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Als Gastgeber und als Gast Hier gehören die Hör-Berichte von Besuchen hin

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  #1  
Alt 01.08.2012, 00:30
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.486
Standard Zu Besuch bei Dirk Jambor - True Track Recording

Eine Geschäftsreise hat mich dieser Tage nach Köln verschlagen und als ich sah, dass Krefeld nicht sehr weit weg ist, habe ich mich kurzfristig bei Dirk Jambor von True Track Recording in Krefeld zu einen Besuch angemeldet.

Dirk ist bestimmt vielen von Euch als User FinestMastering hier und da noch in Erinnerung und nach den heutigen Besuch muss ich sagen, dass er seinen Usernamen alle Ehre macht, denn was ich zu hören bekam war wirklich vom Feinsten

Doch der Reihe nach.

True Track Recording ist dabei sich ein neues Studio einzurichten und selbst wenn der Abhör- und Masteringraum noch nicht ganz fertig war, merkt man sofort beim Betreten, dass Dirk die Raumakustik sehr ernst nimmt. Die Sprachverständlichkeit ist extrem gut und eine hörtechnische Vorführung seiner Absorber zeigte, dass diese ihren Zweck voll erfüllen. Dabei wurde nicht einfach in die Hände geklatscht, wie es manche so gerne machen, sondern es wurde einfach mal laut gesprochen. Ob nun nahe an Wänden oder mehr in Raum Mitte, überall gab es keine Echos zu vernehmen, oder andere störende Reflexionen.

Mit diesen ersten Eindruck machte ich mich daran mitgebrachte Musikstücke von mir auf seinen Computer zu laden. Dabei erläuterte Dirk mir sehr genau das Softwarepaket dass er dabei ist zu entwickeln. Die Musikdateien, werden Apple typisch, intuitiv der Software übergeben ( Drag and Drop ) und man kann sofort anfangen die Musikstücke anzuhören und diese werden unter Anderen visuell so aufbereitet, dass man sofort Information über die Aussteuerung sehen kann. Auch sehr einfach gestalteten sich Analysen über Passagen zu machen, die z.B. Dynamikumfang, Mittelwerte über die Pegel, wie auch Maximal- und Minimalwerte auswerteten.

An dieser Stelle möchte ich schon jetzt in kurzer Form die Abhöranlage von True Track Recording charakterisieren:

Pegelfestigkeit, Natürlichkeit und eine selten erlebte räumliche Abbildung

Diese Eigenschaften möchte ich anhand einiger Musikbeispiele versuchen zu beschreiben.

Wie immer in einer Hörsession fange ich gerne mit dem Lied "Baba" aus der CD "The Pulse of Africa" an.



Dieses Stück wähle ich gerne um zum einen den Bass einer Anlage zu beurteilen, aber es ist auch sehr geeignet um Feindynamik und räumliche Abbildung zu beurteilen.

Das Stück wird im Rhythmus von einen prägnanten, nicht all zu übertriebenen Kickbass einer Drum bestimmt. Dieser muss sich aus meinen Hörerfahrungen gut vom Rest des Geschehens abheben, ohne jedoch die restlichen Instrumente zu übertönen. Dies ist sehr gut gelungen und wenn man bedenkt, dass dem Raum noch Bassabsorber fehlen, kann man schon jetzt von einen sehr überzeugenden Ergebnis sprechen.

Auch die Bongos die links und rechts aufgestellt sind werden dementsprechend dargestellt und die Marimba, die musikalisch das Stück begleitet wird so wie ich das kenne weit links positioniert.

Leises Rascheln, dass immer wieder einsetzt wird auch gut differenziert reproduziert und dabei werden sogar leiseste Geräusche gut vernehmbar dargestellt.

Als nächstes kam das Stück "Fizu e' su mundu" von der Biber CD "sing Lady sing".



Dies ist ein sehr gutes Stück um die Dynamik eines Lautsprechers zu testen, den die Sängerin geht oft in ein Crescendo über und an den lautesten Stellen machen viele Lautsprecher einfach schlapp, da sie im Präsenzbereich anfangen zu verzerren, nicht aber die Abhörmonitore von True Track Recording, die scheinbar mühelos die lauten Passgen wiedergegeben haben.

Der ermittelte Pegelunterschied in den Gesangpassagen liegt laut der Software von Dirk, bei über 20dB

Doch es geht weiter, denn am Anfang des Stückes wird auf der linke Seite hin und wieder auf ein Eisenstück geschlagen / gehämmert. Selten zuvor hatte ich dieses Geräusch so deutlich vernehmen können wie bei den Boxen von Dirk, aber viel frappierender für mich war, wie das Nachhallen des Anschlages von links nach rechts in die tiefe des Raums reproduziert worden ist. Das war so auffällig für mich, dass ich mir die Passage mehrmals anhören musste. Dabei kam mir zum ersten Mal im Sinn, wie gut diese Anlage ein räumliches Gefühl vermitteln kann. Dieser Eindruck wurde im gleichen Stück nochmals durch die Backgroundsängerinen unterstrichen, die tatsächlich als solche zu vernehmen waren.

Auch die markanten Tieftonpassagen, die das ganze Stück begleiten wurden sauber wiedergegeben, ohne das sie die Stimme der Sängerin erschlagen hätten. Diese blieb zu jeder Zeit stabil ortbar und klar vernehmbar.

Diese sehr positiven Eindrücke bezüglich der Räumlichkeit und auch der Pegelfestigkeit, ließen mich gleich in Chris De Burghs "Just a Word Away" Lied der CD "flying colours" übergehen.



Man könnte meinen, ein simples Stück, und viele schütteln bestimmt schon den Kopf, Chris De Burgh

Ich meine, dass man bei genauen hinhören feststellen wird, dass dieses Stück durchaus eine Herausforderung sein kann. Ähnlich wie bei dem vorherigen Lied "Fizu e' su mundu", singt er sehr laut und dynamisch. Bei manchen Passagen dachte ich in der Vergangenheit, dass die Aufnahme übersteuert ist, denn viele Lautsprecher haben beim lauten Singen ein merkwürdiges Klirren verursacht. Wenn jedoch der Lautsprecher korrekt abgestimmt ist, wird man feststellen, dass zum Teil ein leichtes Flattern aus dem Kehlkopf wahr zu nehmen ist. Das habe ich erst verstanden wie ich mal Sänger in unmittelbarer Nähe A Capella singen gehört habe.

Sehr gut hat mir die Wiedergabe der akustischen Gitarre gefallen, denn es schien so als ob kein Detail ausgelassen wurde. Leichtes Zupfen oder streichen an den Saiten wurde realistisch dargestellt, doch am emotionalsten hat mich eine Stelle berührt, bei der eine Backgroundsängerin Chris de Burgh begleitet. So differenziert und räumlich in die Tiefe dargestellt habe ich diese Passage selten gehört, denn in den meisten Fällen bekommt man einfach einen "Brei" an Sängern präsentiert, zum Teil habe ich schon erlebt, dass man die Backgroundsängerin garnicht richtig wahr nimmt.

Ich könnte jetzt weiter machen mit vielen anderen Beispielen, wie Loriots "Peter und der Wolf",



bei der mir einmal mehr die natürliche Stimmenwiedergabe und die Räumlichkeit sehr gut gefallen haben, oder die DECCA CD "Concierto de Aranjuez"



die ich als eine der besten Aufnahmen bezüglich Räumlichkeit sehe und bei Dirk dieses Potential voll zur Geltung bringen konnte.

Das ich hier soviel schreibe - es könnte noch viel mehr sein - liegt darin, dass ich Dirk heute als einen ganz anderen Menschen kennengelernt habe, als den, den man in Foren kennt.

Ja, er mag für Viele eigenartige Ideen oder Betrachtungsweisen haben, aber die Arbeit die er liefert kann ich nach den heutigen Erfahrungen als solide und hoch professionell einstufen.

Ich kann nur jeden empfehlen, mal bei ihn vorbei zu schauen, oder auch mal ein "Finest Mastering" durchführen zu lassen, denn ich bin sicher, das Ergebnis wird sich lohnen:

http://www.truetrackrec.de/
__________________
Happy listening, Cay-Uwe

http://www.sonus-natura.com/
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  #2  
Alt 01.08.2012, 01:43
MX40 MX40 ist offline
 
Registriert seit: 07.06.2012
Beiträge: 2
Standard Abhörmonitore

Hallo Cay-Uwe,

über was wurde denn abgehört - Selbstbau ?

Grüße
MX40
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  #3  
Alt 01.08.2012, 08:04
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.333
Standard

Cay-Uwe,


prima ist, dass Dirk weiterhin seinen Ideen und Ansätzen folgt, schön, dass es ihm gutgeht


Dann gefällt es mir gut, mal keine Messdiagramme von dir zu lesen...also, ich freu´mich gerade über dein Niedergeschriebens.
Unabhängig davon > deine Messreihen, etc. sprechen ja halt auch für d(s)ich


Frank Zappa >
"ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich"

Solche Darstellungen lassen viel Spielraum zum Nachdenken, ermöglichen auch, "Anderes">< "anders" zu erkennen, und das ist gut so...








me
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  #4  
Alt 01.08.2012, 08:56
Truesound Truesound ist offline
 
Registriert seit: 29.07.2011
Beiträge: 3.216
Standard

Hallo Cay-Uwe,

kannst du mal kurz dazu schildern mit welcher Audiosoftware und welchem DA-Wandler ihr da gehört habt.... im Prinzip mal die Kette des Signalflusses aufzählen.....Interessant wäre noch wer die physischen Raumentzerrungsmaßnahmen gerechnet und umgesetzt hat.....

Grüße Truesound
__________________
Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)
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  #5  
Alt 01.08.2012, 09:46
sören
 
Beiträge: n/a
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Ja, genau, schildere bitte mal die Anlage - wenns geht mit Bilderchen ...
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  #6  
Alt 01.08.2012, 16:19
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.486
Standard

Zitat:
Zitat von wirbeide Beitrag anzeigen
Cay-Uwe,


prima ist, dass Dirk weiterhin seinen Ideen und Ansätzen folgt, schön, dass es ihm gutgeht


Dann gefällt es mir gut, mal keine Messdiagramme von dir zu lesen...also, ich freu´mich gerade über dein Niedergeschriebens.
Unabhängig davon > deine Messreihen, etc. sprechen ja halt auch für d(s)ich


Frank Zappa >
"ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich"

Solche Darstellungen lassen viel Spielraum zum Nachdenken, ermöglichen auch, "Anderes">< "anders" zu erkennen, und das ist gut so...


me
Ich zitiere mal Dirk aus einer email an mich:

Zitat:
Bist auf jeden Fall kein „lebloser“ Messfreak... nein, hat mich wirklich sehr gefreut und natürlich auch berührt.
Ich habe es aber oft genug erwähnt, ich messe Vieles ( manchal auch Mist ), aber für mich zählt primär das Hörerlebnis

Zitat:
Zitat von MX40 Beitrag anzeigen
Hallo Cay-Uwe,

über was wurde denn abgehört - Selbstbau ?

Grüße
MX40
Zitat:
Zitat von Truesound Beitrag anzeigen
Hallo Cay-Uwe,

kannst du mal kurz dazu schildern mit welcher Audiosoftware und welchem DA-Wandler ihr da gehört habt.... im Prinzip mal die Kette des Signalflusses aufzählen.....Interessant wäre noch wer die physischen Raumentzerrungsmaßnahmen gerechnet und umgesetzt hat.....

Grüße Truesound
Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
Ja, genau, schildere bitte mal die Anlage - wenns geht mit Bilderchen ...
Vieles von dem was Dirk als Equipment benutzt ist nicht mehr ganz im Originalzustand, oder ist von ihn selbst gebaut worden.

So sind die Endstufen eigentlich aus dem PA Bereich, aber er hat da Ruheströme anders eingestellt ( geht eher in Richtung gehobener Ruhestrom = Class-A ). Auch die Verkabelung hat er selber zusammengestellt und z.B. die RME Audiokarte im Apple ist auch nicht mehr ganz original, obwohl diese ja als absolutes HighEnd gelten.

Als DAC und Preamplifier meine ich dass er ein B.M.C Audio Gerät benutzt.

Ehrlich gesagt, haben mich am meisten die Monitore interessiert, die er ja auch selber gebaut, wobei diese in Richtung D' Appolito Anordnung gehen, mit zwei Accuton Thiel Tief- Mitteltöner und eine großen Mundorf AMT. Beide Chassis sind Sonderanfertigungen nach Dirks Wünschen.

Was mich technisch mit Dirk verbindet ist die Bevorzugung von flachen Filtern, sprich 6dB. Genau so wie er, sehe ich die Vorteile in der Transienten Wiedergabe, die sehr impulsecht ausfällt. Davon konnte ich mich, wie beschrieben, hörtechnisch von überzeugen.

Ergänzt werden die Monitore von zwei Subwoofern, die auch mit recht flachen Filtern getrennt werden und im Prinzip eine Art 2 1/2 Wege Kombination in Zusammenhang mit den Satelliten agieren. Die Subwoofer haben ordentliche Dimensionen, denn sie dienen gleichzeitig als Podest für die Satelliten und sind zur Zeit mit vier 8" Tieftöner bestückt. Das soll sich im Laufe der Einrichtung des Studioas noch ändern und dann werden auch hier Accuton Thiel 11" Tieftöner benutzt.
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Happy listening, Cay-Uwe

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  #7  
Alt 01.08.2012, 16:30
sören
 
Beiträge: n/a
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@ Cay-Uwe: "... auch hier Accuton Thiel 11" Tieftöner benutzt"

Das auch ist zu viel, oder? Ich meine, er hätte in den Boxen (er hatte es hier mal irgendwo beschrieben) 17er Treiber eingesetzt ...
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  #8  
Alt 01.08.2012, 16:44
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.486
Standard

Zitat:
Zitat von sören Beitrag anzeigen
@ Cay-Uwe: "... auch hier Accuton Thiel 11" Tieftöner benutzt"

Das auch ist zu viel, oder? Ich meine, er hätte in den Boxen (er hatte es hier mal irgendwo beschrieben) 17er Treiber eingesetzt ...
Seine Satelliten, sprich Monitore, sind mit 6" Tief- Mitteltöner bestückt.

Die Subwoofer sind mit 8" Tieftöner gestaltet und sollen irgendwan mal mit 11" Tieftöner von Accuton Thiel ersetzt werden.
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Happy listening, Cay-Uwe

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  #9  
Alt 01.08.2012, 16:57
Truesound Truesound ist offline
 
Registriert seit: 29.07.2011
Beiträge: 3.216
Standard

Hallo Cay Uwe!

Könnte es sein das ihr über den Lavry Gold sprich DA 924 gehört habt.....

Grüße Truesound
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Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)
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  #10  
Alt 01.08.2012, 21:30
cay-uwe cay-uwe ist offline
Sonus Natura
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.486
Standard

Zitat:
Zitat von Truesound Beitrag anzeigen
Hallo Cay Uwe!

Könnte es sein das ihr über den Lavry Gold sprich DA 924 gehört habt.....

Grüße Truesound
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir das in meinen Fall nicht getan haben, denn Dirk hat Sampling Raten und andere Einstellungen, wie auch Lautstärke über den B.M.C Audio eingestellt.
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