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Elemente zur Optimierung der Raumakustik Ideen und deren praktische Umsetzung

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  #1  
Alt 04.03.2010, 13:27
matze81479 matze81479 ist offline
 
Registriert seit: 05.12.2009
Beiträge: 348
Standard Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Hallo zusammen,

Ich möchte mir einen Plattenschwinger bauen, der auf 70 Hz abgestimmt ist. Unter http://www.nubert-forum.de/nuforum/ftopic10358.html habe ich eine Bauanleitung für ein Modell mit 10 cm Bautiefe und einer 3,2 mm Hartfaserplatte gefunden, das angeblich bei 70 Hz wirken soll. Es ist dort auch eine Formel angegeben, die angeblich aus irgendeiner Zeitschrift stammt und nur für diese Maße der Kiste gelten soll?!

Andererseits habe ich aus dem mir eher plausibel erscheinenden Buch "Studio Akustik: Konzepte für besseren Klang" die folgende Formel, nach der die Rahmengröße überhaupt keine Rolle spielt, sondern nur die Bautiefe entscheidend ist:

Resonanzfrequenz (Hz) = 600 / Wurzel (<Bautiefe in cm> * <Gewicht der Platte in kg/qm>).

Nehme ich für die 3,2 mm Hartfaserplatte ein Gewicht von 3 kg/qm an, so ergibt sich daraus bei einer Bautiefe von 10cm eine Resonanzfrequenz von 110 Hz. Und für eine Abstimmung auf 70 Hz bräuchte man schon eine Bautiefe von 25 cm.

Was ist denn richtig?

Wenn ich mir dagegen die Resonanzabsorber z.B. bei mb-akustik.de anschaue, so glaube ich eher letzterer Formel. Denn hier scheint der RAB100 mit 10 cm Bautiefe auch eher breitbandig um 130 Hz herum zu wirken, der RAB450 mit 45 cm Bautiefe um 70 Hz?! Ok, hier ist wohl auch keine Hartfaserplatte verwendet. Aber es dürfte schon eher ran kommen als die abenteuerlichen 70 Hz bei nur 10 cm Bautiefe aus dem Nubert-Forum?!

Was meint ihr?

Gruß
Matthias
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  #2  
Alt 04.03.2010, 13:39
Höhlenmaler Höhlenmaler ist offline
 
Registriert seit: 29.11.2007
Beiträge: 3.597
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Der Betreiber und die User dieses Forums, casakustik.de, wird Dir sicher weiterhelfen können.

... und --> Hier <-- sicher auch.


.
__________________
Gruß Ingo . . . . . . . . . . .. . . meine letzten gestreamten Tracks

Geändert von Höhlenmaler (04.03.2010 um 13:43 Uhr).
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  #3  
Alt 04.03.2010, 13:48
matze81479 matze81479 ist offline
 
Registriert seit: 05.12.2009
Beiträge: 348
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Vielen Dank,

hab mich grad registriert ...

Aber vielleicht gibt's ja auch hier Leute mit Erfahrung beim Bau von Absorbern ...

Jetzt hab ich grad noch eine Abwandlung meiner obigen Formel gesehen, wo anstatt der 600 eine 510 steht: http://www.mk-musikproduktion.de/Absorber_1.doc

Ich bin verwirrt?!?!?!?!

Gruß
Matthias
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  #4  
Alt 04.03.2010, 15:10
jakob jakob ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 1.021
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

@ matze81479,

der Unterschied in den Formeln zwischen "600" und "500" hängt mit der Füllung des Kastenvolumens zusammen; ist der Kasten leer, wäre "600" der richtige Wert, ist der Kasten mit porösem Absorbermaterial gefüllt, dann wäre "500" der richtige Wert, da das System mit Füllung nicht mehr adiabatisch arbeitet.

Hier im Forum hat mysterendy schon ein paar Versuche und Messungen an Plattenabsorberprototypen gemacht, es gibt im Thread auch ein paar Links zu weiterführender Literatur:

http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=1396

Tatsächlich ist ein Plattenabsorber nicht so einfach zu berechnen, da es in der praktischen Umsetzung einige Unwägbarkeiten gibt.
In der Literatur kann man entsprechend auch entsprechende Abweichungen zwischem dem berechneten/vorhergesagten Absorptionsverlauf und der Messung am realen Aufbau sehen.

Schwierig wird es, wenn die schwingfähige Fläche kleiner wird, da dann ein vergleichsweise großer Teil durch die Randeinspannung "festgehalten" wird,.

Eine gewisse Mindestgröße ergibt sich also aus den praktischen Gründen.
Wenn du den Absorber nicht breitbandig auslegen willst (weil du genau eine Frequenz treffen mußt), dann empfiehlt sich eine Abstimmungsmöglichkeit entweder über unterschiedliche Schwingplatten oder zusätzlich angebrachte Gewichte.

Gruß
__________________
Gewerblicher Teilnehmer;
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik u.a.
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  #5  
Alt 04.03.2010, 15:50
matze81479 matze81479 ist offline
 
Registriert seit: 05.12.2009
Beiträge: 348
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Hallo Jakob,

ich möchte den Plattenschwinger breitbandig auslegen, da ich unterhalb 100 Hz noch viel zu lange Nachhallzeiten habe. Gleichzeitig habe ich störende Moden um die 70-80 Hz und bei ca. 40 Hz. Der erste Selbstbau-Plattenschwinger soll die Moden um 70-80 Hz bedämpfen und generell die Nachhallzeit senken - gerne auch von 60 - 100 Hz.

Bedeutet das Ergebnis der Formel mit der "500" dann, dass die errechnete Frequenz die Mitte des wirksamen Frequenzbands darstellt oder eher das untere Ende?

Und was ist für obigen Anwendungsfall von folgendem Bauvorschlag zu halten:

- Plattenschwinger mit 100 cm x 80 cm x 20 cm.
- Kasten aus 19mm MDF.
- Schwingende Hartfaserplatte 3,2mm.
- Kasten zu 2/3 mit Mineralwolle locker befüllt (schwingende Platte wird nicht berührt).

Viele Grüße
Matthias
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  #6  
Alt 04.03.2010, 18:59
jakob jakob ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 1.021
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

@ matze81479,

die Formeln ergeben die Resonanzfrequenz, d.h. die Spitze des maximalen Absorptionswertes, also die Mitte des nutzbaren Bereiches (in Näherung).

Rechnerisch würde deine Auslegung mit angenommenem Flächengewicht von ~2,8 kg/m2 und der Kastentiefe ungefähr hinkommen, aber die relativ geringe Kastenoberfläche stimmt mich etwas skeptisch, da die umlaufend feste Randeinspannung die Schwingung der Platte sicher beeinflußt.

Die zweite Frage betrifft die notwendige Absorberfläche, diese muß in einem realistischen Verhältnis zu den Raumwandmaßen, die an der problematischen Frequenz beteiligt sind und den Nachhallzeiten stehen.
Selbst in normalen Wohnraumgrößen kommen bei zwei gegenüberliegenden Wänden ~20qm zusammen, während der Absorber in deinem Beispiel auf eine Fläche von 0,8 qm käme.

Wenn die Nachhallzeiten im problematischen Bereich bislang sehr lang sind, dann wirst du wohl oder übel noch einige von den Absorbern vorsehen müssen, oder aber ihn größer bauen müssen.
Als Vergleich, bislang ist er ~halb so groß wie eine Zimmertür, wenn also das Öffnen der Tür als grobem Anfangsversuch das Problem nicht vollkommen beseitigt, darf man es von einem Absorber der angedachten Größe realistischerweise auch nicht erwarten.

Gruß
__________________
Gewerblicher Teilnehmer;
Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Audiotechnik u.a.
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  #7  
Alt 05.03.2010, 00:23
Babak Babak ist offline
 
Registriert seit: 24.01.2008
Beiträge: 528
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Hallo Matze,

wenn es um die Raumoden geht, wieso gehst Du nicht in Richtung Helmholtz-Resonator?

Die sind einfacher zu berechnen und abzustimmen.

LG

Babak
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  #8  
Alt 05.03.2010, 10:24
Replace E
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Noch ein Hinweis:
70 Hertz sind mit den Ortsanpassungsfiltern der 922 beeinflussbar.
Wäre vielleicht einfacher, diesen Frequenzbereich damit abzusenken.
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  #9  
Alt 05.03.2010, 17:48
matze81479 matze81479 ist offline
 
Registriert seit: 05.12.2009
Beiträge: 348
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Hallo Matze,

wenn es um die Raumoden geht, wieso gehst Du nicht in Richtung Helmholtz-Resonator?

Die sind einfacher zu berechnen und abzustimmen.

LG

Babak
Hallo Babak,

mein Raum ist noch recht jungfräulich, und ich habe ihn aktuell erst mal mit einigen Aixfoam Kantenabsorbern etc. bedämpft. Diese sollen jedoch nach und nach wieder verschwinden ...

Generell habe ich unterhalb 80 Hz jedoch Nachhallzeiten > 1 sec und denke schon, dass breitbandige Plattenabsorber hier das richtige Mittel zur Bedämpfung sind. Bei der Mode um ca. 45 Hz werde ich wohl in der Tat eher nen Helmholtzresonator bauen müssen. Oder ich finde eine Aufstellung, wo diese keine große Rolle spielt. Naja, erstmal sollen jedoch die Nachhallzeiten auf ein gutes Niveau runter geschraubt werden. Dann schaun wir weiter ...

Gruß
Matthias
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  #10  
Alt 06.03.2010, 11:01
Replace-W Replace-W ist offline
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 2.714
Standard AW: Was ist die richtige Formel für Plattenschwinger?

Mach es so wie Benno :

http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=2221


Ich habe auch solche Kisten genutzt.

Um ein einigermaßen gutes Ergebnis zu haben standen zum Schluss 6 Kisten im Wohnzimmer... deshalb zieh eine Trockenwand (am besten die Wand hinter dem Hörplatz) ein .

Mach Dir keine Sorgen um Berechnung der Resos. Beim 'Plattenschwinger kommt es vielmehr auf die Flächengröße an......
__________________
Gruß
Sam
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