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Konzert-Nachlesen Hier gibt es Gutes und Schlechtes über besuchte Konzerte zu berichten

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  #111  
Alt 12.01.2018, 13:05
AktivesHoeren AktivesHoeren ist offline
 
Registriert seit: 10.04.2015
Beiträge: 19
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Daß die 800 Millionen baukosten nicht kurz- mittelfristig eingespielt werden können ist klar.

Daß muß man - ist schon im vorhinein bekannte Voraussetzung für solch Investitionen - als Investition für ein großes ganzes, Kultur, Hamburg usw. sehen.
D.h., es befördert indirekt umliegende Gewerbebetriebe, Tourismus, etc.

Aber die 900.000 Gewinn/Jahr, die müssen natürlich definiert sein, z.B. bereits abzüglich der laufenden jährlichen Kosten (da sind die Putzkolonnen selbstverständlich enthalten ), vor oder nach Steuer usw.

Möglich mit einem schwarzen Gewinn das Jahr abzuschließen, glaube ich schon, da die Elphi restlos mit langem Vorlauf ausverkauft ist.
Und zusätzlich auch Sehleute in Massen anzieht.
Gut, da spielt der Reiz des Neuen mit hinein.
Aber es gibt natürlich in Hamburg auch Künstler mit Weltniveau, die die Zuhörer berechtigt anziehen.
Im Klavierbereich haben z.B. Yuja Wang und Lang Lang gespielt.

Ja, man könnte sehr froh sein, wenn sich die Philharmonie überhaupt selbst trägt ohne weitere jährliche Steuerzuschüsse.
Bei den ganzen Landesorchestern und kleineren Kultur-/Theater-/Philharmonien ist das Selbsttragen keineswegs normal, wohl eher die Ausnahme. D.h., Musik/Theater erfordert meist Zuschüsse aus Steuermitteln, Sponsoren.

Hab einen vertrauenswürdigen musikalischen (kann selbst Klavier spielen, hat einige ausgezeichnete Schallplatten, z.B. ECM Jazz, immer inspirierende Hörsessions mit ihm an meiner Anlage, an der er sehr gern sein Vinyl abspielt oder meine CDs/HiRes hört) Freund, in Hamburg wohnend, der sich eine Karte für Lang Lang gesichert hatte.

Nun berichtete er mir, daß nicht nur die Darbietung großartig war, nein, auch die Akustik ausgezeichnet.
Er beschrieb die Akustik mit äußerst transparent, klar,
eben so klar, daß man auch jedes Räuspern eines Zuhörers vernehmen würde.
was allerdings eben dem feinen Zuhören der Musiker auch zugute käme.
Er meinte, das vernehmbare Räuspern von Zuschauern usw. gehört damit quasi zum Liveerlebnis, zur Aufführung mit dazu.
Ist auch logisch, wenn die Musik detailliert in allen Tonlagen und Ortbarkeiten zu hören ist, dann eben auch die eventuellen Geräusche des Publikums.

Muß man eben locker entspannt hingehen, das akzeptieren, wie es ist, einfach in der Musik sich fallen lassen. Letztendlich ist ja auch die gute Akustik der Schuhkartonsäle nicht völlig befreit von Publikumsgeräuschen, weshalb es ja auch eine unausgesprochene Etiquette bei Konzerten gibt.
__________________
Live ist Aktiv!
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  #112  
Alt 12.01.2018, 13:24
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
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Das Gebäude wird über 30 Jahre abgeschrieben, der Grund und Boden wird nicht abgeschrieben.
865/30 = 29 Mio € p.a. die bei einer handelsrechtlichen GuV/Bilanz berücksichtigt werden müßen.
Finanzierungskosten 2% p.a.? Das wird zwar durch die Tilgung über die Zeit weniger, aber dafür wächst dann der Aufwand für die Instandhaltung.
Sonstige Rückstellungen?
Die IHK ging 2016 von 800.000 Konzertbesuchern p.a. in der Elbphilharmonie aus. Durchschnittlicher Ticketpreis 50,- € macht 40 Mio Einnahmen = Umsatzerlöse im optimalen Fall. Der Senat selber ging von viel geringeren Besucherzahlen und Erlösen pro verkauften Ticket aus.
Zitat:
Der Drucksache sei zu entnehmen, dass jede Vorführung mit 14.000 Euro bezuschusst werde. Sie interessierte, ob dieser Aussage eine alte kameralistische Betrachtungsweise zugrun-de liege. Bei einer kaufmännischen Betrachtung müssten Abschreibungen einbezogen werden, was zu einer Summe von 60.000 bis 70.000 Euro Bezuschussung pro Veranstaltung führen würde.
http://www.buergerschaft-hh.de/ParlD...shaltsplan.pdf

Der genannte Überschuß ist reine Augenwischerei und wenn überhaupt, dann nur unter den Grundsätzen der Kameralistik darstellbar.
Nach handelsrechtlichen Grundsätzen würde ein dickes, negatives Betriebsergebnis herauskommen. Darf aber wohl nicht...

Es ist ja auch grundsätzlich nicht schlimm, wenn so ein Konzerthaus nicht kostendeckend arbeiten kann, aber dann soll man wenigstens so ehrlich sein und die Zahlen offen und transparent und den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchhaltung entsprechend darstellen.
Natürlich sind in der Gesamtbetrachtung die zusätzlichen Steuereinnahmen durch die zusätzlichen Besucher zu berücksichtigen.
Gruß,
Kai
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  #113  
Alt 12.01.2018, 15:01
tmr tmr ist offline
 
Registriert seit: 02.01.2009
Beiträge: 1.455
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Hallo,
Zitat:
Zitat von aston456 Beitrag anzeigen
Nach handelsrechtlichen Grundsätzen würde ein dickes, negatives Betriebsergebnis herauskommen. Darf aber wohl nicht...
Wenn sich eine Bürgerschaft ein Konzerthaus leistet, dann sicher nicht, um damit Geschäfte zu machen.
Ich finde diese Argumentationsweise völlig daneben.

Gruss

Thomas
__________________
http://www.highfidelity-aus.berlin/
Gewerblicher Teilnehmer
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  #114  
Alt 12.01.2018, 17:57
scott scott ist offline
 
Registriert seit: 19.02.2016
Beiträge: 355
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Zitat:
Zitat von J.B. Beitrag anzeigen
Für wen nicht profitabel? Für Hamburgs Touristikbranche? Für Restaurants und Gaststätten. Für Hotels? Für die entstandenen Arbeitsplätze?
Ich bin überzeugt, dass sich auf Dauer dieses (finanziell aus dem Ruder gelaufene) Projekt "rechnen" wird.
Von der (schlecht zu beziffernden) Bereicherung des kulturellen Sektors ganz zu schweigen.

Gesamtwirtschaftlich kann sich dieses "Projekt" über die Jahre sehr wohl rechnen. Die Elbphil. wird Millionen Gäste aus dem In- und Ausland anziehen und diese werden in Hamburg übernachten, shoppen, essen & trinken etc...

https://www.mopo.de/hamburg/elphi-ra...grube-29439080
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  #115  
Alt 12.01.2018, 18:06
shovelxl shovelxl ist offline
Rechts ist Gas
 
Registriert seit: 29.10.2016
Beiträge: 1.640
Standard

Aber sie können eben aktuell noch kein Plus in der Kasse haben!
Was in 20 Jahren ist steht ja noch in den Sternen.
Man sieht eben daran wieder zu gut, dass nur geschönte Daten in die Medien kommen.
Jetzt nicht nur auf die Philharmonie gemünzt.
__________________
...mehr Senf...
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  #116  
Alt 12.01.2018, 18:39
scott scott ist offline
 
Registriert seit: 19.02.2016
Beiträge: 355
Standard

Zitat:
Zitat von shovelxl Beitrag anzeigen
Aber sie können eben aktuell noch kein Plus in der Kasse haben!
Was in 20 Jahren ist steht ja noch in den Sternen.

Natürlich werden Projekte dieser Größenordnung mit spekulativen Zahlen über Jahrzehnte hochgerechnet. Wie sollte es auch anders gehen.
Für das erste Jahr wurde mit einem Verlust von € 500.000,- gerechnet. Statt dessen gab es jetzt eben einen Überschuß, nicht mehr und nicht weniger.

Als Hamburger war ich natürlich über die Kostenexplosion bis zur Fertigstellung absolut entsetzt. In Zeiten von Berliner Flughfen- und Stuttgarter Bahnhofsdesaster kann man angesichts der offenkundigen Inkompetenz auch nur noch mit dem Kopf schütteln

Für Hamburg bin ich aber mittlerweile eher positiv gestimmt. Das liegt insbesondere am Rückhalt und der positiven Einstellung der Bevölkerung für dieses Projekt.
Trotz der Kostenexplosion ist die Elphilharmonie nach einem Jahr bei vielen Menschen absolut positiv besetzt und in Hamburg "angekommen".
Das jetzt auch noch die Zahlen nach einem Jahr positiver als erwartet ausgefallen sind, ist eine nette Zugabe.
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