglich Boulder und Pass lassen sich nicht kleinkriegen - stehen aber preislich in keinem Verhältnis zur Box - und - da kann man dann besser - die im Vergleich günstigen ASR Emitter nehmen, der immer noch bestehende solide Standard an Glenairs, der bei ca. 7.000 Euro losgeht und bei ca. 20.000 Euro aufhört. Nur wo viel wollen und können die wenigsten Tannerds investieren. Zumal das ja oft auch ein Platzproblem ist.

Auch Selbstbauprojekte sind ja jetzt schon an der Glenair gescheitert.

Die divenhafte Glenair schreibt wohl halt ihre eigenen Gesetze - besonders, wenn sie mit den Superteetern ST 200 betrieben werden, die sogar über die Jahre diverse 150 Kilo Kraftpakete von ASR ins Schwingen brachten, so daß man sich genötigt sah, die Emitter speziell "Glenair tauglich" zu fertigen für deren user.

Soweit die Vorgeschichte.

Natürlich machen viele amps mit der Glenair Musik - aber wenn man einmal gehört hat, was mit einer Glenair möglich ist ........dann........mag man all das nicht mehr................und es ist doch frustend mit dem akustischen Mercedes auf dem Feldweg zu hoppeln.

Nun erinnerte ich mich an die 90er Jahre zurück, bevor ich Glenairs und Emitter in Betrieb hatte. Da stand ich vor selbigen Problem mit meinen gigantischen Tannoy Westminster TW, die ebenfalls mit 38er Tulip Waveguides ausgestattet waren und an der reihenweise amps bei mir im Hause versagten, so daß ich schon verzweifelt die Boxen verkaufen wollte.

Da kam damals ein Freund und Retter mit der Hifi Exclusiv (heute Image Hifi) unter dem Arm daher including einem druckfrischen Testbericht von Cai Brockmann, wo die NAD Silver Line Kombi S 100 und S 200 als ultimative Problemlöser für schwer erziehbare Boxen abgefeiert wurden.

Am selben Tag kontaktierte ich meinen damaligen Händler Hifi Audio in Düsseldorf und wenige Stunden später hatte ich eine solche Kombi zu Hause stehen und heulte vor Glück. Tags darauf kontaktierte ich den Tannoy Chefentwickler Dr. Paul Mills und nötigte ihn, allen usern großer Tannoys diese amps zu empfehlen, was er sehr interessiert aufgenommen hat - insbesondere als er den günstigen Preis hörte.

Die NAD Killer- Kombi kostete damals Liste nur ca. 6800 DM (nicht Euro) und eröffnete mir völlig neue Klangwelten. Weg war alles Genäsel, Gequetsche und die 3 Meter Backloaded Hörner zauberten waldstadiongroße Bühnen hervor. Kurzum amtlich. Bis zu diesem Tag kannte ich NAD als High End Hersteller nicht, sondern nur mit ihrer Classic Linie. Der Cousin meiner Frau hatte noch aus der ersten Serie von den 80er Jahren einen kleinen amp von NAD am Laufen, der mich damals für ganz kleines Geld bei ihm zu Hause schwer beeindruckte und ich kaufte hinterher etliche NAD Geräte zusammen für Freunde, die wenig Geld für amps ausgeben wollten, so läuft nun auch schon rund 15 Jahre ein NAD amp beim anderen Cousin meiner Frau an mittelgroßen B u W speakern. Der amp kostete Liste keine 1000 DM und ging und geht ab wie Zunder................

Für mich kamen die Classic Produkte in ihrem mausgrau aber einfach nicht in Frage, dünne Deckel usw. - nicht meine Welt - bin halt unverbesserlicher Maschinenbau Fan der Marke unverbesserlicher alter Mann.

Das änderte sich halt 1998 schlagartig, als die S 100 und S 200 Boliden bei mir eingezogen sind - und jede Menge meiner Freunde, die es an der Westminster hörten, zogen nach und kauften ebenfalls diese Megateile. Zumal nun zumindest die S 200 Endstufen mit astreiner Optik und mächtig Kilos strotzten.

Ich trieb es dann irgendwann auf die Spitze und beschäftigte 2 S 200 als Monoblöcke, man gönnt sich ja sonst nix, kam dann aber durch einen befreundeten Dirigenten auf die ASR Emitter und verliebte mich in deren Gewicht und Sound und verlor NAD aus den Augen.

Es war damals ein Fehler die NADs wieder herzugeben, es kamen immer wieder Zeiten, da sehnte ich mich nach deren entspannten und lockeren Retro-Sound zurück. Die spielten schon "anders" als andere. Aber die S-Linie wird schon lange nicht mehr gebaut. Schade.

So um 2006 oder 2007 - als ich mal wieder in leidigen Testzeitungen blätterte - fiel mir ein Bericht über einen neuen amp von NAD auf, der M 3. Sah schon schnucklig aus und war ganz anders aufgebaut als die alten Silverlines und boxte wohl preislich in der 3000 Euro Klasse.

Als ich dann die Klangeinstufungen sah und die Ergebnisse - Superhammer fürs Geld - aber spielt nicht mit megateuren Referenzen mit ala Accuphase, Emitter and friends -
ließ ich mir keine grauen Haare wachsen und beschäftigte mich nicht weiter damit, letztlich hatte ich ja daheim die Referenzen stehen))))

Und nun nach all den Jahren, fiel mir plötzlich NAD wieder ein, was machen die denn heute? Haben die evtl. wieder einen bezahlbaren Kandidaten zum Verprügeln von Problemkindern?

Also mal im Netz geschaut und nicht schlecht gestaunt. Was? Der M 3 wird immer noch gebaut, sieht völlig identisch aus und heißt M 3 e? Ein Gerät bleibt über 7 Jahre am Markt?

Hm. Was sich so lange im schnellebigen Hifi Markt hält muß verdammt gut sein............

Kurzum, unseren Max Krieger hier angerufen - und geschwätzt. Ja, NAD bauen unglaublich langlebige und qualitativ hochwertige extrem zuverlässige Sachen, er verkaufe sehr gerne die Classic Line, da die für kleines Geld schon Problemboxen ala alte Infinitys windelweich prügeln auf höchstem Niveau.

Wow, wenn Max das sagt, wo er normalerweise schon verbalen Durchfall beim Wort Transistor erleidet.......
Aber - nein- die Master Serie und den M 3 habe er noch nie zu hören gekriegt, steht nicht in seinem Sortiment.

Nun war ich mächtig neugierig und wühlte mal beim Vertrieb Dynaudio auf der Webseite nach den technischen Daten - und heaven - was muß denn das für eine Maschine sein? Das ist ja ein Seligmacher mit 2 schaltbaren LS Ausgängen eingebauter zuschaltbarer Klangregelung (dazu später mehr), zig Ein- und Ausgängen, Balanceregelung, Monofunktion......ich könnte seitenweise aufzählen , Leistung satt bis 785 Watt an 2 Ohm (hä, der kleine "Kasten") und Rauschspannungsabständen und Kanaltrennung, die allenfalls Science Fiction sein können.

Irre.

Nun aber ran an die Bulletten, ich mit Dynaudio Kontakt aufgenommen, wo ein äußerst hilfsbereiter Herr Kretschmer sofort bereit war über Max ein Testgerät zur Verfügung zu stellen.

Als ich den armen Mann mit Fragen zur Technik bombardierte , kam ganz gelassen, ich solle erstmal den Hörtest sprechen lassen, wenn es danach noch Fragen gibt..................

.......ähm,öhm........nun ja......Spannung pur.......... also Max informiert - ein Engel, wie immer - ja klar, wenn das Gerät bei ihm eintrudelt - geht sofort an mich raus............

Nun sorgte etwas für Verwirrung, es gibt den M 3 und den M 3 e. Laut Dynaudio identische Geräte - lediglich verfügt der M 3 e über eine zusätzliche Energiesparfunktion für den Standby Betrieb - wegen den geänderten EU Vorschriften (kennen wir ja auch von den Emittern) - daher die Zusatzbezeichnung "e".

Im Nachhinein fiel mir dann ein "bug" auf - weil wir Tannerds müssen unsere Boxen für optimalen Wohlklang ja auch über das Erdungsterminal anschließen - idealerweise an Erde/Masse des amps - und der M 3 hatte netzseitig keinen dritten Pol für die Erde. Der e hingegen hatte das .......aha, also doch was anderes

OK, klar hatte ich das aktuelle M 3 e Modell zum Test vorgeladen, es kam aber, was mir beim Anschließen erst aufgefallen ist, ein altes Modell, der M 3.

Klanglich aber laut Dynaudio identisch zum M 3 e- so daß meine Höreindrücke wohl auch für das neue Modell an Tannoy Geltung haben dürften.

OK - soweit zur Vorgeschichte, Anfang der Woche trudelte das Kehrpaket ein. Ich kannte das Gerät ja von Bildern her - aber Leute, was soll ich sagen, die Realität ist eine andere.

Hier der ausgepackte Wonneproppen:




Auf Bildern der Presse - und auch auf den meinigen kommt nicht annähernd rüber, wie edel diese Geräte von NAD sind, was die für eine massive Anfaßqualität haben und vor allem was für eine Aura die um sich versprühen. Man spürt förmlich die Luft prickeln, wenn der M 3 in allen erdenklichen Farben im Sonnenlicht glitzert wie ein geschliffener Diamant - herrlich! Man ist geneigt wie Gollum zu stammeln: Mein Schaaaattttzzzzz!



Auch die Fernbedienung, schlichtweg ein Hammer und massiv.



Im übrigen ist gleich eine zweite dabei, falls man eine komplette NAD Kette betreiben will........ da wurde an alles gedacht ........und das für 3500 Euro? Eigentlich völlig unmöglich.

Schon alleine die wirklich dicken Kühlrippen sind schier ehrfurchteinflößend zu nennen. Genial.



Ich müßte euch jetzt seitenweise aufzählen, was dieser amp alles kann -
wißt ihr was? Er kann fast alles außer Käsekuchen essen, was ich persönlich ihm voraus habe. Ich mag das gar nicht alles aufführen, da werde ich nicht mehr fertig. Was ihr wissen müßt? Anschlüsse en masse! Subwoofer Ausgänge, Ausgänge für externe Endstufen.................mehrere LS Ausgänge, schaltbar auch via FB (wobei ich das mit der FB nicht ganz kapiere und lieber am Gerät schalte) usw.

Ein schöner Rücken kann entzücken:



Wirklich für mich wichtig und hier erwähnenswert, der vorbildliche "EQ".
Man kann via FB oder am Gerät den EQ zuschalten - kinderleicht und einfach die gewünschten Bass und Höhenwerte in 1 db Schritten eingeben in einem Regelbereich von plusminus 5 db. Oder die Spectralregelung nutzen, die gleichzeitig Bässe und Höhen in die gewünschte Richtung regeln - natürlich auch in 1 db Schritten.



Einer schrillen CD wertet man dann gleichzeitig in dem Maße den Bassbereich auf, wie man den Hochton absenkt. Vorbildlich und idiotensicher. Klanglich wird da rein gar nix zugeschmiert, ich testete das Klangregelwerk bis zum Abwinken - das arbeitet auf derart hohem Niveau, daß da selbst mein externer SPL Prozessor kaum rankommt..........

Zum Anbeißen - Liebe auf den ersten Blick:



Unbedingt erwähnen möchte ich auch die Balanceregelung (heutzutage eine Seltenheit) sowie das Abspeichern einer zweiten Hörzone, das mögliche Abändern von Quellbenennungen im Display nach Gusto sowie die abartig gute Lautstärkeregelung mit der man in 0,5 db!!!!!!!!!!! Schritten regelt und das - superschnell und easy. Meine Güte, wieviele Jahre müssen die im Vorfeld an dem Produkt bis zur Marktreife gerödelt haben?

Der NAD ist ein Ferrari, ein Formel 1 Rennwagen mit der Ausstattung eines Rolls Royce. Er vereint alle Welten unter einem Dach.


Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie zittrig ich war, bis das Teil endlich installiert war



Dann die ersten Töne.



Yello legten los mit Planet Dada. Was ist das denn? Bin fast mitsamt Couch aus dem Fenster geflogen als meine Monster Glenair anfängt - was eine Kraftentfaltung ........aber die Klangfarben.......hmmmmm.....irgendwie taumelte der M 3 ein wenig, als ob sei er angetrunken und spielte etwas schwarzweiß, ja förmlich körnig.

Hm, das paßte ja nun gar nicht zu allem anderen- Ausstattung, Erscheinung und Anfaßqualität. OK, für einen 3500 Euro amp schon sehr gut, aber das bin ich von den großen Maschinen am Markt besser gewöhnt......

trotzdem ließ mir das keine Ruhe und ich dachte zunächst, der müsse einfach nur brennen und warm werden.Kennen wir ja zur Genüge als alte Hifi Hasen.

Was das Edelteil jetzt schon offenbarte - es hatte die Glenair samt den hundsgemeinen Supertweetern jederzeit voll im Griff und ganz wichtig - es näselte nix und schaltete auch bei Höllenpegel nix ab. Daß es aber klanglich noch nicht paßte?

Da fiel mir ein, daß auf der Rückseite des NAD Vor- und Endstufe mit einer kleinen Brücke verbunden sind. Von meinen Lautsprechern her wußte ich, daß solche Brücken etwas harsch spielen und zum Nerven neigen, mochte das bei einem amp ähnlich sein?

Bis jetzt hätte ich das Gerät klanglich bewertet, wie die Hifi Presse auch - supergeil füs Geld - aber knapp unter Oberliga.

Nun die Brücken rausgenommen und verbandelt mit dem herrlichen von mir immer wieder reviewten daumendicken Via Blue S 6 Leinen - aber hallo- ich ließ ganze Urschreie los vor Freude, was da jetzt rauskam.

Als ob hätte man dem NAD die Handbremse losgemacht und ganze Farbeimer über jede Note gekippt. Einen derarten Effekt würde ich niemals glauben, wenn ich es nicht selbst gehört hätte.

Nun legte der NAD (ich war jetzt schon klanglich im siebten Himmel) immer weiter zu über die Stunden und was soll ich sagen, die ganze Nacht verging ohne Schlaf wie im Flug. Selbst meine hyperkritische Frau, die eigentlich bei allem außer Emitter nach 10 Minuten spätestens sagt: Mach aus den Mist............hockte stundenlang mit auf der Couch und ließ Worte fallen wie: Gewaltig, hervorragend, so habe ich das noch nicht gehört usw.

Ich selber war jetzt erstmal verstört, erstens Mal wegen der irren klanglichen Veränderung nach Austausch der Standardbrücken (wie kann so was nur sein? Glaubt doch wieder kein Mensch!) -

und zweitens -

ja, jetzt kriege ich richtig Haue ......habe Angst das zu schreiben........aber ich muß einfach bei der Wahrheit bleiben .......ich badete in einem Klangmeer, wie ich es mir immer erträumte, niemals für machbar hielt und das alles nach meinem Geschmack und meinen Präferenzen in den Schatten stellt an meinen Tannoys - auch meine abartig geliebten zentnerschweren Emitter.

Doch Vorsicht - hier geht es um meinen Geschmack, daher erkläre ich euch einige Dinge ......damit ihr versteht von was ich da rede.

Fangen wir mal mit Michael Erxleben und dem neuen Berliner Kammerorchester und Rossini an.........Sonata per Arche ......was der NAD da anstellt ist reine Zauberei. Ich habe noch nie Violinen mit derart viel Schmelz gehört. Das klingt alles so dermaßen nach reiner Liebe und entwickelt eine so was von frappierende in Granit gemeißelte Plastizität, daß einem schwindelt vor Freude .....man wird trunken von den Tönen und giert nach mehr und mehr und mehr......das mag besser sein als live ......gebe ich zu......einfach emotionaler.

Über einen dicken Emitter schwingt der Holzkorpus mehr und klingt etwas knorriger.......aber über den NAD kommt mehr Emotion........flüssiger........absolut grainfree und analog.

Große Boliden wie Boulder, Pass, Levinson klingen - was ich bisher hörte - da wesentlich mehr nach Retorte. Nach perfekter Maschine und nicht nach Aufführung-

ich kam dem nicht ganz auf die Spur und mußte mal Popmusik hören, also Madonna mit Music und Paradise, da wurde es mir schnell klar, der NAD besitzt die Fähigkeit so flüssig und angenehm wie eine richtig saugute Röhre zu klingen- wie die ganz großen Unison Geschichten.......aber dabei so derart hoch aufzulösen, wie es nur eine Krell vermag ohne auch nur ansatzweise deren Klangfarben anzunehmen oder mit harten Sibillanten rumzunerven.

Der NAD ist von den Farben her auf jeden Fall ein herrlicher Charmeur und die Spucke ist wirklich zu jedem Tropfen in einer Stimme erfahrbar. Unglaublich dieses Auflösungsvermögen.........und jaaaaa.......der Bass...............gleich mal Planet Dada von Yello wieder reingelegt ...............pfooooaaaaaaaaahhhhhhh......so subsonisch körperhaft und als Naturgewalt habe ich noch nie meine Glenair zu hören gekriegt.


Mir fehlen die Worte, das muß man erleben. Der NAD drückt da Sachen in den Raum, das kann physikalisch gar nicht sein, trotzdem nicht ansatzweise der Effekt von "Loudness" oder "Bassbauch" wie die extrem "schön" gesoundeten Emitter 2.

Der Neugierde halber die 20th Jubilee DVD Live von Dream Theater in den Schacht und auf die DC 8 BS von Tannoy umgeschaltet .......und ich komme der Sache weiter auf die Schliche.

Der NAD klingt so anders als alles was ich kenne, im positiven Sinne, daß man völlig verwirrt ist , weil er die Stärken von zig Verstärkerkonzepten in sich vereint ohne auch nur eine einzige der Schwächen aufzuzeigen.

Erstmals konnte ich genau die Halleinstellungen auf James LaBries Gesangsspur raushören, was bei meinem Emitter völlig untergeht.

Hm.

Trotzdem klingen die Becken eher weicher und runder und größer als über den Emitter- der irgendwie mehr Hochton zu haben scheint und dennoch körniger wirkt.

Vom Tempo muß ich sagen, der NAD ist nicht aus der Ruhe zu bringen, getreu dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft. Mag man bei anderen amps, wie Krell, Audionet, AVM usw. das Gefühl haben, zwischen den Boxen ist die Hölle los und da spielt Elektronik bis an ihre Grenzen, so zeichnet den NAD eine Gelassenheit , Ruhe und Souverenität aus, die ich ansonsten nur ähnlich von den ASR Emittern her kenne - allerdings ist es eher die Ruhe, die man dort von der älteren HD Linie her kennt.

Wie gesagt, ohne Bassbauch und erkennbare Soundings , sollte ich ihn dennoch zuordnen, dann würde ich sagen, es ist eher ein warm klingender amp mit gelbgoldenen und roten Klangfarben bei gleichzeitig irrer Offenheit, wie sie nur blau klingende amps hinkriegen.

Nicht zu fassen ist nun wirklich der Preis von dieser Emotionsmaschine, die einen nicht mehr losläßt.

Ich hörte wirklich alles, was mir zwischen die Finger kam bis runter zu 192er Speed Metal MP 3 s

Der NAD wirkt mit rein gar nichts lästig. Was mich jedoch verwunderte, mit ihm hört man sogar den Unterschied einer 320er MP 3 und einer CD recht gut heraus, was mir auf dem bisherigen Equipment nicht möglich war.

Es sind Nuancen, aber sie sind vorhanden.

Natürlich mußte der NAD jetzt an die großen Filmsoundtracks - ich liebe diese epischen Ballermannorchester von Hans Zimmer, John Williams, James Horner usw. egal ob Herr der Ringe, Superman, Star Wars, Braveheart - aus allem macht der NAD eine 100% glaubhafte Aufführung. Keine Retorte.

Wie gesagt, Hochtonschmelz wie eine sehr gute Röhre, Temperatur und Kraft wie ein großer Emitter, Ruhe wie eine Boulder, Auflösung wie eine Krell, Klangfarben in konkurrenzlosem Ausmaß (soweit ich amps kenne).......
es ist sehr schwer, wenn man den NAD einen Tag belauschte- wieder mit etwas anderem zu hören.....da er so anders und dennoch vertraut wirkt.


Dennoch kann ich ihn für mich- und darunter leide ich sehr - nicht kaufen, denn er wird relativ warm in seinem Class A Betrieb. Die Kühlrippen erhitzen sich kaum bis gar nicht, aber das fast komplett gesiebte Deckelteil entläßt recht heftige Warmluftschwälle, die wohl ca. 35-40 Grad haben dürften - und das verträgt sich, ähnlich wie die Hitzewallungen von Röhrenamps nicht mit meiner heftigen Gesichtsarthrose. Hatte am nächsten Tag arge Probleme, schade! Meine Frau hatte auch recht schnell brennende Augen, verträgt das leider auch nicht.

Wer aber auf so was nicht empfindlich reagiert, sollte sich den NAD unbedingt reinziehen und wer schwer erziehbare Boxen sein eigen nennt, wird damit sein Glück finden.

Vorbildlich ist auch die Geräuschentwicklung des amps. Es gibt schlichtweg keine. Weder mechanisch noch in den Boxen. Kannst das Ohr aufs Gerät legen - Totenstille, nichtmal vibrieren tun die Trafos.

Rauschen in den Boxen gibt es nichtmal bei Höllenpegeln.

Der NAD ist der erste amp, den ich kenne, der mehr Kraft entwickeln kann, als eine Glenair verträgt. Man neigt damit recht laut zu hören , weil das Wunderteil mit seinem unendlich streßfreien Klangbild nie anfängt in den Ohren zu nerven. Irgendwann - huch - sind dann die Membranen kurz vor Anschlag...........und der NAD hat noch einen Koffer mit massenweise DB s in Reserve........

Nach meinem persönlichen Hörgeschmack - unabhängig vom Preis - der emotionalste und mitreißendste Verstärker, den ich in gut 40 Jahren Hifi Hobby zu hören kriegte.

Ehrlich gesagt, damit habe ich zu dem Preis nicht ansatzweise gerechnet und noch ehrlicher gesagt weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Denn wie bereits ausgeführt, auf Grund der Warmluftumwälzung kann ich nicht sonderlich lange mit hören, ohne Probleme zu kriegen.

Würde ich was verbessern wollen?

Nur eine Sache.

Die LS Klemmen hinten sollten am unteren Paar auch nach unten hin geöffnet sein, damit man Gabelschuhe anbringen kann. Sie sind nur nach oben hin offen, das ist aber dann zu knapp zum ersten Anschluß bemessen, so daß man da eigentlich für LS Paar Nr. 2 nur Bananen nehmen kann. Die bieten erfahrungsgemäß nicht so guten Kontakt und Sound wie Gabelschuhe.

Ich muß mich nun erstmal von den Eindrücken erholen und dieser Tage weiter mit Robert an anderen Boxen testen und im Vergleich zu einigen anderen Boliden.

Aber was ich persönlich wissen muß, das weiß ich.

Max Krieger kann euch die Geräte natürlich besorgen.

Habe einige Tage gebraucht, um euch das Erlebte mit etwas Abstand in Worte zu fassen. Eins noch - ich finde es sehr schade, daß die Presse den amp nur mit den Brücken erlebt hat. Der hätte sicher etliche Referenzen entthront, das Potential ist da- zumindest an Tannoy speakern- hätte man die Brücken nicht verwendet.

Geändert von Replace-Werner (05.11.2013 um 15:44 Uhr).
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  #2  
Alt 04.11.2013, 22:50
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
Standard

Inzwischen sind wieder einige Tage meines Testberichtes vergangen.

Am Wochenende durfte der NAD in Mörfelden aufspielen beim Robert.

Auch an der Tannoy TD 12 macht er einen Bombenjob und steht Emitter 2 und großen Röhrenkombis nicht nach.

Heute spielt er wieder bei mir und ich bin echt froh drum.

Ist das ein Wohlfühlsound. Macht süchtig. Absolut.

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  #3  
Alt 04.11.2013, 23:38
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.627
Standard

Zitat:
Zitat von Kellerkind Beitrag anzeigen
Der hätte sicher etliche Referenzen entthront, das Potential ist da- zumindest an Tannoy speakern- hätte man die Brücken nicht verwendet.
Nein Werner,

Langsam mit den Pferdchen. So schnell entthront wird nichts, auch nicht an deinen Tannoys.



Mein Händler hat das Teil zur zeit an der Seite stehen wegen anderen Teilen. Der war aber an reichlich Lautsprechermaterial im Einsatz und auch schon bei mir zu Hause im Einsatz + das Frontend aus selbiger Serie, das übrigens keinen vernünftigen Schnitt zustande bringt - etwas unüblich für NAD.

Der Amp ist ein sehr gut durchwachsener Amp, ja doch stabil kann er - hier und da hat er schon mal gerne die 16A Sicherung geworfen, wie vor ein paar Wochen bei den zwei Tagen Dynaudio Präsentation, wo man anstelle des TuA gerne wieder den NAD eingesetzt hätte.

Er ist eben das, was man von NAD bekommt. Souverän, stabil klanglich weder so noch so - also von daher sauberes Maschinchen. Aber um bestehende Referenzen zu entthronen, braucht és darüber hinaus eben von allem nochmals mehr, noch stabiler, noch souveräner und lässiger - ein noch selbstverständlich leichteres sowie ansatzloseres agieren usw. Auch alles an Farbspektrum durchlassen, eben ohne die Tupfer, die deine Tannoy's von hause aus bereits draufpacken.

Wie gesagt, sehr stabiler Kerl, aber nicht unbedingt Referenz.

Gruß,
Otwin
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  #4  
Alt 05.11.2013, 06:43
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
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Hallo Otwin,

so wie du es beschreibst habe ich es erlebt mit den seriellen Brücken, siehe meine Review. Ich schrieb dazu genauer:

Zitat:
Yello legten los mit Planet Dada. Was ist das denn? Bin fast mitsamt Couch aus dem Fenster geflogen als meine Monster Glenair anfängt - was eine Kraftentfaltung ........aber die Klangfarben.......hmmmmm.....irgendwie taumelte der M 3 ein wenig, als ob sei er angetrunken und spielte etwas schwarzweiß, ja förmlich körnig.

Hm, das paßte ja nun gar nicht zu allem anderen- Ausstattung, Erscheinung und Anfaßqualität. OK, für einen 3500 Euro amp schon sehr gut, aber das bin ich von den großen Maschinen am Markt besser gewöhnt......

trotzdem ließ mir das keine Ruhe und ich dachte zunächst, der müsse einfach nur brennen und warm werden.Kennen wir ja zur Genüge als alte Hifi Hasen.

Was das Edelteil jetzt schon offenbarte - es hatte die Glenair samt den hundsgemeinen Supertweetern jederzeit voll im Griff und ganz wichtig - es näselte nix und schaltete auch bei Höllenpegel nix ab. Daß es aber klanglich noch nicht paßte?

Da fiel mir ein, daß auf der Rückseite des NAD Vor- und Endstufe mit einer kleinen Brücke verbunden sind. Von meinen Lautsprechern her wußte ich, daß solche Brücken etwas harsch spielen und zum Nerven neigen, mochte das bei einem amp ähnlich sein?

Bis jetzt hätte ich das Gerät klanglich bewertet, wie die Hifi Presse auch - supergeil füs Geld - aber knapp unter Oberliga.
Das war erstmal recht ernüchternd- Kraft und Kontrolle ja -
Klangfarben und Emotion - nein.

Weil mich das Ergebnis so überraschte haben wir es dann bei Robert ausprobiert - wo unter anderem Emitter 2 Exclusive battery, Wall Audio, Cayin, Aeon, Trigon usw. zum Vergleich zur Verfügung standen.

Sowie Boxen von Tannoy, Elac und Canton.

Hier konnte der NAD zumindest mitziehen.

Er legte noch etwas zu, wenn man Röhrenvorstufen dranhängte (ich glaube Wall Audio?) .

Auch wurden noch andere Kabelbrücken außer ViaBlue getestet - bei Robert kein bis kaum Unterschied hörbar - hier bei mir macht es große Unterschiede, ich werde noch Bilder einstellen vom Brückenmaterial. Lediglich die Originalbrücken zu entfernen - ist wohl ein Muss.

An der Glenair ist der NAD schier unschlagbar, und an diesem Problemkind spielten hier schon etliche Dutzend amps - und bzgl. dieses Problemkindes geht es hier im spezifischen Tannoy Forum.

Im Übrigen laut BDA braucht der NAD oben 50 cm Luft (wird warm) - mich wundert, daß der auf dem Bild von dir nicht abgeschaltet hat wegen Überhitzung.


Geändert von Replace-Kellerkind (05.11.2013 um 07:26 Uhr).
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  #5  
Alt 05.11.2013, 09:01
mannitheear mannitheear ist offline
 
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Beiträge: 1.382
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Hallo Werner,

sehr schön, mal wieder einen deiner mitreißenden Berichte zu lesen nach all den Wochen im Forum in denen überwiegend negative vibes zu spüren waren.



LG
Manfred
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  #6  
Alt 05.11.2013, 09:44
Replace @ Replace @ ist offline
 
Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 2.828
Standard

Hallo, bei NAD wird mir richtig warm ums Herz. Ich bekam zu meinem 16. Geburtstag einen NAD 3240 PE. Damit fing bei mir alles an. Später war es dann eine Vorstufe und Endstufe und der größte CD Pläyer. Sind gute und fair kalkulierte Produkte
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  #7  
Alt 05.11.2013, 12:34
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.627
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Zitat:
Zitat von Kellerkind Beitrag anzeigen
Im Übrigen laut BDA braucht der NAD oben 50 cm Luft (wird warm) - mich wundert, daß der auf dem Bild von dir nicht abgeschaltet hat wegen Überhitzung.

Werner,

Wenigstens alles lesen. Das Dingen steht da an der Seite nicht angeschlossen - er verweilt da einfach. Angeschlossen und optimal in Position gebracht so wie betrieben, kenne ich ihn bestens, in Verbindung mit etlichen ganz unterschiedlichen Lautsprechern. Ich kann mich auch dabei an keine nicht zufriedenstellende Angelegenheit erinnern, nur eben nicht an ein Referenzniveau. Die Gene dafür hat er aus meiner Sicht in sich drin noch nicht, unabhängig LSP A oder B.

Gruß,
Otwin
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  #8  
Alt 05.11.2013, 13:12
tannoy3
 
Beiträge: n/a
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ich hohl mir am wochenende auch nen nad m3. hat zwar über 3 wochen gedauert ehe ich den gebrauchten kriegen konnte. habe 14 tage rückgaberecht wenn er bei mir nicht passt. mal sehen (hören) wie er an der turnberry klingt.
mal sehen ob ich vor begeisterung wieder zum bettnässer werde?

joachim
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  #9  
Alt 05.11.2013, 13:29
Replace-Kellerkind
 
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Zitat:
Zitat von tannoy3 Beitrag anzeigen
ich hohl mir am wochenende auch nen nad m3. hat zwar über 3 wochen gedauert ehe ich den gebrauchten kriegen konnte. habe 14 tage rückgaberecht wenn er bei mir nicht passt. mal sehen (hören) wie er an der turnberry klingt.
mal sehen ob ich vor begeisterung wieder zum bettnässer werde?

joachim
Hallo Joachim,

das ist bestimmt der Hamburger Händler, der in ebay annocierte - das Gerät mit dem kleinen Kratzer?

Bei dem aufgerufenen Preis kannst du sicher nix falsch machen - denke dran - Brücken rausnehmen und gescheites Kabel reinstecken.

Zur info, ich habe ViaBlue X 40 Netzkabel dran, ich muß mal schauen, wie der auf Netzstrippen reagiert - habe da noch nicht experimentiert, weils einfach so saugut spielt, daß es fast strafbar ist.

Leider habe ich heute wieder dicke Augen von der Luftumwälzung - werde aber noch experimentieren mit der Aufstellung, nachdem mir nun Dynaudio das OK gaben den auch im Rack zu testen, wenn er oben nur 7 cm Luft hat und seitlich offen ist. Hatte da halt die Panik, weil in der BDA 50 cm nach oben Luft lassen steht.

Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 05.11.2013, 13:31
Replace-Kellerkind
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von mannitheear Beitrag anzeigen
Hallo Werner,

sehr schön, mal wieder einen deiner mitreißenden Berichte zu lesen nach all den Wochen im Forum in denen überwiegend negative vibes zu spüren waren.



LG
Manfred
Schön, wenn dir das Lesen im open end professionell wieder Spaß macht.

Charly hat ja schwer aufgeräumt und man muß bedenken, wenn 3 Leute von 1500 schlecht drauf sind , zieht so was schnell alle Leute runter.

Leider!

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