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Verstärker und Vorverstärker Alles über Geräte, die elektronisch Signale verstärken

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  #1  
Alt 08.01.2008, 09:37
OpenEnd OpenEnd ist offline
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Standard Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo Leutz,

hier möchte ich mal fragen, welche Schaltverstärker es als Fertigprodukte gibt und welche Erfahrungen damit gemacht wurden.

Geschaltete Verstärker, im Volksmund "Digitalverstärker" genannt gibt es ja schon seit vielen Jahren und sie werden immer weiter domestiziert.

Vom Aspekt des Wirkungsgrades mit Sicherheit interessant.

Grüßle vom Charly
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  #2  
Alt 08.01.2008, 10:53
Replace E
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo und Gruß!

vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, die damals neu herausgekommene Digitalendstufe 1092 von Rotel an meiner Vertigo zu testen.

Die Leistungsdaten und der moderate Preis schienen vielversprechend. Ein erster Test in der AUDIO stufte das Gerät in die Spitzenklasse ein.

Also habe ich das Leichtgewicht unter den Arm geklemmt und einmal ausprobiert.

Meine Erfahrungen waren äußerst zwiespältig: In der Tat vermittel diese Endstufe vom ersten Takt an den Eindruck unbändiger, um nicht zu sagen brutaler Kraft.
Attacken kommen mit einer explosionsartigen Energie aus den LS. Ich ertappte mich dabei, nach Dynamikspitzen zu suchen und Detonationen in den Hörraum zu prügeln.
Doch schon nach kurzer Zeit, als sich der Pulverdampf verzogen hatte und die Überrumpelung verdaut war, drängte sich ein anderer, sehr bedenklicher Umstand in den Vordergrund: Das klang nicht natürlich, sondern irgendwie falsch. Irgendwie erinnerte mich diese überdrehte Dynamik an einen Comic, bei dem die Naturgesetze keine Rolle mehr spielen. Der Klang schien auseinanderzufallen: Leisere Musikpassagen wirkten belang- und leblos, irgendwie tot. Über allem lag eine leichte Rauhigkeit. Zwischentöne gab es kaum. Die Musik berührte mich nicht... bis dann wieder ein Fortissimo kam und alles wegblies.

Natürlich habe ich mich sofort gefragt: Ist nicht vielleicht doch DAS der richtige Klang? Hast du nicht vorher viel zu "soft" gehört, weil deine Endstufen es nicht packten?

Doch diese Fragen konnte ich klar verneinen. Damals hörte ich noch die großen Monoblöcke SP 998 von Vincent. Die sind zwar Welten von meinem jetzigen Emitter entfernt, doch in der Natürlichkeit der Wiedergabe stellten schon sie die Rotel-Endstufe in meinen Ohren klar in den Schatten. Ein direkter Vergleich mit dem Emitter blieb der Rotel 1092 erspart.

Nach zwei Tagen war mir der unsensible Klang der 1092 so lästig, dass ich das Gerät noch vor der Zeit dem Händler zurückgegeben habe.

Es mag bessere "Digital"-Endstufen geben und vielleicht auch welche, die zu meinen LS besser passen. Vielleicht passt diese Verstärkertechnik auch eher zu Pop und Rock als zu klassischer Musik wie bei mir.
Doch für mich war die Erfahrung mit der "neuen" Verstärkertechnik eine herbe Enttäuschung.

Geändert von Replace E (08.01.2008 um 11:02 Uhr).
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  #3  
Alt 30.01.2008, 23:46
OpenEnd OpenEnd ist offline
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Beiträge: 7.388
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo Eusebius,

man kann nicht alle Schaltverstärker über einen Kamm scheren. Habe da auch schon die unterschiedlichsten Klangeindrücke gehabt.

Am Besten haben mir bisher die Schaltverstärker von Mircea Naiu gefallen. Zwei Unterschiedliche hatte ich mal mit bei Claus anläßlich einer Forenfete. Die muß ch mir mal wieder in Ruhe anhören.

Muß auch hier mal wieder die Bilder einstellen.

Hier hänge ich mal eine Diplomarbeit über Class D Verstärker an.

Grüßle vom Charly
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf class_d.pdf (513,0 KB, 864x aufgerufen)
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  #4  
Alt 31.01.2008, 00:19
KSTR KSTR ist offline
 
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Beiträge: 1.777
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Die Stufe in dem PDF... nun denn, ziemlicher Aufwand im Vgl. zu Bruno Putzeys' UcD-Variante, bei denen auch noch das Output-Filter innerhalb der Schleife liegt. Klingen tun sie auch gut, die UcDs.

http://hypex.nl/docs/ucd_aes.pdf
http://hypex.nl/applicationnotes.htm

Generell kann man Class-D-Amps relativ schlecht sounden, d.h. wenn sie zufriedenstellend bis sehr gut funktionieren (und sich so auch messen), dann klingen sie auch sehr neutral, manchen halt zu neutral.

Grüße, Klaus
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  #5  
Alt 31.01.2008, 08:23
Replace E
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Huiii...

Erst wochenlang nichts und dann gleich mehrere technischen Breitseiten auf mein Hörerlebnis!

Ihr verzeiht bitte, wenn ich mich als Nichttechniker da nicht komplett durchkämpfe.

Geändert von Replace E (31.01.2008 um 08:53 Uhr).
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  #6  
Alt 02.02.2008, 09:57
Stefan Stefan ist offline
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Beiträge: 506
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo an die Techniker,


Mich würde beim Thema Digitalverstärker extrem die Frage interessieren ob dieses Prinzip auch wirklich laststabile Konstruktionen ermöglicht, die auch bei LS Impedanzen von bis zu 1 Ohm noch gut Strom liefern können ?

Was Laststabilität bei Verstärkern betrifft bin ich nämlich ein gebranntes Kind...

Weil, im Winter ist so eine doppelte Krell Class A Heizung ja noch angenehm aber im Sommer manchmal dann doch ziemlich heftig......


Viele Grüsse

Stefan
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Gruß,
Stefan



´Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert.´ - Oscar Wilde

´Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie´ - Ludwig van Beethoven

http://www.livesound-at-home.de

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  #7  
Alt 02.02.2008, 12:18
Replace E
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo Stefan!
Die erste Antwort kommt von mir als Nicht-Techniker:

Bei der von mir zitierten Rotel-Endstufe, die es ja auch als zwei Mono-"Blöcke" mit identischen Daten gibt, sah der bekannte Spannungswürfel in der AUDIO aus wie eine Sprungschanze.

Ausgehend von einem extrem hohen Niveau an 8 Ohm fiel die Spannung bis 2 Ohm hinunter stark ab.

An den Flanken gab es dabei aber keinerlei Senken oder Einbrüche.

Heißt also: Niedrige Impedanzen nagen zwar an der Kraft der Rotels.
Phasenverschiebungen lassen sie aber wohl unbeeindruckt.

Ob das für deine "Biester" reicht?

Gruß!

Geändert von Replace E (02.02.2008 um 12:21 Uhr).
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  #8  
Alt 02.02.2008, 14:11
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Beiträge: 7.388
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Hallo Stefan,

ich werde mir die Module von Hypex mal näher ansehen. Dabei wird sich dann auch herausstellen, was die Teile leisten können.

Grüßle vom Charly
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  #9  
Alt 02.02.2008, 14:24
jakob jakob ist offline
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Beiträge: 1.044
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Die Frage der Laststabilität ist gerade im Zusammenhang mit PWM.Endstufen (aka Digital-Verstärkern) wichtig, aber, wen überraschts , nicht pauschal zu beantworten.

Neben anderen Faktoren spielt das notwendige Ausgangsfilter eine Rolle.
Neben der grundsätzlichen Laststabilität, die wie z.B. bei der Audio über einen breiten Bereich von Lastimpedanzen (also inklusive der Phasendrehungen bei komplexen Impedanzen), aber bei einer festen Frequenz, 1kHz sofern ich mich recht erinnere, gemessen wird, gibt es durch das Ausgangsfilter auch eine Beeinflussung des Amplitudenfrequenzganges bei verschiedenen Lastfällen.

Bei den meisten PWM-Endstufen folgt ein rein passives Ausgangsfilter nach der eigentlichen Endstufe, und somit ist, wie auch von LS-Weichen bekannt, eine korrekte Auslegung nur noch für einen einzigen Lastwiderstand möglich.
Für diesen erreicht die Endstufe ihre besten Werte, alle anderen Lastimpedanzen führen zwingend zu Abweichungen.

Insbesondere bei frühen Modellen war dies relativ kritisch, da aufgrund der verfügbaren Technologie, die Schaltfrequenzen noch nicht so hoch ausfielen und somit die Ausgangsfilter relativ dicht am Audiofrequenzband liegen mußten.
Bei neueren Modellen mit entsprechend höheren Schaltfrequenzen ist das Problem zwar grundsätzlich immer noch vorhanden, aber wirkt sich erst bei höheren Frequenzen aus.
Zur Illustration zwei Data-Sheets von IcePower-Modulen, das erste Modul für geringere Ansprüche, das zweite aus der jetzigen Spitzenserie:

http://www.icepower.bang-olufsen.com...200ascdata.pdf

http://www.icepower.bang-olufsen.com...asheet_1_0.pdf
(jeweils zu finden in der Meßdiagrammabteilung in der zweiten Hälfte der PDFs)

Bei den von KSTR erwähnten UCD-Modulen nach Bruno Putzeys entschärft er dieses Problem durch eine Gegenkopplungsschleife, die nach dem Ausgangsfilter ansetzt; die entsprechend geringere Änderung bei verschiedenen Lastimpedanzen sieht man im Data-Sheet:

http://www.hypex.nl/docs/UcD400OEM%20datasheet.pdf

Was konkret die Eingangsfrage angeht, so muß man wohl zunächst von der angegebenen minimalen Last ausgehen, die z.B. bei UCD 1 Ohm beträgt, danach nach dem maximalen Ausgangsstrom suchen (bei UCD180 sind es 20A, bei dem erwähnten IcePower-Modul wären es 30A), dann nachrechnen, ob es für die Möglichkeiten des LS ausreicht, oder hier schon Begrenzung eintritt.
Danach hilft neben eigener Hörerprobung vielleicht auch eine Nachfrage bei den Herstellern, ob es Meßwerte/Erfahrungswerte auch für diese Anwendungsfälle gibt.

Gruß
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  #10  
Alt 02.02.2008, 14:28
Franz Franz ist gerade online
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 9.138
Standard AW: Geschaltete Verstärker, auch "Digitalverstärker" genannt

Ich bin ja eher dafür, sich solche Teile mal anzuhören.

Ich hab wenig Erfahrung mit Digitalverstärkern, hab aber auch schon einige bei Händlern in der Vorführung hören können und kann den Höreindruck generell von Rainer schon nachvollziehen, hängt aber natürlich immer von einer Gesamtanlage ab. Sie hatten dabei schiere Kraft bei impulsreicher Musik, schwächelten jedoch wenn es darum gilt, bei eher ruhigen Passagen Klangfarben und feinere Dynamikabstufungen zu Gehör zu bringen. Ich empfand sie als ein wenig "steril", weniger "musikalisch". Aber wie gesagt, ganz subjektive Eindrücke ohne Gewähr. Ein Eindruck halt.

Mich beeindrucken auch keine hübschen Bilder.

Gruß
Franz
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