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KH - Otwins Kopfhörer Olymp Hier ist der Bereich, in dem sich IKL freie Hörer über höchstwertiges Equipment austauschen können.

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  #1  
Alt 28.12.2008, 13:38
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
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Beiträge: 5.556
Standard Drei KH-Linien für Klassik

Hallo,

Hier mal ein Hinweis für geeignete Kopfhörerwiedergabe von klassischer Musik. Einfach nach strengen Gesichtspunkten. Ich kenne ganze drei Kopfhörer bzw. Kombinationen, die aus meiner Sicht richtig und sinnvoll für die Wiedergabe von Klassik geeignet sind. Und zwar lege ich das Lineal dabei ganz eng an. Neutralität ( besser gesagt "ehrliche Wiedergabe"), Geradlinigkeit und Klangbalance stehen dabei an erster Stelle. Keine Hascherei oder die Nase vorstrecken, ebensowenig Baßvolumen über Gebühr oder früherer Hochtonabfall. Alleine schon vom Gefühl her soll eine geradlinige Wiedergabe existieren, nichts angehoben oder aufgesetzt sein - keine Vordergründigkeit. Zudem sollte eine möglichst luftige und kopffreie Bühnendarstellung gegeben sein.

1): Stax

Im bezahlbaren Bereich sind die beiden Kombinationen " SRS-3050 II " ( Transistor System) und " SRS 4040 II " (Transistor-Röhre System) zu nennen.

Stax-Elektrostaten werden nach wie vor gerade für die Wiedergabe von klassischer Musik ganz hoch gehandelt - zu recht. Die Unterschiede zwischen der reinen Class A Kombi und der Hybrid Kombi sind klanglich insoweit vertretbar, daß es keine nennenswerten Abweichungen negativer Art gibt. Hohe Signaltreue in beiden Fällen, sehr verfärbungsarm, schnell und sehr luftig. Die Röhre macht den nochmals größeren freieren Raum - die Class A geht von Seiten der Präzision etwas disziplinierter zu Werke. Beide Wiedergaben sind aber so präzise und signaltreu, daß man mit beiden Kombis die Klassik sinnvoll bedienen kann.

Freier Raum um den Kopf, keine klanglichen Vordergründigkeiten, absolut sauberer, durchgezeichneter Baß und eine tonale Balance wie an der Schnur gezogen bilden die kerngesunde Basis für Klassik. Ich selbst ließ mich immer gerne von der SRS 4040 einnehmen, da ich den größeren oder weiteren Raum gepaart mit einer super Stimmigkeit genoss. Aber auch die Class A hatte mir über die Jahre viel Freude bereitet.

Man kann auch gerne zu den Vorgängermodellen greifen, da hier eigentlich im wesentlichen nur die Kopfhörerverstärker der jeweiligen Kombis überarbeitet wurden. Eine SRS 3030 als Class A und eine SRS 4040 als Röhre sind als Vorgängermodelle absolut nicht zu verachten, und wer den Unterschied zu den neueren Kombis nicht exakt kennt, dem geht eh nichts verloren.

Klare, luftige und transparente Wiedergabe mit weiträumiger und kopffreier Bühne.

Kosten: SRS 3050 II: 1445€

SRS 4040 II: 2260€


2): AKG K1000

Dieser Kopfhörer wird leider nicht mehr gebaut - dennoch haben ihn aber einige Personen nach wie vor in Besitz. Wenn man so möchte, stellt dieser KH auf der dynamischen Seite das dar, was Stax auf der elektrostatischen Seite ausmacht. Er arbeitet schnurgerade sein Frequenzband aus und hat Luft und kopffreien Raum ohne Ende. So erscheint dann auch ein Orchesterapparat. Luftig, groß und frei. Seit seiner Geburtsstunde 1989 gab es immer zwei Lager: Stax und AKG K1000. Die einen bevorzugten bei Stax die noch etwas transparentere Gangart, die anderen bevorzugten die etwas größere Erdigkeit beim K1000. Aber egal, der K1000 ist der absolut geeignete dynamische KH für klassische Musik. Wenn man sich ein Orchester mit ihm anhört, danach auf einen anderen x-beliebigen dynamischen KH umsattelt, hört man förmlich, wie die gleiche Musik an geradlinig ausgewogenem Betrieb verliert. Es ist nach dem K1000 sehr schwer, klassische Musik mit einem anderen dynamischen KH zu akzeptieren.

Ich betreibe den K1000 momentan an einem CEC HD51, eine erstaunlich gut zusammen passende Kombi. Sicher, der K1000 darf die CEC HD53 und HD53R Nachfolger gerne als Partner haben - dadurch wächst nochmal alles - aber er geht auch am HD51 überzeugend. Überhaupt ist das Zusammenspiel, die Stimmigkeit zwischen den K1000 und den CEC Geräten enorm hoch. Ich möchte nicht sagen, daß es keinen anderen dynamischen KH gibt, der klanglich gleich gut passt, aber CEC und K1000, das sitzt wie der Punkt auf dem i.

3): beyerdynamic DT 880 / Verstärker A1

Ebenfalls eine Kombi für die Klassik vom feinsten. Diese Kombi macht nicht die kopffreie Bühnenweite oder Größe der Staxen oder des K1000, aber von der ehrlichen Tonalität her betrachtet, wird sich jede andere Kombi schwer tun, da heran zu reichen. Das merkt man ganz schnell, wenn man mit ihr hört und bei gleicher CD wechselt. Man merkt sofort ohne Mühe, wo hier ein kleines Pölsterchen plötzlich mehr am Kontrabass anliegt oder eine andere leicht aufgesetzte Situation besteht. Man bekommt mit der beyer-Kombi eine klare Vorstellung einer 1:1 Gegebenheit. Tonal und Klangfarbe sitzen perfekt. Dazu ein in sich klar ausgeleuchteter Raum.

Kosten: beyerdynamic A1 / DT 880: rund 1300€

Vielleicht könnte man bezüglich der Räumlichkeit bei den drei Linien folgende Aussage treffen. Bei Stax und K1000 hat man die Position auf dem Zuhörerplatz, was daran liegt, daß sich der Orchesterapparat als ganzer Apparat vor einem in einem luftigen Raum zeigt. Weit von links nach rechts. Bei der beyer-Kombi hat man den Platz des Dirigenten am Pult, hat also sein Orchester in direkter Nähe zu sich. Sieht natürlich sehr exakt in die einzelnen Orchesterreihen, was für eine glaubhafte Tiefenstaffelung sorgt.

Alle drei Linien sind hervorragend geeignet für klassische Musik, da sie alle sauber durchgezeichnet aber auch ehrlich wiedergeben. Geradezu eine Grundvoraussetzung bei dieser Musikgattung. Und noch mal, es heißt nicht, daß jemand mit einem anderen KH nicht für sich genommen super auf seine Kosten käme, aber streng betrachtet stelle ich bei über 90% der restlichen Probanden immer eine Anhebung fest, die der tonalen Ehrlichkeit am Ende nicht dienlich ist. Ich finde, daß die meisten Kopfhörer am Markt so gemacht sind, daß sie bewußt wegen Anhebung für ein Stück Fun sorgen sollen. Es klingt halt spektakulärer.

Früher, so zur Entstehungszeit eines K1000 waren ein paar Schmieden darauf bedacht, sauber und präzise Klassik wiedergeben zu können. Irgendwann ging dann alles mehr in Richtung Seitwärtsbewegung. Weder ein AKG K701 noch ein Sennheiser HD650 kennzeichnen das Potential, was beide Firmen schon mal gezeigt hatten. AKG hatte wiegesagt bereits mit einem K1000 klar gezeigt, wo es lang geht. Sennheiser ließ sich ebenfalls mit ihrer elektrostatischen Kombi „HEV 70 / HE 60“ nicht lumpen. Sieht man einmal von dem blöden „Limiter“ ab, der eigentlich wieder ein Schuß nach hinten war. Viele Besitzer ließen sich bei Sennheiser den Limiter außer Betrieb setzen. So bleibt nur zu hoffen, daß sich mit dem kommenden Sennheiser HD800 zeigt, was diese Firma drauf hat. Und auch AKG müßte einen K1000 Nachfolger bringen. Denn beide Firmen können es, vorzüglich sogar.

Gruß,
Otwin
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  #2  
Alt 31.12.2008, 01:16
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.556
Standard AW: Drei KH-Linien für Klassik

Hallo,

Betrachten wir uns die von mir genannten drei Geräte-Marken einfach etwas näher. Ich beginne mit dem AKG K1000, wenngleich dieser schöne Kopfhörer nicht mehr gebaut wird. Viele besitzen ihn, und da sein offizielles "Auslaufen" noch nicht ewig her ist, noch als Teil, mit erst ein paar Jährchen auf dem Rücken. Bei manchem Besitzer ist er aber auch schon gut über 10 Jahre alt. Ich hatte mir diesen KH über die Jahre hinweg ganze zweimal gekauft.

Die "feinere" oder "ernstzunehmende" Kopfhörerwiedergabe war vor 20, 25 Jahren nur einigen wenigen Produkten vorbehalten. Die meisten dynamischen Kopfhörer führten ein Schattendasein hinter diesen wenigen auserkorenen Produkten. Ein dynamischer KH für 100 oder 150 DM war allenfalls gerade noch gut für die bessere Mithörgelegenheit am Vollverstärker / CDP / Tape-Deck und viel preislich höheres gab es nicht in diesem Bereich. Der echte KH-Enthusiast griff zu Lösungen, die allesamt als Elektrostat ausgeführt waren ob Jecklin, Sennheiser, Koss oder Stax. Stax bildete dabei, wenn man so möchte, den stärksten Bezug zur gehaltvollen Kopfhörerwiedergabe, da diese Firma Jahrzehnte lang wie ein Inbegriff zu sehen war und auch noch ist. Stax hatte ständig an ihrer Palette gearbeitet und zudem auch noch sowohl den Transistor-Verfechter als auch den Röhren-Verfechter gleichermaßen gut bedient.

Eine solch ernste Produktpflege fand man im gehobenen Kopfhörerbereich bei keiner anderen Firma.

Nun standen die Anhänger dynamischer Kopfhörer Stax gegenüber immer etwas auf verlorenem Boden, einem soweit nicht ganz ernst zunehmenden Boden, da nicht oben in der Welt mit Anspruch. Dies änderte sich schlagartig als 1989 von AKG der K1000 angekündigt wurde. Endlich mal ein dynamischer Kopfhörer, der mit einer großen, freien und luftigen kopffreien Bühne aufwartete. Endlich mal das doch bei vielen dynamischen KHs am Kopf mehr zusammengepreßte Bild verlassen. Was der K1000 machte, war in dieser Art neu. AKG ermöglichte dies durch das Bauprinzip ihres K1000. So ist das noch bis heute. Es gibt keinen dynamischen KH, der die Orchesterbühne so luftig und frei vom Kopf löst. Jeder dynamische KH, den ich kenne, hat das Orchester näher am Kopf sitzen. Alle diese KHs basieren auf einem anderen Bauprinzip als der K1000. In aller Regel Ohr umschließend bis hin zu Ohr aufliegend, wie bei den Grados beispielsweise. Am nächsten zum K1000 kämen noch die Schweizer "Precide"-Modelle, wobei nur das Flagschiff, der AMT, qualitativ zu benennen wäre, da ein Ergo nicht qualitativ auf dem Niveau eines K1000 arbeitet.

Auch der Precide AMT liegt ohne größere Berührung oder Ohrumschließung vorm Ohr. Aber zurück zum K1000. Dieser KH macht also eine sehr große Bühne und Kopffrei. Dazu einen sehr geraden Frequenzgang, wirkt tonal wie an der Schnur gezogen. Es gibt bei ihm kein Fett irgendwo, auch kein Präsenzverhalten. Sehr gute Auflösung und stimmige Klangbalance, fast gänzlich unverfärbt.

Im Jahre 1989 war das dann der Hammer schlecht hin. Stax bekam einen dynamischen Probanden zur Seite gestellt, konnte somit nicht mehr unangefochten im Olymp verweilen. Ich kann mich noch sehr gut an die damalige Pressesituation erinnern. Das ging wie ein Lauffeuer um den Globus.

Dann bot der K1000 noch über sein gelungenes Klangbild hinaus eine weitere Möglichkeit, die von vielen auch sehr positiv aufgenommen wurde. Man konnte sich die Membranflächen zum Ohr hin anwinkeln. Durch einen Mechanismus wurden die Seiten regelrecht aufgeklappt und konnten so vorm Ohr positioniert werden, daß sich eine Art "Von vorne Ortbarkeit" ergab. Natürlich blieb es dem Anwender selbst überlassen, wie sich für ihn dabei dieser Vorteil am Gehör nutzbar machte. Nicht jeder kam hierbei zum gleichen positiven Eindruck. Denn man darf nicht vergessen, je weiter man die Membrane vom Gehör entfernt, um so mehr Volumen, Intensität bzw. Fülle ging aus der Musik heraus - logisch. Es ging darum, den für sich geeigneten Mittelweg zu finden.

Stax machte 1977 in Form eines KHs namens "Sigma" und 1987 in Form seines Nachfolgers "Sigma Pro" etwas ähnliches wegen "Von vorne Ortbarkeit". Diese beiden KHs waren im Hause Stax die einzigen, bei denen beiden Folien um 90° zum Ohr versetzt angeordnet waren, wie wenn man seine beiden Handflächen um 90° versetzt an die Ohren anstellt. So kamen die Siganle dann mehr von vorne. Ich hatte meinen Sigma Pro sehr lange in Betrieb, und fand, daß diese Geschichte gut funktionierte. Allerdings verlor eben auch der Sigma gegenüber dem Lambda an Volumen oder Gewicht.

Genau dies gälte auch für den K1000, wenn man beide Kapseln zu weit aufklappt.

So war auf jeden Fall ein echtes dynamisches Unikat in Form eines K1000 geboren. Und da dieser KH so geradlinig und unverfärbt spielte, natürlich der Idealfall für alle anspruchsvolle (audiophile) Musik und generell richtig zu Hause bei Klassik, Jazz und überhaupt gutgemachter Ware, die ähnlich zu sehen war. Das alles geht vom feinsten. Aber auch alte Supertrampscheiben oder Pink Floyd etc. ebenfalls problemlos. Der K1000 ist nicht zu sehen als Teil, welches einfach nur mit perfekter Kost umgehen kann, nein auch für vieles andere, wie erwähnt: Supertramp, Genesis, Parsons und co. Seine Stärken spielt er natürlich dann aus, wenn seitens der Aufnahme von allem her möglichst schon genug gute Arbeit geleistet wurde, was ihn aber nicht zur Ausnahme macht.

Nun stand da ein dynamischer KH mit einem Wirkungsgrad von 74dB, der einfach nach Spannungsverstärkung verlangte. Anzuschließen an die Lautsprecherausgänge des Verstärkers, was viele dazu verleitete, sich ihren K1000 an den vorhandenen Onkyo, Kennwood, Sony oder Yamaha Vollverstärker zu hängen. Einen Vollverstärker hatte jeder und viele mit doppeltem LS-Ausgang, umschaltbar. Also nichts wie ran. Und dann kamen viele lange Gesichter. Also, die zu erwartenden Qualitäten, mit denen ein K1000 dann der "Stax" Paroli bieten könnte, die kamen natürlich so nicht. Ich konnte dies damals reichlich oft miterleben und sah, wie der ein oder andere K1000 schnell wieder verkauft wurde. Seine Qualität wurde vom Verkäufer nie erfahren. Ein Bekannter von mir schloß damals den K1000 an seinem Camtech Vollverstärker an, was zu einem überentschlackten Gesamtklang führte - auch dieser K1000 fand sich dann in den Kleinanzeigen einer Hifizeitschrift wieder - schade. So ging es einigen Käufern. Der K1000 hat keinen berühmten Wirkungsgrad, braucht richtig Spannung, damit sich die Membrane nicht im Halbschlaf bewegt. An vielen für ihn ungeeigneten Verstärkern klang er zu rund, zu müde, undynamisch – so gar nicht im Sinne seiner eigentlichen Qualität. Hinzu kam noch die Tatsache, daß der K1000 frequentiell gesehen im Baß einen recht frühen Abfall hatte und ganz oben am anderen Ende der Skala. Wenn dann noch zusätzlich nicht der richtige Verstärker die Membrane vernünftig bewegte, dann war das Ergebnis sehr schnell ernüchternd. Ich hatte meinen K1000 an hundert Vollverstärkern bzw. Endstufen ausprobiert von wenig Geld bis über 10000 DM und ein hoher Preis war beileibe keine Garantie für ein vernünftiges Funktionieren.

SAC baute dann einen passenden Amp, welcher sich ebenfalls K1000 nannte. Dieser Amp verfügte nur über symmetrische Eingänge. Auch ihn hatte ich in meinem Besitz. Klanglich offen und kontrolliert lief der K1000 an ihm, jedoch nicht mit machbarer Bühnengröße oder Weite, auch nicht mit dem machbaren Ausdruck in der Musik. Es funktionierte, zeigte aber nicht das auf, zu was ein K1000 in der Lage war. Irgendwann erwähnte ich einmal, daß ich mit Omtec-Monos heranging, was zu einer anderen Liga wurde, als mit dem SAC-Verstärker. Viel später zeigten dann auch Vollverstärker der Marke CEC, wie ein AMP 3300 oder 5300, daß mit dieser Linie eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem K1000 möglich war. Carlos Candeias, selbst Besitzer des K1000 wußte, was dieser Kopfhörer braucht und so war es für mich eigentlich auch nicht verwunderlich, daß sich eine entsprechende klangliche Stimmigkeit ergab und Spannungsseitig die K1000 Membrane richtig angepackt wurde. Der K1000 läßt Schallanteile der rechten Membrane zu einem Teil mit ans linke Ohr gelangen und umgekehrt (binaurales Hören). Er bezieht reflexionär das Außenohr, die Schulter und die Kopfseite ebenfalls um ein Stück mit ein. Zählt man alle Punkte zusammen, die hier vernünftig umgesetzt wurden, so wird ein Klassikhörer einen Orchesterapparat vor sich auftauchen sehen, den er so oder in dieser Art von keinem anderen dynamischen Kopfhörer geliefert bekommt. Wer mit geschlossenen Augen vor sich diese virtuelle Welt sieht, die sich mühelos vor dem Kopf und halb um den Kopf herum aufbaut, in reichlichem Abstand zum Kopf, so mit einem KH ein Orchester in Miniatur vor sich sieht, dem wird das eigentlich physikalisch kleinere nichts ausmachen. Es ist schon atemberaubend, ein Orchester so mitzuerleben. In einerseits dieser Klarheit und Luftigkeit und andererseits fast zum abzählen der Interpreten. Ganz einfach mit dem Finger die Musiker vor sich berühren können.

So etwas an Wiedergabe darf man getrost „Weltklasse“ nennen, ohne damit zuviel zu sagen. Es ist Weltklasse.

Dann wurde der BAP 1000 Audiosphere Binauralprozessor ins Leben gerufen. Mit entweder vorgewählten Presets oder einer persönlich erstellten ROM-Card – bei AKG wurden die Daten (Ohrform, Kopfform, Gehörkurve) ermittelt und konnten dann per erwähnter Card dem BAP zugänglich gemacht werden. Somit arbeitete der Prozessor auf die jeweilige Person hin ausgerichtet. Kurzum diente dies alles an Prozessorarbeit dazu, mehr Natürlichkeit, Realismus und echteren, größeren Raum zu bekommen. Natürlich wurde auch beim BAP wie bei heutigen anderen Korrekturen das Musiksignal entsprechend verändert. Es müssen Laufzeiten verändert werden, Reflexionen mit eingerechnet werden und und und. Es muß einfach fürs Gehirn eine größere Räumlichkeit entstehen. Und wie bei allem, funktioniert eine solche Geschichte nicht bei jedem Menschen gleich gut. (Ähnlich siehe Crossfeed) Bei wem es aber richtig funktionierte, bei demjenigen war es räumlich echtes Bingo. Kann man nicht mit Worten richtig beschreiben, da so räumlich gesehen das Kopfhörerland komplett verlassen wird und man eher so allmählich eine LS-Wiedergabe im Raum zu Rate ziehen müßte. Dies können sich aber die meisten wahrscheinlich nur sehr schwer vorstellen. Man muß es erlebt haben. Wenn die Kinnlade nach unten fällt, hat es funktioniert.

Von einem K1000 darf man nicht den größten Schub erwarten, es ist auch kein Laut oder Krach Hörer. Also ohne Ende elektronische Bässe durchpumpen, das ist nicht seine Sache. Auch die tiefen Orgellagen bringt er nicht mit vollem Gehalt, da eben ein recht früher Abfall, aber der komplette Rest bis nach oben, ein Ohrenschmaus. Man kann ihm jede Musik geben, bei der nicht das übertriebene Maß oder der Sound im Fokus steht. Seine Konstruktion ist einzigartig und sein Musikerlebnis zeigt einer Menge an Kopfhörern schnell und locker, was gleiche tonal verbocken.

Er ist und bleibt ein einzigartiger Kopfhörer. Wer ihn besitzt, hat einen der besten Kopfhörer, die es weltweit gibt. Er braucht den richtigen Amp, möchte nicht im Sinne eines Draufschlägers überfordert werden und kann in Zusammenhang mit dem BAP 1000 für eine Räumlichkeit sorgen, die man in der Kopfhörerwelt dann vergeblich suchen wird. Aber auch ohne den BAP räumlich als KH Maßstäbe setzend.

Betrachtet man sich am Ende einmal die Preise für diesen kompletten KH-Traum und rechnet zusammen ( K1000 1600 DM, SAC Verstärker 2400 DM, BAP 1000 4000 DM), dann wird sehr schnell klar, daß dies alles nichts mehr mit einem netten kleinen Spiel zu tun hat (hatte) und beileibe nichts für einen Anfänger war, sondern KH-Wiedergabe auf höchstem Niveau für denjenigen, der genau wußte, was er umsetzen wollte. 8000 DM waren keine Kleinigkeit, die Quelle kam ja noch dazu. Leider ist dies alles nicht mehr aktuell zu erhalten, sondern nur noch über den Gebrauchtsektor.

Gruß,
Otwin
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Geändert von lotusblüte (31.12.2008 um 01:47 Uhr).
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  #3  
Alt 03.01.2009, 01:57
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
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Beiträge: 5.556
Standard AW: Drei KH-Linien für Klassik

Hallo,

Bezüglich auf dem Gebrauchtmarkt angebotener K1000 Kopfhörer: Mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen und schauen, wie alt der K1000 ist. Dieser Kopfhörer wird preisstabil im Gebrauchtbereich veräußert, das heißt, nicht selten zum gleichen VK-Euro-Preis, wie er ursprünglich gekostet hat. Also mithin sieht man ihn gebraucht für um die 700€.

Bei diesem Preis sollte er natürlich nicht ein Modell darstellen, daß über 10 Jahre auf dem Rücken hat, weil der Preis dann nicht angemessen wäre. Die Verkäufer wissen halt, daß sie hochgehen können im Preis, weil es den K1000 nicht mehr gibt. Jedoch muß alles im Verhältnis bleiben. Einfach Preistreiberei macht keinen Sinn.

Die Frage, ob der K1000 500€ bis 700€ Wert ist bei vetretbarem Alter (5-7 Jahre) und richtig gut gepflegtem Zustand, beantworte ich mit ja. Hat den Grund, daß es keinen Vergleich gibt. Kein anderer dynmischer KH macht exakt die Art. Kein anderer KH dynamisch macht diese luftige, freie Bühne. Man kann also suchen, wie man will, nutzt nichts. Eine vergleichbare Art gibt es nur als Stax-KH, demnach also Elektrostat. Da der K1000 als dynamischer Hörer hier also eine Ausnahme darstellt, positiv versteht sich, und geradezu top für die Klassik ist, zugreifen, wenn sich ein entsprechendes Angebot auftut. Zugreifen!

Gruß,
Otwin
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