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Blues Die Musik, die die Seele berührt

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  #1  
Alt 07.06.2017, 15:13
Franz Franz ist offline
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 9.151
Standard Snowy White - Released



Ich bin Snowy White Fan seit Anbeginn, habe alles von ihm, aber dieses Album ist für mich etwas besonderes: Zuerst mal aus klanglicher Sicht. Da sticht es aus der Serie der Snowy White Geschichten positiv heraus, vielleicht, weil er jetzt erstmals selbst der Produzent ist und er inzwischen derart relaxed spielt - seine Klasse braucht er ohnehin niemandem mehr zu beweisen, seine Mitarbeit in den verschiedensten Gruppen der Extraklasse legt beredtes Zeugnis über seinen Ruf als außergewöhnlichen Gitarristen ab - daß man, je mehr Alben er vorlegt, umso tiefer man in sein "bluesfeeling" einsteigen kann. Und genau das ist es, was Snowy aus purer Überzeugung frönt: Er spielt den Blues, so, wie er ihn spürt. Und da trifft er mit seiner Spielweise bei mir genau in`s Herz. Nur der frühe Peter Green hatte für mich noch so eine Ausstrahlung, die sich in den Tönen offenbart. Er macht aus wenigen Griffen eine derart bewegende, für mich zu Herzen gehende Tonart, daß ich schon nach wenigen Tönen mir dabei wie weggeschwemmt und mitgenommen vorkomme auf dem Weg zu meinen innersten Gefühlen.

Keine leichte, seichte Sache, wie vielleicht manche empfinden werden, die eben diesen Blues nicht haben. Für die, die ihn haben oder dabei finden, ist sein Werk - und ich sage ausdrücklich, hört euch das Album als geschlossenes Ganzes an - geradezu eine Offenbarung. Da können soviele Gefühle gelöst werden, eben "released". Man kann viel darüber schreiben, man muß es hören, mit empfinden. Oder eben nicht. Für die bleibt es dann "Fahrstuhlgedudel", was man gelegentlich bei Kritiken auch schon mal lesen kann. Aber denen bleibt das Können und die Empfindsamkeit eines Snowy White verborgen.

Am Ende des Albums erzählt Snowy seinen Hörern, daß er versucht habe, ehrlichen, einfachen Blues zu spielen und daß es aufrichtig aus seinem Herzen gekommen sei und fragt, wie es dem Hörer dabei ergangen sei. Da kann ich nur sagen: Well done, Snowy, please some more!

Abschließend noch ein Hinweis auf seine persönliche homepage: http://www.snowywhite.com/index.html

Dort ist auch sein nächstes Projekt zu sehen und zu hören: http://web133.login-13.hoststar.ch/s...index.php?id=4

Geändert von Franz (07.06.2017 um 15:51 Uhr).
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  #2  
Alt 08.06.2017, 01:37
HearTheTruth HearTheTruth ist offline
 
Registriert seit: 04.09.2008
Beiträge: 3.412
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Franz es macht einfach nur Freude
Wie Du die Musik beschreibst!
Erst Recht wenn Du dann in einem
Nebensatz Peter Green-in the Skies-
erwähnst. Das triggert mich. Werde sobald ich morgen Zeit hab
die Scheibe anhören.
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  #3  
Alt 08.06.2017, 09:25
Franz Franz ist offline
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 9.151
Standard

Rolf, danke für deine verständnisvollen Worte. Gelegentlich schreibe ich etwas über Musik, die mich wirklich berühren kann. Die Musik von Snowy White gehört da dazu, die geht ganz tief rein bei mir, da kann ich mich kaum wehren. Übrigens: Als Peter Green seine "In the Skies" in London einspielen wollte, suchte er einen lead-Gitarristen dafür, denn er selbst fühlte sich dazu gar nicht in der Lage. Er war gerade erst aus der Versenkung aufgetaucht, und er sollte für seinen producer Peter Vernon-Kell eine vertraglich vereinbarte Platte aufnehmen. Die Zeit drängte. Peter erfuhr, daß Snowy gerade in London weilte, und so rief er ihn an und fragte ihn, ob er ihm dabei helfen könne. Snowy willigte ein und brachte gleich seine gesamte Rhythmusgruppe mit. Insofern ist "In the Skies" eigentlich eine genuine Snowy White Platte, Peter Green agierte dabei mehr im Hintergrund. Ich hab sogar 2 Demo-takes von der session, wo sie beide im Studio die Stücke proben, schon die sind wegen der Spielweise richtig gut. Später hat Greens producer, Peter Vernon-Kell Green untersagt, Snowy nochmal mitspielen zu lassen bei seinen weiteren Veröffentlichungen, denn er fürchtete - nicht zu unrecht - daß Snowy Peter die show stehlen würde, was Snowy aber niemals getan hat. Er war damals einfach nur der bessere Gitarrist. Die letzte, richtig genuine Peter Green Platte war "Little Dreamer". Da spielt auch Green wieder so beseelt vom Blues. Aber das nur am Rande, manchmal kann man mal die Hintergründe über etwas erzählen, ich weiß ja von dir, daß dich das bestimmt interessieren könnte.

Solche Musiker wie Green, Snowy White oder auch Robin Trower ( der war mal Gitarrist bei Procol Harum) üben auf mich geradezu eine magische Wirkung aus und geben mir sehr viel mit ihrem Spiel. Für mich ist Musik ohnehin so etwas wie eine Therapie der Seele. Ich könnte darüber noch viel schreiben, aber es wird dann zu persönlich, manches möchte man dann doch für sich behalten, es genügt, wenn man mitschwingen kann und die Gefühle sich lösen. Man erfährt auf diese Weise viel über sich. Mir hilft es, meine Gefühle dann zuzulassen.

Aber genug davon jetzt.
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  #4  
Alt 08.06.2017, 16:48
HearTheTruth HearTheTruth ist offline
 
Registriert seit: 04.09.2008
Beiträge: 3.412
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Hallo Franz
Vielen Dank für die interessanten Infos. Bin immer
Erstaunt über Dein Hintergrundwissen. Soweit ich weiß hatte Green Drogenprobleme bevor er "in the Skys "aufnahm. Genau wie Dir
ergeht es mir mit Robin Trower. Seine Scheiben For Earth below und
Brights of Sights zählen zu den besten Alben aus dieser Zeit. Er wurde
damals ja oft als Nachfolger von Jimi Hendrix gehandelt.
Aber ich will jetzt auch nicht zu sehr OT werden, aber irgendwie sind diese
Musiker aus dieser Zeit ja mit einem roten Faden verbunden.
LG
Rolf
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  #5  
Alt 08.06.2017, 18:23
Franz Franz ist offline
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 9.151
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Green hatte Anfang der 70er Jahre enorme Probleme mit sich, dem Erfolg, dem Kommerz und den ganzen Rummel um ihn herum. Er schloss sich in München derzeit einer Kommune unter Uschi Obermaier und Rainer Langhans an (man kennt beide noch als Mitglieder der berüchtigten Kommune 1 in Berlin) und konsumierte so einige Drogen, die ihn wohl heftig verändert haben müssen, denn davon erholte er sich nie mehr so richtig. Irgendwann landete er in einer psychiatrischen Klinik. Erst 1979 tauchte er wieder auf und mit "In the Skies" gelang ihm wieder ein fulminanter Neustart. Ganz der alte wurde er leider aber nie wieder, da muß etwas in den Jahren zuvor zerbrochen sein.

Robin Trower ist in der Tat stark an Hendrix orietiert, kaum einer spielt so beseelt wie er, obwohl er ihn nie wie z.B. Randy Hansen regelrecht kopiert. Er macht sein eigenes Ding.
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