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  #1  
Alt 18.11.2013, 13:58
PhaseLinear
 
Beiträge: n/a
Standard Gleichlauf bei Acoustic Solid Laufwerken

Hier eine Info an Euch, weil sicher noch einige Andere vor diesen Phänomenen bei Ihren Acoustic Solid Laufwerken stehen.

Äußerlich: Der String oder Riemen 'tanzt' - sprich es gibt so ca. 2x / Umdrehung vor dem Motorpulley einen Höhensprung des Riemens / Strings.

Optisch: Wer eine Stroboskopscheibe auflegt, erkennt auch hier immer zeitgleich zum 'Tanz' einen Ruck im Gleichlauf.

Akustisch: Stehende Töne (z. bsp. erster Track Wish you where here) jaulen.

Nun hat sich ja niemand dafür ein High-End Laufwerk angeschafft. Und bei mir, als Acoustic Solid Händler ist in letzter Zeit vermehrt diese Problematik angetragen worden - keinesfalls nur von eigenen Kunden!

Nachdem Schwankungen der Steuerelektronik oder des Motors ausgeschlossen werden konnten, blieb nur noch eine zu hohe Trägheit durch das Plattentellerlager als Ursache übrig.
Die Reibung hat sich durch die eingelaufene Teflonbuchse derart erhöht,
dass Riemen oder String überdehnt werden, bis eine gewisse Elastizitätsgrenze erreicht ist und der Plattenteller nachzieht.
Nun entspannt sich der Riemen wieder, der Ton jault und das Spiel wiederholt sich.

Ich habe darauf einen Kundendreher und eines meiner Vorführlaufwerke zerlegt. Das Problem erzeugt das Teflonlager, in welches sich die Keramikkugel der Plattentellerachse einarbeitet.
-Teflon ist ein sehr weiches Material und man beschreibt diese in diesem Fall absolut unbrauchbare Materialeigenschaft als -Fließen-.

Nun braucht es Abhilfe, die ich in folgender Weise erledige:

Ausbauen des Lagers aus der Trägerplatte. (Ganz einfach)
Herausziehen der Teflonbuchse (Spezielles Werkzeug)
Vertiefen der Bohrung im Messinglager (Drehbank 100% zentrisch)
Oberflächengüte der Innenwandungen bleibt erhalten - Reinigen.
Einlegen einer geölten passgenauen Kugel aus Wälzlagerstahl.
Alles wieder zusammen bauen.
Ölen
Plattenteller wieder drauf ...

Nun dürfte sich das oben geschilderte Problem für immer verabschiedet haben.
Zu bedenken ist noch, dass der Plattenteller nun ca. 3mm höher steht, man kann im Messinglager nicht beliebig tief ausbohren.
Die Tonarmhöhe muß also neu justiert werden !

Grüße aus Berlin
Andreas
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  #2  
Alt 18.11.2013, 15:52
wgh52 wgh52 ist offline
Aktiv-LS Fan
 
Registriert seit: 16.12.2007
Beiträge: 894
Standard Was agt Acoustic Solid dazu?

Hallo Andreas,

ich habe zwar kein Acoustic Solid, aber der Fall interessiert mich, denn Du als Händler kümmerst Dich ja darum un d das erzeugt ja auch Kosten für den Eigner.

Hätte ich ein solches Gerät wäre für mich bei solchen Alterungserscheinungen zuerst der Hersteller gefragt Rat, Erklärung und Abhilfe zu bieten ... also was sagt Acoustic Solid zur Situation und was bieten sie an?

Gruß,
Winfried
__________________
Perception is Reality!
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  #3  
Alt 18.11.2013, 16:15
PhaseLinear
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Winfried,
die bieten an, im Garantiefall ne neue Teflonbuchse einzusetzen, wenn man das Lager oder den Dreher hinschickt.
Das ist natürlich letztlich keine Lösung, denn das Problem wird wieder auftreten.
Darum habe ich mir ja was Anderes ausgedacht.

Grüße
Andreas
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  #4  
Alt 18.11.2013, 18:27
wgh52 wgh52 ist offline
Aktiv-LS Fan
 
Registriert seit: 16.12.2007
Beiträge: 894
Standard Aha!

Acoustic Solid hat also eigentlich gar keine wirkliche (sprich: das konstruktionsproblem endgültig beseitigende) Lösung anzubieten? Und beim Neuprodukt ist dieser, nennen wir's absehbare Verschleiß schon im (doch recht bemerkenswerten) Preis "inbegriffen"?

Das hört sich nach "eingebaute Lebensdauer" an, so wie bei heutiger Consumerelektronik üblich, und gibt mir dann doch zu Denken...

Danke und Gruß,
Winfried
__________________
Perception is Reality!
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  #5  
Alt 18.11.2013, 20:17
PhaseLinear
 
Beiträge: n/a
Standard

Naja, das liefe dann wohl eher auf ne größere Rückrufaktion hinaus.
Ich glaube auch nicht, dass es so beabsichtigt ist.
Schadet ja letztlich doch dem Ruf.
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  #6  
Alt 18.11.2013, 23:33
Christoph Held Christoph Held ist offline
Master of Disaster
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 76
Standard

Moin,

ich persönlich bin der Ansicht, dass die genannte Umbaumassnahme bestenfalls suboptimal ist.
Besser und auch einfacher wäre es den Teflonspiegel durch ein belastbareres Material zu ersetzen, sowas gibt es schon ewig.
Die Lösung Stahlkugel auf Keramikkugel wird in absehbarer Zeit einen Verschleiss zeigen, dass was dann passiert lässt sich aber vermutlich nicht mit 3 Handgriffen instandsetzen.


Gruss,
Christoph
__________________
Gewerblicher Teilnehmer
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  #7  
Alt 19.11.2013, 05:50
Winfried Dunkel Winfried Dunkel ist offline
 
Registriert seit: 07.06.2008
Beiträge: 651
Standard

Hallo,

ich finde die werkseitige Konstruktion ohnehin abenteuerlich: Vergleichsweise winzige Keramikkugel auf Teflon - und das angesichts der bei Acoustic Solid lobenswert schweren Plattenteller. Der String-Antrieb mit seinem unvermeidlichen Knoten stellt auch nicht gerade die gleichlauftechnische Ideallösung dar...

Bezüglich des Lagers haben zwei Redaktionskollegen seinerzeit, als sie noch AS-Laufwerke betrieben, eine interessante Lösung gefunden:

Man nehme aus dem Juwelierbedarf eine ca. 2 mm starke Rubinscheibe und appliziere sie in das zuvor gereinigte Lager (Teflonabrieb etc. entfernen). Den Lagerschaft sollte man ebenfalls reinigen und - wie die Kugel - vor dem Zusammenbau mit passendem Öl versehen.
Eine solche Rubinscheibe ist für wenige Euronen erhältlich und setzt der "Bohrwirkung" der m.E. viel zu kleinen Lagerkugel hinreichend Widerstand entgegen.
Diese Verbesserungsmöglichkeit wurde damals dem Hersteller mitgeteilt; offensichtlich erfolgte jedoch keine entsprechende konstruktive Reaktion.

Nebenbei bemerkt: Wie die Lagerung eines schweren Plattentellers richtig gemacht wird, sieht man bei der professionellen Schallplatten-Wiedergabemaschine EMT 930st (Konstruktionsjahr 1960): Zwei beinahe kinderfaustdicke Bronzelager (oben und unten) mit eingearbeiteten Ölkanälen besorgen die horizontale Lagerung, die vertikale besteht aus einer 11 mm durchmessenden Stahlkugel, die auf dem Hartmetalleinsatz des unteren Aluminium-Lagerverschlusses läuft. Funktioniert (im Falle meines 930st) seit 30 Jahren verschleißfrei! Dies, wie gesagt, nur nebenbei.

Beste Grüße: Winfried

Geändert von Winfried Dunkel (19.11.2013 um 05:56 Uhr). Grund: Ergänzung
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  #8  
Alt 19.11.2013, 07:58
Christoph Held Christoph Held ist offline
Master of Disaster
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 76
Standard

Moin,

bei mir funktioniert die Kombination aus Scheu Inverslager mit Rubinkugel und Lagerspiegel aus "S-Grün" auch seit Jahren problemlos.
Der Teller wiegt 30 KG.
Der Antrieb erfolgt mittels Capstanmotor von der A77 über Umlenkrolle mit gummiertem Geweberiemen.
Hochlaufzeit 2 Sekunden


Gruss,
Christoph
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Gewerblicher Teilnehmer
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  #9  
Alt 19.11.2013, 10:27
PhaseLinear
 
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Standard Hey Christoph, hey Winfried

Fein, das sind ja nochmal ganz andere Ansätze.
Der Rubineinsatz gefällt mir natürlich besonders, für die AS modifizierung zum Kundenbesten.
Nun lagerseitig, haben auch alte Thorens mit ner Stahlkugel in der Tellerachse 'ewig' gehalten.
Dass sich Familie Wirth gegen schon damalige Vorschläge sperren, ist mir unbegreiflich. Schließlich soll doch gerade solch ein Laufwerk einen Hauch von Ewigkeit ausstrahlen ...

Beste Grüße aus Berlin
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  #10  
Alt 22.11.2013, 10:02
PhaseLinear
 
Beiträge: n/a
Standard Kugel oder Rubin

Hey,
habe jetzt inzwischen zwei Lager auf Kugel umgerüstet.
Das alte Teflon 'Lager' - man dürfte es wirklich in diesem Zusammenhang nicht so nennen - hatte eine Höhe von 6mm.
Die Messingbuchse hat im Boden 4mm 'Fleisch' so dass man ruhigen Gewissens 2mm ausbohren kann.
Dennoch kommt der Plattenteller durch die 12mm Kugel ca. 4mm höher, was schon etwas unästhetisch wirkt.
Habe daher das Lager insgesamt um 5 mm in die Trägerplatte des Laufwerks (Fräsung) eingelassen.

Wegen des Abriebs der Keramikkugel mache ich mir keine Sorgen.
Rubin hat eine Härte von 8. Eine gehärtete Kugel aus Wälzlagerstahl wird sich in ähnlichen Dimensionen befinden. Und öl ist ja auch noch dabei.

Jedenfalls drehen sich die Teller jetzt wunderbar frei, der Kunde ist -endlich- glücklich.
Nur der Silikonriemen erscheint mir zu weich, gefällt mir nicht.
Auch laufen die Motoren nicht Ruckfrei, man spürt die Magnetpositionen.

Wenn ich also gleich einen anderen Plattenteller nähme, das Lager hierzu selber drehe, einen anderen Motor mit zugehöriger Steuerung finde, der wirklich rund läuft ... Meine eigenen Vorstellungen eines Chassis, evtl. mit Subchassis realisiere ...

Naja - dann heißt der Plattenspieler zumindest nicht mehr Acoustic Solid ;-)

Grüße aus Berlin
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