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KH - Otwins Kopfhörer Olymp Hier ist der Bereich, in dem sich IKL freie Hörer über höchstwertiges Equipment austauschen können.

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  #1  
Alt 04.08.2008, 10:47
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.620
Standard Kopfhörerverstärker Beyer A1 und CEC HD53R

Hallo,

In diesem Abschnitt schaue ich mir die erwähnten Kopfhörerverstärker näher an. Mit CEC hab ich schon Jahre lang das Vergnügen, der Beyer A1 ist für mich völlig neu. Beide Verstärker bereiten mir als KH Fan sehr viel Musikspaß und Freude. Ich versuche mal ein Stück davon zu transportieren.


CEC HD53R:

CEC Europe Braun & Quast
Ehestorfer Dorfstrasse 8
21224 Rosengarten

Tel:+49(0)40-7901020
Fax: +49(0)40-79010222

Web: www.cec-international.de


Beyerdynamic A1

beyerdynamic GmbH & Co. KG
Theresienstrasse 8
74072 Heilbronn

Tel: +49(0)7131-6170
Fax: +49(0)7131-617-224

Web: www.beyerdynamic.de


Beyerdynamic A1 und CEC HD53R:

Ich hab extra “und” geschrieben anstelle “vs”. Ich bin der Meinung, bei diesen beiden braucht man keine Gegenüberstellung, da sie für mich auf Augenhöhe arbeiten. Ich konnte nichts feststellen worin der eine dem anderen überlegen wäre und dennoch klingen sie am Kopfhörer anders.

Nach meinen sehr guten Erfahrungen über die letzten Tage mit dem Lake People G99/2, wüsste ich es nicht besser, könnte eh erst mal der Hunger nach einem anständigen KHV erledigt sein. Und leicht kann ich mir vorstellen, das es so vielen ergehen könnte, vor allem, fehlen einem die Vergleichsmöglichkeiten. Ist einerseits gut so, denn der G99/2 macht eben schon sehr viel von allem, andererseits wiederrum schlecht, da man immer noch einen guten Teil an Leistung und Qualität von seinem Kopfhörer nicht mitbekommen hat.

Nun, wohin geht es denn, grob zusammen gefasst dabei?

Es geht dahin, wo das Gasgeben nichts mehr mit Mühe zu tun hat, wo soviel Hubraum da ist, das Berg rauf und runter mit konstanter Geschwindigkeit gefahren werden, wo Unebenheiten ganz locker verarbeitet werden, wo jede Nervosität fällt, immer das Gefühl von genug Reserve da ist, wo ich den Blick ruhig mal zum Fenster seitlich riskieren kann, weil einfach unbeirrbar grade in der Spur, wo auch selbst eine weitere Beschleunigung ab 150 für das gleiche irre Gefühl sorgt, wie die Beschleunigung darunter, wo ich einfach nach 100 km aussteige und bemerke, schade, war´s das schon.

Würde es sich um ein Fahrzeug handeln, könnten diese Punkte gelten, überträgt man es auf den Umgang mit der Musik, machen sie mir den gleichen Sinn.

Zusammenfassend könnte man auch sagen, das Gefühl zu haben, von allem ist genug da und zu jeder Zeit.

Wenn ich die Arbeit dieser Verstärker im Hifisinne beschreiben soll, dann greife ich zu den Zeilen von Christian Gather aus der Zeitschrift „LP“. Er beschriebt den Beyer A1 oder seine Arbeit mit der Musik so, das ich fast nichts mehr hinzu zu fügen habe.

Ich zitiere:

„ Das erste Aufdrehen des Lautstärkestellers verblüfft allerdings, denn es kommt ... nicht viel. An den feinfühlig einstellbaren, weil angenehm großen Regelbereich muß man sich nämlich erst mal gewöhnen. Hat man das hinter sich, bringt der A1 ein überwältigend sauberes und klares Klangbild zu Gehör. Kleinste Informationen werden bis zur letzten Schwingung ausgearbeitet, der Raum bis in die hinterste Ecke ausgeleuchtet, dynamische Struckturen perfekt abgestuft. Die gebotene Informationsfülle wird gleichzeitig auf eine so selbstverständliche Art vermittelt, das der A1 ein tonal und auch in Sachen Detailwiedergabe absolut perfekt ausbalanciertes Klangbild liefert. Er zieht klangverhüllende Vorhänge auf, bietet perfekt durchhörbare Bässe, ordnet durcheinander geratene Höhen, bringt Stimmen auf den Punkt und bleibt dabei so locker und emotional packend, das man nicht umhin kann, begeistert die gesamte Musiksammlung rauf und runter zu hören. Der A1 ist zudem einer dieser Verstärker, von denen man nie genug bekommen kann und immer weiter aufdreht. Dabei zuckt der A1 nicht mal mit der Wimper.“

Bis hierhin mal. Nun, das ließt sich sehr stark emotional. Als hätte der gute Mann bei seiner Gänsehaut und während sich sein starkes Gefühl einstellte, die Zeilen mit geschrieben. Aber er hat so Unrecht nicht.

An der Stelle packe ich aber den CEC HD53R mit dazu, denn auch für ihn gilt das beschriebene fast gleichermaßen. Die beiden Verstärker sind Geräte, wo ein Leistungsdefizit nie ein Thema wird. Da wird nicht die Luft ausgehen. Ich hab alles mögliche an wirklichen Kraftakten auf den CD Teller gelegt, keine Chance, das einer der beiden einknickt, es sei denn man möchte seinen Kopfhörer lautstärkemäßig sprengen und die Ohren ebenfalls.

Der A1 hat etwas mehr Feingeist als der HD53R. Bei ihm hört sich die Musik struckturierter an. Ich weiß, furchtbarer Begriff dazu noch im Hifi, aber es kommt so. Hier deckt er einfach minmal noch mehr auf. Oder sagen wir einfach, er führt mich noch näher an ein Instrument oder eine Stimme heran.

Der HD53R hingegen ist Meister, wenn es um das „Ton in Ton“ geht. Wie natürlich dabei die Musik als ganze Musik und ganzes tonales zu erfahren ist. Darin liegt er etwas vor dem A1. Er spielt auch leicht vollmundiger. Beim Grado KH merkt man das sehr schön. Am HD53R spielt der Grado mit etwas mehr Fülle und am A1 mehr geradliniger, mehr an der Schnur.

Von der tonalen Klangbalance her betrachtet, brauche ich absolut kein Gramm zu erwähnen, bei beiden Verstärker nicht. Wenn hier die Balance nicht stimmt, dann bei keinem Verstärker. Das gehört zu den Punkten, die man wirklich getrost zu den Akten legen kann. Der HD53R macht einen leicht weiteren Raum, der A1 meines Erachtens den korrekteren. Er ist Meister im Zeigen von Verhältnissen, wie Größe und Platzierung.

Immer wenn ich live im Konzertsaal bin bei uns in Saarbrücken, meist gelingt mir ein Platz auf der Empore, wo man von oben einen schönen Gesamteindruck hat, und sitzt man in der Mitte auch akustisch gut bedient wird, laß ich ganz locker beim Zuhören meinen Blick über die Musiker gehen, ohne von der Musik abgelenkt zu werden. Bei diesen beiden Verstärker kann man sich das in etwa genauso vorstellen. Wenn vor einem das Orchester auftaucht, lässt man ganz locker seinen Blick von links nach rechts gleiten, ohne es zu müssen und ohne etwas von der Musik zu verpassen.

Ich könnte mich immer amüsieren, wenn in x-beliebig vielen Test´s die CD-Werke behandelt werden gezielt. Bei dem Stück die Becken, beim nächsten die Atmung der Sängerin, dann die lieblichen Streicher bei Belafontes Auftritt in der Carnegie Hall auf RCA Living Stereo usw usw. Für diese beiden Verstärker wäre das schierer Unfug. Hier geht es nicht mehr um das wie sondern um Musik. Der Rest ist völlige Nebensache, weil man zu keiner Sekunde mit einer Überlegung konfrontiert wird. Jede Art von Musik bleibt einfach Musik und nicht ein mehr audiophiles oder weniger audiophiles Etwas.

Ich hab eine, wenn man so möchte, tonal gesehen, sehr kantige Vivaldi „Vier Jahreszeiten“. Unten auf dem Bildchen sieht man sie. Drottingholm Barock Ensemble. Alte Instrumente. Für mich persönlich die Vier Jahreszeiten schlechthin. Kein Hifischönklang, keine gezielte Gutmütigkeit. Ich hatte in der Vergangenheit mehr als einmal erlebt, wie Personen vor ihren Anlagen bei dieser Aufnahme fast geflüchtet wären, Anlagen, die sich dem AHA Hifi verschrieben, die nicht tonal ausbalanciert arbeiteten.

Ich hör mir diese Vivaldi am Beyer A1 über meinen Grado SR325i an. Und der Grado ist ein KH, der Öffnung hat. Hier zeigt sich am schnellsten, wenn alles im Lot ist. Wenn nicht, bekommt diese Aufnahme gar keine Zeit mehr ihrer Musik willen, sondern endet in einem highfidelen Desaster. Da bohren sich Bohrer in den Gehörgang.

Wenn alles stimmt, ist zu keiner Sekunde auch nur irgend etwas von highfidelem Gedanken da, weil die Instrumente mit ihrer tonalen Stimme nur den Sinn zeigen, warum diese Aufnahme gerade in der Art Auslegung so unheimlich viel an Atmosphäre zu vermitteln hat. Dann kommt der Punkt, als dürfte nichts anders sein, genau so müssen die Instrumente diesen Vivaldi vermitteln.

Zum Schluß noch mal etwas zur Nutzung der beiden KHV:

Der HD53R bedient zwei Kopfhörer gleichzeitig, wobei man auch ruhig auf der einen Seite die 30 Ohm fahren darf, während auf der anderen Seite 300 Ohm vorhanden sind. Zwei völlig getrennte Kreise ermöglichen das.
Zwei schaltbare Eingänge hat er, Schalter auf der Rückseite, einmal RCA und einmal XLR. Beide sind pegelseitig gleich. Wählbarer Verstärkungsfaktor zwischen –12dB, 0dB, +6dB. Der Kippschalter dafür ebenfalls auf der Rückseite. Zudem kann ein Pärchen LS angeschlossen werden, sie sollten einigermaßen vernünftigen Wirkungsgard haben am besten ab 89 aufwärts. Der HD53R macht dann am LS komplett die gleiche saubere Arbeit wie am KH.

Der Beyer A1 hat eine Klinkenbuchse. Fahren kann man ihn aber mit Hilfe eines Y Adapters, um zwei Kopfhörer gleichzeitig zu betreiben. Dann aber möglichst gleiche Impedanzen einhalten. Am besten zwei gleiche Typen.
Er hat zwei Quelleneingänge per RCA, wobei vom ersten das Signal wieder heraus gegeben wird.

Damit hat der Beyer ein gutes Stück Möglichkeiten weniger als der HD53R. Hört man aber Musik über diese beiden Verstärker, werden diese Dinge eventuell zur Nebensache.


Fazit: Abschließend ohne viel Gedöhn zu machen und ohne sich im Highend endlos zu ergehen. Wenn man bei der Wiedergabe Wert darauf legt am KH keine Eingrenzung zu erfahren, die Kopfhörer bis an ihr mögliches erleben möchte und zwar bei allem, was man benennen könnte in der Musik und aus technischer Sicht, dann greift man zu einem dieser beiden Verstärker, zahlt an die 1000,- Euro und hat fast grenzenloses KH Vergnügen.

Mit dem HD53R hantiere ich ja nun schon sehr lange. Reizen würde mich der Beyer sehr. Würd er in mein Budget passen zur Zeit, ich müsste nicht überlegen.

Das Innenleben des Beyer sieht man etwas im Testbericht und vom HD53R ist eine entsprechende Aufnahme im CEC HDXX Thread.


Gruß,
Otwin
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