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Hörempfindung Wie werden Musik und Geräusche empfunden

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  #11  
Alt 12.02.2018, 12:31
Schärfer mit Senf Schärfer mit Senf ist offline
 
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Zitat:
Zitat von Franz Beitrag anzeigen
Hätte ich deine Hörpräferenzen, wäre ich diesen Weg längst gegangen. Und du hast Recht: Es gibt inzwischen sehr hochwertige Kopfhörersysteme, die dir die Bühne vor dem Kopf aufbauen. Wäre ich nicht überzeugter Stereo-Hörer, der zu Hause genau das will, hätte ich längst Kopfhörer. Ich höre aber anders als die meisten, ich gehe ganz bewußt zum Hören in den Hörraum und nagele mich da für ein paar genußvolle Stunden an den sweet spot. Weil ich das will und nur so in den vollen Musikgenuß komme. Du bist aber in der Hinsicht anders veranlagt. Und da würde ich dir echt empfehlen, hochwertige Musikwiedergabe mittels portablen Geräten und sehr guten in ears mal auszuprobieren. Das kann richtig klasse sein.
Jeder muss sehen, wie er seine Hörpräferenzen befriedigt bekommt. Ich weiß aus früheren Beiträgen, daß bei Charly fast den ganzen Tag Musik läuft. Sein Anspruch geht aber über reine Berieselung aus jeder Ecke hinaus, eine gewisse Realitätsanmutung muss schon gegeben sein. Sicher, er wird außerhalb des Sweet-Spots sich im Klaren sein, daß er Kompromisse eingeht, wenigstens vermitteln die MEG320k die geforderte Natürlichkeit.

Ich höre - wenn überhaupt - nur im Auto ständig Musik, ohne fehlt mir was. Zuhause ziehe ich mich zurück ins Studio und pflanze mich in den Sessel und mache es wie Franz, ein paar Stunden (und wenn es abends nur eine bis anderthalb Stunden sind unter der Woche) abschalten, eintauchen in die hohen Klangweihen, wie man sie nur im Sweet-Spot findet. Das ist wie eine Droge - die einzige, die ich mir gönne.
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MfG Bernd
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  #12  
Alt 12.02.2018, 12:46
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Nachdem unsere Kinder schon seit Jahren aus dem Haus sind, hätte ich genügend Räume, die ich zum Hörraum machen könnte. Mache ich aber nicht, da meine Herzdame genauso verrückt nach Musik ist, wie meiner einer .... und wir beide auch noch einen sehr ähnlichen Musikgeschmack entwickelt haben. Wir hören gerne viel Musik auf hohem Niveau, ohne uns an den Hot-Spot zu binden. Habe mir im Souterrain ein Entwicklerbüro eingerichtet. Da würde sich dann eher Kopfhörerbetrieb für hohe Anforderungen anbieten.

Für viele Musikliebhaber mit kleinen oder schlechten Räumen wäre Kopfhörer doch genauso die Lösung. Bei ausgefallenem Musikgeschmack belästigt man auch nicht die Mitbewohner. Wie bringen wir Musikproduzenten dazu, Kunstkopf zu produzieren?

Grüßle vom Charly
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Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung
Bin überzeugter Agnostiker
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  #13  
Alt 12.02.2018, 12:57
Schärfer mit Senf Schärfer mit Senf ist offline
 
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Zitat:
Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
Mich würde da schon speziell Kunstkopfstereo interessieren. Aus meiner Sicht müßte es doch möglich sein, über Studioequipment auch die Kunstkopf-Funktion nachzubilden, also aus einzelnen Tonspuren auch Kunstkopf zu kreieren.

Grüßle vom Charly
Nur annähernd, die Beugungseffekte, die vom Kopf generiert werden, kann man kaum nachbilden. Es ist ja schon schwierig genug, das richtige Mikrofon bzw. dessen Charakteristik zu finden. Via Kunstkopf soll ja der menschliche Hörapparat in seiner Perfektion nachgebildet werden, also auch Schall von hinten, abgeschwächt durch die Ohrmuschel. Ich kann via Plug-Ins Instrumente (einzelne Spuren) scheinbar nach vorne oder hinten verschieben, in die Breite gehen oder gar auf Lautsprecherebene verschieben, aber das Dilemma, was man beim Mischen hat (ich mache das über Genelec im Nahfeld), ist, sich keine Phasenfehler in den Mix zu holen. Denn wir haben das schon erlebt, daß ein Mix auf den Nahfeldmonitoren prima funktioniert, aber Mono geschaltet zusammenbricht, weil sich nah beieinander liegende Frequenzbereiche auslöschen. Nun mag man meinen, man höre kein Mono, wenn aber ein Musikstück überall funktionieren soll, ist das ein NO-GO. Gottlob gibt es auch Plug-Ins, die das schon im Vorfeld sichtbar machen.

Die Frage, die sich stellt, ist: wie aufwändig (teuer) darf ein Mix (Mastering) werden, wenn das tatsächlich machbar wäre? Wobei wir wieder bei der Randerscheinung für ein paar audiophile Spinner wären. Ich halte STEREO da für völlig ausreichend, und halte es da wie Franz, man muss das akzeptieren, was man bekommt. Die Combo bleibt im Konzert auf der Bühne, wenn ich mich wegdrehe oder weggehe. Will ich alles hören, bleibe ich auf dem für mich ausgesuchten besten Platz.
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MfG Bernd
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  #14  
Alt 12.02.2018, 12:58
OpenEnd OpenEnd ist gerade online
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Bevor wir aber in Richtung allgemeiner Vorteile von Kopfhörern abgleiten, möchte ich doch eher wieder die Frage priorisieren, ob Kopfhörer, richtig betrieben, nicht die bessere Lösung für Realitätsanmutung darstellen.

Grüßle vom Charly
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  #15  
Alt 12.02.2018, 13:25
Schärfer mit Senf Schärfer mit Senf ist offline
 
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Zitat:
Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
Bevor wir aber in Richtung allgemeiner Vorteile von Kopfhörern abgleiten, möchte ich doch eher wieder die Frage priorisieren, ob Kopfhörer, richtig betrieben, nicht die bessere Lösung für Realitätsanmutung darstellen.

Grüßle vom Charly
Für Kunstkopf ja, für Stereophonie nicht. Denn beim Kopfhörer fehlen dem rechten Ohr die Schallanteile für links und umgekehrt. Daß man trotzdem einen ausgeprägten mittigen Eindruck hat, liegt an der Tatsache, daß bspw. Schlagzeug (bspw. Bassdrum) größtenteils Monoanteile beinhalten. Und beim Mastern kann via Enhancer (keine Billig-Plug-Ins) frequenzabhängig Teilfrequenzen aus der "Breite" stufenlos herausgefiltert werden, was bei Gesang auch Sinn macht, denn sonst hättest du wahrscheinlich Münder wie Scheunentore.

Das Einzige, was bei dir funktionieren könnte, wäre die IKL loszuwerden bzw. sich die Bühne vorne "einzubilden". Das kann nicht Jeder, von daher: Randerscheinung.
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MfG Bernd
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  #16  
Alt 12.02.2018, 13:52
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
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Zitat:
Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
Bevor wir aber in Richtung allgemeiner Vorteile von Kopfhörern abgleiten, möchte ich doch eher wieder die Frage priorisieren, ob Kopfhörer, richtig betrieben, nicht die bessere Lösung für Realitätsanmutung darstellen.

Grüßle vom Charly
Hallo Charly,

Ja, das sind sie!!!


Nein, im Ernst. Für mich tun sie das seit über 30 Jahren, aber, das weißt du ja. Da Menschen damit aber völlig unterschiedlich umgehen, ist dieses Thema nicht zu verallgemeinern. Der KH baut für mich über normales Stereo genau die gleiche Bühne vor mir auf, wie über Kunstkopf. Kunstkopf fällt dann räumlich noch größer aus und dreidimensionaler - vielleicht noch echter, livehaftiger.

Aber wie gesagt, es ist nicht zu verallgemeinern. Du selbst hast ja über dein Problem der Lokalisierung von hinter dem Kopf berichtet.

Kopfhörer hören bleibt speziell. Für die meisten Menschen ist das einfache von vorne lokalisieren im Raum per LSP erst mal das eher normale, weil man ja auch live in welcher Gegebenheit auch immer irgendwen vor sich hat und dort lokalisiert. Das geht beim KH ebenfalls und aus meiner Sicht sogar noch gezielter, auf dem Platz gebundener oder definierter, aber das sind Einzelfälle. Bei mir ist das so.

Eine Person, die jedoch unter voller IKL steht und das sind die meisten auf diesem Globus, wirst du ja schlecht davon überzeugen können, dass per KH mehr Realität entsteht, was logisch ist. Und selbst per Kunstkopfaufnahmen (die waren sogar preislich günstiger, als andere Aufnahmen) wirst du auf genügend Menschen stoßen, denen das immer noch nichts bringt.

Kunstkopfaufnahmen taugen für keine LSP Wiedergabe etwas - das geht in die Hose. Stereo-Aufnahmen gehen aber auch per KH vorzüglich. Das bringst du leider nicht in einen passenden Topf.

Gruß,
Otwin
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  #17  
Alt 12.02.2018, 14:07
Dirac_28 Dirac_28 ist offline
 
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Sehe das wie Schärfer mit Senf.
Stereoaufnahmen sind für Lautsprecher gemacht und funktionieren damit auch besser. Die Kritik bez. Stereo im Realitätsanmutung-Thread halte ich für Kritik auf hohem Niveau. Bei einer guten Lautsprecheraufstellung, guter Sitzposition und brauchbarer Raumakustik funktioniert die Bühnenabbildung meiner Meinung nach sehr gut. Natürlich kann man keine 1:1 Reproduktion eines Orchesters erwarten, aber die Bühne kann trotzdem sehr beeindruckend sein. Und bei kleineren Jazz oder Rock Bands funktioniert es sogar sehr gut!

Binaurale Aufnahmen hören sich in der Theorie erst mal gut an, aber bei mir konnte sich auch da keine realistische Vor-Kopf Ortung einstellen.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Kunstkopf, der für die Aufnahme genommen wurde, natürlich nicht genau der Anatomie des Musikhörers entspricht.
Noch entscheidender ist es aber wohl, dass sich bei Kopfbewegungen keine natürliche Frequenzgangänderung bzw. natürlicher Delay ergeben. Dies ist für das natürliche Hören essentiell und kann nicht mit aufgenommen werden.
Und da dies so essentiell ist, versuchen auch Geräte wie der Smyth Realiser dies zu simulieren.

Ich bin die letzten Jahre in beiden Welten unterwegs gewesen. Und so detailreich und präzise die Kopfhörerwiedergabe auch ist und ich auch immer noch gerne mit Kopfhörern höre; es hat mir immer etwas gefehlt. Neben der unnatürlicheren Bühnenwiedergabe ist es auch der fehlende Körperschall. Und hierbei spreche ich gar nicht unbedingt von hohen Lautstärken und extrem stark spürbarem Körperschall. Man merkt es auch schon bei leiseren Pegeln, dass einfach die Schallenergie fehlt, die beim natürlichen Hören den ganzen Körper erfasst.
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  #18  
Alt 12.02.2018, 22:08
KSTR KSTR ist offline
 
Registriert seit: 02.12.2007
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Zitat:
Zitat von Schärfer mit Senf Beitrag anzeigen
Für Kunstkopfstereophonie müsste die Combo zusammenkommen und vor dem mit Mikrofonen versehenen Kunstkopf spielen, und zwar "on the fly", keine Fehler machen.
Nein, wieso? Ob ein Kunstkopf oder ein anderes Mikrofonsetup am Start ist kein prinzipieller Unterschied, und overdubben irgendwo auf der Welt ist immer möglich. Man müsste sich lediglich absprechen wo die Musiker sich oder ihre Verstärker platzieren wollen, und (in etwa) gleichen Raum und Mic-Position wählen. Geht halt etwas auf das Signal-Rauschverhältnis wenn es etliche Spuren sind die zusammen gemischt werden.
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Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!
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  #19  
Alt 12.02.2018, 22:22
Schärfer mit Senf Schärfer mit Senf ist offline
 
Registriert seit: 04.04.2015
Beiträge: 462
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Klar, gehen tut alles, aber mit Kompromissen. Die abschottende Wirkung des Kopfes fehlt dann, und die Gangunterschiede zwischen den beiden Mikrofonen sind dann nicht so ausgeprägt, wie man es mit der natürlichen Beugung des Kopfes hätte.

Nichtsdestotrotz bleibt diese Art der Aufnahme für Kopfhörer zur Lokalisation von vorne vorbehalten, Vorteile für LS-Wiedergabe sehe is da nicht.
__________________
MfG Bernd
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  #20  
Alt 20.02.2018, 14:14
Truesound Truesound ist offline
 
Registriert seit: 29.07.2011
Beiträge: 3.623
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Charlys Gedankengang bei der Sache ist wenn ich es richtig deute...wie bekommt man den besten Kopfhörerklang hin was ggf. für Leute besonders interessant ist die beruflich viel unterwegs sind oder wo die Raumverhältnisse wirklich so schlecht oder beengt sind das man da auch mit Lautsprechern nicht gutes hinbekommen kann...weil der Raum akustisch sehr schlecht ist und oder weil es so beengt ist das man dann oft Mitbewohner stört wenn man Musik hört ggf. zusätzlich über unterschiedlichen Musikgeschmack die Geschichte noch verstärkt wird.

Ich habe schon schlechte oder auch sehr beengte Hörverhältnisse praktisch erlebt und sehe dann die heutigen Wiedergabemöglichkeiten über Kopfhörer in den Fällen auf jeden Fall schon als besser an diese dann zu nutzen.

Die ganz hohen Ansprüche die man dann aufgebaut hat eben wenn man eine richtig gute Abhörsituation über Lautsprecher bei sich installieren konnte oder in großen professionellen Installationen in High End Tonstudios erleben konnte dann auch über Kopfhörer zu erleben das wird erst mal schwierig und da muss noch einiges besser entwickelt werden....

Grüße Truesound
__________________
Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)
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