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KH - Otwins Kopfhörer Olymp Hier ist der Bereich, in dem sich IKL freie Hörer über höchstwertiges Equipment austauschen können.

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  #1  
Alt 21.11.2009, 13:43
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.614
Standard HD53N Netzteilauslagerung

Hallo,

In diesem Thread möchte ich auf das Projekt HD53N Netzteilauslagerung etwas näher eingehen. Ich hab mir die Arbeit gemacht, um einfach Dinge auf die Spitze zu treiben, wie man so schön sagt. Eine solche Auslagerung wird es nie standardmäßig in einem KHV geben, da alleine schon zu kostenintensiv. Trotzdem hatten mich die Stellen persönlich gereizt, die es zu verbessern gilt. Es handelt sich dabei um technisch nachvollziehbare Dinge.

1) Bei allen KHVs, mit Ausnahme von ein paar ultrateuren Exoten - ich könnte hier jede Marke aufführen - ist die Netzteilsektion schwächer ausgelegt, als es sein könnte.

2) Der HD53N wird ja von mir nicht nur für den KH Betrieb genutzt, sondern auch für Lautsprecher Betrieb. Dabei kann der Trafo fast gar nicht leistungsfähig genug sein.

3) Ich konnte mich durch den DAC1 von BMC Audio sehr gut von der Klangqualität der dort eingesetzten Balanced Current Elkos überzeugen. Den Kopfhörer angeschlossen am damalig zur Debatte stehenden VAR-OUT Modul, welches seine Spannung über das klassische Netzteil im DAC1 erhielt. Nicht, das dieses VAR-OUT Modul an die gesamte Qualität eines HD53N herankam, konnte mich doch die Stabilität, Kontrolle und Schwärze im Klang überzeugen. Auch seitens der klanglichen Feinheit, eben bedingt durch den Einsatz der Current Elkos kam Schlüssigkeit auf. Das VAR-OUT Modul hätte nun noch die LEF Module aus dem HD53N gebraucht und die Sache wäre absolut perfekt gewesen.

Dies sind die drei Punkte, die mich dazu veranlaßten, zunächst das Netzteil beim HD53N auszulagern. Zusätzlich zum vorhandenen Ringkerntrafo einen zweiten Trafo anzuschließen, der dann für den Leistungsbereich zuständig ist. Die Brückengleichrichtung durch schnelle Schottky Dioden zu ersetzen, die Spannungen vor und hinter der Gleichrichtung mit speziellen MKP Kondensatoren zu versehen und danach die gesamte Siebung komplett über Balanced Current Elkos zu machen. Die Kapazität zu erhöhen, sowie auch im HD53N die schwarzen Elkos gegen erwähnte Elkos auszutauschen. Zusätzlich als Abschluß der Elkobatterien feine 1uF große Folienkondensatoren einzusetzen.


So entstand demnach dieses Projekt und es war eine Menge Arbeit angesagt. Ich entwarf am Computer eine PCB für die Auslagerung, die ich bei Conrad Leiterplattenservice fertigen ließ.

Dazu schauen wir uns zunächst das Innenleben des HD53N an:

Bild 1


Konzentrieren wir uns auf den mittleren und hinteren Teil. Der HD53N baut über den 50 VA Ringkerntrafo 2 Spannungen auf, einmal +/- 8.5 V, dies ist die Spannung für den gesamten Leistungsbereich und einmal +/- 16.5 V, die Steuer- und Versorgungsspannung. Die kleinere Leistungsspannung wird über die größere Kondensatorbatterie gepuffert und die höhere Spannung über die kleinere Kondensatorbatterie. Bei beiden Batterien sieht man schwarze Elkos und die gelben Current Elkos. Insgesamt hat die kleinere Batterie eine Kapazität von rund 9800 uF ( 4 x schwarzer Elko mit je 2200 uF und 2 x Current Elko mit je 470 uF). Die größere Batterie hat eine Kapazität insgesamt von rund 34000 uF (10 x schwarzer Elko mit je 3300 uF und 2 x Current Elko mit je 470 uF). Es wurden bei diesen Batterien 4 der guten Balanced Current Elkos eingesetzt. Komplett könnte man die Kapazität nicht ausschließlich über diese speziellen und sehr guten Kondensatoren aufbauen aus reinen Platzgründen. Der zur Zeit größte Current Elko hat 2200 uF, hat aber eine Bauhöhe, die sich im HD53N Gehäuse nicht mehr unterbringen ließe, außerdem mit einem Durchmesser von 20 mm auch deutlich kräftiger als die schwarzen Elkos. Somit kommen dann in den HD53N nur Balanced Current Elkos von je 470uF Kapazität. Dazu später mehr.

Als erster Schritt steht das Auseinanderschrauben der verschiedenen Gehäuseteile (Front, Rückwand und Boden) an, bzw. auch das Lösen des Ringkerntrafos. Die schwarzen Kondensatoren müssen ausgelötet werden, teilweise Sicherungselemente entfernt werden, dann die kleine Platine mit den vier Folienkondensatoren an der Stelle, wo vorher der Ringkern saß, angeschraubt werden. Ich hatte vier lötbare Schraubklemmen eingesetzt – die Punkte, an die später beide Spannungen, kommend aus dem Netzteilgehäuse, aufgelegt werden müssen. Die vier vorhandenen gelben Current Elkos habe ich bereits bei der kleineren Kondensatorbatterie versetzt.

Bild 2


Da zwischen ausgelagertem Netzteil und HD53N ein Verbindungskabel bestehen muß, heißt das: Dort, wo beim HD53N die 230V Kaltgerätebuchse sitzt, muß eine andere Lösung her. Ich habe eine Platte mit einer entsprechenden 5 Pol Spannungsbuchse angefertigt und diese an der viereckigen Aussparung angebracht. Vom Netzteil aus kommen die beiden erwähnten Spannungen + der Ground. Das Verbindungskabel ist eine abgeschirmte Zuleitung und der Schirm liegt im ausgelagerten Netzteil mit auf dem Ground.

Bild 3




Das Gehäuse zur Auslagerung kommt aus Italien, hat eine gute Qualität und bietet mit seiner gebürsteten 10mm Front einen kleinen Blickfang. Im Gehäuse sieht man hier den 50VA Trafo aus dem HD53N und zusätzlich den kräftigeren 120VA Ringkerntrafo. Auf der Rückseite befinden sich die 230V Kaltgerätebuchse und der Ein/ Ausschalter. Weiterhin sieht man die kleinen Abstandsbolzen am Boden, auf die später die Netzteilplatine angeschraubt wird.

Bild 4


Als nächstes die Oberseite meiner entworfenen Netzteil PCB – Conrad hat seitens Fertigung eine saubere Arbeit geliefert, überhaupt hat mich die Qualität über Conrad Leiterplattenservice und das ganze Vorgehen während des Fertigungsprozesses sehr überzeugt.

Bild 5


Danach war das Bestücken der Platine angesagt. Zusätzlich auch das Bestücken der kleinen Platine. Diese kleine Platine ist für die 230V zuständig. Dort sorgen bestimmte Kondensatoren für einen sauberen Netzeingang und das schwarze Teil ist ein Strombegrenzer für die Einschaltphase.

Bild 6



Bild 7


Als nächstes sieht man den Einsatz des Netzteilgehäuses am HD53N bei mir im Rack, wo ich noch am ausmessen bin, quasi die letzten Schritte tätige.

Bild 8





Nach getaner Arbeit alles wieder verschlossen. Das Ergebnis ist gemäß dem, was
ich mir erhofft hatte. Zuwachs an Stabilität und Kraft, was dem LS Betrieb sehr zu gute kommt. Die Current Elkos und auch die schwarzen Folien sorgen im Klang für eine größere Homogenität, es wirkt alles noch mal schlüssiger, tonal auch sauberer in sich. Mehr Farbe im Spiel. Man kann sagen: Der HD53N ist auf die Spitze getrieben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wenn dies alles auch kostenintensiv war, so hat es sich am Ende doch rentiert. Dann können die Kandidaten nu für die kommenden Jahre für Freude bei mir sorgen.

Bild 9




Gruß,
Otwin
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  #2  
Alt 21.11.2009, 15:11
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.473
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Otwin

Ich lese deine Berichte sehr, sehr gerne, kommt noch hinzu, dass deine Liebe im wahrsten Sinne des Wortes zu sehen ist.

Veränderungen, die dann noch das persönliche Empfinden lächeln lassen, sind umso schöner

Inwieweit es Nuancen sind vermag ich nicht zu beurteilen, dennoch "dürfen" filigrane Unterschiede "Welten" sein > für einen selbst.

Volkhart
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  #3  
Alt 21.11.2009, 19:42
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.614
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Volkhart,

Vielen Dank. Zunächst mal war es Arbeit, aber ich war nicht allein. Michael Conrad bot mir reichlich beratende Unterstützung. Es gibt einfach Kniffe und Handgriffe, die man nicht selbst wissen kann, die Entwickler, die tagtäglich Umgang mit diesen Sachen haben, schon. Dem Michael und dem Carlos an der Stelle nochmals recht herzlichen Dank für ihre Unterstützung.

Nuancen, wie du so schön sagst, können sehr wohl entscheidend sein. Diese Nuancen an der entsprechend wichtigen Stelle fehlend und es kann gegessen sein, weil uns unser Gefühl, unsere Wahrnehmung mitteilt, daß etwas fehlt bzw. noch in sich ein Stück zu plump ist - halt sowas.

Die Auslagerung brachte in zwei Bereichen viel, im groberen Bereich der Kraft, der Power, Schnelligkeit und im klanglich feinen, aber auch grobdynamischen Bereich. Insofern sind es Steigerungen angefangen von der Leistung bis hin zu ganz feinen Strukturen, die für Aufschluß sorgen.

Gruß,
Otwin
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  #4  
Alt 14.12.2009, 22:51
Richter Di
 
Beiträge: n/a
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Otwin,

auf jeden Fall herzliche Gratulation zur Fertigstellung des Projektes. Natürlich wäre es wahnsinnig spannend mal irgendwann den regulären HD 53 N gegen den "gepimpten" antreten zu lassen.

Hast Du irgendwo erwähnt wieviel Arbeitsstunden und Geld Du investiert hast?

Liebe Grüße, Reiner
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  #5  
Alt 15.12.2009, 00:02
Replace-W Replace-W ist offline
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.714
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Zitat:
Eine solche Auslagerung wird es nie standardmäßig in einem KHV geben, da alleine schon zu kostenintensiv
Na NA NA ich wüsste da schon was


Aber im Ernst beim Netzteil holt der Bartel den Most!!! So gesehen wäre ein upgrate in diesem Bereich wohl auch mein erster Ansatzpunkt zur Verbesserung gewesen.

__________________
Gruß
Sam
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  #6  
Alt 15.12.2009, 01:39
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.614
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Reiner,

Vielen Dank. Arbeitsstunden reichlich, hab sie nicht gezählt und übers Geld reden wir besser nicht. Hatte seinen Preis.

Hallo Sam,

Ja, du weißt es ja, im Netzteil kann viel drinn stecken. Naim macht es vor.

Gruß,
Otwin
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  #7  
Alt 02.01.2010, 02:04
Richter Di
 
Beiträge: n/a
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Otwin,

was machen denn die Langzeiterfahrungen mit diesem Tuning?

Viele Grüße, Reiner
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  #8  
Alt 02.01.2010, 02:15
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.614
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Reiner,

Wie zu Beginn. Die Sache leistet ihren Beitrag, vor allem im LS Betrieb, hier liegt der größere Reiz, kann man jedes Gramm gut umsetzen.

KH seitig käme ich ja eh nicht weiter momentan, da der Spielpartner für meinen T1 nicht der HD53N ist.



Gruß,
Otwin
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  #9  
Alt 03.01.2010, 22:51
Richter Di
 
Beiträge: n/a
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Zitat:
Zitat von lotusblüte Beitrag anzeigen

KH seitig käme ich ja eh nicht weiter momentan, da der Spielpartner für meinen T1 nicht der HD53N ist.
Kannst Du mir einen Link zu Deinen Hörerfahrungen diesbezüglich schicken? FInde es fast unglaublich, dass der HD 53 N einen KH nicht klanglich passend antreiben kann.
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  #10  
Alt 03.01.2010, 23:16
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.614
Standard AW: HD53N Netzteilauslagerung

Hallo Reiner,

Es gibt da keine Beschreibung, dié man per Link aufmachen könnte. Ich hatte die Thematik immer mehr sporadisch mit erwähnt, aber eigentlich keinen eigenen Bericht gemacht.

Es geht einfach nicht zwischen T1 und HD53N und es geht auch nicht zwischen opera und T1. Was geht nicht? Hm?

Du weißt ja, wie im Prinzip ein HD800 an deinem Corda oder am HD53N marschieren, auch ein Edition. Nun stell dir vor, die tonale Balance kriegt Schräglage, der Raum wird gut zusammengedrückt, Luft geht raus. beim Opera kommt noch hinzu, daß er saulangsam wird, einfach plötzlich Null Dynamik mehr zeigt.

Also, hier haben wir den klassischen Fall, daß es aus technischer Sicht nicht hinhaut, sonst wäre das Ergebnis nicht so. Weder der Opera noch der HD53N zeigen sich so, wie man sie unter passender Situation zu gehör kriegt.

Das wars auch schon. Keine Ahnung, woran das nun genau liegt, ich bin kein Techniker. Ich hab ja den HD53N bei mir jeden Tag in Betrieb. Wenn du den T1 von der Klinke des HD53N in die Klinke des V200 steckst, ist das wie Tag und Nacht. beim HD53N ist sogar der ganze Raum nicht nur gequetscht, sondern, es gibt keinen nachvollziehbaren Raumbezug in der Musik. Die Räumlichkeit selbst geht also verloren vom Eindruck, so, daß du das gefühl hast, du kannst zwar noch rechts links nachvollziehen und eine Pauke sagt immer noch, daß sie irgendwo dahinter ist, aber das alles zusammen spielt nicht mehr wie vorher in Bezug zu einem Raum.

Und das ist schlimm - hört sich irgendwie kaputt an.

Dem guten Tester aus der MacRewind ist gar nicht aufgefallen, daß das überhaupt nicht funktioniert, er hat dieses desolate Bild sogar noch vor das tadellos funktionierende Bild per A1 gestellt, was sehr seltsam ist. Ich meine, da geht es dann nicht mehr darum, welcher Schnitt einem mehr zusagt, sondern um den Fall es geht generell und um den Fall es funktioniert nicht.


Gruß,
Otwin

Geändert von lotusblüte (03.01.2010 um 23:23 Uhr).
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