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Ungesichertes Audio-Wissen Hier versuchen wir, Wissen zu schaffen

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  #1  
Alt 13.03.2009, 13:14
Speedy Speedy ist offline
 
Registriert seit: 21.02.2009
Beiträge: 1.208
Standard Die aktuelle Hörkultur

Hallo,

bezugnehmend auf dieses Zitat aus einem anderem Thread :

Zitat:
Zitat von jakob Beitrag anzeigen
Daß es in der Breite eher weniger um das Ultimative geht, ist andererseits ebenfalls richtig, sonst müßten wir auch nicht über "Loudness Race" und
ähnliche Schlagworte diskutieren.
möchte ich mal wissen was Ihr davon haltet.

Meine Meinung dazu ist, das weniger der Tonmensch als vielmehr der Kunde (Künstler) und/oder der Verbraucher daran "Schuld" hat.

Beispielsweise Metallica, das geht doch gar nicht anders, immer volles Brett, das ist doch so gewollt, vom Künstler. Das man Hardrock auch anders und trotzdem spannend aufnehmen kann zeigen Gruppen wie Tool.

Die andere Seite ist die "Unterwegs-hören" - Fraktion. Ich fahre jeden Tag zwei Stunden Zug, soviel Leute wie da heutzutage Musik nebenbei hören ist unglaublich. Ich gehe jede Wette ein, maximal 10 Prozent von denen hat zuhause eine "Anlage". Das sind auch nicht die Leute, die früher mit einem Walkman rumgelaufen sind, denn da musste man sich ja erst mal eine Kassette aufnehmen.
Die machen das nur weil iPods und Handys und MP3-Sticks "in" sind und sie sich nicht mehr selber beschäftigen können. Ich kenne einige die hören Hörbücher, das geht mir nicht in Kopp, ich lese noch selber, bin ich von gestern ? Ich dachte immer Hörbücher wären für Kinder die noch nicht lesen können.
Tja, und wenn man sich da die Kopfhörer anschaut, da gehts doch mehr um Design als um Klang. Deshalb auch da das Loudness Race, damit man überhaupt noch was hört.

Freut mich immer wenn ich ab zu mal einen mit einem Porta Pro o.ä. sehe, dem unterstell ich dann innerlich immer gleich das er ein Klanggourmet ist.

Beste Grüße
Speedy
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  #2  
Alt 13.03.2009, 13:27
Franz Franz ist gerade online
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 8.807
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Grundsätzlich bin ich deiner Meinung. Was Hörbücher betrifft, so sehe ich das schon etwas anders. Obwohl ich selbst lieber lese, können Hörbücher doch sehr schön sein. Ich hab mir vor einiger Zeit mal das "Rilke-Projekt" gekauft, worauf Gedichte von Rainer Maria Rilke vertont wurden. Die Sprecher waren allesamt bekannte Musiker bzw. Sprecher. Das war ungemein spannend, das Anhören machte mir viel Spaß. Auch können Hörbücher, wenn sie gut gemacht sind, den Inhalt anders rüberbringen als es das reine Lesen vermag, z.B. Hörspiele. Die haben was.

Die Tonindustrie macht das, was sie verkaufen kann. Davon lebt sie. Audiophile Hörer sind eine Minderheit. Wir müssen uns damit wohl oder übel abfinden. Ein audiophiler Hörer sucht sich auch die für ihn passenden Tonträger aus. Zum Glück gibt es auch davon noch jede Menge.

Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.

Gruß
Franz
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  #3  
Alt 13.03.2009, 16:00
matadoerle
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Hallo Thomas,
auch wenn ich deinen weiteren Ausführungen durchaus folgen kann; mit der ersten Annahme denke ich machst du eine falsche.
Die überwiegende Mehrzahl "audiophil" denkender und hörender Menschen würde niemals auf die bescheuerte Idee kommen, ein Forum zu besuchen oder gar dort aktiv zu schreiben ..
Gruß Thorsten
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  #4  
Alt 13.03.2009, 16:10
Claus B Claus B ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 2.130
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Hallo Thorsten,


Zitat:
Die überwiegende Mehrzahl "audiophil" denkender und hörender Menschen würde niemals auf die bescheuerte Idee kommen, ein Forum zu besuchen oder gar dort aktiv zu schreiben ..
Das ist bestimmt richtig,aber da diese Zielgruppe sowieso realtiv wenig Menschen sind,ich bezweifle das das mehr als "30000" Personen in Deutschland sind,davon schreibt halt eine kleine Anzahl in Foren.

Ansonsten hat Thomas schon Recht,man braucht sich ja nur das TV - Programm anzusehen,tagsüber zwei Drittel der Radioprogramme zu hören,dann weiß man schon das wir im Land der Dichter und Denker leben

Gruß

Claus
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  #5  
Alt 13.03.2009, 16:20
wirbeide wirbeide ist offline
it´s only m.a.e.-admin
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 5.473
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Auch,

kenne ich ein paar Menschen, die nix mit Forem zu tun haben, dennoch Musikliebhaber sind...Thomas meint vielleicht, bestimmt? diejenigen, die HiFi Gedöns nur des Statussymboles wegen haben, oder?

Hörkultur ist > ganz wertfrei Musik zu hören, weit weg vom Gerätegedanken...ob´s Miniaturisierung in Form von High-Tech ist, möchte ich gar nicht bewerten...

Diese Technik ist so "selbstverständlich", letzendlich "billig", kaufbar > ohne Individualität!

Da ist das Genre der Musik weitreichender, und jede Wiedergabe zuhause soll am Hörplatz, als solche, zu erkennen sein, ob schlecht oder gut aufgenommen.

me
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  #6  
Alt 13.03.2009, 18:47
Raimund K. Raimund K. ist offline
 
Registriert seit: 24.11.2008
Beiträge: 71
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Hallo zusammen,

ich fange mal von unten an, Thorsten hat sicher recht, wäre ich nicht Ende letzten Jahres bei Claus gewesen, wohin mich ein "audiophiler Freund" mitnahm, könnte ich jetzt hier nicht etwas schreiben.

Vorher wusste ich nicht einmal um dieses Forum, möchte aber von mir behaupten, dass ich schon seit über 30 Jahren qualitativ hochwertig "höre"!

@Thomas
geht mir genau so, allerdings sollte man hier durchaus differenzierter hinterfragen, warum es sich so verhält. In der Vergangenheit war es mir schon häufiger vergönnt so zu sagen missionarisch tätig zu sein.

Wer kommt im normalen Umfeld denn mit hochwertigen Audiogeräten in Kontakt? Klassischer Begriff "Transistorradio" (völlig wertfrei gemeint). Wie also soll denn jemand dazu in der Lage sein, hier nach (vermeidlich) gutem oder schlechtem Klang zu differenzieren?! Die große Masse kennt es nicht anders. Die Meisten kennen Musik eben nur als "Hintergrundberieselung"

Wenn nun aber diese "Hintergrundberieselungskonsumenten" ( ich fand dieses Wort einfach gut ) die Möglichkeit bekommen, gerätereproduzierte Musik einmal anders, nämlich High-endig zu erleben, gibt es doch häufig die gewollte Horizonterweiterung. Ob die um diese Erfahrung reicher gewordenen dann aber ihre Taschen öffnen und hochwertige Geräte einkaufen ist zumindest fraglich. Nicht jeder kann oder will sich diese Ausgabe(n) leisten. Ohne die entsprechenden Geräte bin ich im Regelfall nicht dazu in der Lage, die Aufnahmequalität hinreichend zu beleuchten.

Sicher hat Franz Recht, wenn er sagt, dass die Tonindustrie das macht, was sie verkaufen kann. Heist im Umkehrschluss: Gäbe es nur so genannte "Audiophile Hörer", so gäbe es mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nur audiophile Tonträger! Hierzu muss aber zwingend die Forderung eines entsprechenden Marktes vorhanden sein, was aber nicht der Fall ist, aus welchen Gründen auch immer. Daher gibt es im audiophilen Bereich eben weniger Material als im normalen Konsumbereich.

Speedy, hier spricht ein Kind, welches nicht schreiben und lesen, aber hören kann. Deshalb höre ich ab und an auch Hörbücher!
Nein, ernsthaft, ich habe selbiges zuerst ebenso empfunden wie Du, ein Buch hat für mich einen hohen Wert und gehört einfach für mich zum Leben!
Hier muss ich Franz zustimmen, ein Hörbuch lebt von den Stimmen der oder des Sprecher(s), wenn das passt , ist ein Hörbuch eine äußerst eingängige Geschichte, wenn nicht, egal welches Thema, ist das Hörbuch zumindest in meinen Augen nicht mehr interessant.
Hierfür ein kurzes Beispiel: In meinem Auto befindet sich eine halbwegs gute Audioquelle, auch genügend Potential im Hinblick auf die Abhörlautstärke, aber es klingt eben nicht wie "zu Hause". Eben genau hier ärgere ich mich immer wieder über den Konservenklang ( des Radios ), oder habe nun gerade mal wieder nicht die richtige Aufnahme zur Hand, die ich jetzt gerade zu Hause hören würde. Und was findet sich im Handschuhfach?:
Sagen des klassischen Altertums, The last Lecture........
Eingelegt und gehört, spannend, ohne zu lesen (oftmals schwierig beim Autofahren), das ganze aber lässt sich so für mich völlig entspannt erleben
(erlesen). So schlage ich manchmal zwei Fliegen mit einer Klappe.
Hierbei ist es egal, ob es sich um die Autoanlage, den Ipod, das Handy oder irgendeine andere Quelle handelt, wobei ich nicht verhehlen möchte, dass zumindest für mich auch eine untere Toleranzschwelle gibt, unter der ich schlichtweg nicht bereit bin zu hören.
Ich mag allerdings nicht beurteilen, warum die Leute das tun, ich glaube bei der Menge an Leuten allerdings nicht, dass alle nur aus dem Grund, dass es "in" ist, sich dieser Geräte bedienen. Ob sich alle diese Menschen auch noch selber beschäftigen können, wage ich allerdings auch zu bezweifeln (jedenfalls sehr häufig).

@wirbeide

Ja, Hörkultur hat nur sehr begrenzt etwas mit Geräten zu tun, auch wenn wir alle (oder zumindest die meisten hier) diese voraussetzen. Nachfolgender Link ist vielleicht interessant:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...310997,00.html

Ob man mit dem Fazit konform geht oder nicht, der Begriff Kultur kommt aus dem lateinischen cultura > Pflege ( des Körpers und Geistes ). In seiner weitesten Verwendung kann mit dem Begriff Kultur alles bezeichnet werden, was der Mensch geschaffen hat.
Was also geht vor die Hunde? Die Klangqualität? Oder geht es darum, wie Holger Biermann schreibt, dass datenreduzierte Formate eben nicht mehr reproduzierbar sind und somit ein wie auch immer geartetes Original auf ewig im Orcus verschwindet?

Ich persönlich glaube, Kultur stellt einen Grundbegriff der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion dar, sowohl dann, wenn es darum geht, innergesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren, als auch dann, wenn derartige Entwicklungen und Zusammenhänge entsprechend beschrieben werden sollen.

So gesehen können wir alle unseren Beitrag dazu leisten. Wenn wir von Hörkultur sprechen, so meinen wir primär Musik. Wenn wir unseren Mitmenschen "Wohlklang" statt Datenreduktion bieten wollen, müssen wir es diesen Menschen zeigen bzw. sie "hören" lassen. Wollen wir, dass diese Menschen ein breiter gefächertes Spektrum der Musik kennenlernen, müssen wir sie daran teilhaben lassen. Es gibt eben nicht nur "Metallica", sondern auch ein Flüsschen namens "Moldau".
Beides fängt mit dem Buchstaben M an, unterscheidet sich allerdings ein bisschen.

Ich sehe das durchaus nicht blauäugig, ich habe schon oft erleben dürfen, wie sich Menschen in eine aus unserer Sicht positive Richtung im Hinblick auf Musik entwickelt haben, wenn man ihnen die Information und die Möglichkeit des eigenen Erkennens gegeben hat. So können wir unseren Teil dazu beitragen, die Hörkultur hoch zu halten.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang, ich wollt halt auch mal wieder was schreiben ( und ein bisschen mit Smiley´s spielen ).

LG

Raimund


God gave us two ears so that we listen more than we speak!

habe ich letzlich irgenwo gelesen
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  #7  
Alt 13.03.2009, 19:21
Claus B Claus B ist offline
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 2.130
Standard AW: Die aktuelle Hörkultur

Hallo Raimund,


sehr guter Beitrag

Zitat:
Wer kommt im normalen Umfeld denn mit hochwertigen Audiogeräten in Kontakt? Klassischer Begriff "Transistorradio" (völlig wertfrei gemeint). Wie also soll denn jemand dazu in der Lage sein, hier nach (vermeidlich) gutem oder schlechtem Klang zu differenzieren?! Die große Masse kennt es nicht anders. Die Meisten kennen Musik eben nur als "Hintergrundberieselung"

Das dürfte die Regel sein!

Zitat:
Wenn nun aber diese "Hintergrundberieselungskonsumenten" ( ich fand dieses Wort einfach gut ) die Möglichkeit bekommen, gerätereproduzierte Musik einmal anders, nämlich High-endig zu erleben, gibt es doch häufig die gewollte Horizonterweiterung. Ob die um diese Erfahrung reicher gewordenen dann aber ihre Taschen öffnen und hochwertige Geräte einkaufen ist zumindest fraglich.

Volltreffer!

Gruß

Claus
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