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KH - Alles Mögliche um Kopfhörer Hier findet sich alles zum Thema Kopfhörer, was sonst nirgendwo reinpasst

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  #1  
Alt 22.12.2014, 01:42
s0438969
 
Beiträge: n/a
Standard Vorstellung

Hallo in die Runde!

Seit Jahren lese ich hier mit und überlege mir, ob ich mich hier eventuell beteiligen sollte. Mein Name ist Bernd, ich bin Organist und Kirchenmusiker, wohne in Norwegen und bin aus musikalischen Gründen an möglichst echter, natürlicher und angenehmer Musikwiedergabe interessiert (und das schon seit Kindheit an...)

Schon in Jugendtagen habe ich hauptsächlich mit Kopfhörern gehört, einfach weil die für mich immer viel besser klangen als jene Lautsprecher, die mich mir irgendwie hätte leisten können.

Vom Konfirmationsgeld kaufte ich mir einen AKG K340. Danach ging es weiter mit dem Jecklin Float Elektrostat I und II, dem AKG K501 und dem K701. Erst als ich ausgezogen und verheiratet war, ging es wieder mit Lautsprechern los: Ecouton LQL 100, Martin Logan Sequel II, Dynaudio Contour 1.8, Martin Logan Aerius i, Nubert NuLine 100 und Nuline 120, danach Nuvero 4/3/5 und auch zwei Subwoofer aus gleichem Hause. Den Umstieg auf Nubert habe ich, der ich zwischenzeitlich den ganzen Hörraum mit Deckensegeln, Wandabsorbern und Bassfallen voll ausgerüstet habe, trotz aller damit erreichten Verbesserungen sehr bereut, allerdings nicht was die Subwoofer anbetrifft. Dazu vielleicht später an geeigenter Stelle mehr.

An den klaren Klang eines K701 kommen diese LS auch in dem sehr optimierten Hörraum für mich nicht heran, auch nicht im Nahfeld

Durch dieses Forum bin ich dann auch noch auf den HD800 von Sennheiser aufmerksam geworden und konnte bei einem Testhören beim Händler die hier gemachten Aussagen sehr bestätigen. Diese Art von Wiedergabe hat mich dann ganz für das Musikhören mit meinen Lautsprechern entwöhnt, die bei mir nur noch die Filme und Fernsehen spielen.

Und dann kam ja auch noch der K812 hinzu, auf den ich ebenfalls durch Berichte aus dem Forum hier aufmerksam wurde. Mittlerweile höre ich so gut wie nur noch mit diesem tollen Hörer (und dem Violectric V200).

Der Schwerpunkt meines Musikinteresses für das Hören mit gutem Klang liegt eindeutig auf der Klassik, vielleicht besonders stark auf Früh- und Hochbarock. Allerdings höre ich auch viel Wiener-Klassik und auch Romantik bis Spätromantik. Ich sehe es so, dass man gerade für diese Art von Musik auf eine natürliche, aufgelöste und klangfarbenechte Wiedergabe angewiesen ist. Auch die Darstellung einer echten Räumlichkeit kann gerade bei Kirchenmusik sehr wichtig werden. Das ist dann etwas ganz Anderes als die Darstellung von Monohühnern bei kompromierter Chartmusik. Wenn es um anspruchsvolle Pop/Rock oder Jazzmusik geht, so höre ich die nicht nur, sondern ich spiele sie auch, durchaus auch beruflich. Allerdings finde ich am Thema High-End in erster Linie faszinierend, dass man akustische Schallereignisse täuschend echt zu Hause erleben kann, wovon in meinen Ohren vor allem jene Musik von Mittelalter über Beethoven bis Pärt profitiert, bzw. das sogar braucht.

Soviel erst einmal zu meiner Person. Ich kann im Gegensatz zu Einigen hier mir nicht ständig die neuesten Sachen kaufen und davon berichten. Allerdings ist mein Ehrgeiz, mit vertretbarem Aufwand einen möglichst "echten" Klang zu bekommen. Wenn ich dabei Erfahrungen mache, dann könnte ich sie hier ja teilen. Ich kann auch etwas über meine Eindrücke HD800 vs. K812 vs. "echte Instrumente" etwas sagen, auch recht viel zum Thema gutklingende Klassikaufnahmen.
Ständigen Zugang zu allen möglichen neuen oder alten Kopfhörern habe ich nicht, weshalb ich davon dann auch nicht berichten könnte.

Durch einen neulichen Vergleich beim Händler in Oslo bin ich am überlegen, ob ich den - meinem dortigen Testeindruck nach- umwerfend guten LCD-X von Audeze zusätzlich zum K812 und den HD800 auch noch einfach haben muss. Warum das so ist, dazu ggf. später mehr. Ja, ich hätte schon einmal Lust, meine Eindrücke zum LCD-X einmal weiterzugeben, vor allem an Leute, die sich dafür auch interessieren.

Mit diesem Beitrag wollte ich mich erst einmal vorstellen. Da ich den nächsten Tagen viel Weihnachtsmusik spielen muss, werde ich mich vielleicht einmal zwischen Weihnachten und Neujahr melden können.

Bernd
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  #2  
Alt 22.12.2014, 10:07
Socorro
 
Beiträge: n/a
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Aye,

herzlich willkommen und immer rein hier in die gute Musik-Stube!

Musikalischer Adventsgruß für Dich!
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  #3  
Alt 22.12.2014, 10:25
Franz Franz ist gerade online
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 9.171
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An deinen Erfahrungen und Musiktipps sind bestimmt viele hier interessiert, vor allem, wenn sie von jemandem kommen, der selbst tief mit der Musik verbunden ist.
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  #4  
Alt 22.12.2014, 12:18
Holon Holon ist offline
 
Registriert seit: 12.11.2013
Beiträge: 146
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hallo bernd,
ein musiker der high- bzw. open-ender ist, wie schön!
da wäre ich auf evtl. einträge zum theme lieblingseinspielung interessiert.
höre besonders gerne klassik u. jazz.
bei klassik steht ganz weit j.s.bach vorne an.
gestern mit gr. gewinn und genuss einmalmehr die matthäus-passion mit r. jacobs gehört,
bei orgelmusik entdecke ich gerade den h. walcha auf alten lp´s wieder. (habe mit ihm in meiner jugend bach hören gelernt).
kh-technisch habe ich den sennheiser hd650 und den beyer 90t am lehmann rhinelander.
deine eindrücke zu den logans in bezug auf klassik würden mich auch interessieren. ich mochte bei meinen elektrostaten immer diese famose schnelligkeit und die details, nicht so sehr aber dieses "zerlegen" der musik in ihre bestandteile.ein weites feld.
lg
andreas
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  #5  
Alt 22.12.2014, 13:00
dr.audio dr.audio ist offline
Dr. mit summa cum laude!!
 
Registriert seit: 13.07.2013
Beiträge: 278
Standard Orgel spielen

Hallo Bernd

Als Orgelspieler gefällt dir das vielleicht auch?

https://www.jpc.de/jpcng/classic/det...D/hnum/7344006



https://www.youtube.com/watch?v=d5O8cHI-vPY

https://www.youtube.com/watch?v=nRMrGo2UTH0

https://www.youtube.com/watch?v=ek_Zb3klrks
__________________
Gruß
Dr. Audio


Meine "Spezial" Doktor Kollegen sind:


Freiherr Theodor von und zu Guttenberg (CDU), Matthias Christoph Pröfrock (CDU), Florian Graf (CDU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Giorgios Chatzimarkakis (FDP), Bijan Djir Sarai (FDP), Margarita Mathiopoulos (FDP), Uwe Brinkmann (SPD) und Annette Schavan (CDU)
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  #6  
Alt 22.12.2014, 15:45
s0438969
 
Beiträge: n/a
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Danke für das Willkommen und den musikalischen Adventsgruss!

Ich bin in der Tat sehr tief mit der Musik verbunden, weshalb mir ja auch bei Tonkonserven die musikalische und die klangliche Qualität wichtig sind. Von allen mir persönlich bekannten Musikerkollegen bin ich in der Tat (bis auf eine Ausnahme, der Mann hat Magnepan 1.7) der Einzige, der sich wirklich für High-End interessiert. Das sieht man ja schon an der Art, wie jemand seine Lautsprecher aufstellt. An der Musikhochschule in Oslo steht fast in jedem Raum eine Anlage mit B&W-Lautsprechern. Ich habe immer Schwierigkeiten mitzuerleben, wie die das Equipment einsetzen und wie falsch sie die Lautsprecher hinstellen. Wie ein Kopfhörer klingt, interessierte in meinem dortigen Bekanntenkreis eigentlich nur mich.....
Musiker sind also nicht zwangsläufig am High-End interessiert, wobei man auch hinzufügen muss, dass es dabei ja auch um Dinge geht, für die man auch einmal bereit sein muss, Geld in die Hand zu nehmen.

Die Priorität für Musik des Herrn Bach teile ich auch sehr, nicht nur Orgel, sondern auch das Kantatenwerk.....eigentlich alles von ihm.

Zum HD650 kann ich sagen, dass ich früher diesen warmen Klang nicht so mochte und immer ein Fan von viel Luft etc. war. Neuerdings, durch die Unterscheide des K812 vs. HD800 ist mir die Wichtigkeit des warmen Grundtons und der Mitten neu klar geworden. Allerdings hat meine Begegnung (letzte Woche) mit dem LCD-X meine audiophil Welt schon recht deutlich durcheinandergewirbelt. Der hat diese Wärme und die Auflösung, Natürlichkeit.....dazu später ggf. mehr.

Zu Carpenter: er ist ein technisch Hochbegabter, der Unglaubliches auf der Orgel hinbekommt. Dennoch finde ich, dass es ihm vor allem an Geschmack teilweise recht dramatisch mangelt. Wenn es um diese bekannte Toccata in d-Moll geht, dann empfehle ich einmal, sich die Version des Herrn Ton Koopman anzuhören.
Meine Lieblingsorgeln sind wohl aus dem Hause Schnitger. In Alkmaar gibt es da so eine Schnitger/Hagebeer-Orgel.....

Die Matthäus-Passion habe ich in den letzten vorweihnachtlichen Tagen auch intensiv gehört, weil ich mich auf das Spielen der Continuo-Orgel für Orchester und Chor II vorbereiten muss. Ich spiele nicht einen von anderen Herausgebern ausgearbeiteten Generalbass, sondern erarbeite mir das selbst. "Leider" gibt es da kaum Passagen, bei denen Bach mit "leichten" Harmonisierungen arbeitet, was die Sache für den Continuospieler nicht gerade leichter macht. Etwas merkwürdig vor Weihnachten, aber man bekommt eine breiter Perspektive. Meine Lieblingsaufnahme ist hier übrigens die letzte mit Harnoncourt und dem Arnold-Schönberg-Chor. Hier ist die DVD-A der CD klanglich geradezu dramatisch überlegen, was ich auch auf eine andere Abmischung zurückführe, nicht nur auf das digitale Format.

Zu meinen Eindrücken mit den Logans schreibe ich gerne einmal etwas in den entsprechenden Unterforen. Generell muss ich sagen, dass mir das Prinzip von ca. 400-500Hz ab einen Breitbänder einzusetzen, sehr schlüssig vorkommt. Die Kopfhörer, über die wir hier reden, sind ja auch Breitbänder. Leider kann man so gut wie nie irgendwo einmal die vielgepriesenen Neumann gegen Martin Logan hören. Ich finde überhaupt nicht, dass man Lautsprecher mit grundverschiedene Prinzipien nicht miteinander vergleichen dürfe, denn schließlich landet dieselbe Musik in denselben Ohren, alles muss von demselben Konto bezahlt werden. Mich interessiert vor allem das Ziel, weniger der Weg. Nachdem ich vor Jahren viel mit Chor und Orchester live gearbeitet habe und dann zu Hause meine Lautsprecher hörte, war mir klar, dass dieser Klang mit echten Stimmen oder Violinen eigentlich wenig zu tun hatte. Da hilft dann auch ein linealglatter Frequenzgang nicht wirklich.....

Ich freue mich auf interessante Diskussionen in den entsprechenden Threads.

LG
Bernd
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  #7  
Alt 22.12.2014, 16:03
Ex_Schlappen
 
Beiträge: n/a
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Erst mal herzlich willkommen !!
Oh ja, so ein LCD-X krieg ich auch nicht aus meinem Kopf heraus.
Der könnte genau die kleinen Kritikpunkte beseitigen, die ich am LCD2 habe.
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  #8  
Alt 22.12.2014, 16:23
lotusblüte lotusblüte ist offline
 
Registriert seit: 10.07.2008
Beiträge: 5.627
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Hallo Bernd,

Ein herzliches Welcome. Es ist und war für mich immer interessant, den Bezug mit aktiven Musikern zu pflegen. In meiner Familie befindet sich selbst ein Organist, der auch sehr viel mit Chorarbeit zu tun hat und sich ab und an dem Jazz widmet - eine Art experimenteller Ausgleich zur ansonsten konzentrierten Arbeit. Darüber hinaus fand der Kontakt im Bekanntenkreis zu Orchestermusikern statt.

Klassik hat es mir generell angetan, nicht nur, aber sie in schon besonderem Maße und nun ja, gemäß deiner eigenen Ausführung, hatte ich mich sehr früh für den Bereich Kopfhörer entschieden - aus Überzeugung. Orgelwerke möglichst in ihrer gesamten Entfaltung stellen jede LSP-Wiedergabe vor nahezu unlösbare Probleme, während ein Kopfhörer vom Schlage eines Audeze, AKG, Sennheiser das Gefühl verleiht, das alles locker aus dem Ärmel zu präsentieren und vor allem auch den Gesamtüberblick in der Wiedergabe nicht zu opfern. Dies jedoch nur am Rande, weil es nicht jede Person so nachvollziehen würde und damit die Reizschwelle zwischen überzeugten LSP-Anhängern und KH-Anhängern unnötigerweise in den Fokus gestellt werden würde.

Für den ambitionierten KH-Freund ist es ein Segen, sich der Wiedergabe in Gesamtheit hingeben zu können. Kopfhörer schaffen das Kunststück, der Musik in ihrem Wesen sehr nahe zu kommen - die Konzentration fällt dabei auf leichte Art zu Gunsten der Komposition aus. Nun ja, dir als Profi erzähle ich da nichts neues.

Dann wünsche ich dir eine rege Teilnahme und nochmals: Es ist super, Menschen vom Fach mit an Bord zu haben.



Gruß,
Otwin
__________________
Mysphere 3.1 from 1989 to 2017

Geändert von lotusblüte (22.12.2014 um 17:29 Uhr).
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  #9  
Alt 22.12.2014, 17:23
Holon Holon ist offline
 
Registriert seit: 12.11.2013
Beiträge: 146
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ja der ton koopman, sehr genauer und verantwortungsvoller musiker wie ich finde, habe neben anderem einiger kantaten boxen von ihm. machen immer wieder glücklich.
und zum jungen wilden an der orgel: technisch sicher unzweifelhaft doch ich mag sein grobschlächiges timing nicht. auch wenn ich begrüße das er vermutlich neue zuhörerkreise erschließen kann.
bach ist ja nicht so leicht zu beschädigen, aber um ihn wirklich zu entfalten brauchts viel empfinden fürs timing.
und da ist in der tat harnoncourt eine der 1. adressen.
habe neben den konzerten auch seinen messias und je nach tages form ist der mir bisweilen lieber als der von pinnock.

und ja, breitbänder haben etwas das andere so nicht können, auch wenn man dafür einen preis zu zahlen hat, also abstriche an andern stellen erlebt. kopfhörer sind da natürlich außen vor.

lg
andreas
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  #10  
Alt 22.12.2014, 20:42
s0438969
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Schlappen und Otwin,

danke auch für Euer Willkommen!

@Otwin:

Zitat:
Orgelwerke möglichst in ihrer gesamten Entfaltung stellen jede LSP-Wiedergabe vor nahezu unlösbare Probleme, während ein Kopfhörer vom Schlage eines Audeze, AKG, Sennheiser das Gefühl verleiht, das alles locker aus dem Ärmel zu präsentieren und vor allem auch den Gesamtüberblick in der Wiedergabe nicht zu opfern.
Vor dem Hintergrund dessen, was ich bisher an Lautsprechern hören konnte, muss ich Dir damit (leider) rechtgeben, wobei natürlich bei der Lautsprecherwiedergabe immer auch der Subwoofer hinzukommen kann, der das Element des fühlbaren Tiefbasses hinzufügt. Beim Kopfhörer ist dieser Bass dann "nur" hörbar. Hier muss ich alledrings einschränken, dass man in der Kirche den tiefen Orgelbass meinem Eindruck nach auch mehr hört als wirklich fühlt, also die Subwoofer einer Anlage hier im Vergleich auch dramatischer als die Wirklichkeit klingen können.

Ansonsten hat der Kopfhörer aber viele Vorteile, die natürlich jedem hier hinlänglich bekannt sind werden: absolut diskrete Kanaltrennung, weniger Luftmasse muss bewegt werden, keine störenden Raumeinflüsse, Breitbandchassis in vollem Umfang einsetzbar.

Wenn man einmal bedenkt, wieviel Luft bei einer Orgel in Wirklichkeit in Bewegung gesetzt wird, dann ist schon klar, dass auch eine gute Lautsprecherwiedergabe da an Grenzen stossen muss. Solche Wiedergaben sind dann immer eine Art modellhafte Vorstellung, was ja auch für ein Wagner-Orchester gilt.
Allerdings klingen die Orgeln (wie das große Orchester) ja nur wirklich angenehm, wenn sie ein einem guten (Kirchen)raum eingebaut sind. Sie brauchen die Luft und den großen Raum um sich herum.Ich finde es immer erstaunlich, dass etwa die Schärfe einer Pleno-Registrierung in einer großen Kirche oft immer noch angenehm und erhaben klingt (trotz durchaus hoher Lautstärke), während eine Aufnahme der Orgel, über Lautsprecher abgehört, schnell zu nervig und scharf werden kann.

Hört man sich nun die Aufnahme anschliessend über High-End-Kopfhörer an, dann passt es oft wieder. Neben den oben genannten Gründen nehme ich an, dass man beim Kopfhörer sozusagen in einen eigenen gefühlten Klangraum eintritt. Von Modell zu Modell klingt erlebt man diesen recht unterschiedlich, doch man gewöhnt sich auch schnell an die jeweilige Darstellungsform des imaginären Klangraumes. Jedenfalls bekommt man bei einem guten Kopfhörer dieses Gefühl gut vermittelt, sich im Klang zu befinden, sozusagen eingehüllt zu sein. Bei Lautsprechern versucht man ja neuerdings durch Dolby Atmos und dergleichen dieses "im Klang Drinsitzen" auch hinzubekommen, wenngleich mit erheblich höherem Aufwand.

Ich habe ja zu Hause den Vergleich bei SACD-Scheiben, die ich sowohl mit 5.1 hören kann, oder aber mit Kopfhörern (denke hier z.B. an meine vielen Bachkantaten des BIS-Labels, mit Masaaki Suzuki). 5.1. versorgt einen da mit vielen Rauminformationen (wahrscheinlich mehr, als es im Konzert wäre). Von der Tonalität, Ortungsschärfe, Schnelligkeit und Auflösung her ist aber immer noch der Kopfhörer mit seiner Darstellung der Stereospur derjenige, der im Vorteil ist, jedenfalls gegenüber meinen LS. Beim direkten Umswitchen scheint die Kopfhörerwelt erst einmal kleiner und modellhafter zu sein, was sich jedoch schnell gibt. Irgendwann "sieht" man die Akteure vor sich und befindet sich im virtuellen Klangraum des Kopfhörers.
Habe mir gestern gerade den ganzen "Parsifal" von Wagner auf Blue-ray und dem K812 gegönnt.



Das kann einen schon sehr begeistern, wenn man dann auch noch das breite TV-Bild hinzubekommt.

Für mich waren Deine Hörberichte Otwin übrigens immer besonders aussagekräftig, weil ich schnell merkte, dass Du viel Klassik hörst und Du auf die Dinge Wert legst, die auch mir bei der Musikwiedergabe wichtig sind. Damit sage ich nicht, dass ich nicht auch gute Sachen aus dem Bereich Electronic etc. kenne und mag. Nur wenn es um die Beurteilung von natürlich Klangfarben, Aufnahmeräumen und dergl. geht, kann ich mit den Aussagen von Leuten, die eben nicht vornehmlich Knopfler, Dire Straits, Bremnes oder AC/DC hören, dann doch eine ganze Menge mehr anfangen und davon partizipieren.

Das Verbalisieren von Klangeindrücken ist ja ohnehin so eine Sache für sich....

Ich habe auch für mich festgestellt, dass akustischer Jazz ebenfalls über jene Schallwandler am besten klingt, die sich auch bei der Klassik überzeugten.

Es waren übrignes Deine Beiträge, durch die ich damals auf den HD800 aufmerksam wurde. Als ich ihn dann zum ersten Mal im Laden gegen meinen K701 probehörte, war mir ab der 2. Sekunde klar, dass ich den Sennheiser haben musste, und dass Deine Eindrücke mit den meinen übereinstimmten. So kaufte ich ihn mir, sogar zweimal, weil ich so gerne mit einem Kantorenkollegen und Freund zusammen Musik höre, oft auch mit den Partituren vor der Nase. Der V200 von Violectric kam dann auch noch hinzu, was ich ebenfalls nicht bereue.

Dann kamen irgendwann die Diskussionen um den neuen K812 hoch, und ich fragte mich "was nun - ich habe doch gerade so viel Geld ausgeben"? Ich konnte kaum glauben, dass der Wiener in irgendwelchen Bereichen noch besser wäre, bis ich ihn dann vor einigen Monaten hörte und mit dem -immerhin symmetrisch mit teurem Kabel am Auralic verbundenen- HD800 vergleichen konnte. Ich musste ihn einfach hinzunehmen und bin damit bisher sehr froh und zufrieden.

Jetzt habe ich aber "leider" auch noch den LCD-X mit den beiden Referenzkopfhörern stundenlang vergleichen können.....o Mann, besser ich hätte es nicht gemacht Nicht das der es objektiv "richtiger" machte, aber wenn es um den Aspekt des Genießens geht....
@Schlappen: habe den LCD-X mit den anderen Modellen LCD-XC,3 und 2 verglichen und kam immer wieder zum X-Modell zurück. Der kann einen ganz schön ins Grübeln bringen..

Es wäre bestimmt nicht nur für mich interessant, wenn Du Dir Otwin (oder natürlich auch jemand anders) sich den einmal für ein Review vornähmest. So ein richtiges LCD-X -Review habe ich hier noch nicht gefunden....war vielleicht auch zu blöd zu suchen.

Vielleicht komme ich zwischen Weihnachten und Neujahr dazu, meine eigenen Höreindrücke zu posten. Es macht nichts, dass das jetzt ein paar Tage her ist, denn ich habe alles im Kopf.

LG
Bernd

Geändert von s0438969 (22.12.2014 um 20:56 Uhr).
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