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Als Gastgeber und als Gast Hier gehören die Hör-Berichte von Besuchen hin

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  #1  
Alt 29.12.2013, 05:40
HearTheTruth HearTheTruth ist offline
 
Registriert seit: 04.09.2008
Beiträge: 3.300
Standard Welch ein schöner Nachmittag...

Hallo Zusammen

Heute war ich mal wieder auf einen Kaffeklatsch bei meiner Freundin Susanne-
ich schrieb grad in Markos Kopfhörerstammtisch über sie
http://www.open-end-music.de/vb3/sho...381#post144381
Beitrag 49
unsere erste Flötistin im Orchester,und ihrem Gatten Johannes, erster Chellist im WDR Symphonieorchester.
Johannes ist nicht nur ein exellenter Chellist–
Mitglied im WDR Rundfunkorchester…das ist ne richtige Hausnummer,dort werkelt die Creme della Creme der klassischen Musizierkunst,jedes Orchester hätte gerne einen von denen mit Kusshand bei sich arbeiten-
Sondern gleichsam Tontechniker im Nichtprofibereich mit einem Wissens und Erfahrungsschatz, der mich blass werden läßt,und ich habe normalerweise eine recht gesunde Gesichtsfarbe.
Gleichwohl begann der Nachmittag mit dem Verzehr exquisieter selbstgebackener Weihnachtsleckereien im Kreise der Familie, deren Kinder nicht nur allesamt musikinfiziert und selber Instrumentalisten sind,
als auch ausgezeichnete Plätzchenbäcker. Der älteste Sohn berichtete mir tatsächlich, über die Vorweihnachtszeit knapp 4500, in Worten,Viertausenfünfhundert, Weihnachtsplätzchen gebacken zu haben. Nachdem ich ihn heut in der Küche hab agieren sehen, hege ich daran nicht den geringsten Zweifel.
Seis drum, durch irgend einen blöden Zufall,kamen wir, völlig unbeabsichtigt von mir natürlich, auf das Thema Musikwiedergabe. Susanne sagte dann wie aus der Pistole geschossen, daß vom Symphoniekonzert unserer Essener Philharmoniker vom Oktober dieses Jahres in unserer Philharmonie,in welchem ich mit meinem Musikfreund Uwe Bonsiepen von AURA HIFI zugegen war, eine CD Aufnahme mitgeschnitten wurde:
Guiseppe Verdi; Messa da Requiem unter der Leitung von Tomas` Netopil. Ein Mammutwerk mit großem Orchester,tollen Gesangssolisten und einem Riesen Riesen Chor! Ich schätz mal locker 120-150 Stimmen.
http://www.philharmonie-essen.de/kon...vent/51726.htm
Promt hies es: „Soll ich die mal auflegen?“ „Klar!“
Die gesamte musikinfizierte Familienbande einschließlich meiner Wenigkeit machten es sich vor der kleinen Wohnzimmeranlage gemütlich, und aufmerksam lauschten wir dem Musikereigniss auf CD, welches
Ich im Geiste mit dem damaligen Liveereigniss,verglich. Wir alle,machten lange Gesichter. Was, daß soll das Konzert gewesen sein,was wir gemeinsam,Susanne spielend,Ich und Uwe lauschend,genossen haben?
Jedem von uns fielen die unterschiedlichsten Unstimmigkeiten der Aufnahme,im Vergleich zum Liveevent auf, wobei Johannes der „gnadenloseste“ von uns, neben Interpretatorischen Fehlern, gleichsam noch die tontechnischen Fehler
der CD Aufnahme verdeutlichte, sei es falsche Mikrophonauswahl,falsche Mikrophonpositionierung, Abmischung etc.etc….dem fielen Sachen auf, von denen hab ich vorher noch nie was gehört! Unglaublich.
Dann jedoch meinte Johannes:
„Lasst uns mal nach oben zur Hauptanlage gehen.Dort habe ich eine 40 Jahre alte Aufnahme der selben Symphonie von den Münchener Philharmonikern und hochklassigen Solisten aus jener Zeit ( Auflistung reiche ich bei Interesse nach). Mal schauen,was ihr im Vergleich,von dieser alten Aufnahme haltet“. Wie sich herausstellte handelte es sich um einen Live aus dem Radiosender mit einer Revox Bandmaschine aufgenommenem Mitschnitt,der im Nachhinein digitalisiert wurde. Unser Tross machte sich sogleich auf in die erste Etage ins Musikzimmer. Gleich nach den ersten Klängen, entspannten sich unsere Gesichter trotz einiger Kratzer auf der Aufnahme .
Johannes erklärte mir, diese Kratzer kämen von damals am Aufnahmeort vorbeifahrenden Straßenbahnen,deren Stromüberschläge in den Oberleitungen als „Knacksen“ auf der Aufnahme,hörbar geworden sind .
Nun beim abspielen dieser Aufnahme, verschwand unser Kritikgeschnatter, und wir lauschten einfach nur der Musik.Hier stimmte alles!Aufnahmeinstrumentarium,Abmischung,tonale Korrektheit,Gesang…Klasse.
Johannes erklärte die Aufnahme aus Sicht des Musikers, als auch aus der des Tontechnikers und er machte uns auf Unterschiede zur Essener Aufführung aufmerksam, was ich alles in allem als hochinteressant emfand und mir verdeutlichte, wie bescheiden doch meine HiFiistische Musikwahrnehmung ist im Vergleich zu der eines hochqualifizierten Musikers und Tontechnikers. Das sind Welten, kann ich Euch sagen, und er räumte ordentlich mit meinen HiFi Weisheiten auf. Z.B. dachte ich immer, daß es für einen Schallwandler extrem schwierig wäre, eine Kirchenorgel wiederzugeben. Ich ging immer von einem riesigen Instrument aus,welches gewaltige Luftmengen in den Raum bläst,und dies nur ganz wenige Schallwandler darstellen könnten.
" Absoluter Kappes", korrigierte mich Johannes cool. Eine Kirchenorgel könne jeder 0-8-15 Wandler wiedergeben, viel schwieriger wäre es aber, Streichinstrumente,oder kurz angeschlagene Becken ohne jede Nachschwingung darzustellen,auch eine Triangel wäre wiedergabeseitig nicht zu unterschätzen.
Als ich vollgefuttert mit köstlichem Gebäck und inspiriert vom musikalisch Erlebten den Heimweg antrat ist mir nochmal klar geworden, was für einen Stuss wir HiFi Freaks an spleenigem Gedankengut über Musik und Musikwiedergabe in unseren Köpfen hin und herschütteln.
Ein Paar Livekonzerte im Jahr und der Kontakt zu realen Instrumenten und Musikern, und ganz bald, lösen sich alle HiFi Märchen, in Luft auf
Rolli
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  #2  
Alt 29.12.2013, 08:05
Replace @ Replace @ ist offline
 
Registriert seit: 19.11.2010
Beiträge: 2.828
Standard

Hallo Rolli, glaube ich dir sofort. Nirgendwo wird so viel Kappes verzapft wie in dem Hifibereich. War mit Sicherheit hoch interessant bei denen Zuhause.

Gruß Marc
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  #3  
Alt 29.12.2013, 09:10
Replace_David
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Hallo Rolli, glaube ich dir sofort. Nirgendwo wird so viel Kappes verzapft wie in dem Hifibereich.
Dicke und fette Unterschrift von mir dazu. Über die HiFi-Spinner kann mann nur weinen oder lachen, je nach Mentalität. Sonst durchaus intelligente Menschen sind auf diesem Gebiet oft sowas von naiv und dumm, dass man es kaum fassen kann.

Betont man das zu oft (so wie ich), wird man als Störenfried, Verkünder, Missionar usw. abgelehnt.

Gruß
David

Geändert von Replace_David (29.12.2013 um 09:15 Uhr).
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