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Trinaurale Erlebnisse Berichte und Hörerfahrungen im Zusammenhang mit der trinauralen Wiedergabe

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  #1  
Alt 29.09.2010, 03:37
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.326
Standard Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Hi,

Heute war es endlich mal soweit - ein Besuch bei Claus Bücher. Die Fahrt über Kaiserslautern, Richtung Wiesbaden war problemlos bis in Rheinnähe, weil dort nach wie vor gearbeitet wird - also Schleichfahrt. Dies wäre ja gar nicht so stressig gewesen, hätte ich zwischen Kaiserslautern und Wiesbaden eine Autobahn-Raststätte entdeckt, um meinen zu Hause versäumten Kaffee nach zu holen. Pustekuchen - es gibt da keine. Um halb Zehn schüttelte ich dem lieben Claus die Hand und kam auch kurze Zeit später in den Genuss, die liebe Frau Mama kennen zu lernen - eine sehr nette Frau.

Nach zwei Tassen Kaffee, ein paar Brotschnittchen und einem netten Plausch ging es zum Heiß geliebten Thema über. Ich hatte meinen Kopfhörerverstärker Violectric V181 samt Kopfhörer Hifiman HE-5LE dabei. Somit konnte auch Claus seine Erfahrungen mit gehobener KH-Wiedergabe erneut auffrischen. Jo, danach ging es dann in den blauen Salon und damit zur von Naim befeuerten aktiven Geithain ME 802K. Ich könnte das Thema hier abkürzen und fragen: Welchen Lautsprecher oder besser gesagt, welchen Lautsprecherhersteller braucht es sonst noch auf dieser Welt? Wenn ich ehrlich bin,...fast wäre mir als Antwort eingefallen: Der einzige Grund für das Dasein einer anderen Lautsprechermarke besteht darin, dass Geithain alleine nicht die Welt weite Nachfrage bedienen könnte. Okay, okay, war nur so kurzer Gedanke.

Der Raum verlangt wie jeder andere Raum auch seine akustischen Maßnahmen und Claus hat hier eine super Arbeit hingelegt. Ich kann die ME 802K gar nicht klanglich beschreiben, was gut ist in dem Fall, da tonal perfekt am Punkt. Doch, ich kann...

Instrument, Stimme, Aufnahmeraum - Finito. Nicht rauf, nicht runter, nicht rechts, nicht links - genau am Punkt. Fertig. Und dann natürlich, was sie energetisch umzusetzen vermag. Referenzverdächtig, ohne Frage. Personen, denen der Sinn nach direkter, unverblümter und ehrlicher Wiedergabe am Herzen liegt, werden hier bedient. Wer indes irgendeine Art von persönlich geschmacklicher Klangtrimmung sucht, muss woanders suchen. Die Beschreibung in diese Richtung fällt mir deshalb so einfach, weil die Geithain der erste Lautsprecher ist, der es bis dato schafft, eine ansatzlose, sowie in sich völlig stimmige Wiedergabe zu ermöglichen, wie ich sie von der gehobenen Kopfhörerklasse gewohnt bin.

Ich benötigte deshalb auch keine Eingewöhnung oder Umgewöhnung, musste keinen Schalter umlegen. Es ist so einfach, nur bei der Musik zu sein.

Dann ging es in den Raum, wo zwei RL 940 und eine 933K in der Mitte für das trinaurale Erlebnis sorgten. Erlebnis ist hier auch das richtige, passende Wort. Kopfhörer-Wiedergabe hat noch einen weiteren Vorteil und zwar die räumliche Darstellung, vor allem in die Tiefe. Dies mag zwar für Personen mit dem heftigen Problem einer IKL nicht nach vollziehbar sein, derjenige jedoch, der mit erwähnter IKL kein Problem hat, wird es verstehen. Der Kopfhörer ist normal der stereophonen Wiedergabe des Lautsprechers bezüglich Darstellung des der Aufnahme zu Grunde liegenden Raumes überlegen. Auch eine Geithain im Stereobetrieb kann daran nicht rütteln.Was ich dann bei Claus trinaural erlebte, hat mich massiv beeindruckt.

Erstens, wie erwähnt der räumliche Eindruck. Könnte man vor den Geithains einen Vorhang aufziehen, würde man das Gefühl haben, anschließend auf eine Konzertbühne zu schauen und an einem regelrechten dreidimensional echt dargestellten Erlebnis Teil zu haben. Es ist richtig heftig und vor allem richtig, es ist richtig. Claus hat völlig recht, wenn er davon spricht, dass so die größte Nähe zu dem entsteht, was er von Konzertbesuchen her kennt. Ich kann es absolut nach vollziehen. Geht man zurück zu Stereo, bleibt einer Geithain ihre klangliche Performance unangetastet, aber der Raum bricht in sich ein, wirkt flächiger, obwohl man hier bereits mit einer räumlichen Darstellung zu tun hat, wo kein Mensch im Normalfall etwas auszusetzen hätte. Aber, man muss es halt mal trinaural erleben, um den Unterschied zu erfahren.

Zweitens, die Kraft und Stabilität in diesem Bild. Das sind richtig auf dem Punkt explodierende Pauken, fest in sich, absolut wackelfest, stabil bis zum geht nicht mehr. Ich hatte mir auch Stimmen, wie Bass oder Bariton angehört, die voll ins Mark gehen. Ähnlich, tief gestrichene Kontrabässe. Wo kommt diese Kraft her? Nein, es ist einfach so, dass hier mehr Gewicht und Ausdruck in allem steckt, was ganz klar den Eindruck einer existierenden Bühne mit statt findender Aktion fördert.

Drittens, die nochmals in sich geschlossenere Wiedergabe, so geschlossen, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals von einer LS-Stereowiedergabe ein so entspanntes und relaxtes Hören erfahren zu haben. Das kenne ich ähnlich nur vom Kopfhörer. Carmen Fantasie mit Ruggiero Ricci, eine ältere Decca sorgte noch für Gänsehaut, nachdem ich längstens zu Hause war - einfach durch das bloße daran denken

Eines weiß ich: Würde ich morgen an die Lautsprecherwiedergabe gehen bei mir, würde Geithain mit tödlicher Sicherheit bei mir Einzug halten und ich würde das Thema Trinaural aus klarer Überzeugung angehen. Vor allem, das Ganze lässt sich wunderbar mit drei kleineren Lautsprechern aufbauen und dennoch damit ein großes Kino erzeugen. Leute, dieses Hören ist eine andere Dimension an Hören, definitiv. Mir persönlich ist das Thema nicht so neu, hatte ich doch vor langer Zeit bereits mit Carlos Candeias Austausch in dieser Richtung, da auch er eine Mehrkanalwiedergabe als das einschätzt, wo seiner Meinung nach der Weg klar hin muss - zukünftig.

Claus, ganz klar an diesem Thema dran bleiben, der Weg ist sowas von richtig.

Nach der trinauralen Session ging es dann noch kurz ins kleine Studio, wo die aktive Geithain MO 2 von der Naim Uniti befeuert wird. Könnte man sich vom Fleck weg kaufen. Ich musste den Kopf schütteln, als ich mir vorstellte oder besser gesagt versuchte, mir vorzustellen, wie viel Geld man hinblättern müsste, um auf so einem Niveau Musik zu hören und am Ende doch nicht dort zu sein. Pure Sahne und auch bei dieser Geithain ähnlich wie bei den Großen, ehrlich, stimmig, Stimme, Instrument, Raum und sonst nichts. Die Uniti passt hervorragend. Musikalisch, Farb echt und Allüren los der Musik lauschen.

Normalerweise müssten Menschen dem Claus das Studio stürmen, weil er absolut geilstes Equipment vertritt. Ich fahre selbst Dynaudio zu Hause und sicher ist mir die LS-Wiedergabe nicht die Nr.1, aber ich müsste mich ernsthaft fragen, was ich mit meiner Dynaudio im Prinzip wollte, wenn ich sie mit Geithain in einen Vergleich bringen wollte. Oh je, oh je. Das ist einfach ganz nett gemachter Sound.

Ich wünsche mir, dass sich der ein oder andere mal noch findet und sich nach Taunusstein zum Claus bewegt. Ich weiß nicht, ob es in der BRD noch jemand gibt, der sich solch eine Mühe macht, vor allem in solch exzellent gestalteten Räumen überhaupt vorführen kann. Allein das ist so viel wert für den Lautsprecherfreund. Wenn ich mir da unsere hiesigen "Studios" anschaue, haben nicht den Namen verdient, dann ist das wie Tag und Nacht. Furchtbar. Und dann sollte man sein Gehör der Trinaural-Wiedergabe schenken. Ich bin mir sicher, falls der ein oder andere meint, er wüsste seinen Weg, würde sich eventuell sein Lautsprecher-Weltbild sehr schnell ändern und es könnte nicht weniger als eine Liebe fürs ganze Leben entstehen.

Claus, mir hat es bei dir mächtig Spaß gemacht, sowohl menschlich als auch wegen dem, was du da geschäftlich und als echter Musikfreund auf die Beine gestellt hast. Trinaural ist ein Hammer!!!!!!!!!!!!!



Ich danke dir für diesen schönen Tag und die entsprechenden Eindrücke.

Gruß,
Otwin
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  #2  
Alt 29.09.2010, 07:12
Replace_David Replace_David ist offline
 
Registriert seit: 16.11.2008
Beiträge: 1.038
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Ich war immer schon der Meinung (kann man nachlesen), dass es frontseitig drei Lautsprecher geben müsste und habe immer schon kritisiert, dass es dort wo sich "in live" das eigentliche Geschehen abspielt, bei der Wiedergabe keine reale Schallquelle gibt.

Somit bin ich sehr hellhörig geworden, als Claus plötzlich den Trinaural-Prozessor vorgestellt hat.

Ich bin ihm dafür insofern dankbar, weil sich dadurch meine Gedanken in dieser Sache intensiviert haben und ich mich jetzt auch mit der praktischen Umsetzung auseinandersetzen werde (hätte ich sonst wahrscheinlich nicht getan).

Gruß
David (und offizielles "Danke" an Claus).
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  #3  
Alt 29.09.2010, 07:56
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.066
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

David,

in den 80´ern wusste ich schon über den Sinn mehrerer Lautsprecher > nicht 100.1 oder so

Otwin, wie ist denn dein Eindruck, auf die Musikwahl bezogen, ausgefallen?

Meine Hörempfindung sagt > Livemitschnitte sind prädestiniert, zumal man mit Tri...auch gegen die Intention des Tonmenschen hören kann (Vorhandensein, vorausgesetzt)



me
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  #4  
Alt 29.09.2010, 10:40
Sam Sam ist offline
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.644
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Schöner Bericht Otwin.

Ich hatte Dir ja bereits vorher geschildert, dass die Geithains sehr ähnlich im Vergleich zur Wiedergabe über Topp-Kopfhörer sind.

Eigentlich kann man einem LS kein besseres Kompliment mehr machen.


der Claus hebt sich mit seinen Studios in Deutschland wahrlich von dem was ich so kenn deutlich ab.

Ich kann nur jedem empfehlen den Claus zu besuchen um sich dort in aller Ruhe musikalisch verführen zu lassen.

Gerade die trinaurale Wiedergabe dürfte für viele hier interessant sein weil man eben nicht 40000 Euro für ein paar LS-Monster ausgeben muss sondern mit 3 kleinen Geithains bereits in höchste Sphären gelangt.

Also so wie sich das anhört werden wir uns demnächst beim Claus wohl öfter treffen können.
__________________
Gruß
Sam

"Limited Sound in any form is not High End!!!"
Alfonso Viladoms
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  #5  
Alt 29.09.2010, 11:35
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.326
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Zitat:
Zitat von wirbeide Beitrag anzeigen
David,

in den 80´ern wusste ich schon über den Sinn mehrerer Lautsprecher > nicht 100.1 oder so

Otwin, wie ist denn dein Eindruck, auf die Musikwahl bezogen, ausgefallen?

Meine Hörempfindung sagt > Livemitschnitte sind prädestiniert, zumal man mit Tri...auch gegen die Intention des Tonmenschen hören kann (Vorhandensein, vorausgesetzt)



me
Hi,

Konnte ich nicht fest machen. Mich jedenfalls zog es wegen der Musikwahl nicht unterschiedlich stark zum Trinaural. Sonst würde ich mir eine solche Schiene nicht vorbehaltlos vorstellen wollen. Ne, mein Eindruck des anderen Erlebnisses, weshalb ich die Überschrift wählte, bezog sich auf alle Musik.

Gruß,
Otwin
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  #6  
Alt 29.09.2010, 11:37
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.326
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Zitat:
Zitat von Sam Beitrag anzeigen
Schöner Bericht Otwin.

Ich hatte Dir ja bereits vorher geschildert, dass die Geithains sehr ähnlich im Vergleich zur Wiedergabe über Topp-Kopfhörer sind.

Eigentlich kann man einem LS kein besseres Kompliment mehr machen.


der Claus hebt sich mit seinen Studios in Deutschland wahrlich von dem was ich so kenn deutlich ab.

Ich kann nur jedem empfehlen den Claus zu besuchen um sich dort in aller Ruhe musikalisch verführen zu lassen.

Gerade die trinaurale Wiedergabe dürfte für viele hier interessant sein weil man eben nicht 40000 Euro für ein paar LS-Monster ausgeben muss sondern mit 3 kleinen Geithains bereits in höchste Sphären gelangt.

Also so wie sich das anhört werden wir uns demnächst beim Claus wohl öfter treffen können.
Hi Sam,

Mit Sicherheit werden wir uns da treffen.



Gruß,
Otwin
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  #7  
Alt 29.09.2010, 12:20
Replace E Replace E ist offline
 
Registriert seit: 07.12.2007
Beiträge: 2.062
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Schöner Bericht, Otwin!
Danke !
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  #8  
Alt 29.09.2010, 12:54
Thias Thias ist offline
 
Registriert seit: 09.02.2010
Beiträge: 213
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Zitat:
Zitat von lotusblüte Beitrag anzeigen
...Erstens, wie erwähnt der räumliche Eindruck.
...Zweitens, die Kraft und Stabilität in diesem Bild. ...Drittens, die nochmals in sich geschlossenere Wiedergabe,
...klingt interessant.
Eine Frage dazu: Abgesehen dass bei Kopfhörern sich die Bühne im Kopf abspielt, ist das sonst mit Tri mit Kopfhörern vergleichbar oder "mehr"?

Ich bin skeptisch, wenn es "mehr" ist .
Was ist nun eigentlich der "Prozessor"?
Wie ich nun erfahren habe, würde eine einfache analoge Mischung ausreichen. Ein Prozessor klingt immer nach "Verschlimmbesserung" Mit ein wenig Hall und Oberwellen und Phasenverschiebungen lassen sich immer erst mal beeindruckende Erlebnisse schaffen...
__________________
... mit (audio)vielen Grüßen
Thias

Meine DIY-HiFi-Kette
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  #9  
Alt 29.09.2010, 12:58
Replace E Replace E ist offline
 
Registriert seit: 07.12.2007
Beiträge: 2.062
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Hallo Thias!

Zusätzlicher Hall ist da nicht - nur schärfere Fokussierung.

Wie ich im anderen Thread schrieb, fügt Trinaural auch für kritische Ohren nicht den Hauch einer "artfremden" Beigabe hinzu.
Es wird einfach nur alles klarer, kräftiger, souveräner und genauer.
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  #10  
Alt 29.09.2010, 14:16
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.326
Standard AW: Trinaurales Hören: Eine neue Dimension!

Hi,

Noch ein Hinweis. Mit Möglichkeiten, wie man sich in seinem Hörraum ein lebendigeres, dreidimensionaleres Bild aufbauen könnte, kam ich bereist in den späten 70er, frühen 80er in Berührung. Es waren beispielsweise im Saarland Menschen wie ein Otto Braun, die immer auf der Suche waren, stets von diesem Thema stark berührt, nach Wegen suchten. Quadrophonie war ein Thema - führte aber nicht zum Erfolg. Dann kann ich mich an eine Zeit erinnern, da wurden einfach zwei Pärchen Lautsprecher verwendet, trotz stereophonem Quellmaterial. Dann das Raumausmessen in Verbindung mit einem analogen Equalizer. Ach, was wurden Gespräche geführt, Höreindrücke verwurschtelt. Ich könnte gar nicht alles aufzählen.

Was sich aber bereits damals durch all diese Maßnahmen heraus schälte, war: Das Stereotypische Klangbild lebt zunächst viel stärker über seine Breite, als über seine Tiefe. Der Tiefeneindruck wird zwar seit Ewigkeiten versucht, mit zum Teil unglaublichem Aufwand, in ein direkt Begreifbareres Etwas zu ziehen, dennoch bleibt es klar immer ein Stück weit Illusion, Vorstellung, Kopf-Rechenarbeit - eine Rechenarbeit, die, wenn man es genau nimmt, konträr der Breitendarstellung gegenüber steht.

Ich meine, auch bei mir fand Lautsprecherbetrieb über Jahrzehnte statt, ich nutzte dafür 32m². Und selbst in meinem Kopfhörer-Treiben war Raum immer ein ganz wichtiger Punkt. Auch da ging das Herantasten über dafür geeignetere Aufnahmen, wie die Denon One Points, spezifische Stax-Kunstkopfaufnahmen in Verbindung mit der nötigen Kopfhörer-Entzerrung oder die AKG Binaural-Umsetzung samt Prozessor. All dies zeigt, wie wichtig über die Jahre auch für den KH-Freund das Thema Raum war und ist.

Mein Gott, was habe ich geackert und gemacht, Zentimeter um Zentimeter, um dem lieben Clapton möglichst existent die Hand bei mir im Raum schütteln zu können, oder mal eine kleine klassische Kammerformation, weil das einfacher ist auf Grund der Aufnahmesituation, bergreifbarer, existenzieller statt finden zu lassen, die Anordnung in die Tiefe lockerer, müheloser dar zu stellen.

Wir rechnen, bemühen uns und während wir mit dieser Kopfarbeit bei jeder neu zu lokalisierenden Gegebenheit beschäftigt sind, ist sie auch schon wieder dahin. Der Kopf hat es noch nicht richtig umgerechnet, ist noch mit dem, was eben nicht so ganz einfach und schnell ersichtlich wird, beschäftigt und schon kommt das Nächste.

Deshalb ist diese Geschichte, die Claus Bücher da angepackt hat, aufgebaut hat und am fein tunen ist, so unwahrscheinlich wichtig aus meiner Sicht. Im Prinzip ein Thema, wo bereits in den letzten Jahrzehnten heftig dran gearbeitet wurde, mitz ganz unterschiedlichen Ansatzpunkten. Wir werden dieses Thema auch nicht mit Trinaural in eine perfekt raumdimensional gestaltete Umsetzung bekommen. Auch ein mittiger Lautsprecher steht auf Linie zu den beiden Äußeren. Dieses Dreiergespann in Verbindung mit für Stereophonie gemachten Aufnahmen wird nicht ein physikalisch echt statt findendes Ereignis machen, auch hier ist Vorstellungskraft gefordert.

Aber, wir wissen doch, wie ein Film Avatar sich in 3D erelben lässt und wie in 2D. Und es soll niemand abstreiten, dass diese Sache richtig was hat. Da ist ordentlich Potenzial drinn, was ganz sicher zukünftig noch weit mehr gekitzelt wird.

Die trinaurale Wiedergabe ist das Beste in Sachen räumlicher Darstellung, was ich per Lautsprecher bis heute zu Gehör bekam. Oder besser gesagt, zu hören und zu sehen bekam. Denn eines ist für mich amtlich, dafür habe ich mir bei Claus Zeit gelassen. Der Kopf ist, was die dreidimensionale Rechenarbeit anbelangt, das schnelle Übernehmen von in die Tiefe stattfindenden Verhältnissen unwahrscheinlich entlastet, was ganz logisch zu einer besseren und schnelleren Annahme der Musik als Ganzes führt. Daher kommt dieser völlig entspannte und relaxte Gesamteindruck.

Sein System muss man sich zu Hause mit etwas Sorgfalt und der nötigen Liebe zu diesem Hobby umsetzen - das ist keine Null Acht Fünfzehn Geschichte, die mal schnell in 2 Stunden korrekt aufgebaut ist. Aber nichts anderes kennt jeder LS-Betreiber auch von seiner Stereowiedergabe im Raum. Sorgfalt ist auch hier wichtig. Auch seitens der Zusammenstelliung der Komponenten. Nichts anderes kenne ich aber auch vom Kopfhörerbetrieb. Wenn ich beispielsweise einen eh schon super tonal stimmigen Hifiman HE-5 mit einer Quelle füttere, die selbst auf der tonal weicheren, sanfteren Linie liegt, kann ich mir meinen Gesamtklangeindruck schnell ein wenig zu smooth machen und würde am Ende etwas Präzision, etwas auf den Punkt kommen vermisssen.

Solche Dinge sind zu beachten, auch beim Trinaural spielen diese Dinge ihre Rolle. Aber, ich habe auch gemerkt, dass man das Kinder leicht heraus findet, vielleicht noch einfacher für das passende Verhältnis zwischen Präzision, Akuratesse, Lokalisierung und Gänze, Verbund, tonaler Bogen. Im richtigen Verhältnis wird eine Binnenspannung frei, die über dem Grad der Stereodarbietung liegt, was mir ganz klar als Beweis diente, dass auch der Anteil, den man mehr mit auf dem Punkt betrachten beschreiben würde und auch die Feindynamik nicht nur nicht in Mitleidenschaft geraten, sondern bedeutsamer werden - deshalb am Ende auch die Steigerung aus musikalischer Sicht.

Es ist wurscht ob Wágner in Bayreuth oder Madame B&W mit ihrer Klampfe. Die Musik profitiert, die Drastellung profitiert, das Erkennen profitiert. Wenn man sich auch am Anfang ein wenig schwerer tut, weil das innere Auge nun nicht mehr die Aufgabe hat etwas Begreifbares mit etwas weniger Begreifbarem in einen Kontext zu bringen - hier läge nämlich das Stück gewöhnen, wenn man so möchte - der Schalter ist ganz schnell umgelegt.

Man muss sich nur vorstellen, man sitzt im Konzert, Reihe XY, jedenfalls guter mittiger Hörplatz, man bekommt eine richtige Dimension geboten, auch in 3D. Kein Hinterfragen, kein Defizit an Präzision, Akuratesse, weil es dort nie zu diesem Hinterfragen kommt. Wir wissen, von nichts zu viel und von nichts zu wenig und dann die Dimension und alles in sich eine Musik.

Nun stelle man sich vor, man wollte nach gewohnter Methode präzisieren, punktieren und würde sich für einen Moment ein sogenanntes punktuell zu lokalisierendes zweidimensionales Ereignis zurecht visualisieren. Schlimm! Alle Schönheit, Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit würde einem gekünzelten, erschaffenen Etwas müssen Platz machen. Wer wollte das eintauschen?

Nun möchte ich nicht den Eindruck erwecken, um wieder auf die Anlage zurück zu kommen, das eine wäre nun ab heute zu vergessen. Das ist Quatsch, weil es nach wie vor qualitativ schweine gut ist.

Aber einfach mal die Bereitschaft haben, eine weitere Dimension kennen zu lernen - das wäre ganz sicher wichtig. Ich würde gerade auch bei einer "kleineren" Anlagenzusammenstellung jederzeit die Eintrittskarte fürs Konzert vorziehen. Vor allem lebt so auch mal ein Wagner Thema, das man ansonsten wegen kleineren Verhältnissen eher mal zur Seite gelegt hätte.

Jungs, ich kann nur raten, packt das Thema an. Geht das wirklich mal an. Es ist der beste und sinnvollste Weg aller Maßnahmen, die in den letzten Jahrzehnten bezüglich räumlicher Darstellung unternommen wurden. Und es hat hier nichts mit einem Hype zu tun. Es wird bei der Marke Geithain nichts weiter propagiert, was nicht auch in der Stereowiedergabbe bereits qualitativ auffällt. Es hat auch nichts mit einem finanziellen Puschen zu tun. Sicher kostet der dritte LS Geld und auch der Prozessor. Aber auch Otto Braun's Equalizer vor 30 Jahren kostete richtig Geld. Und das Raum Ausmessen war auch nicht umsonst.

Nein, hier geht es um eine ganz sinnvolle Maßnahme. Um eine direkte und anfängliche Möglichkeit, sich wirklich eine Eintrittskarte fürs Konzert zu ziehen. Mein ehrlich gewonnener Eindruck.



Gruß,
Otwin
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