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Trinaurale Erlebnisse Berichte und Hörerfahrungen im Zusammenhang mit der trinauralen Wiedergabe

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  #1  
Alt 03.12.2007, 18:54
Claus B Claus B ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 2.127
Standard Hörbericht von Chris Feickert (Dr. Feickert Analouge)

Hallo,

ich erlaube mir hier einen etwas älteren Bericht von Chris einzustellen.



Das Thema Trinaural ist ja nicht ein wirklich neues, doch aber sehr faszinierender Aspekt der Stereophonie, da hier dediziert der Mittenkanal aus dem Stereosignal extrahiert, die Seitenkanäle um die entsprechenden Anteile bereinigt und somit die ursprüngliche Information iauf die einzelnen Kanäle gegeben wird. Wen die Theorie zur Stereophonie interessiert, dem empfehle ich die einschlägige Fachliteratur zum Thema.

Ich will mich gar nicht weiter auf Details kaprizieren, sondern direkt zum Kern der Sache kommen. Die technische Realisierung ist für mich so weit eigentlich auch zweitrangig, obschon es mich natürlich freut, dass dieses Teil komplett ohne DSP auskommt. Spätestens seit meinen Diskussionen am Freitag Abend mit Jochen Kiesler ist mir aber wieder klar geworden, dass die Analogtechnik für viele der Probleme im Berreich der Audiotechnik nach wie vor die beste Lösung darstellt und das stimmigste, weil natürlichste Klangbild zu rekonstruieren im Stande ist. Hier geht es nicht um einen Glaubenskrieg, sondern um ganz klar umrissene, pragmatische Problemlösungen aus der Praxis und Jochen's Ausführungen zur Filterparametrisierung alleine schon waren für mich sehr aufschlussreich.
Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema. Hat mich Trinaural überzeugt? Die Antwort ist zweigeteilt mit einer 90%-igen Gewichtung zu JA! Weshalb diese Zweiteilung? Das ist einfach zu erklären. Es gibt verschiedene Verfahren, mit einem zweikanaligen System Effekte zu erzeugen, so dass der Eindruck der akustischen Projektion weit über die Basisebene hinausgeht – Stichwort Q-Sound. Hier wird massiv mit "out of phase"-Effekten gebastelt um akustisch-holographische Effekte zu suggerieren. Was passiert, wenn man einen "Prozessor" auf solch ein Signal loslässt kann man sich vorstellen. Der Phase nach verschwindet es, jedoch nicht ganz, denn bei der Summen- und Differenzbildung bleibt ein Restanteil, der um die Mitte projiziert wird. In diesem Falle "versagt" das Verfahren, wobei Versagen schon ein wenig zu viel ist. Besser wäre es von Inkompatibilität zu sprechen. Stellt das eine Einschränkung dar? Ich sage nein, denn a) weiss man das vorher schon und b) kann ich ja jederzeit für diese wenigen Platten auf Zweikanal zurückgehen – that's it!
Jetzt aber zu den restlichen 90%. Was soll ich sagen? Im Gegensatz zur Majorität der Veranstalter hatte ich ja das Los der Dauerbeschallung genossen und meine Hörerfahrung trägt auch einen Teil dazu bei, konkrete Aussagen treffen zu können – auch unter suboptimalen Bedingungen, wenn nötig. Diese waren hier aber nicht gegeben, sondern man kann – speziell zum Ende meiner Hörsitzung – nach genauem Abgleich der Pegel – von einem atemberaubenden Ergebnis sprechen. Bei überwiegender Intensitätsstereophonie ist der Zugewinn nur unter der Rubrik dramatisch und der Einsatz IMHO zwingend! Ich möchte jetzt gar nicht in's Schwärmen verfallen, denn solch ein Schnappschuss ist natürlich immer beeindruckend, sondern ein Beispiel aufführen, das ich besonders gut fand und exemplarisch für den Rest steht:
Oscar Peterson's "We get requests" ist eine der bekannteren "audiophilen" Aufnahmen, wobei ich die eigentliche Aufnahme gar nicht so "gelungen" finde, denn das Piano leidet immer vernehmlich unter Verzerrungen, da das Bandmaterial leicht übersteuert wurde – das ist aber bei Analogbändern nicht ganz so schlimm. Was passiert beim Übergang von Stereo zu Trinaural? Kann man bei Stereo die Einzelakteure recht gut akustisch lokalisieren, so hat man bei Trinaural das zwingende Bedürfnis auf die Musiker zuzugehen und ihnen einzeln die Hand zu schütteln ob ihrer tollen Perofrmance. Auch die Verzerrungen treten in den Hintergrund, sie stören einfach nicht mehr. Den halb rechts stehenden Kontrabass habe ich in dieser Klarheit und Prägnanz noch nie zuvor gehört. Es war ein leichtes das präzise und beswingte Spiel zu verfolgen. Die Saiten nebst Korpus traten deutlich zu Tage und das Eigenleben dieses schwierigen Instruments war in aller Klarheit und Natürlichkeit zu verfolgen. Und die restlichen Instrumente? Antwort – ebenso! Die Bühne hatte plötzlich Tiefe, die Abmessungen waren aural auslotbar, es kam richtige Live-Atmosphäre auf. Bevor ich mich jetzt hier noch in seitenlangen geistigen Ergüssen ergehe, möchte ich lieber allen Skeptikern und Zweiflern an dieser Stelle einen gut gemeinten Rat geben: HÖRT ES EUCH AN! Nein kann man immer sagen, aber zu urteilen, bevor man es gehört hat ist töricht und unangemessen. Und ich als alter "Zweikanaly" muss sagen: Der "Unbekannte Dritte" muss sein!
Gruss

Chris Feickert
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