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Mechanisches Room-Tuning Dieses Forum beschäftigt sich mit mechanischen Room-Tuning-Maßnahmen

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  #111  
Alt 14.04.2015, 16:10
Lauscher
 
Beiträge: n/a
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Planets, Venus oder Bella Luna
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  #112  
Alt 14.04.2015, 16:35
Wonneproppen Wonneproppen ist offline
Missetäter
 
Registriert seit: 19.12.2013
Beiträge: 2.902
Standard

Bella Luna ist zu groß, Venus könnte kritisch werden, Planets und Enterprise sollte man probieren.
__________________
"Wer herausgeht, muß auch wieder hereinkommen."
Herbert Wehner
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  #113  
Alt 14.04.2015, 17:40
Truesound Truesound ist offline
 
Registriert seit: 29.07.2011
Beiträge: 3.154
Standard

Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Hallo

nun, der Haas-Effekt ist mir bekannt, danke dennoch für den Link

Ich werfe nun auch mal eine Publikation ein, den die Begriffe werden oft missverständlich verwendet

The precedence effect
Ruth Y. Litovsky and H. Steven Colburn

http://www.waisman.wisc.edu/bhl/abou...GuzmanJASA.pdf




Der Haas-Effekt bezeichnet den Effekt, dass eine Reflexion im Bereich der Fusion auch dann nicht wahrgenommen wird, wenn der Pegel höher ist als der der ersten Wellenfront.

Hier ist aber die Fusion wichtig bzw. die "lag discrimination suppression" (Unterdrückung der Unterscheidung der Reflexion) und die Echoschwelle.

Die Zeiträume für die Echoschwelle - also dem Zeitpunkt, ab wann eine Reflexion als eigenes Signal wahrgenommen wird - hängt von der Art des Signals ab - je kürzer und mit steileren Onsets, desto früher kommt die Echoschwelle

Daraus ergeben sich die in dem Artikel aufgelisteten Werte, die sich von 5 bis 40 ms ziehen.

Es kann also sein, dass man bei 10 ms für manche Signale schon jenseits der Echoschwelle wandelt.

Daher meine Empfehlung, sich eher an die 5-7 ms zu halten.





Wenn sie sich spektral und im Pegel sehr stark vom Signal in der ersten Wellenfront unterscheiden.

Dann werden sie u.a. als Verfärbungen wahrgenommen.

Bei spektraler Ähnlichkeit erhöht sich die Lautstärke.

Wie gesagt: über 15 ms bewegt man sich schon in die Richtung der Echoschwellen oder sogar darüber - je nach Signal.



Raummoden kommen in jedem Raum vor, unabhängig von deren Größe.

Kleine Räume haben viel eher den Vorteil, dass die Raummoden bei höheren Frequenzen auftreten, die sich mit geringerem Aufwand durch geeignete Absorberlösungen dämpfen lassen.



Die Größe der LS hat mal keinen Einfluss der auf die Energie, die ein LS in den Raum pumpt und auf die Reflexionen, die erzeugt werden.

Entscheidend sind in erster Linie das Abstrahlverhalten und der Pegel, bei dem gehört wird.

Wenn man mit 80 dB am Hörplatz hört, pumpt man mit schmal abstrahlenden LS weniger Energie in den Raum als mit breit abstrahlenden LS.

Genauso erzeugen breit abstrahlende LS mehr und stärkere frühe Reflexionen als schmal abstrahlende.
Was in einem größeren Raum gut sein kann, kann in einem kleinen Raum weniger gut sein.
Reflexionen sollten womöglich 10 dB leiser sein als die erste Wellenfront.

Ein maximal breit abstrahlender LS (Rundumstrahler, Monopol) strahlt seitlich genauso laut ab wie nach vorne. Da sollte der Schallweg der Reflexion über die Seitenwand mindestens doppelt so lang sein wie der Weg des Direktschalls, um den Pegelabfall hinzubekommen.

Große LS gehen mit ihrem Frequenzgang tiefer und regen dadurch auch tiefere Raummoden an.
Das ist der einzige Einfluss, den die Größe des LS hat.




Nun, keiner hat gesagt, dass hier große LS am besten sind.

Die "Entfaltung" des Klangs hat eher damit zu tun, dass -wie bereits geschrieben - bei größeren LS die Chassis weiter auseinander liegen.
Ein homogenes Schallfeld aus allen Chassis ergibt sich erst bei einem bestimmten Hörabstand, oft 2-2,5 m.

In kleinen Räumen gehen sich nur kurze Hörabstände aus.

Bei diesen Hörabstände hört man bei einem großen LS zu nahe - man hört weniger das gesamte Schallfeld aus allen Chassis sondern eher die Einzelchassis.
Das klingt verfärbt.

Daher sind kleine LS besser, da sie auch bei kürzeren Hörabständen ein homogenes Schallfeld im Direktschall abgeben.



Zum Haas-Effekt und den 15 ms im Bezug auf die Echoschwelle siehe oben ....

Bei den Deckenreflexionen sollte man erstens mal ansehen, mit welchem Pegel der LS nach schräg oben abstrahlt.

Nimmt man einen schmal abstrahlenden LS - wie empfohlen - dann kommt da recht wenig Pegel rüber (sagen wir -10 dB). Inklusive Pegelabfall durch größere Laufweite (sagen wir - 6dB), landen wir bei -16 dB, was unproblematisch ist.

Zumal die Decke am Reflexionspunkt sinnvollerweise auch mit Diffusoren ausgestattet werden sollte.

Weiters: Abstand LS-Decke wären 1,35m - eine Strecke.
Wieder zurück wären das 2,7 m - das liegt über deinen 2,5 m.

Und das ist nur die senkrechte Betrachtung.
Der Weg zum Hörplatz geht aber nicht entlang der Senkechten, sonder schräg rauf und schräg runter - macht deutlich mehr als 2,7 m, je nach Hörabstand.

Also Laufzeitdifferenz (Dein Haas-Effekt) + geringerer Pegel durch vertikale Schallbündelung des LS + Pegelreduktion durch längere Laufweite + Pegelreduktion und Dekorrelation der Reflexion durch Diffusor an der Decke = unproblematische Deckenreflexionen.

Aus meiner Sicht.



Siehe oben, ich denke nicht, dass es 15 ms sein müssen.
Aus meiner Erfahrung geht das mit 5-7 ms Verzögerung auch gut.

Noch dazu wenn man schmal abstrahlende LS nimmt.
Die Strahlen seitlich mit deutlich weniger Pegel ab, die zusätzliche Laufweite verringert den Pegel der Reflexion zusätzlich und Diffusoren an den Seitenwänden reduzieren den Pegel auch noch und dekorrelieren die Reflexionen.

All das in Kombination (verzögertes Eintreffen, reduzierte Pegel und Dekorrelation) entschärft die Reflexionen enorm.



Aus meiner Erfahrung kommt die Bassüberhöhung durch folgende Faktoren:
  1. Raummoden
  2. Abstrahlverhalten des LS - im Bass wird meist breiter abgestrahlt als bei Mitten und Höhen. Für einen linearen Frequenzgang auf Achse müssen MT und HT durch ihre gebündelte Abstrahlung weniger Energie in den Raum Pumpen als ein sehr breit abstrahlender Tieftöner.
    Misst man die abgegebene Schallenergie, wird deutlich mehr Schallenergie bei tiefen Frequenzen abgegeben als bei höheren.
  3. Ungleichmäßige Schallabsorption - die meisten Räume werden in erster Linie mit Materialien und Absorbern behandelt, die maximal bi 250 Hz runter reichen, dafür drüber fein absorbieren.
  4. Das in Kombination mit dem oben genannten Abstrahlverhalten schiebt das Ganze weiter in Richtung "dumpf" - die Frequenzen, die den kleineren Anteil der gesamten Schallenergie im Raum ausmachen, werden stärker absorbiert (also reduziert), jene, die en größeren Anteil ausmachen, werden kaum absorbiert

Also am besten kleine LS, die gar nicht so tief runter gehen.

Womöglich sogar gute On-Wall Lautsprecher, oder LS mit Cardioid im Bass, die weniger Bassenergie in unnötige Richtungen abstrahlen.

Und da der Raum kleiner ist, werden die Moden bei höheren Frequenzen auftreten, die leichter mit geeigneten Absorbern reduziert werden können.

Im Großen und Ganzen sehe ich wenig Probleme im Bass, wenn man so manches berücksichtigt.


Breitbandabsorber gehen nicht tief genug runter.

Wenn man dazu die Reflexionsflächen behandelt, verändert man die spektrale Zusammensetzung der Reflexionen, was deren Verdeckung durch en Präzedenzeffekt deutlich stört.
Das kommt als Verfärbung rüber.

Zusätzlich reduziert das die Räumlichkeit der Wiedergabe - alles wird flacher.


Ich würde die Reflexionsflächen mit Diffusoren behandeln, das bringt nicht so eine spektrale Schieflage im Raumschall wie es Absorber tun.

Absorber würde ich nur nach vorhergehender Messung einsetzen, um den spektrale Zusammensetzung des Raumschalls (Diffusschall) auszugleichen.

Es kann sein, dass ein paar Tieftonabsorber nötig sind. Aber dazu gehören erst mal NHZ-Messungen her.

Schallablenkung ist gut, das würde ich z.B. hinterm Hörplatz andenken, z.B. von oben gesehen ein Keil, vor dem man sitzt.
Können ja auch zwei Bücher- oder CD-Regale sein, die man so hinstellt, da hat man gleich Diffusoren.



Erfahrungen kann der Threadersteller ja jetzt sammeln.
Das ist ja das Schöne an einem Hobby.
Das ist keine Auftragsarbeit, die beim ersten Mal perfekt sitzen muss, sondern man kann experimentieren.

Es gibt tolle Bücher (z.B. Toole), und Seminare machen ja Spaß.


Der Rat eines Profis ist immer gut.

Die Eckpfeiler sind ja schon mal gesetzt:
Erst mal die richtigen LS finden.
Ich empfehle für so einen kleinen Raum gute Nahfeldmonitore, die schmal und gleichmäßig abstrahlen.


Babak

Wie gesagt die genaue Ausgestaltung muss vor Ort eh ein erfahrender Akustiker machen....und die Massnahmen sinnvoll aufeinander abstimmen....
Da kann man keine Ferndiagnose machen...

Mein Beispiel rührt aus einem Raum in etwa der Größe der wie von mir beschrieben behandelt wurde inklusive DSP Entzerrung auf Hörplatz und das Resultat war sehr gut...

Bei den großen Regien achte man mal drauf das fast alle größere Raumhöhen aufweisen...3,5 Meter bis 4,2 Meter....

Das 24 cm Zentimeter Dämmung wie HOMATHERM® Flex nicht alle Probleme vollkommen im Tieftonbereich löst ist klar ist aber besser als gar nichts...

In der großen WDR 4 Regie sind rundherum 2,50 Meter Dämmstoffdicke verbaut....

Wie gesagt wie lösen hier die individuellen raumakustischen Probleme des Threadstellers nicht per Ferndiagnose was auch gar nicht vernünftig gehen würde...es geht mehr darum das der Threadsteller einen Voreindruck/"Vorwarnung" bzw. grobe Aufwandsabschätzung zunächst bekommt was eine raumakustische Bearbeitung eines Raumes in etwa beeinhaltet....

Grüße Truesound
__________________
Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

Geändert von Truesound (14.04.2015 um 18:06 Uhr).
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  #114  
Alt 25.04.2015, 19:20
wgh52 wgh52 ist offline
Aktiv-LS Fan
 
Registriert seit: 16.12.2007
Beiträge: 859
Standard

Hier (gewissermaßen als Nachtrag ) eine Publikation der TU Braunschweig. Ich finde sie recht instruktiv und nicht zuletzt wird hier auf relativ kleine Räume "gezielt". Zielgruppe sind u.a. "Oberstufler"...

Vielleicht hilft's ja.

Gruß,
Winfried
__________________
Perception is Reality!
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