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  #1  
Alt 10.12.2017, 23:15
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
Standard Stands für meine RL 922 K

Hallo allerseits,
um den sehr engagierten Sylomer-Thread nicht weiter mit meinem Nebenthema zuzumüllen, mache ich mal einen neuen auf.

Wie bereits dort ausgeführt, plane ich den Neubau von Ständern für meine Geithains.
Die üblichen Röhrendesigns kommen für mich nicht in Frage und Holz (Multiplex) möchte ich eigentlich auch vermeiden.
Beton hatte ich in die Diskussion geworfen, was aber von den Experten gleich verworfen wurde - "Glockenklang" etc.

Ich hatte aber im Hinterkopf, daß irgendeine Lautsprecherbude mit Beton für die Gehäuse arbeitet. Anselm Görtz ist mir dann auch noch eingefallen und so bin ich auf Audiograde http://www.audiograde.de/produkte gekommen, die einen speziellen Beton für ihre Gehäuse verwenden:
PolyGrade™ Polymerbeton. Jahrelang gereift.... bla bla bla...
Polymerbeton oder Mineralguss ist natürlich kein Hexenwerk.
Es ist ein Werkstoff, der aus mineralischen Füllstoffen wie Quarzkies, Quarzsand und Gesteinsmehl und einem geringen Anteil Epoxid-Binder besteht. Das Material wird gemischt und je nach Fertigungsverfahren als homogene Masse kalt in Gießformen aus Holz, Stahl oder Kunststoff vergossen. Während des Gießvorgangs wird die Gießform gerüttelt, um das Gemisch zu verdichten und zu entlüften. Nach wenigen Stunden kann das Teil entformt werden und ist montagefertig. Der Werkstoff ist auch bekannt unter der Bezeichnung Polymerbeton oder Reaktionsharzbeton.
Anstelle des Quarzsandes kann man auch sog. Leichtfüllstoffe, wie funktionelle Hohlglaskugeln aus geblähten Glas, einsetzen, um die Konstruktion leichter zu machen.
Dies mal zunächst als Einstieg. Ich werde mich mal weiter einlesen und dann weiter berichten.
Gruß,
Kai
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  #2  
Alt 12.12.2017, 10:01
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
Standard

Hallo heimliche Mitleser,
ich habe gestern weitergesucht zu dem Thema Polymerbeton.
Am Anfang steht schon mal die Frage, welches Material ich als Binder einsetze - Epoxidharz oder Polyesterharz.
Epoxi ist relativ geruchsneutral und soll auch eine größere Härte erreichen.
Also würde es wohl Epoxi werden.
Ich benutze den Konjunktiv, da es noch weitere grundsätzliche Fragen zu klären gibt.
Das Gemisch muß flüssig genug sein, um die Form - ein eckiges U - komplett auszufüllen, ohne daß sich die Füllstoffe (Quarz-/Glassand und evtl. Microglaskugeln zur Gewichtseinsparung, Glasfaserschnitzel zur Stabilitätserhöhung) an der tiefsten Stelle der Form absetzen.
Ich habe gestern schon mal ein bißchen herumtelefoniert, habe aber leider keine definitiven Aussagen bekommen.

Gruß,
Kai
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  #3  
Alt 12.12.2017, 23:08
FlachZange FlachZange ist offline
 
Registriert seit: 23.04.2017
Beiträge: 304
Standard

Bei Polyester- / Epoxyharz bin ich von Berufswegen ein Experte.

UV-Stabilität:
Bitte bedenke, dass Epoxy nicht UV-stabil ist und selbst ohne UV-Einstrahlung extrem gelb wird. Polyesterharz ist nicht ganz so anfällig.

Preis:
Epoxy ist das 4- bis 5-fache teurer als Polyesterharz.

Aushärtung:
Normales Epoxyharz benötigt bei einer Mischung von 60:40 ca. 24 Std. oder länger (mehrere Tage zieht es deutlicher durch). Polyesterharz benötigt mit ca. 2% MEKP-Härter bei Zimmertemperatur ca. 1 Std. bis es überschleifbar ist.

Geruch:
Polyesterharz ist mit dem Bindemittel Styrol gebunden und ist somit Styrolhaltig! Styrol ist schwerer als Luft und MUSS in gut belüfteten Räumen verarbeitet werden, ansonsten Atemschutz A2P (braune Kennung, z.B. von 3M Modell 4255 Halbmaske). Nicht in der Wohnung verarbeiten, da der Geruch extrem ist und die Belüftung nicht gegeben ist. Epoxy ist ein reines Gieß-/ Optikharz und ist nicht Styrolhaltig, daher nicht sehr geruchsbelästigend. Im komplett ausgehärtetem Zustand richen beide Harze nicht, nur bei der Verarbeitung.

Mein Fazit:
Da ich aus Erfahrung spreche und wir Tonnen von dem Zeug in kürzester Zeit verarbeiten, empfehle ich dir nicht das Epoxy. Viele denken, das es besser sei. Es ist teuer, gilbt extrem nach selbst ohne UV und härtet lange aus. Ich würde dir wärmstens das Polyesterharz empfehlen. Aber bitte beachte, das Material (egal ob Epoxy oder Polyesterharz) nicht unter 10°C zu verarbeuten, eher 15°C aufwärtz. Auch ein ganz wichtiger Faktor ist folgender; wenn du zuviel MEKP-Härter nimmst (4% oder höher) kann es anfangen zu brennen, da es zwei Komponenten sind, die sich erwärmen / erhitzen und wenn zuviel Härter drin ist, wird es zu heiß. Also lieber 1,5%!!!
Das Polyesterharz wird durch mehr MEKP-Härter nicht härter, sondern reagiert einfach schneller!

Meine Erfahrung beruhen alle auf Beschichtungen auf Holz (Sandwitchplattenherstellung) oder auf Betonflächen, nicht aber als Gemisch mit anderen Stoffen als " dicke Pampe". Dazu kann ich dir leider nichts sagen.

Ich hoffe dir ein wenig Grundkentnisse über die beiden verschiedenen Material-Arten zu geben.

Gruß Christian
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Geändert von FlachZange (12.12.2017 um 23:12 Uhr).
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  #4  
Alt 12.12.2017, 23:25
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
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Hallo Christian,
vielen herzlichen Dank, für diese sehr profunden Hinweise.
Das ist wirklich sehr hilfreich.
Ich habe in meiner Jugend einige Betonteiche mit Glasfasermatten und Polyesterharz versiegelt und wußte daher, wie furchtbar das Zeug riecht, daher auch meine Überlegung auf Epoxy zu gehen.

Aber was Du sagst, und ich habe auch noch eine sehr ausführliche PN bekommen, die ebenfalls sehr profund ist, macht natürlich Sinn.
Ich habe auch geplant, den Guss im Frühjahr zu machen und dann draussen.

Bis dahin ist also noch reichlich Zeit, sich mit den Details zu beschäftigen und endgültig ist die Entscheidung ja noch nicht gefallen.

Aber die üblichen Röhrenständer werden es auf keinen Fall.

Ein echtes Problem scheint mir, wie man verhindert, daß die Füllstoffe komplett absinken.
Nach dem was ich bis jetzt gelesen habe, sollte die Platte des U unten liegen, sodaß die Schenkel nach oben zeigen und befüllt werden.
Maße der Schenkel 50cm x 40 cm x 8 cm, Platte 40x37x8cm.
Möglicherweise kann man das in Etappen gießen?

Es ist noch viel in Erfahrung zu bringen.
Gruß,
Kai
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  #5  
Alt 12.12.2017, 23:46
FlachZange FlachZange ist offline
 
Registriert seit: 23.04.2017
Beiträge: 304
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Oh das ist schwer zu sagen. Dafür gibt es meines Wissens nach auch kein Buch für, lediglich probieren macht schlau.

Aber ich verstehen deine Bedenken, Lufteinschlüsse / Blasen könnten sich in dem dicken Gemisch befinden... und die gehen aus einer so dicken Pampe nicht so leicht raus.
Evtl. mit Druck raustreiben, aber die Umsetzung könnte etwas schwierig werden.
Bei einem Zwei- / Dreiteiler evtl. Muniereisen mit eingießen.

Das Thema ist ein gutes.

Gruß Christian
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  #6  
Alt 13.12.2017, 00:03
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
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Das ist eine der entscheidenden Fragen, die es zu lösen gilt.
Für Epoxy gibt es ein Zuschlagsmittel, was dem Harz die Blasen entzieht.
Sowas gibt es für Polyesterharz wohl nicht.
Aber möglicherweise habe ich das nur noch nicht gefunden.
Gruss
Kai
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  #7  
Alt 13.12.2017, 09:21
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
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Hallo allerseits,
manchmal hilft es einfach, ein bisserl nachzudenken.
Es gibt diverse Firmen, die mit Polymerbeton und dessen Verarbeitung ihr Geld verdienen. Die wissen, wie es geht.
Ich habe mal als Beispiel diese nette Firma herausgesucht:
http://www.aco-pro.de/home/
Die schon ganz ähnliche Formen aus Polymerbeton im Portfolio haben.



Da gehe ich mal davon aus, daß es kein Problem sein sollte, ein banales, eckiges U auszugießen und dafür nicht allzuviel aufzurufen.
Schade, daß die Bude soweit weg gelegen ist.
Aber so etwas gibt es bestimmt auch im schönen Oberbayern.
Gruß,
Kai
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  #8  
Alt 13.12.2017, 12:48
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
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Mahlzeit,
ich habe eine Firma in akzeptabler Entfernung gefunden http://www.dela-polymerbeton.de/ und die Kameraden auch schon angeschrieben.

Vielleicht werde ich ja auch berühmt mit meinen Kunstwerken:
http://www.anja-voigt.com/plastik.php

Gruß,
Kai
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  #9  
Alt 13.12.2017, 16:07
aston456 aston456 ist offline
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 198
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In der Zwischenzeit kam die Antwort:
Hallo Herr XXX,
das von uns verwendete Kunstharz ist UP-Harz. Dies bedeutet, dass der Polymerbeton schwindet und bei dieser Bauform starke Spannungen verursacht. Ebenso führt die
Bauteildicke zu sehr hohen Temperaturen bei der Aushärtung.
Wenn es klappt, dann mit Polymerbeton mit dem Bindemittel Epoxydharz (Mineralguss).
Epucret oder IZM verarbeiten diese Kunstharze als Bindemittel. Es ist sinnvoll, sich an diese Firmen zu wenden..

Mit freundlichen Grüßen

Die IZM Polycast sitzt in Magdeburg, also indiskutabel.
Die RAMPF Polymer Solutions GmbH & Co. KG sitzt in der Nähe von Stuttgart, also mein nächstes Opfer.

Ich bleibe dran.
Gruß,
Kai
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